Rezeptionsgeschichte des Artusstoffes von seinen Ursprüngen im Mittelalter über die Frühe Neuzeit bis hin zur Epoche Queen Victorias.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Geoffrey of Monmouth
1.1 Sein Werk, seine Intention, sein Artus
1.2 Die politische Ideologie der Plantagenets
2. Sir Thomas Malory
2.1 Sein Werk, seine Intention, sein Artus
2.2 Der Tudor-Staatsmythos
3. Alfred Lord Tennyson
3.1 Seine Werk, seine Intention, sein Artus
3.2 Die Konstruktion des Nationalismus
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die posthume politische Instrumentalisierung der Artus-Legende in England. Dabei wird analysiert, wie unterschiedliche Epochen und Autoren den Mythos adaptierten, um Herrschaftsansprüche zu legitimieren, nationale Identitäten zu konstruieren oder gesellschaftliche Ideale zu spiegeln.
- Die politische Instrumentalisierung von Geschichte durch Geoffrey of Monmouth
- Die moralisierende Perspektive von Sir Thomas Malory im Kontext der Rosenkriege
- Die Bedeutung von Artus für den Tudor-Staatsmythos
- Die viktorianische Transformation der Artus-Figur durch Alfred Lord Tennyson
- Die Rolle des Mythos bei der Konstruktion nationaler Identität
Auszug aus dem Buch
1.1 Sein Werk, seine Intention, sein Artus
„Heute wissen wir längst, daß in Geoffreys Historia über einem schmalen Grundstock ein großes Phantasiegebäude errichtet ist“, daher ist die Frage nach seinen Quellen müßig. Zudem hat auch Geoffrey die Quellen, welche er verwandte, abgewandelt, ausgeschmückt und modernisiert. Der Hof seines Königs Artus ähnelt den normannischen Höfen seiner Zeit, in denen man die Idee der Ritterlichkeit kultivierte. Er verlegte außerdem den Hof von Cornwall nach Caerleon, änderte die Namen von Artus‘ magischen Waffen und hatte, wie damals üblich, ein besonderes Verhältnis zu Zahlen, ebenso wie er Reden und Unterhaltungen erfindet und detailliert Feldzüge beschreibt, die nie statt gefunden haben. Daher ist viel entscheidender mit welcher Intention Geoffrey sein Werk geschaffen hat, denn man ginge sicherlich zu weit, behaupten zu wollen, dass es Geoffreys Ziel war die Artus-Epik zu begründen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einführung erläutert die anhaltende Faszination und die vielfältigen Rezeptionsformen des Artus-Mythos über die Jahrhunderte hinweg.
1. Geoffrey of Monmouth: Hier wird untersucht, wie Geoffrey von Monmouth durch seine Geschichtsschreibung den Grundstein für die politische Vereinnahmung der Artus-Figur im normannischen England legte.
1.1 Sein Werk, seine Intention, sein Artus: Dieser Abschnitt analysiert die spezifische Absicht Geoffreys, sein Werk als Mittel zur Legitimation normannischer Herrschaft zu nutzen.
1.2 Die politische Ideologie der Plantagenets: Hier wird dargelegt, wie spätere Herrscher und Chronisten den Artus-Mythos zur Stärkung dynastischer Ansprüche und politischer Legitimität einsetzten.
2. Sir Thomas Malory: Dieses Kapitel betrachtet Malorys Werk im Kontext der englischen Rosenkriege und die daraus resultierende moralisierende Darstellung des Artus-Stoffes.
2.1 Sein Werk, seine Intention, sein Artus: Analyse von Malorys ritterlichem Idealbild und der darin enthaltenen Warnungen für seine Zeitgenossen.
2.2 Der Tudor-Staatsmythos: Untersuchung der aktiven Nutzung arthurischer Symbolik durch die Tudor-Dynastie zur Festigung ihres Machtanspruchs.
3. Alfred Lord Tennyson: Erläuterung der Wiederbelebung des Artus-Mythos durch Tennyson und seiner Bedeutung für die viktorianische Epoche.
3.1 Seine Werk, seine Intention, sein Artus: Darstellung von Tennysons Artus als Symbol für eine christliche Monarchie und als Spiegel viktorianischer Werte.
3.2 Die Konstruktion des Nationalismus: Untersuchung der Rolle der Artus-Legende bei der Entwicklung eines modernen britischen Nationalbewusstseins im 19. Jahrhundert.
Schlussbetrachtung: Fazit über die zeitlose Anpassungsfähigkeit des Artus-Mythos an wechselnde politische und ideologische Bedürfnisse.
Schlüsselwörter
Artus-Mythos, Geoffrey of Monmouth, Sir Thomas Malory, Alfred Lord Tennyson, Rezeption, Normannen, Tudor, Plantagenets, Mittelalterrezeption, Nationalismus, Politische Legitimation, Ritterlichkeit, Mythos, Literaturgeschichte, Britische Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Figur des König Artus über verschiedene Jahrhunderte hinweg instrumentalisiert wurde, um politische Herrschaftsansprüche und nationale Identitäten in England zu stützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Artus-Rezeption, die Verknüpfung von Literatur und Politik sowie die Transformation des Mythos in den Epochen von den Normannen bis zum Viktorianischen Zeitalter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, an drei exemplarischen Autoren aufzuzeigen, wie der Artus-Stoff je nach Zeitgeist und politischer Notwendigkeit umgeformt wurde, um als Legitimationsgrundlage für Dynastien zu dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende literaturwissenschaftliche und historische Analyse der Quellentexte sowie der zeitgenössischen politischen Rahmenbedingungen der jeweiligen Epochen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Werke von Geoffrey of Monmouth, Sir Thomas Malory und Alfred Lord Tennyson und untersucht deren spezifische Absichten und die Wirkungsgeschichte ihrer Artus-Darstellungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Artus-Mythos, Politische Legitimation, Mittelalterrezeption, Nationalismus und die jeweilige historische Einordnung der behandelten Autoren.
Warum war Geoffrey of Monmouth für die politische Legitimation der Normannen so wichtig?
Geoffrey verband durch seine Darstellung der Artus-Sage die neue normannische Herrschaft genealogisch mit einer ruhmreichen britannischen Vergangenheit und schuf so eine historische Rechtfertigung für die neuen Machthaber.
Inwiefern beeinflusste die viktorianische Zeit Tennysons Darstellung von Artus?
Tennyson passte den Mythos an das viktorianische Moralverständnis an und nutzte die Erzählungen, um eine christliche Monarchie zu idealisieren und den gesellschaftlichen Stolz auf die damalige Stellung Großbritanniens in der Welt zu reflektieren.
- Citation du texte
- M.A. Ninette Schmidt (Auteur), 2009, Die Rezeption König Artus‘, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280893