Einleitung
Führungskräfte stehen unter dem hohen Druck, einer Doppelbelastung zwischen Arbeit und Partnerschaft standzuhalten. Flexibilität, Mobilitätsbereitschaft und uneingeschränktes Engagement für das Unternehmen werden gefordert. Hinzu kommen erhöhte Arbeitsanforderungen und eine verschärfte Arbeitsplatzbedrohung.
Gerade zu Beginn der beruflichen Karriere haben die angehenden Führungskräfte an vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Es ist der Lebensabschnitt der Selbstverwirklichung durch die Berufskarriere, aber zudem ist es auch die Zeit für die Beziehungskarriere mit einem festen Partner. Und nebenbei muss die Kinderplanung ins Auge gefasst werden, eventuell wird der Bau eines eigenen Hauses geplant, Freundschaften bedürfen großer Pflege, gesellschaftliches Engagement ist gefragt und die Gesundheit darf nicht außer Acht gelassen werden.
Hier stellt sich die Frage, ob diese Aspekte gleichzeitig zu berücksichtigen sind? Und: Schaffen es Führungskräfte, ein ausgewogenes Mittelmaß zu finden?
In meiner Hausarbeit werde ich das Privatleben dieser Hochqualifizierten untersuchen. Besonderer Schwerpunkt soll dabei auf der Beziehung zwischen der männlichen Führungskraft und seiner Ehefrau sowie seinem Verhalten in der Freizeit liegen. Um ein ausgewogenes Bild einer männlichen Führungskraft zu bekommen, ist es ebenso wichtig, den Mann aus Sicht der Frau zu betrachten und nebenbei ihre Rolle zu beleuchten.
Im dritten Kapitel werde ich einen Vergleich zur weiblichen Führungskraft herstellen. Verhalten sich Frauen in einer hohen Position anders als Männer? Wie gestaltet sich ihr außerberufliches Leben?
Das vierte Kapitel wird sich mit den Dual-Career-Couples befassen und untersuchen, ob in dieser Konstellation ein Gleichgewicht zwischen Männer und Frauen besteht.
Im abschließenden Fazit werde ich eine kleine Zusammenfassung geben und noch einmal auf die Ausgangsfragestellungen eingehen.
Bevor ich jedoch damit beginne das Verhalten einer männlichen Führungskraft zu untersuchen, möchte ich den Begriff „Führungskraft“ aus soziologischer Sicht näher erläutern und auch den Begriff „Manager“ dabei einführen, da beide Begriffe und ihre Bedeutungen in der Literatur oft miteinander vermischt werden.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die männliche Führungskraft
2.1. Die Entwicklung der Karriere
2.2. Von der Partnerschaft zur Familie
2.3. Die Aufgaben der Ehefrauen
2.4. Das Freizeitverhalten
3. Der Vergleich zwischen männlichen und weiblichen Führungskräften
4. Dual-Career-Couples
5. Fazit
6. Literaturliste
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen beruflichen Anforderungen und dem Privatleben von Führungskräften. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Doppelbelastung, die insbesondere männliche Führungskräfte sowie deren Partnerinnen betrifft, sowie ein Vergleich mit weiblichen Führungskräften und die spezifischen Herausforderungen von sogenannten Dual-Career-Couples.
- Analyse des Einflusses beruflicher Karrieren auf Partnerschaft und Familienleben
- Untersuchung geschlechtsspezifischer Rollenverteilungen in Führungspositionen
- Betrachtung von Freizeitverhalten und Regenerationsmechanismen
- Vergleich der Belastungssituation zwischen männlichen und weiblichen Managern
- Evaluierung von Konfliktpotenzialen in Dual-Career-Couples
Auszug aus dem Buch
2.3. Die Aufgaben der Ehefrauen
Die Frauen übernehmen also die häuslichen Pflichten, kümmern sich um die Kinder und erledigen die private Buchhaltung, während ihr Mann das Geld verdient und seine Karriere vorantreibt. Doch dabei bleibt es oft nicht. Denn auch die Pflege des Bekanntenkreises und die Organisation der Freizeitaktivitäten und des Familienurlaubes gehören schon bald zu den Aufgaben der Ehefrau, so dass diese zu einer Art Chefsekretärin für das Privatleben ihres Mannes wird und seine Rundum-Versorgung garantiert. Sie ist die einzige soziale Einbindung für ihn außerhalb der Firma; ohne sie würde er vereinsamen. „Die Manager registrieren selbstkritisch ihre soziale Angewiesenheit und emotionale Abhängigkeit von den Ehefrauen; sie werden allerdings als Nebenfolgen des erwerbszentrierten Lebens in Kauf genommen“, so hat es Renate Liebold festgestellt, die als Grundlage zu ihrem Buch drei männliche Führungskräfte interviewte (Liebold 2001: 120 ff.).
Doch auch in das berufliche Leben ihres Mannes wird die Frau eingespannt, zum Beispiel als Gastgeberin oder zu Repräsentationszwecken bei einer geschäftlichen Einladung im Hause der Führungskraft (Streich 1994: 45). Das heißt, sie muss ihrem Mann nicht nur den Rücken stärken, sondern von ihr wird zudem verlangt, als „First-Lady“ neben ihm zu stehen. Diese enormen Erwartungen und der hohe Druck sind für eine Manager-Frau eine große Belastung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage, in der Führungskräfte unter hohem Leistungsdruck stehen und Beruf sowie Privatleben in Einklang bringen müssen.
2. Die männliche Führungskraft: Untersuchung der Lebensumstände männlicher Manager, deren Familienrollen und der Auswirkungen auf ihre Partnerinnen sowie deren Freizeitgestaltung.
3. Der Vergleich zwischen männlichen und weiblichen Führungskräften: Gegenüberstellung der Arbeitsweisen und Belastungsgrenzen von Männern und Frauen in leitenden Positionen.
4. Dual-Career-Couples: Betrachtung von Partnerschaften, in denen beide Partner hochqualifiziert sind und die mit spezifischen Konflikten in der Organisation des Alltags einhergehen.
5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Dringlichkeit, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und geschlechtsspezifische Rollenbilder zeitgemäß zu hinterfragen.
6. Literaturliste: Auflistung der verwendeten Quellen zur soziologischen Fundierung der Thematik.
Schlüsselwörter
Führungskräfte, Privatleben, Karriere, Doppelbelastung, Partnerschaft, Familie, Dual-Career-Couples, Rollenbilder, Arbeitszeit, Freizeit, Manager, Geschlechtervergleich, Soziologie, Vereinbarkeit, Hausfrauen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die soziologischen Aspekte der Lebensführung von Führungskräften und die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von beruflichem Erfolg und privatem Familienleben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Rollenbilder innerhalb von Führungskräfte-Haushalten, die Zeiteinteilung, das Sport- und Freizeitverhalten sowie die spezifischen Probleme von Paaren, bei denen beide Partner berufliche Ambitionen verfolgen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein ausgewogenes Bild der Belastungssituation von Managern zu zeichnen und die Auswirkungen dieser Belastung auf die Partnerinnen und die Qualität der Beziehung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse soziologischer Studien, Befragungsdaten sowie Definitionen aus der Fachliteratur, um die Lebenswelten von Führungskräften zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den Karriereverlauf, die traditionelle Rollenverteilung in Ehen von Führungskräften, die Doppelbelastung der Frau sowie den Vergleich mit weiblichen Führungskräften und Dual-Career-Modellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Führungskräfte, Doppelbelastung, Karriere-Paare, Rollenverhalten und das Spannungsfeld zwischen Beruf und Privatleben.
Warum ist der Begriff „Manager“ in der Arbeit relevant?
Er dient als soziologische Ergänzung zum Begriff der „Führungskraft“, da beide Rollenbildungen in der Fachliteratur eng miteinander verknüpft sind und ähnliche Anforderungen an den Zeitaufwand stellen.
Welches spezielle Problem wird bei Dual-Career-Couples hervorgehoben?
Besonders die logistischen Herausforderungen im Haushalt, der potenzielle Konkurrenzkampf zwischen den Partnern und die Gefahr der Vernachlässigung des gemeinsamen Privatlebens werden als kritische Faktoren identifiziert.
- Citation du texte
- Kristin Hoffmeister (Auteur), 2003, Führungskräfte und ihr Privatleben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28127