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Vom Aufbau der Kriminalpolizei zur Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)

Title: Vom Aufbau der Kriminalpolizei zur Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)

Bachelor Thesis , 2008 , 48 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Martin Jürgen (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 war Deutschland vom verbrecherischen Regime Adolf Hitlers befreit. Den Menschen in der Sowjetisch Besetzten Zone blieb jedoch nur wenig Zeit der Freude. Die Besatzer machten sich schleunigst daran, die Spuren des alten Systems auszulöschen und mithilfe deutscher Kommunisten ein neues totalitäres System zu installieren. Maßgeblichen Anteil an der Umsetzung dieses Vorhabens hatten die Geheimdienste, die unter verschiedenen Bezeichnungen und Dienstherren mit der Roten Armee nach Deutschland kamen. Sie verfolgten politische Gegner mit der gleichen Härte wie zuvor die Nationalsozialisten und galten bald als sehr berüchtigt.
Bereits kurz nach Ende des Krieges begann in der Sowjetisch Besetzten Zone der Aufbau einer deutschen politischen Polizei, die als Teil der Kriminalpolizei unter sowjetischer Kontrolle immer mehr repressive Aufgaben aber auch die anhaltende Entnazifizierung wahr nahm. Diese Entwicklung mündete schließlich in der Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit im Februar 1950 und einer zunehmenden Unabhängigkeit von sowjetischen Stellen in den fünfziger Jahren.
Genau diese Genese geheimpolizeilicher Strukturen soll in der nun folgenden Arbeit dargelegt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen, inwieweit das sich konstituierende SED-Regime in diesen Prozess mit eingebunden war, wie es mittels der sowjetischen und der deutschen Geheimpolizei seine Stellung geltend machte und welchen Einfluss es innerhalb der Staatssicherheit und seinen Vorläufern ausübte. Weiterhin soll die Rolle der sowjetischen Organe in der SBZ und später der DDR bei diesem mehrere Jahre andauernden Aufbauvorgang hinterfragt werden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Aufbau der Arbeit

1.2. Forschungsstand

2. Der sowjetische Sicherheitsapparat in der SBZ

2.1. Die Organisation der sowjetischen Sicherheitsdienste

2.2. Die Struktur des Sicherheitsapparates

2.3. Die Arbeit der tschekistischen Organe

3. Die Vorläufer des deutschen Ministeriums für Staatssicherheit in der SBZ

3.1. Der Aufbau der Polizei

3.2. Das Dezernat K 5 der Kriminalpolizei

3.2.1. Die Bildung einer politischen Polizei

3.2.2. Der Befehl Nr. 201 der SMAD

3.2.3. Die Mitarbeiter der K 5

3.3. Die Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft

4. Das deutsche Ministerium für Staatssicherheit

4.1. Gründung und Aufbau des MfS

4.2. Repression und Entspannung - Die Ära Wollweber

4.3. Die Zusammenarbeit des MfS mit den sowjetischen Geheimdienstorganen

4.4. Die Mitarbeiter des MfS

4.5. Das Verhältnis zwischen MfS und SED

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Genese geheimpolizeilicher Strukturen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und deren Transformation zum Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das SED-Regime diese Strukturen einband, welche Rolle der sowjetische Einfluss spielte und wie sich die deutsche Geheimpolizei unter sowjetischer Anleitung entwickelte.

  • Genese geheimpolizeilicher Strukturen von 1945 bis 1950.
  • Einfluss der sowjetischen Geheimdienste (NKWD/MGB) auf den deutschen Aufbau.
  • Die Rolle der Kriminalpolizei und insbesondere des Dezernats K 5.
  • Verhältnis zwischen dem Ministerium für Staatssicherheit und der SED-Führung.
  • Entwicklung und Rolle der inoffiziellen sowie hauptamtlichen Mitarbeiter.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Organisation der sowjetischen Sicherheitsdienste

Mit dem Eindringen der Roten Armee im Januar 1945 gelangten auch verschiedene russische Geheimdienste auf deutsches Gebiet. Mit der Abwehr gegnerischer Spionage und dem Aufdecken von Verrätern innerhalb der Roten Armee war Smersch - ein russisches Akronym für „Tod den Spionen“ - unter der Leitung von Viktor Abakumov vertraut. Das Volkskommissariat für Staatssicherheit, kurz NKGB, unter Führung von Vsevolod Merkulov übernahm die Aufgabe der politischen Geheimpolizei innerhalb und außerhalb der UdSSR. Schließlich agierte daneben noch das Volkskommissariat für Inneres, das NKWD, an dessen Spitze Lavrentij Berija stand. In dessen Zuständigkeit fielen unter anderem die Kriegsgefangenenlager, die Straflager, sowie die sowjetische Miliz und die Grenztruppen. Das NKWD war zudem durch eigene Truppen in der Lage, eigenständige militärische Operationen größeren Maßstabs durchzuführen. Nur so konnte die Aufgabe, das eroberte Feindgebiet zu sichern und zu kontrollieren, erfüllt werden. Da das NKWD dabei jedoch Zugriff auf die Informations- und Agentennetzwerke von NKGB und Smersch benötigte, unterstanden die operativen Gruppen, kurz Opergruppen, der beiden Geheimdienste den aus Moskau entsandten Bevollmächtigten des NKWD.

Die Opergruppen von Smersch und NKWD erhielten während des russischen Vormarsches, einer Direktive des Staatlichen Komitees der UdSSR für Verteidigung folgend, offiziell den Auftrag, „in dem vom Feind befreiten Gebieten die notwendigen tschekistischen Maßnahmen durchzuführen, die faschistischen Diversanten und Terroristen auszurotten, die Agentur der deutschen Aufklärungs- und Sicherheitsorgane, die Mitglieder der faschistischen Organisationen und die Funktionäre des faschistischen Regimes aufzudecken und zu verhaften, die illegalen Funkstationen, Geheimdruckereien, Waffen und Munition zu konfiszieren“. Als die Einheiten dieser Dienste die spätere SBZ betraten, hatten sie im Baltikum, dem von den Deutschen befreiten sowjetischen Gebiet und den angrenzenden osteuropäischen Staaten reichlich Erfahrungen mit der Installierung kommunistischer Regime und seinen entsprechenden Organen gesammelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den zeitgeschichtlichen Kontext nach 1945 und definiert den Aufbau sowie die Forschungsfragen der Arbeit.

2. Der sowjetische Sicherheitsapparat in der SBZ: Dieses Kapitel analysiert die Organisation, Struktur und Arbeitsweise der sowjetischen Sicherheitsorgane (NKWD, NKGB, Smersch) in der frühen Besatzungszeit.

3. Die Vorläufer des deutschen Ministeriums für Staatssicherheit in der SBZ: Es wird der Wiederaufbau der deutschen Polizei, die zentrale Rolle des Dezernats K 5 und die Etablierung einer politischen Polizei unter sowjetischer Lenkung untersucht.

4. Das deutsche Ministerium für Staatssicherheit: Das Kapitel behandelt die offizielle Gründung, die Ära unter Wollweber, die Zusammenarbeit mit sowjetischen Beratern, das Personal und die enge Verflechtung mit der SED.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die kontinuierliche Entwicklung der deutschen Geheimpolizei vom Kriegsende bis in die fünfziger Jahre unter sowjetischem Einfluss.

Schlüsselwörter

SBZ, MfS, Staatssicherheit, Sowjetische Geheimdienste, NKWD, Dezernat K 5, SED, Politische Polizei, Entnazifizierung, Spionageabwehr, Agentennetz, DDR, SMAD, Geheimdienst, Parteikontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der deutschen Geheimpolizei in der Sowjetischen Besatzungszone, die schließlich im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mündete.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind der sowjetische Einfluss auf den Sicherheitsapparat, der Aufbau des Dezernats K 5, die Rolle der SED bei der Instrumentalisierung der Sicherheitsorgane und die personelle Zusammensetzung des MfS.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Genese der geheimpolizeilichen Strukturen in der SBZ aufzuzeigen und zu analysieren, inwieweit das SED-Regime durch diese Apparate Macht ausübte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse historischer Quellen und greift auf einen breiten Forschungsstand sowie Dokumente der Besatzungszeit zurück.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sowjetischen Dienste, die Vorläuferorganisationen der Polizei sowie die institutionalisierte Gründung und Ausrichtung des MfS unter SED-Führung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind SBZ, MfS, Politische Polizei, sowjetische Geheimdienste und der Einfluss der SED auf die Sicherheitsorgane.

Welche Rolle spielte der SMAD-Befehl Nr. 201?

Der Befehl Nr. 201 war entscheidend, da er die Befugnisse der politischen Polizei erweiterte und die K 5-Einheiten in die Lage versetzte, eigenständig Entnazifizierungsmaßnahmen und Verhaftungen durchzuführen.

Inwieweit war das MfS von der SED abhängig?

Das MfS agierte als "Schild und Schwert" der Partei; die politische Kontrolle wurde durch die SED-Führung und spezielle Parteiorganisationen innerhalb des Ministeriums streng durchgesetzt.

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Details

Title
Vom Aufbau der Kriminalpolizei zur Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)
College
University of Rostock
Grade
1,6
Author
Martin Jürgen (Author)
Publication Year
2008
Pages
48
Catalog Number
V280660
ISBN (eBook)
9783656831440
ISBN (Book)
9783656829232
Language
German
Tags
aufbau kriminalpolizei gründung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Jürgen (Author), 2008, Vom Aufbau der Kriminalpolizei zur Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280660
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