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Berufsgewerkschaften als Tarifpartner

Der Pilotenstreik 2014 bei der Deutschen Lufthansa AG und seine Folgewirkungen

Título: Berufsgewerkschaften als Tarifpartner

Trabajo , 2014 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Michael Gauch (Autor)

Sociología - Economía e industria
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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Berufsgewerkschaften als Akteure im Rahmen tarifpolitischer Beziehungen. Schwerpunktmäßig wird die Berufsgewerkschaft Vereinigung Cockpit betrachtet, welche die Interessen der Piloten in Deutschland tarifpolitisch vertritt.
Historisch betrachtet war die deutsche Gewerkschaftsbewegung vom Handeln durch Berufsgewerkschaften geprägt. Diese schlossen sich im Laufe der Zeit zur Stärkung ihrer Verhandlungsmacht zu Industriegewerkschaften zusammen, die noch zu einem Interessensausgleich der verschiedenen ihnen innewohnenden Berufsgruppen in der Lage waren. Doch durch die weitere Entwicklung hin zu Multibranchengewerkschaften war bzw. ist eine berufsgruppenspezifische Berücksichtigung von Interessen nur noch schwer umsetzbar. Diese Ausgangssituation veranlasste Berufsverbände wie die Vereinigung Cockpit tarifpolitisch aktiv zu werden. Sie war auch die erste Berufsgewerkschaft, die sich von den vorherrschenden Industriegewerkschaften löste und im Jahre 2001 einen autonomen Tarifvertrag aushandelte.
Das Handeln als eigenständiger Tarifakteur ist auch im Zuge des von der Vereinigung Cockpit organisierten Pilotenstreiks 2014 bei der Deutschen Lufthansa AG deutlich zu erkennen.
In diesem Kontext ist es Ziel der Arbeit den Transformationsprozess von Berufsverbänden zu Tarifakteuren zu beleuchten. Hierbei sollen sowohl Voraussetzungen und Ursachen für die Entwicklung von berufsgruppenbezogenen Arbeitnehmervertretungen als auch die Folgewirkungen dieser Entwicklungen betrachtet werden. Dabei werden die Analysen immer wieder auf die Vereinigung Cockpit bezogen. Anschließend soll der Pilotenstreik im Frühjahr 2014 bei der Lufthansa mit seinen Spezifika in das theoretische Konstrukt eingeordnet werden.
Zur Bearbeitung der genannten Zielstellung ist die Ausarbeitung wie folgt aufgebaut: Zunächst werden Ursachen und spezifische Voraussetzungen für eine Entwicklung von Berufsverbänden hin zu tarifpolitischen Akteuren fokussiert. Daraufhin folgen Erläuterungen zu den verschiedenartigen Konsequenzen durch diese Entwicklungen. In diese Betrachtungen werden zudem die konkreten Entwicklungen der Vereinigung Cockpit eingeschlossen. Im nächsten Schritt wird der bereits erwähnte Pilotenstreik 2014 im Rahmen der Tarifverhandlungen zwischen der Vereinigung Cockpit und der Lufthansa AG veranschaulicht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung von Berufsgewerkschaften und ihre Folgen

2.1. Hintergründe der Entwicklung von Berufsgewerkschaften

2.2 Folgewirkungen von Berufsgewerkschaften

3. Pilotenstreik 2014 bei der Deutschen Lufthansa AG

3.1 Beschreibung des Pilotenstreiks 2014 bei der Deutschen Lufthansa AG

3.2 Beurteilung des Pilotenstreiks 2014

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, den Transformationsprozess von Berufsverbänden zu eigenständigen Tarifakteuren zu beleuchten. Dabei wird untersucht, welche Ursachen und Voraussetzungen zur Bildung von berufsgruppenbezogenen Arbeitnehmervertretungen führen und welche ökonomischen sowie betrieblichen Folgewirkungen mit ihrem tarifpolitischen Handeln verbunden sind, wobei der Pilotenstreik 2014 als konkretes Fallbeispiel dient.

  • Entwicklung von Berufsverbänden zu spezialisierten Berufsgewerkschaften
  • Theoretische Modelle zur Interessenvertretung und Lohnpolitik
  • Ursachen und Gelegenheitsstrukturen für gewerkschaftliches Handeln
  • Analyse des Pilotenstreiks bei der Deutschen Lufthansa AG 2014
  • Folgen der Überbietungskonkurrenz für Unternehmen und Belegschaften

Auszug aus dem Buch

3.1 Beschreibung des Pilotenstreiks 2014 bei der Deutschen Lufthansa AG

Der in dieser Ausarbeitung betrachtete Arbeitskampf zwischen der Lufthansa AG und der Vereinigung Cockpit fand vom zweiten April (00.00 Uhr) bis zum vierten April (23.59 Uhr) 2014 statt. In einer Urabstimmung stimmten ein Großteil der in der Vereinigung Cockpit organisierten Lufthansa-Piloten für einen Streik, da im Tarifkonflikt der Verhandlungspartner keine Einigung getroffen werden konnte. Ziel des Arbeitskampfes waren/sind höhere Gehälter für Lufthansa-Piloten und der Fortbestand der bisherigen Übergangsrenten für alle Piloten der Lufthansa, unabhängig vom Einstellungsdatum der Piloten. Konkret werden zehn Prozent mehr Lohn für den Zeitraum von Mai 2012 bis Mitte 2014 und das Fortbestehen des möglichen Renteneintrittsalters von 55 Jahren bei 60 Prozent der Grundbezüge gefordert (vgl. dpa/ Frankfurter Rundschau 2014; Obertreis, Rolf 2014)

Die Vereinbarung bzgl. des Renteneintrittsalters hat die Lufthansa Ende 2013 einseitig gekündigt. Diese Entscheidung traf Lufthansa auf Basis eines EuGH-Urteils, welches Verkehrspiloten erlaubt bis 65 Jahren zu fliegen, d.h. fünf Jahre länger als bisher. (vgl. dpa/Frankfurter Rundschau 2014).

Das letzte Angebot der Lufthansa vor dem Streik sah zum einen 5,2 Prozent mehr Lohn für den Zeitraum von Mai 2012 bis Ende 2015 und eine Einmalzahlung von 2000 Euro für das Jahr 2013 für die Lufthansa-Piloten vor. Zum anderen soll die Übergangsversorgung für alle Lufthansa-Piloten, die vor 2013 ihre Tätigkeit aufgenommen haben, weiterhin gelten. Piloten mit einem Berufseintritt nach 2013 sollen bis mindestens 60 Jahre arbeiten. Allerdings will sich die Vereinigung Cockpit nach eigenen Aussagen auf diese ,Generationenspaltung‘ nicht einlassen. Zumindest bestehe von Seiten der Vereinigung Cockpit die Bereitschaft die Kosten im Zusammenhang mit der Übergangsversorgung zu deckeln (vgl. Obertreis, Rolf 2014; dpa/airliners.de 2014).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Vereinigung Cockpit als Akteur vor und definiert das Ziel der Arbeit, den Prozess der Transformation von Berufsverbänden zu Tarifakteuren sowie die spezifischen Auswirkungen des Pilotenstreiks 2014 zu untersuchen.

2. Entwicklung von Berufsgewerkschaften und ihre Folgen: Das Kapitel erläutert die Hintergründe und Ursachen für das Entstehen von Spartengewerkschaften sowie deren ökonomische und betriebliche Konsequenzen, insbesondere im Hinblick auf die Entsolidarisierung und den Überbietungswettbewerb.

3. Pilotenstreik 2014 bei der Deutschen Lufthansa AG: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert den Verlauf, die Forderungen und die Hintergründe des dreitägigen Arbeitskampfes der Piloten im Jahr 2014 und unterzieht diese einer theoriegeleiteten Beurteilung.

4. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zur Bildung von Berufsgewerkschaften zusammen und reflektiert kritisch die Folgen des Pilotenstreiks für die Lufthansa AG sowie die Sinnhaftigkeit exklusiver Interessenvertretungen.

Schlüsselwörter

Berufsgewerkschaften, Vereinigung Cockpit, Pilotenstreik, Deutsche Lufthansa AG, Tarifpolitik, Spartengewerkschaften, Industriegewerkschaften, Überbietungswettbewerb, Entsolidarisierung, Arbeitskampf, Medianwählermodell, Tarifautonomie, Primärmacht, Mitbestimmung, Lohnpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Rolle von Berufsgewerkschaften als Tarifakteure am Beispiel der Vereinigung Cockpit und untersucht, wie diese ihre Interessen im Vergleich zu traditionellen Industriegewerkschaften durchsetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Entstehungsbedingungen von Spartengewerkschaften, das theoretische Konstrukt des Überbietungswettbewerbs sowie die Auswirkungen auf betriebliche Arbeitsbeziehungen und die ökonomische Leistungsfähigkeit von Unternehmen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, den Transformationsprozess von Berufsverbänden zu verhandlungsstarken Tarifakteuren zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, welche Auswirkungen deren exklusive Lohnpolitik auf die Belegschaftsstruktur hat.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Herangehensweise, indem sie arbeitssoziologische Modelle wie das "Medianwählermodell" auf den konkreten Fall des Pilotenstreiks 2014 anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine theoretische Einordnung von Berufsgewerkschaften sowie eine detaillierte Fallstudie zum Pilotenstreik 2014 bei der Deutschen Lufthansa AG, inklusive dessen ökonomischer und sozialer Folgewirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Berufsgewerkschaften, Tarifpolitik, Überbietungswettbewerb, Entsolidarisierung und der spezifische Kontext der Luftverkehrsbranche.

Warum wird im Dokument explizit das "Medianwählermodell" erwähnt?

Das Modell wird herangezogen, um theoretisch zu erklären, warum und unter welchen Bedingungen heterogene Interessengruppen dazu neigen, sich aus Einheitsgewerkschaften abzuspalten, um ihre spezifischen Ziele (z.B. Lohnforderungen) effektiver durchzusetzen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der "Entsolidarisierung"?

Der Autor schlussfolgert, dass die exklusive Interessenvertretung von Berufsgewerkschaften zu einer Spaltung der Belegschaft führen kann, da sie die Interessen der "starken" Gruppen über die einer solidarischen, gesamtbetrieblichen Lohnpolitik stellt.

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Detalles

Título
Berufsgewerkschaften als Tarifpartner
Subtítulo
Der Pilotenstreik 2014 bei der Deutschen Lufthansa AG und seine Folgewirkungen
Universidad
University of Kaiserslautern
Calificación
1,0
Autor
Michael Gauch (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
21
No. de catálogo
V280970
ISBN (Ebook)
9783656754459
ISBN (Libro)
9783656754442
Idioma
Alemán
Etiqueta
berufsgewerkschaften tarifpartner pilotenstreik deutschen lufthansa folgewirkungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Gauch (Autor), 2014, Berufsgewerkschaften als Tarifpartner, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280970
Leer eBook
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