Postpartale Depressionen zählen zu den häufigsten Komplikationen, die im Wochenbett auftreten. In diesem Zusammenhang interessiert mich besonders die Frage, inwieweit sich postpartale Erkrankungen auf die gemeinsame Beziehung zwischen Mutter und Kind auswirken, und welche Folgen sich hieraus ergeben. Eine ausführliche Erläuterung der Bindungstheorie soll mögliche Auswirkungen einer Erkrankung auf die Mutter-Kind-Beziehung ersichtlich machen.
Der Interaktion zwischen Mutter und Kind wende ich mich in Kapitel drei zu. Hierbei lege ich meinen Schwerpunkt auf die frühkindliche affektive Phase, die als Grundstock für den weiteren Bindungsaufbau zwischen Mutter und Kind zu betrachten ist.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Die Bindungstheorie
- 2.1 Entwicklungsverlauf von Bindung
- 2.2 Exploration und sichere Basis
- 2.3 Das innere Arbeitsmodell
- 2.4 Konzept der Feinfühligkeit
- 2.5 Konzept der kindlichen Bindungsqualität „Fremde Situation“
- Bindungsstil A (unsicher-vermeidend gebunden)
- Bindungsstil B (sicher gebunden)
- Bindungsstil C (unsicher-ambivalent gebunden)
- Zusatzklassifikation: Bindungsstil D (desorganisiertes/desorientiertes Verhaltensmuster)
- 2.6 Adult-Attachment-Interview (AAI)
- Sicher organisierte innere Repräsentation
- Unsicher-vermeidend organisierte innere Repräsentation
- Unsicher-ambivalent organisierte innere Repräsentation
- Unsicher-desorganisierte innere Repräsentation
- 2.7 Langfristige Effekte früher Bindungsmuster
- 3. Die frühkindliche Interaktion zwischen Mutter und Kind
- 3.1 Fantasien über das imaginäre Kind
- 3.2 Spracherwerb und kognitive Entwicklung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Einfluss postpartaler Erkrankungen auf die Mutter-Kind-Beziehung und deren Auswirkungen. Im Fokus steht dabei die Bindungstheorie, die als theoretischer Rahmen dient, um die Entwicklung und Bedeutung von Bindung im frühen Kindesalter zu verstehen.
- Die Bedeutung der Bindungstheorie für die Mutter-Kind-Beziehung
- Die Auswirkungen einer postpartalen Erkrankung auf die Bindungsqualität
- Die Rolle des Vaters als kompensatorische Bezugsperson
- Die Bedeutung der frühkindlichen Interaktion für den Bindungsaufbau
- Die Bedeutung von Feinfühligkeit für die Entwicklung einer sicheren Bindung
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung
- Kapitel 2: Die Bindungstheorie
- Kapitel 3: Die frühkindliche Interaktion zwischen Mutter und Kind
Die Einleitung stellt die Relevanz von postpartalen Erkrankungen im Kontext der Mutter-Kind-Beziehung dar und beleuchtet die Forschungsfrage nach deren Auswirkungen auf die gemeinsame Beziehung.
Dieses Kapitel stellt die Bindungstheorie von John Bowlby und Mary Ainsworth vor, einschließlich ihrer zentralen Konzepte und Forschungsergebnisse. Es werden die Entwicklungsstufen von Bindung, die Rolle von Exploration und sicherer Basis sowie die verschiedenen Bindungsstile und ihre Auswirkungen auf die spätere Entwicklung des Kindes erläutert.
Im dritten Kapitel wird die Bedeutung der frühkindlichen Interaktion für den Bindungsaufbau zwischen Mutter und Kind beleuchtet.
Schlüsselwörter
Bindungstheorie, postpartale Erkrankung, Mutter-Kind-Beziehung, sichere Bindung, unsichere Bindung, Feinfühligkeit, frühkindliche Interaktion, Entwicklungsverlauf von Bindung, Exploration, innere Arbeitsmodelle, Adult-Attachment-Interview (AAI)
Häufig gestellte Fragen
Was besagt die Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth?
Die Bindungstheorie beschreibt das angeborene Bedürfnis des Kindes, eine enge emotionale Beziehung zu Bezugspersonen aufzubauen, die als "sichere Basis" für die Erkundung der Welt dient.
Wie wirkt sich eine postpartale Depression auf die Mutter-Kind-Beziehung aus?
Eine postpartale Erkrankung kann die mütterliche Feinfühligkeit einschränken, was den Aufbau einer sicheren Bindung erschwert und zu unsicheren oder desorganisierten Bindungsmustern beim Kind führen kann.
Welche verschiedenen Bindungsstile gibt es bei Kindern?
Man unterscheidet zwischen sicher gebunden (Stil B), unsicher-vermeidend (Stil A), unsicher-ambivalent (Stil C) und desorganisierten Verhaltensmustern (Stil D).
Was ist das Konzept der "Feinfühligkeit"?
Feinfühligkeit bezeichnet die Fähigkeit der Bezugsperson, Signale des Kindes wahrzunehmen, richtig zu interpretieren und prompt sowie angemessen darauf zu reagieren.
Können Väter die Auswirkungen einer mütterlichen Depression kompensieren?
Ja, der Vater kann als kompensatorische Bezugsperson fungieren und durch eine stabile, feinfühlige Interaktion die Entwicklung einer sicheren Bindung beim Kind unterstützen.
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- Diplom- Sozialpädagogin Stephanie Herrmann (Author), 2006, Die Bindungstheorie. Auswirkungen einer postpartalen Erkrankung auf die Mutter-Kind-Beziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280831