Klimaschutz durch Preis- oder Mengensteuerung


Hausarbeit, 2014

21 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Ihaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

2 Umweltpolitische Instrumente
2.1 Ökonomische Instrumente
2.2 Kriterien zur Beurteilung umweltpolitischer Instrumente
2.2.1 Pareto Effizienz
2.2.2 Ökonomische Effizienz
2.2.3 Ökologische Effektivität

3 Preissteuerung-Lösungsansatz Umweltabgaben
3.1 Allgemeiner Mechanismus
3.2 Ökonomisch effizienteste Lösung

4 Mengensteuerung- Lösungsansatz: Umweltzertifikate
4.1 Allgemeiner Mechanismus
4.2 Verbindung von ökologischer Effektivität mit ökonomischer Effizienz

5 Der Vergleich: Preissteuerung vs. Mengensteuerung

6 Ausblick: effektive und effiziente Umweltpolitik

Literaturverzeichnis

Vorwort

Umwelt ist ein globales öffentliches Gut, das der Definition nach jedem Mensch ohne Einschränkung zur Verfügung stehen sollte. Doch dabei gilt es zu beachten, dass die Ressourcen der Umwelt nicht unendlich sind. Deshalb muss der Schutz und die Erhaltung der Umwelt eine zentrale Rolle in Bezug auf das menschliche Handeln spielen, um die Nutzung der Umwelt nicht nur für gegenwärtige Generationen sondern auch für künftige Generationen, zu garantieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es eine zwingende Notwendigkeit, dass alle Akteure eines Marktes über den tatsächlichen Preis der Umwelt informiert werden, der die Knappheit ihrer Verfügbarkeit reflektiert. Im Fokus dieser Problematik stehen vor allem unterschiedliche Lösungsansätze zur Verringerung so genannter externer Effekte. Unter externen Effekten werden nicht kompensierte Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen auf unbeteiligte Marktteilnehmer verstanden. In der Literatur wird in diesem Zusammenhang zwischen positiven und negativen externen Effekten unterschieden. Positive externe Effekte beschreiben den sozialen Ertrag, der als Konsequenz aus einer wirtschaftlichen Entscheidung hervorgeht. Im Vergleich dazu umfassen negative externe Effekte die sozialen Kosten ökonomischer Aktivitäten, die das individuelle Nutzenniveau eines Wirtschaftssubjekts senken.1 Im Bezug auf die Nutzung der Umwelt spielen vor allem negative externe Effekte eine große Rolle. Dabei kann es sich beispielsweise um die Verschmutzung eines Gewässers und den daraus resultierenden Umweltschäden handeln, für die nicht der eigentliche Verursacher belangt wird, sondern die Allgemeinheit als Kompensator eintritt.

Im Mittelpunkt der Gestaltung einer effizienten Umweltpolitik sollte daher die Verringerung externer Effekte als Ursache für eine ineffiziente Ressourcenallokation stehen. Zur Lösung dieses Problems ist es erforderlich, dass der Staat in das Marktgeschehen zur Wiederherstellung eines funktionierenden Systems eingreift, ob dies direkt oder indirekt geschieht und welches Instrument dabei die größte Erfolgswahrscheinlichkeit in Bezug auf die Problemlösung externer Effekte liefert, gilt es nun im Folgenden zu untersuchen.

1 Einleitung

Das Ziel dieser Seminararbeit ist es zwei alternative Ansätze zur Lösung des umweltpolitischen Problems der externen Effekte vorzustellen und zu vergleichen. Dabei handelt es sich um die ökomischen Instrumente der Preis- und Mengensteuerung. Die Frage, welche dieses Seminararbeit dabei konkret beantworten soll, lautet: Kann die Umwelt und das damit verbundene globale Klima besser durch eine Preis- oder durch eine Mengensteuerung geschützt werden?

Im ersten Abschnitt wird deshalb zunächst der Begriff der umweltpolitischen Instrumente definiert, um im Folgenden ausschließlich näher auf den Teilbereich der ökonomischen Instrumente der Umweltpolitik einzugehen. In diesem Zusammenhang werden anschließend Kriterien zur Beurteilung der Preis- und Mengensteuerung vorgestellt. Es handelt sich dabei um die Kriterien der Pareto Effizienz, der ökonomischen Effizienz und der ökologischen Effektivität.

Im zweiten und dritten Abschnitt werden die Instrumente der Preis- und Mengensteuerung konkretisiert und stellen damit den ersten Hauptteil dieser Seminararbeit dar. In diesem Kontext geht es darum ihre Eigenschaften zu beschreiben, Beispiele aufzuzeigen und Vor- und Nachteile zu benennen.

Im Anschluss daran folgt der zweite Hauptteil dieser Seminararbeit, in dem ein direkter Vergleich zwischen einzelnen Aspekten der Preis- und der Mengensteuerung im Vordergrund steht. Der Schwerpunkt dieser Gegenüberstellung soll dabei auf den drei zuvor vorgestellten Kriterien liegen und anschließend eine kritische Auseinandersetzung mit den Problemen und Grenzen ökonomischer Instrumente ermöglichen.

Im letzten Abschnitt dieser Seminararbeit sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, mit welchen Instrumenten ein effektiver und effizienter Umweltschutz in der Zukunft gestaltet werden sollte, um nach diesem Ausblick zu einem abschließenden Fazit zu kommen.

2 Umweltpolitische Instrumente

Umweltpolitische Instrumente beschreiben die Gesamtheit aller Maßnahmen, die der Staat einsetzt, um seine umweltpolitischen Ziele unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen Entwicklung zu erreichen.2 In diesem Zusammenhang werden zwei Ausprägungen umweltpolitischer Instrumente unterschieden. Auf der einen Seite die ordnungsrechtlichen Instrumente zu denen Umweltauflagen zählen und auf der anderen Seite die ökonomischen Instrumente, die sowohl Umweltzertifikate als auch Umweltabgaben umfassen. Da in dieser Seminararbeit der Schwerpunkt auf dem Vergleich zwischen zwei ökonomischen Instrumenten nämlich der Preissteuerung und der Mengensteuerung zum Schutze der Umwelt liegt, wird im folgenden Abschnitt ausschließlich auf diesen Teilbereich eingegangen.

2.1 Ökonomische Instrumente

Ökonomische Instrumente haben die Aufgabe dem vorher kostenlosen Gut der Umwelt einen Preis zu zuordnen, mit der Funktion eine Erhöhung der Kosten für umweltschädliche Produkte herbeizuführen. Sie setzen damit an dem Ausgangsproblem der externen Effekte an. Dieses beschreibt die Situation, dass das Gut Umwelt in der Vergangenheit jedem Wirtschaftssubjekt unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung stand und somit eine übermäßige Schädigung der Umwelt ermöglichte. Ökomische Instrumente versuchen daher eine Lösungsweg zu finden, die jedem Akteur der die Umwelt als Produktionsfaktor nutzt dazu zwingt einen Preis für diese Nutzung zu zahlen. Im Idealfall ist dieser Preis äquivalent zu der Höhe der Schäden, die durch die Nutzung der Umwelt verursacht wurden. Das Ziel ökonomischer Instrumente ist es demnach einen Anreiz zu einem umweltgerechten Verhalten bei Akteuren eines Marktes zusetzen.

2.2 Kriterien zur Beurteilung umweltpolitischer Instrumente

Um die Anreizwirkung, die Effizienz und die Effektivität eines Instrumentes zur Bekämpfung tatsächlicher und potentieller Umweltschäden beurteilen zu können, bedarf es der Aufstellung geeigneter Kriterien. Deshalb werden im Folgenden drei Kriterien vorgestellt, die bei einer Urteilsfindung im Bezug auf die Frage, inwieweit diese Instrumente in der aktuellen Umweltpolitik eine Rolle spielen sollten, helfen sollen.

2.2.1 Pareto Effizienz

Der Begriff Pareto Effizienz beschreibt die ökonomische Effizienz einer Verteilung von Gütern. Dabei gilt, dass eine Verteilung pareto effizient ist, wenn es durch den Tausch der betrachteten Güter keinem Wirtschaftssubjekt mehr möglich ist sich besser zustellen. Diese Situation setzt voraus, dass für die beteiligten Akteure die uneingeschränkte Möglichkeit zum Handel miteinander besteht und kein Wirtschaftssubjekt einen Tausch zu seinen Ungunsten akzeptiert. Der gesellschaftliche Zustand, der sich aus einer Allokation von Gütern unter diesen Annahmen ergibt, kann pareto effizient nicht mehr verbessert werden. Der Aspekt der Gerechtigkeit findet in diesem Zusammenhang keine Berücksichtigung und es ist zu beachten, dass ein pareto effizientes Umweltinstrument nicht zwangläufig für jede Verteilung eine optimale Lösung liefern muss. In Bezug auf den Einsatz umweltpolitischer Instrumente ist pareto Effizienz vor allem im Hinblick auf eine effiziente Ressourcenallokation des globalen öffentlichen Guts Umwelt von Bedeutung. Dies impliziert, dass im Idealfall bei vollständiger Konkurrenz ein effizienter Ausgleich von Grenznutzen und Grenzkosten vorliegt. Konkretisiert bedeutet dies, dass die Emissionsvermeidungskosten den Kosten für die Emission eines Schadstoffes entsprechen.3

2.2.2 Ökonomische Effizienz

Das Kriterium der ökomischen Effizienz lässt sich in zwei Unterpunkte gliedern, zum einem in die statische Effizienz und zum anderen in die dynamische Effizienz eines umweltpolitischen Instruments zur Förderung des globalen Klimaschutzes. Unter statischer Effizienz wird die Fähigkeit verstanden den vorgegebenen Emissionszielwert mit minimalen Kosten zu erreichen. In diesem Zusammenhang wird ein Instrument als kosteneffizient beschrieben, wenn es kein anderes Instrument gibt, das die gleiche Umweltqualität mit niedrigeren Kosten ermöglicht. Die Fähigkeit eines Instrumentes den Einsatz und die Entwicklung umweltfreundlicher Techniken zu fördern wird dagegen dynamische Effizienz genannt. Sie soll die Anreizwirkung auf Unternehmen erhöhen verstärkt mit weniger umweltbelastenden Produktionsprozessen zu arbeiten. Es lässt sich festhalten, dass je größer der Kostenvorteil eines Unternehmens durch die Senkung der Grenzvermeidungskosten in Bezug auf eine mögliche Schädigung der Umwelt ist, desto größer ist der Anreiz die Innovation umweltfreundlicher Techniken zu fördern.4

2.2.3 Ökologische Effektivität

Ökologische Treffsicherheit und die Wirkungsgeschwindigkeit bilden gemeinsam das Beurteilungskriterium der ökologischen Effektivität. Die ökologische Treffsicherheit umfasst die Fähigkeit, ein vorgegebenes Zielniveau zum Schutze der Umwelt exakt zu erreichen. Der Prozesszeitraum in dem ein bestimmtes Umweltqualitätsziel erreicht wird, bestimmt die Wirkungsgeschwindigkeit eines umweltpolitischen Instrumentes. Diese Geschwindigkeit hängt von Kriterien wie der politischen Durchsetzbarkeit, der administrativen und rechtlichen Praktikabilität und den Anreizen zur Befolgung der jeweiligen Normen ab.5

3 Preissteuerung-Lösungsansatz Umweltabgaben

Eine Umweltabgabe stellt eine Preislösung zur Bekämpfung des durch externe Effekte entstandenen Marktversagens dar. Es handelt sich dabei um eine umweltpolitische Maßnahme, die dem Gut Umwelt einen Preis zuordnet und mit Hilfe ihrer finanziellen Anreizwirkung versucht die Belastungen der Umwelt zu verringern. Die Grundidee dieser Lösung beruht auf den Annahmen von Arthur Cecil Pigou, der mit seinem Entwurf der so genannten Pigou-Steuer versucht hat die Auswirkungen externer Effekte zu internalisieren und ein gegenwärtiges Marktversagen zu korrigieren.

3.1 Allgemeiner Mechanismus

Der Schutz der Umwelt durch eine sogenannte Preissteuerung beschreibt eine Politik des Staates, die bei jedem Emittent eines Schadstoffes in einer Region für die von ihm ausgestoßene Menge eine Zahlung in einer bestimmten Höhe einfordert. Die Abgabe, die in diesem Zusammenhang jeder Verursacher zu leisten hat, ist konstant und für alle gleich. Sie dient außerdem nur bedingt einem fiskalpolitischen Zweck, sondern stellt vielmehr eine Lenkungsabgabe dar. Die Haltung des Staates ist bei dieser Art von Politik passiv, er greift nicht direkt ins Marktgeschehen ein sondern versucht das Verhalten der Marktteilnehmer durch indirekte Anreize zu lenken. Denn durch die Einführung einer Umweltabgabe soll eine Situation entstehen, in der es für ein Unternehmen kostengünstiger ist Emissionen zu vermeiden als eine Abgabe auf den Ausstoß eines Schadstoffes zu zahlen. Damit wird die Umweltnutzung zu einem Kostenfaktor, den es bei der Produktion von Gütern zu berücksichtigen gilt.6 Der Mechanismus der Preissteuerung sorgt also dafür, dass der Emittent seine Emissionsmenge verringert, der Preis umweltbelastender Güter steigt und somit die Nachfrage nach diesen Gütern sinkt.

Ein Beispiel für ein Instrument der Preisteuerung stellt die durch das 1999 verabschiedete Gesetzt „Einstieg in die ökologische Steuerreform“ stärkere Belastung von umweltschädlichen Verhalten z.B. durch einen sehr hohen Energieverbrauch dar.

3.2 Ökonomisch effizienteste Lösung

Eine Umweltpolitik geprägt durch eine Preissteuerung mittels Umweltabgaben hat einige Vor- und Nachteile die an dieser Stelle eine nähere Betrachtung finden sollen. Zunächst einmal scheinen Umweltabgaben volkswirtschaftlich effizient zu sein, da sie in der Regel eine kostengünstigere Alternative im Vergleich zu möglichen Umweltbelastungen darstellen. Dieser Aspekt ermöglicht es Unternehmen ihren Gewinn zu steigern indem sie das sich daraus ergebende Kostensenkungspotential nutzen. Vorausgesetzt sei jedoch, dass der von ihnen verwendete Produktionsprozess sich durch die Verwendung umweltfreundlicher Technologien auszeichnet. Es entsteht demnach der Anreiz die Forschung und Entwicklung umweltfreundlicher Techniken zu fördern. Dennoch besteht gleichzeitig eine Art unternehmerische Entscheidungsfreiheit, die es den einzelnen Verursachern von Emissionen erlaubt, selbst zu entscheiden den Preis einer Abgabe zu zahlen oder die eigene Belastung der Umwelt zu reduzieren. Genau diese unternehmerische Entscheidungsfreiheit eröffnet außerdem die Gefahr der „Querwälzung“ der aus der Umweltabgabe entstehenden Belastung auf andere Produkte, die nicht umweltintensiv produziert werden, aber eine geringere Preiselaszität aufweisen.7 Dadurch wird die Lenkungsfunktion der Umweltabgabe herabgesetzt und eine effiziente Ressourcenallokation vermieden. Des Weiteren zählt zu den Nachteilen einer Preisteuerung die Tatsache, dass die Festlegung einer geeigneten Abgabehöhe für den Verursacher von Emissionen ein politischer Entscheidungsprozess ist.

[...]


1 Mankiw G. und Taylor M.P. 2012. Grundzüge der Volkswirtschaftslehre Stuttgart: Schäffer-Poeschel Verlag, pp. 245-253

2 Koch, W.A.S und C. Czogalla. 2004. Grundlagen der Wirtschaftspolitik. Stuttgart: Lucius& Lucius Verlag, p. 375

3 Fees, E. 2013. Umweltökonomie und Umweltpolitik . München: Vahlen Verlag, 4. Auflage, pp. 32-33

4 Endres, A. 2013. Umweltökonomie. Stuttgart: Kohlhammer Verlag, 4. Auflage. p.146

5 Endres, A. 2013. pp. 169-174

6 Bartel, R. 1994. Hauptinstrumente der Umweltpolitik und ihre Wirkungen, in: Einführung in die Umweltpolitik. Bartel, R. und F. Hackl pp. 1-27. München

7 Bartel, R. 1994. pp. 4-20

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Klimaschutz durch Preis- oder Mengensteuerung
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Veranstaltung
Ökonomik und Recht nachhaltiger Entwicklung
Note
3,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V280570
ISBN (eBook)
9783656745013
ISBN (Buch)
9783656856290
Dateigröße
1594 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
klimaschutz, preis-, mengensteuerung
Arbeit zitieren
Vanessa Fritz (Autor), 2014, Klimaschutz durch Preis- oder Mengensteuerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280570

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Klimaschutz durch Preis- oder Mengensteuerung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden