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Personalisierung und Professionalisierung im amerikanischen Wahlkampf

Title: Personalisierung und Professionalisierung im amerikanischen Wahlkampf

Thesis (M.A.) , 2004 , 85 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katrin Heidner (Author)

American Studies - Culture and Applied Geography
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Der erste Teil der Arbeit widmet sich dem Aspekt der Personalisierung des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes.
Schwerpunkt hierbei ist das politische (Wahl-)System der USA und dessen Beitrag zur Personalisierung im Wahlkampf. Erörtert werden inbesondere die Rolle der Vorwahlen und der Parteien im Wahlprozess, sowie das politische Verhältnis von Kanditat zu Partei, das Zurücktreten von Sachthemen in der Wahlkampfkommunikation zugunsten einer Fokussierung auf den Kandidaten und die Bedeutung des Fernsehens.

Im zweiten Schritt richtet sich das Augenmerk auf die Professionalisierung des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes. Professionalsierung wird hier im Sinne einer Externalisierung, Spezialisierung und Kommerzialisierung untersucht. Dabei wird explizit auf die professionelle Führung und Ausrichtung der Kampagne in all ihren aufgefächerten Spezialisierungen eingegangen. Dies schließt die Teilaspekte des Professionalisierungsphänomens wie Demoskopie, Fundraising, Themenmanagement und Web-Campaigning ein. Wie sieht das pofessionellesManagement einer Wahlkampagne aus? Wer organisiert diese und anhand welcher Kriterien lässt sich Professionalisierung messen? Welche Methoden wenden die Profi-Strategen an?

Zum Schluß folgt ein Ausblick auf Deutschland und eine Analyse inwieweit sich der Personaliserungs- und Professionalisierungstrend in Deutschland bei Bundestagswahlen zeigt. Können wir hierzulande von einer Amerikanisierung deutscher Wahlkämpfe sprechen? Findet eine Angleichung an amerikanische Verhältnisse statt oder lediglich eine allgemeine Modernisierungstendenz? Lässt sich überhaut ein sinnvoller Vergleich zwischen den Wahlkämpfen in Deutschland und in den USA rechtfertigen?

Die Arbeit bezieht sich auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf im allgemeinen und den Wahlkampf 2004, inklusive Vorwahlen, und gibt Einblick in das Phänomen der Amerikanisierung deutscher Bundestagswahlkämpfe durch einen internationalen Vergleich der Wahlsysteme/Wahlkampfgestaltung in den USA u. Deutschland.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

0.1 Fragestellung und Themenabgrenzung

0.2 Forschungsstand

1. Personalisierung im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf

1.1 Das politische System der USA

1.1.1 Das Wahlsystem

1.1.2 Das Vorwahlsystem: Primaries

1.1.3 Organisation und Struktur der Parteien

1.1.4 Das Verhältnis von Partei und Kandidat im Wahlkampf

1.1.5 Zusammenfassung

1.2 Personalisierung der Wahlkampfführung

1.2.1 Negative campaigning und opposition research

1.2.2 Die Rolle des Fernsehens im Wahlkampf

1.2.3 Sachthemen und Kandidatenimage

1.2.4 Zusammenfassung

2. Professionalisierung im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf

2.1 Political consultants

2.2 Kampagnenmanagement: Campaign managers

2.3 Demoskopie und gezielte Wähleransprache: Private pollsters

2.4 Wahlkampffinanzierung: Fundraisers

2.4.1 Gesetzeslage zur Wahlkampffinanzierung

2.4.2 Methoden des fundraisings

2.5 Themenmanagement: Media consultants

2.5.1 Paid media und unpaid media

2.5.1.1 Hard news

2.5.1.2 Soft news

2.6 Wahlkampf im Internet: E-campaigning

2.6.1 Die Webseite

2.6.2 Neue Formen der Kampagnenarbeit

2.7 Zusammenfassung

3. Ausblick: Amerikanisierung von Bundestagswahlkämpfen: Personalisierungs- und Professionalisierungstrends in Deutschland

3.1 Die Modernisierungsthese

3.2 Die Amerikanisierungsthese

3.3 Personalisierung von Bundestagswahlkämpfen

3.3.1 Bedeutungszuwachs der Spitzenkandidaten und Kandidatenfokussierung der Kampagne

3.4 Professionalisierung von Bundestagswahlkämpfen

3.4.1 Externalisierung und Spezialisierung

3.4.2 Fernsehwahlkampf

3.4.3 Wahlkampfstrategien

4. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Trends der Personalisierung und Professionalisierung in amerikanischen Präsidentschaftswahlkämpfen und untersucht deren Übertragbarkeit auf deutsche Bundestagswahlkämpfe.

  • Personalisierung im politischen System der USA und der Wahlkampfführung
  • Die Rolle und Methoden von Political Consultants und Campaign Managern
  • Finanzierungsstrategien und Fundraising-Methoden
  • Medienstrategien (Paid/Unpaid Media) und Internet-Wahlkampf (E-Campaigning)
  • Analyse der Modernisierungs- und Amerikanisierungsthese in Deutschland

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Negative campaigning und opposition research

Negativkampagnen und Gegnerausforschung sind Strategien und zugleich Ergebnis eines personenbezogenen Wahlkampfs.

Unter negative campaigning versteht man hierzulande meist schlammige Schmutzkampagnen auf einem politisch gesehen sehr niedrigen Niveau. In den USA hingegen blickt negative campaigning als erfolgreiche Wahlkampfstrategie auf eine fast zweihundertjährige Tradition in der Wahlkampfgeschichte zurück. Dort werden Attacken auf die Person des Gegners als selbstverständlicher Bestandteil von Wahlkampagnen akzeptiert. Da die Massenmedien als Vermittlungsinstanz zwischen Kandidat und Wähler fungieren, ist es oberstes Ziel einer jeden Kampagne, mediale Aufmerksamkeit zu erregen. Was wäre dazu besser geeignet, als eine Sensationsnachricht mit Skandalgeruch? Die Strategie des negative campaigning entspricht dem Wettkampfformat der Medien, dem Rahmen, wie sie über Wahlkämpfe berichten (horse-race-journalism). Je härter der Wettbewerb, desto ausführlicher widmen sich die Medien den Anschuldigungen, Unterstellungen und Verleumdungen der Kandidaten. Sie sind ein bewährtes Mittel, um die Aufmerksamkeit des Wählers auf sich zu ziehen. In den achtziger Jahren wurde das negative campaigning zur dominierenden Wahlkampfstrategie.

Die Wahlkampfberater hielten die negativen Botschaften für sehr einprägsam und wirkungsvoll, vor allem wenn es direkt um die Charaktereigenschaften des Kandidaten ging. Es wurde deshalb viel Zeit darauf verwandt, die Schwächen des Gegners ausfindig zu machen. 1984 wurde im Vorfeld des Präsidentschaftswahlkampfes erstmals eine opposition research group (ORG) innerhalb des republikanischen Wahlkampfstabs gebildet. Aufgabe der Experten war es, eine Recherchedatenbank einzurichten, die sämtliche Details der Biographien demokratischer Gegner erfasste, ihr Abstimmungsverhalten im Kongress archivierte und wörtliche Interviewzitate jederzeit abrufbar machte.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der zunehmenden Personalisierung und Professionalisierung amerikanischer Wahlkämpfe ein und definiert das Forschungsziel der Arbeit.

1. Personalisierung im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf: In diesem Kapitel werden die systemischen Ursachen und die Ausprägungen der Personalisierung in den USA, insbesondere durch das Wahlsystem und den Einfluss des Fernsehens, erläutert.

2. Professionalisierung im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf: Dieses Kapitel analysiert die Rolle von externen Experten, Demoskopen und Fundraisern, die den modernen, professionalisierten Wahlkampf in den USA prägen.

3. Ausblick: Amerikanisierung von Bundestagswahlkämpfen: Personalisierungs- und Professionalisierungstrends in Deutschland: Hier wird der Transfer amerikanischer Wahlkampftechniken auf das deutsche System anhand der Modernisierungs- und Amerikanisierungsthese diskutiert.

4. Konklusion: Das Fazit fasst die Kernergebnisse der Untersuchung zusammen und ordnet die Personalisierungs- und Professionalisierungstendenzen in den jeweiligen nationalen Kontexten ein.

Schlüsselwörter

Wahlkampf, Personalisierung, Professionalisierung, USA, Präsidentschaftswahlkampf, Political Consultants, Negative Campaigning, Fundraising, Medienstrategie, Internet-Wahlkampf, Bundestagswahl, Amerikanisierung, Politische Kommunikation, Demoskopie, Spin Doctoring

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den modernen Entwicklungen der Personalisierung und Professionalisierung im Wahlkampfgeschehen der USA und prüft, ob und inwieweit diese Tendenzen in Deutschland bei Bundestagswahlen beobachtbar sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen das amerikanische Wahlsystem, die Rolle spezialisierter Politikberater, die Bedeutung von Demoskopie und Wahlkampffinanzierung sowie die Auswirkungen der Massenmedien und des Internets auf die Wahlkampfstrategien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist der Nachweis, dass der amerikanische Wahlkampf durch Personalisierung und Professionalisierung geprägt ist, und die Analyse, welche Faktoren eine mögliche Amerikanisierung deutscher Wahlkämpfe begrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politik- und kommunikationswissenschaftliche Analyse auf Basis vorhandener Literatur, empirischer Wahlkampfbeobachtungen und der Auswertung von Fallbeispielen aus vergangenen Wahlkämpfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der US-amerikanischen Praxis (Kandidatenfokussierung, Consulting-Strukturen, Medienarbeit) und einen anschließenden Transfer auf das deutsche Parteiensystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Personalisierung, Professionalisierung, Political Consulting, Negative Campaigning, Fundraising und E-Campaigning.

Welche Rolle spielt das Internet in modernen Wahlkämpfen?

Das Internet fungiert als neuer, kosteneffizienter Kommunikationsraum, der Instrumente wie Online-Fundraising, E-Mail-Kampagnen und virtuelle Town-Hall-Meetings ermöglicht, auch wenn dessen Nutzung in Deutschland noch in der Erprobungsphase steckt.

Wie unterscheidet sich der Fernsehwahlkampf in den USA von dem in Deutschland?

Während in den USA bezahlte Fernsehwerbung ein zentrales Instrument ist, unterliegt diese in Deutschland strengen gesetzlichen Regulierungen bei öffentlich-rechtlichen Anstalten, was die Wirkungsmöglichkeiten und Strategien der Parteien einschränkt.

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Details

Title
Personalisierung und Professionalisierung im amerikanischen Wahlkampf
College
University of Augsburg  (Lehrstuhl Amerikanistik)
Grade
1,7
Author
Katrin Heidner (Author)
Publication Year
2004
Pages
85
Catalog Number
V28115
ISBN (eBook)
9783638299916
ISBN (Book)
9783638713672
Language
German
Tags
Personalisierung Professionalisierung Wahlkampf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Heidner (Author), 2004, Personalisierung und Professionalisierung im amerikanischen Wahlkampf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28115
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