Bei der Lektüre der verschiedenen Raumkonzeptionen, die im Text von Löw/Steets/Stoetzer vorgestellt wurden, soll vor allem der Vorschlag für eine raumsoziologische Konzeption von den Autoren selbst vorgestellt werden. Besonders im Hinblick auf das Thema „Park“ bzw. „Praktiken beim Grillen im Park“ gestaltet sich dieses Modell, verglichen mit den anderen (wie etwa von Lefèbvre oder Harvey) am aufschlussreichsten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen: Raumkonzeptionen von Löw/ Steets/ Stoetzer
2.1 Dualität von Struktur und Handeln im Raum
2.2 Raum als relationale Ordnung
2.3 Spacing und Syntheseleistung
3. Anwendung auf den Forschungsgegenstand "Urbane Lebenswelten – Stadtpark"
3.1 Praktiken beim Grillen im Park
3.2 Machtverhältnisse und soziale Ausgrenzung
4. Fazit und kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Essays ist die theoretische Auseinandersetzung mit der raumsoziologischen Konzeption von Löw, Steets und Stoetzer und deren Anwendung auf den konkreten qualitativen Forschungsgegenstand „Urbane Lebenswelten – Stadtpark“, um die wechselseitige Konstitution von Raum und Handeln zu verstehen.
- Analyse der Dualität von Raum in Anlehnung an Anthony Giddens.
- Untersuchung der relationalen Ordnung von Lebewesen und sozialen Gütern.
- Bedeutung der Prozesse von Spacing und Syntheseleistung für die Raumkonstitution.
- Diskussion von Machtverhältnissen und Ein-/Ausschlussmechanismen in sozialen Räumen.
- Vergleich des Konzepts mit anderen raumsoziologischen Theorien (z.B. Lefèbvre).
Auszug aus dem Buch
Raumkonzeptionen von Löw/ Steets/ Stoetzer im Hinblick auf den qualitativen Forschungsgegenstand „Urbane Lebenswelten – Stadtpark“
Bei der Lektüre der verschiedenen Raumkonzeptionen, die im Text von Löw/ Steets/ Stoetzer vorgestellt wurden, scheint mir der Vorschlag für eine raumsoziologische Konzeption von den Autoren selbst am sinnvollsten. Besonders im Hinblick auf das Thema „Park“ bzw. „Praktiken beim Grillen im Park“ finde ich dieses Modell, verglichen mit den anderen Modellen (wie etwa von Lefèbvre oder Harvey) am aufschlussreichsten.
In Anlehnung an Anthony Giddens, wird die Dualität von Struktur und Handeln auf eine Dualität von Raum ausgeweitet (vgl. Löw/ Steets /Stoetzer 2008, S. 63). Während bei Giddens die Dualität zwischen Struktur und Handeln verdeutlichen soll, dass sich Handeln und Struktur gegenseitig bedingen, dass also „Regeln und Ressourcen, die in die Produktion und Reproduktion sozialen Handelns einbezogen sind, gleichzeitig die Mittel der Systemreproduktion darstellen“ (Giddens 1988, S.67 in: Löw/ Steets /Stoetzer 2008, S.59), wird dieses Konzept nun um einen Schritt erweitert. Die Dualität von Raum folgt aus den Überlegungen, „dass Räume nicht einfach nur existieren, sondern dass sie im Handeln geschaffen werden und als räumliche Strukturen, eingelagert in Institutionen, Handeln beeinflussen können“ (Löw/ Steets /Stoetzer 2008, S.63). Räume produzieren also Handeln und werden wiederum von Handeln reproduziert.
Raum begreifen die Autoren „als relationale (An)Ordnungen von Lebewesen und sozialen Gütern an Orten“ (ebd.). Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass Räume einerseits auf der Praxis des Anordnens basieren, andererseits aber auch eine gesellschaftliche Ordnung vorgeben (ebd.). Des Weiteren entsteht die Konstitution von Räumen aus einem praktischen Bewusstsein heraus (vgl. Löw/ Steets /Stoetzer 2008, S.64). Menschen verfügen über eine Art Alltagswissen. Sie finden sich im täglichen Leben zurecht, ohne jedes Mal neu über gewohnte Situationen nachdenken zu müssen. Die inkorporierten Routinen bilden dann ein „Set von gewohnheitsmäßigen Handlungen“, was Giddens als „praktisches Bewusstsein“ auffasst (ebd.). Im Gegensatz zum diskursiven Bewusstsein können Handelnde ihr Tun hierbei nicht verbalisieren – Menschen sprechen nicht darüber wie sie Räume schaffen, sie tun es (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zur raumsoziologischen Themenstellung und Einordnung in den theoretischen Kontext des Essays.
2. Theoretischer Rahmen: Raumkonzeptionen von Löw/ Steets/ Stoetzer: Detaillierte Darstellung der raumsoziologischen Theorie, insbesondere der Konzepte von Dualität, relationaler Ordnung sowie Spacing und Syntheseleistung.
3. Anwendung auf den Forschungsgegenstand "Urbane Lebenswelten – Stadtpark": Übertragung der theoretischen Begriffe auf die Praxis des Grillens im Stadtpark und Analyse der daraus resultierenden sozialen Strukturen.
4. Fazit und kritische Würdigung: Synthese der Ergebnisse und Bewertung der Eignung des Modells für das qualitative Forschungsprojekt "Stadtpark".
Schlüsselwörter
Raumsoziologie, Soziale Räume, Handlungstheorie, Anthony Giddens, Relationale Ordnung, Spacing, Syntheseleistung, Praktisches Bewusstsein, Stadtpark, Grillen, Machtverhältnisse, Soziale Güter, Alltagswissen, Raumkonstitution, Qualitative Forschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Essay grundsätzlich?
Der Essay befasst sich mit der Anwendung raumsoziologischer Theorien, insbesondere der Konzepte von Löw, Steets und Stoetzer, auf konkrete städtische Lebenswelten wie einen Stadtpark.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die wechselseitige Beziehung von menschlichem Handeln und räumlichen Strukturen, die Rolle von Routinen sowie soziale Anordnungen an öffentlichen Orten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu prüfen, wie das Modell der relationalen Raumkonstitution hilft, soziale Praktiken im Stadtpark, wie beispielsweise das Grillen, soziologisch zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die auf ein qualitatives Forschungsszenario (Stadtpark) angewendet wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen von "Spacing" und "Syntheseleistung" und erläutert, wie durch verinnerlichte Routinen soziale Räume konstituiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Raumsoziologie, relationale Ordnung, soziale Güter, Machtverhältnisse und das praktische Bewusstsein nach Giddens.
Warum wird das Grillen im Park als Beispiel gewählt?
Das Grillen dient als anschauliches Beispiel, da es verdeutlicht, wie durch alltägliche Handlungen physische Orte in soziale Räume transformiert werden.
Welchen Einfluss haben "soziale Güter" laut dem Text auf den Raum?
Soziale Güter sind keine passiven Objekte; sie beeinflussen durch ihre Präsenz, Gerüche oder ihre Ausstattung die Atmosphäre eines Ortes und somit dessen Raumkonzeption maßgeblich.
- Quote paper
- Judith Kronschnabl (Author), 2014, Raumkonzeptionen von Löw/Steets/Stoetzer im Hinblick auf den qualitativen Forschungsgegenstand "Urbane Lebenswelten – Stadtpark", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281122