Die Pflegestatistik wird seit 1999 alle zwei Jahre von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder erhoben. Gesetzliche Grundlage ist die Pflegestatistik-Verordnung (PflegeStatV), die auf Grund des § 109 Abs. 1 des Elften Buches Sozialgesetzbuch – Soziale Pflegeversicherung durch die Bundesregierung am 24.11.1999 erlassen wurde. Die aktuellste Statistik ist 2007 für das Jahr 2005 veröffentlicht worden. Ziel der Pflegestatistik ist es, „Daten zum Angebot von und der Nachfrage nach pflegerischer Versorgung" zu erhalten. Dafür werden Daten der Pflegebedürftigen, sowie Daten über Pflegeeinrichtung und ambulante Pflegedienste erfasst und ausgewertet.
Aus dem Inhalt:
- Anzahl pflegebedürftiger Personen in Deutschland
- Häufige Ursachen für Pflegebedürftigkeit
- Alter und Pflegequote
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Anzahl pflegebedürftiger Personen in Deutschland
2 Alter und Pflegequote der Pflegebedürftigen
3 Häufige Ursachen der Pflegebedürftigkeit
4 Anzahl privat häuslich gepflegter Pflegebedürftiger
5 Entwicklung der Zahl Pflegebedürftiger und deren Versorgung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation der Pflegebedürftigkeit in Deutschland unter Berücksichtigung statistischer Daten und demografischer Entwicklungen. Das primäre Ziel besteht darin, die Ursachen von Pflegebedürftigkeit zu identifizieren, die Versorgungsstrukturen zu beleuchten und Prognosen für die zukünftige Entwicklung der Pflegesituation unter dem Einfluss des demografischen Wandels aufzuzeigen.
- Statistische Erfassung pflegebedürftiger Personen in Deutschland
- Analyse der Altersstruktur und spezifischer Pflegequoten
- Identifikation der häufigsten Diagnosen und Pflegeursachen
- Untersuchung der privaten häuslichen Pflege
- Prognose zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit bis 2050
Auszug aus dem Buch
3 Häufige Ursachen der Pflegebedürftigkeit
Der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V. (MDK) veröffentlicht jährlich einen Pflegebericht in dem über die Tätigkeiten des MDK für die Pflegeversicherung berichtet wird. Im Berichtszeitraum 2001/ 2002 wurden dabei auch die häufigsten Diagnosen aufgeführt, deren Funktionsdefizite ursächlich zur Pflegebedürftigkeit geführt haben.
Die in dem Pflegebericht 2001/2002 am häufigsten genannten Hauptdiagnosen sind in folgenden Krankheitsgruppen zu finden:
- Krankheiten des Kreislaufsystems
- Psychische und Verhaltensstörungen
- Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind
- Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
- Neubildungen
Bei jeweils fast 20% aller Pflegebedürftigen sind es Krankheiten des Kreislaufsystems sowie psychische und Verhaltensstörungen, die eine Pflegebedürftigkeit begründen. Danach folgen mit 15,5% Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind, Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes mit 12,5 %, sowie Neubildungen mit 12,3 %.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen und die Ziele der offiziellen Pflegestatistik, die seit 1999 erhoben wird.
1 Anzahl pflegebedürftiger Personen in Deutschland: Es wird definiert, was Pflegebedürftigkeit im Sinne des SGB XI bedeutet und wie sie statistisch erfasst wird.
2 Alter und Pflegequote der Pflegebedürftigen: Das Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen Alter, Alternsprozessen und der Eintrittswahrscheinlichkeit von Pflegebedürftigkeit.
3 Häufige Ursachen der Pflegebedürftigkeit: Hier werden die medizinischen Hauptdiagnosen analysiert, die zu einer Einstufung in die Pflegestufen führen.
4 Anzahl privat häuslich gepflegter Pflegebedürftiger: Dieser Abschnitt thematisiert die Versorgungsformen und die zentrale Rolle pflegender Angehöriger in der häuslichen Pflege.
5 Entwicklung der Zahl Pflegebedürftiger und deren Versorgung: Das Kapitel wagt einen Ausblick auf die zukünftige demografische Entwicklung und die daraus resultierenden Herausforderungen für das Pflegesystem bis 2050.
Schlüsselwörter
Pflegebedürftigkeit, Pflegestatistik, SGB XI, Demografischer Wandel, Pflegequote, Altersstruktur, Krankheitsursachen, Häusliche Pflege, Pflegende Angehörige, Multimorbidität, Pflegestufen, Prognose, Gesundheitswesen, Pflegesystem, Sozialversicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Pflegesituation in Deutschland, analysiert aktuelle Statistiken und beleuchtet die Ursachen sowie die zukünftige Entwicklung der Pflegebedürftigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die medizinischen Ursachen der Pflegebedürftigkeit, die Demografie der Betroffenen, die häusliche Pflege durch Angehörige und zukünftige Versorgungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Auswertung existierender Statistiken und Pflegeberichte ein fundiertes Bild der Pflegelandschaft zu zeichnen und die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Pflegekapazitäten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine sekundäranalytische Auswertung von Statistiken des Statistischen Bundesamtes, Pflegeberichten des MDK und wissenschaftlichen Prognosemodellen zur demografischen Entwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Pflegezahlen, die Analyse von Pflegequoten nach Altersgruppen, die Erörterung pflegebegründender Diagnosen sowie die Beschreibung der privaten Pflegesituation und zukünftiger Entwicklungsszenarien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pflegestatistik, demografischer Wandel, Pflegebedürftigkeit, Multimorbidität und häusliche Versorgung charakterisiert.
Welchen Einfluss hat das Alter auf die Pflegequote?
Die Arbeit zeigt, dass die Pflegequote mit dem Alter korreliert, insbesondere ab dem 75. bis 80. Lebensjahr stark ansteigt und bei Hochbetagten über 85 Jahren ein sehr hohes Niveau erreicht.
Warum sind die Krankheitsursachen für die Pflegeeinstufung relevant?
Die Identifikation der Hauptdiagnosen hilft dabei, die Schwerpunkte der pflegerischen Versorgung zu verstehen, da Krankheiten wie Kreislauferkrankungen oder Demenz signifikant zur Einstufung in die Pflegestufen beitragen.
Wie verändert sich die private Pflege durch Angehörige in Zukunft?
Aufgrund der Singularisierung und veränderter sozioökonomischer Bedingungen nimmt die Verfügbarkeit von pflegenden Angehörigen perspektivisch ab, was den Bedarf an externen und vollstationären Lösungen erhöhen könnte.
Welche Rolle spielt die Multimorbidität bei pflegebedürftigen Menschen?
Die Arbeit stellt fest, dass bei vielen alten Menschen eine Multimorbidität vorliegt, was die exakte medizinische Diagnostik erschwert, für die Einstufung in die Pflegestufen jedoch zweitrangig bleibt.
- Citar trabajo
- Diplom-Gesundheitsökonomin Katja Rosowski (Autor), 2007, Pflegebedürftigkeit in Deutschland. Ursachen und Statistiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281095