Zusammenfassung "Kommunikationstheorien" des Moduls Bildungswissenschaften


Skript, 2012

11 Seiten


Leseprobe

Shannon und Weaver: Kommunikationstheorie als Theorie der Nachrichtenübertragung

Shannon hat mit anderen die Grundlagen der Kommunikationstechnologie geschaffen.

Klassisches Kommunikationsmodell

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hier wird die Kommunikation auf den Prozess einer technischen Nachrichtenübermittlung reduziert und auf eine technisch interpretierte, lineare Nachrichtenkette zurückgeführt.

Komponenten: 1. Nachrichtenquelle, 2. die Nachricht (Botschaft), 3. das Sendegerät, 4. der Nachrichtenkanal, 5. der Empfänger, 6. das Nachrichtenziel, 7. die Störung oder das Rauschen.

Dieses rein technische Kommunikationsmodell muss notwendigerweise von der

Bedeutung der Zeichen (Semantik) des Telefongesprächs und von ihrer Wirkung auf den Empfänger (Pragmatik) abstrahieren.

Jedoch bilden die technischen Grundlagen der modernen Medien eine wesentliche Voraussetzung und eine relevante Ebene einer Allgemeinen Pädagogik und einer Medienpädagogik, in deren Zentrum die „Kommunikation als Grundbegriff der Pädagogik“ steht.

Watzlawick: Kommunikationstheorie als Theorie menschlichen Verhaltens Kommunikation wird von Watzlawick, Beavin und Jackson in ihrem Buch auf Verhalten reduziert. Sie sind Vertreter des Behaviorismus: komplexe kognitive Prozesse und sprachliche Handlungen werden auf beobachtbares Verhalten reduziert.

Ein Kommunizierender wird als „ Blackbox “ betrachtet, in den man nicht hinein- schauen kann. Der Vorteil besteht darin, dass keine intrapsychischen Hypothesen herangezogen werden müssen. Die Untersuchungen können sich auf direkt beobachtbare Kommunikation beschränken.

Die Basiseinheit besteht aus Reiz-Reaktions-Verbindung und experimentellen Methoden, die auf Beobachtung beruhen.

Die wichtigen Begriffe für eine pädagogische Konzeption wie Motivation, Bewusstsein, Erfahrung und Bedeutung werden bei der neopositivistischen und behavioristischen Orientierung nicht thematisiert.

Es wird vom Psychotherapeuten und nicht vom Patienten ausgegangen, deshalb wurden auch nur einzelne Teile von Watzlawicks Theorie in pädagogische Theorien aufgenommen.

Die pragmatischen Axiome der Kommunikation

Watzlawick, Beavin und Jackson führen die fünf Axiome im Sinne eines pragmatischen Kalküls ein. Ein Kalkül ist ein System von Regeln, das in konkreten und gelingenden Kommunikationsprozessen immer beachtet wird, auch nur intuitiv oder unbewusst.

In pathologischen Kommunikationsprozessen werden diese Regeln gebrochen und nicht flexibel genug angewendet.

Das erste Axiom: die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren

Verhaltensprozesse mit der Eigenschaft anderen etwas mitzuteilen sind Kommunika-tionsprozesse. Watzlawick und die anderen Autoren definieren Kommunikation als eine Form zwischenmenschlichen Verhaltens mit Mitteilungscharakter.

Auch das nicht-sprachliche Verhalten hat Mitteilungscharakter, wenn eine zweite Person anwesend ist, z. B. die Körperhaltung.

Daraus ergibt sich das erste Axiom: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Durch die Axiome kann der Psychotherapeut zwischen pathologischen und gesunden Krankheitsbildern unterscheiden.

Das zweite Axiom: der Inhalts-und Beziehungsaspekt der Kommunikation

Stark beeinflusst wurde Watzlawick von Gregory Bateson, der auf dem Gebiet der Schizophrenie forschte. Bateson hatte darauf hingewiesen, dass Kommunikations- prozesse Informationsprozesse (report aspect) sind, aber auch das Verhalten der Adressaten von Kommunikationsprozessen (command aspect) verändern können.

Report aspect: sachliche Mitteilung von Daten und Informationen Berichtfunktion. Watzlawick bezeichnet ihn als Inhaltsaspekt der Kommunikation (content aspect). Command aspect: betont die soziale Dimension der Kommunikation Befehlsfunktion. Bei Watzlawick als Beziehungsaspekt der Kommunikation (relationship aspect).

Der Inhaltsaspekt vermittelt die Daten und der Beziehungsaspekt weist an, wie diese aufzufassen sind.

Der Beziehungsaspekt bestimmt den Inhaltsaspekt in der Kommunikation und ist daher eine Metakommunikation (Kommunikation über inhaltliche Kommunikation).

Sachaussagen müssen in gesellschaftliche und soziale reale Situationen ein- gebettet werden, wenn sie als gesellschaftlich bedeutsam betrachtet werden sollen.

Diese soziale Bedeutsamkeit von Inhalten setzt reflexive Denkprozesse voraus.

Austin und Searle: Kommunikationstheorie als Sprechakttheorie

John Langshaw Austin (1911-1960) gilt als der Erfinder der Sprechakttheorie, die sein Schüler und späterer Kollege John Rogers Searle(1932) weiterentwickelt hat. Sie gehen davon aus, dass die Sprecher intuitiv die Regeln der Sprache kennen.

Austin und Searle lassen auch hermeneutische und phänomenologische Methoden zu, ihre Sprechakttheorie ist nicht behavioristisch orientiert.

Unterscheidung von performativen und konstativen Äußerungen

Das erste Stadium der Sprechakttheorie Austins.

Die gesprochene Sprache steht im Mittelpunkt; das Sprechen wird als Handeln interpretiert, das in soziale Situationen eingebettet ist.

Performative Äuß erungen: mit der Aussage wird gleichzeitig eine soziale Handlung vollzogen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Zusammenfassung "Kommunikationstheorien" des Moduls Bildungswissenschaften
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Kulturwissenschaften)
Autor
Jahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V281002
ISBN (eBook)
9783656755821
ISBN (Buch)
9783656755845
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zusammenfassung, kommunikationstheorien, moduls, bildungswissenschaften
Arbeit zitieren
Marina Zuber (Autor), 2012, Zusammenfassung "Kommunikationstheorien" des Moduls Bildungswissenschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281002

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