Existenzgründung. Unterschiede, Voraussetzungen und Konzepte für die Finanzierung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014
29 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG UND HINFÜHRUNG ZUM THEMA

2. UNTERSCHEIDUNG DER FINANZIERUNGSARTEN
A. INNENFINANZIERUNG
aa. Begriff der Innenfinanzierung
ab. Nutzen für den Existenzgründer
B. AUßENFINANZIERUNG
ba. Definition und Zusammenhang
bb. Entwicklung des Geldflussesüber die Entwicklungsstufen des Unternehmens
bc. Definition der Finanzierungsarten sowie der Vor- und Nachteile
C. VORAUSSETZUNGEN FÜR DEN KREDIT
ca. Kreditfähigkeit
cb. Kreditwürdigkeit
cc. Businessplan
cd. Eigenkapital
D. DIE BANKFINANZIERUNG SOWIE FÖRDERARTEN- UND MITTEL
da. Die Bankfinanzierung
db.KfW
dc. Gründerzuschüsse/Mikrofinanzinstitute
E. LIQUIDITÄTS- UND FINANZPLANUNG

3. ZUSAMMENFASSUNG & ERGEBNIS

4. QUELLEN- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS

5. ANHANG

1. Einleitung und Hinführung zum Thema

Existenzgründung in der heutigen Zeit findet in einem Rahmen, der durch steuerliche und behördliche Auflagen sowie einem massiven Kosten- und Konkurrenzdruck geprägt ist, statt. Folgerichtig erfordern die ersten Schritte in die Selbständigkeit erhebliche finanzielle Vorleistungen. Deren Umfang wiederum bestimmt sich nach dem zu überbrückenden Zeitraum.

Dies führt zu der Frage, wie der für diese Zeit erforderliche Finanzbedarf gedeckt werden soll: Sollen eigene Mittel - soweit vorhanden - zum Einsatz gelangen oder wird eine Finanzierung durch eine Bank angestrebt? Dabei ist zu beachten, dass nach beispielhafter Darstellung der Sparkasse Regensburg sowie der HypoVereinsbank Regensburg nur jedes zehnte Gründungskonzept von den angegangenen Banken akzeptiert und finanziert wird. Damit stellt sich für 9 von 10 Bewerbern, deren Eigenmittel nicht ausreichen, die Frage nach einer alternativen Mittelbeschaffung bzw. nach Investoren.1

In beiden Fällen ist ein stimmiges Konzept erforderlich, denn kein seriöser Geldgeber wird ohne ein unternehmerisches Konzept Geldmittel vergeben.

Das unternehmerische Konzept ist daher eng mit dem Finanzierungskonzept verbunden, d.h. beide bedingen einander wechselseitig.

Nachstehend wird nun dargestellt, welche Finanzierungsarten es gibt, wodurch sie sich unterscheiden und unter welchen Voraussetzungen sie in Anspruch genommen werden können.

2. Unterscheidung der Finanzierungsarten (s. Abb. 8)

a. Innenfinanzierung

aa. Begriff der Innenfinanzierung

Finanzierung ist die Beschaffung und Bereitstellung von Finanzmitteln für Zwecke der Unternehmen, insbesondere Investitionen. Finanzmittel die dem Unternehmen als Eigen- oder Fremdkapital im Wege der Beteiligungs- oder Kreditfinanzierung zufließen, gelten als von außen beschafft.

Quellen der Innenfinanzierung sind die interne Kapitalbildung und der Finanzmittelrückfluss aus laufender Geschäftstätigkeit (Umsatzerlöse), Zinsen, Beteiligungs- oder sonstige Erträge, die in das Unternehmen zurückfließen und dort zurückbehalten werden, folglich als vom Unternehmen erbracht angesehen werden.

Für den Fall der Existenzgründung ist diese Form der Finanzierung noch untauglich, da ein Mittelrückfluss aus einem nicht-bestehenden bzw. noch in der Gründung befindlichen Unternehmen nicht möglich ist.

ab. Nutzen für den Existenzgründer

Der Existenzgründer kann von diesem Wissen jedoch massiv profitieren sowie Finanzströme und Liquiditätsmasse generieren. Er kann hierdurch seine Bonität (Stichwort Eigenkapitalquote) verbessern sowie auf lange Sicht Unternehmenssicherheit, steuerliche Vorteile als auch bilanzielle Verbesserungen (aus banktechnischer Sicht) erreichen.

b. Außenfinanzierung

ba. Definition und Zusammenhang

Darunter versteht man die Zuführung finanzieller Mittel von außerhalb der Unternehmung stehenden Kapitalgebern, die Geld in der Unternehmung anlegen. Eine Quelle ist hierbei der Finanzmarkt. Zur Außenfinanzierung zählen die Eigenfinanzierung (die Zuführung von neuem Eigenkapital, Venture Capital) sowie die Fremdfinanzierung (Kredite). Der Vollständigkeit halber wird auf Sonderformen wie Leasing, Factoring oder Mezzanine-Kapital hingewiesen.

Im gesamten Zusammenhang kann folgende Aussage getroffen werden:

Die Eigenfinanzierung ist im Gründungsprozess ein wichtiger Baustein, da mit der Eigenkapitalquelle an die Bank ein klares Signal, nämlich das unternehmerische Risiko auch mitzutragen, gesetzt wird. (EK Quote sollte bei ca. 20% liegen2 ) Der größere Anteil jedoch liegt zu 95% im Bereich der Kreditaufnahme/Fremdfinanzierung

bb. Entwicklung des Geldflussesüber die Entwicklungsstufen des Unternehmens

Wann welche Art der Finanzierung also zum Einsatz kommt wird in folgender Tabelle deutlich:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

vgl. S.121 McKinsey & Company, Inc.; Planen, gründen, wachsen, 2.Auflage 1999, Zürich

Seed-Phase: Unternehmen ist noch nicht gegründet, zukünftiger Gründer betreibt Ideensuche bzw. die Planung der Umsetzung seines Geschäftsmodells

Start-up: Produktions- und Personalkapazitäten werden aufgebaut und der Markt- eintritt wird vorbereitet

Expansion: Markteinführung des Produkts oder der Dienstleistung, erste Einnahmen werden realisiert3

bc. Definition der Finanzierungsarten sowie der Vor- und Nachteile Venture Capital & Leasing

Der Vollständigkeit geschuldet sollen diese Begriffspaare erwähnt werden, können jedoch aufgrund des Rahmens der Hausarbeit nicht weiter ausgeführt werden.

Staatl. Förderungen

Die Fördermittel zur Gründungsunterstützung lassen sich unterteilen in traditionelle, branchenunabhängige und in Fördermaßnahmen, die speziell auf die Innovations- und Beteiligungsförderung zielen.4

Durch traditionelle Förderprogramme werden Darlehen angeboten, die sich durch günstige Konditionen und langfristigen Laufzeiten auszeichnen. Die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind hier die wichtigsten Anlaufpunkte für Unternehmensgründer.

Vorteile:

- meist sehr günstige Konditionen (zinsloses Darlehen, lange Rückzahlungsfristen) Nachteile:5
- manchmal bürokratischer Prozess
- lange Wartezeiten
- Unübersichtlichkeit im „Förderdschungel“

Kreditfinanzierung

Im Falle der Kreditfinanzierung beschafft das Unternehmen Fremdkapital von Gläubigern, die Geld in der Unternehmung anlegen. Dem Kreditnehmer wird Kapital zeitlich befristet zur Verfügung gestellt, das mit einem bestimmten Zins zurückzuzahlen ist. Die Höhe des Zinssatzes richtet sich dabei nach der Risikobehaftung des Investitionsvorhabens und den Sicherheiten, mit denen die Rückzahlung des Kredites abgesichert ist. Gerade bei unzureichenden Sicherheiten im Bereich innovativer Unternehmensgründungen ist eine Finanzierung nur zu extrem hohen Zinsen möglich. Dabei wirkt sich neben der Ungewissheit über die Erfolgsaussichten auch die Unkenntnis der Kreditsachbearbeiter einer Bank im Bereich der innovativen Entwicklungen aus. Dieser Tatsache versuchen die Kreditinstitute allerdings seit einiger Zeit durch die Weiterbildung ihrer Kreditberater entgegenzuwirken. Ebenfalls ungeeignet erscheinen Branchen, die sich durch lange Forschungs- und Entwicklungsphasen auszeichnen. Daher werden Kredite in diesem Bereich weniger genutzt. Demnach scheint die Kreditfinanzierung in erster Linie für relativ gut abzuschätzende Investitionsvorhaben in bereits etablierten Branchen geeignet. 6

Die Einräumung eines Kredites hängt von der Kreditwürdigkeitsprüfung ab. Entscheidend dabei sind heute die Zukunftsaussichten einer Unternehmensgründung. Dabei konzentriert sich die Analyse auf die Gründerperson sowie auf die Markverhältnisse und die Marktchancen. Daraus ergibt sich, dass das Vorhaben des Gründers ebenso wie bei der Venture Capital Vergabe unabhängig geprüft wird. Sollte eine Prüfung positiv abgeschlossen werden, wird die Kreditsumme ausgezahlt.

Vorteile:

- sehr flexibel, den jeweiligen Bedürfnissen anpassbar
- keine Verwässerung der Eigentumsrechte am Unternehmen
- steuerlicher Abzug der Zinszahlungen

Nachteile:

- Sicherheiten erforderlich
- Eingeschränkte Handlungsfreiheit durch Minimalanforderungen an Zahlungs- fähigkeit des Unternehmens

c. Voraussetzungen für den Kredit

Trotz all der diversen erläuterten Varianten der Finanzierung, macht doch meist der „normale“ Kredit das Rennen im Gründungsprozess. Für diesen gilt es verschiedenste Voraussetzungen also nun zu erfüllen:7

ca. Kreditfähigkeit

Die Kreditfähigkeit ist die Fähigkeit, rechtswirksam eine Kreditverpflichtung einzugehen. Sie ist gegeben, wenn der Kreditnehmer volljährig und somit voll geschäftsfähig ist.

Minderjährige Personen bedürfen zur Übernahme einer Kreditverpflichtung die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter und des Vormundschafts- oder Betreuungsgerichts.

Eingetragene Unternehmen können über ihre handelnden Personen, z. B. Geschäftsführung, Vorstand, Prokuristen Kreditverpflichtungen übernehmen.

cb. Kreditwürdigkeit

Wichtigste Voraussetzung für die Gewährung eines Kredites ist die persönliche und materielle Kreditwürdigkeit des Kunden. Sie erfolgt in zwei Schritten:

- Prüfung der persönlichen Kreditwürdigkeit

- Prüfung der materiellen Kreditwürdigkeit

Persönliche Kreditwürdigkeit

Die persönliche Kreditwürdigkeit des Kunden ist gegeben, wenn dieser persönliche Eigenschaften besitzt (z. B. Zuverlässigkeit, einwandfreier Ruf), die darauf schließen lassen, dass er den Willen zur Kreditrückzahlung hat.

Zur Prüfung der persönlichen Kreditwürdigkeit können verschiedene Unterlagen herangezogen werden (s. hierzu Grundmann/Rathner, Bankwirtschaft - Rechnungswesen und Steuerung - Wirtschafts - und Sozialkunde, S 101 ff.).

Materielle Kreditwürdigkeit8

Der Kunde sollte vor allem in der Lage sein, seine finanziellen Möglichkeiten selbst realistisch einzuschätzen und genau zu prüfen, ob er die finanziellen Verpflichtungen, die er mit einem Kreditvertrag eingeht, erfüllen kann. Die materielle Kreditwürdigkeit des Kunden ist gegeben, wenn dessen Einkommensund Vermögensverhältnisse zeigen, dass er in der Lage ist, den Kredit vertragsgemäß zurückzuzahlen.

Zur Prüfung der materiellen Kreditwürdigkeit können verschiedene Unterlagen herangezogen werden (s. hierzu Grundmann/Rathner, Bankwirtschaft - Rechnungswesen und Steuerung - Wirtschafts - und Sozialkunde, S 101 ff.).

cc. Businessplan

Zum Thema Businessplan gibt es eine Litanei an Büchern, welche die Möglichkeiten der Darstellung sowie den Aufbau bis ins Detail analysieren und kontrovers diskutieren. Dies ist im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht darstellbar, so lassen Sie mich lediglich die wichtigsten Grundzüge hierzu aus der Praxis erläutern (Literaturempfehlungen9 10 ) :

Im ersten Kapitel ist die Ablehnungsquote der Banken dargestellt; diese ist oftmals auch auf einen mangelhaften und fragenbehafteten Businessplan zurückzuführen. Im Detail ist dieser also eine nicht zu vernachlässigende Größe beim Beginn der Selbstständigkeit und deren Finanzierung.

Bevor ein Businessplan verfasst wird müssen einige Schlüsselfragen beantwortet werden:11

- Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrem Businessplan?
- Welchen Zweck sollte Ihr Businessplan erfüllen?
- Vorbereitung zum Bankengespräch
- Vorlage für Investoren

[...]


1 http://www.mittelstanddirekt.de/home/gruendung_und_nachfolge/nachrichten/deutsche_hightech_gruender_haben_kaum_cha nce_auf_wagniskapital.htm (zuletzt aufgesucht am 21.01.2014)

2 S. Gründerzeiten 06, S.01

3 vgl. S.271/273 Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Zeitschrift für Ausbildung und Hochschulkontakt, 32. Jahrgang Heft 5 Mai 2003, C.H. Beck und Vahlen Verlage

4 S.113 Schmeisser/Galler; Vom Gründungsmanagement zum Neuen Markt, 2001, Wiesbaden

5 S.123 McKinsey & Company, Inc.; Planen, gründen, wachsen, 2.Auflage 1999, Zürich

6 S.261 Wöhe, Günter; Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 8. Auflage 1998, München

7 W. Grundmann, R. Rathner, Bankwirtschaft - Rechnungswesen und Steuerung - Wirtschafts- und Sozialkunde, S.101

8 W. Grundmann, R. Rathner, Bankwirtschaft - Rechnungswesen und Steuerung - Wirtschafts- und Sozialkunde, S.101,102

9 Der Businessplan - Wie Sie Kapitalgeber überzeugen, 2005, Dipl.-Kfm. Gerald Schwetje, Dr.-Ing. Dipl. mult. Sam Vaseghi, Springer Verlag

10 Der Businessplan- Geschäftspläne professionell erstellen Mit Checklisten und Fallbeispielen, 2006, Prof. Dr. Anna Nagel, Gabler Verlag

11 Der Businessplan - Wie Sie Kapitalgeber überzeugen, 2005, Dipl.-Kfm. Gerald Schwetje, Dr.-Ing. Dipl. mult. Sam Vaseghi, Springer Verlag

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Existenzgründung. Unterschiede, Voraussetzungen und Konzepte für die Finanzierung
Hochschule
Diploma Fachhochschule Nordhessen Berlin-Treptow
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
29
Katalognummer
V281303
ISBN (eBook)
9783656758587
ISBN (Buch)
9783656856450
Dateigröße
1209 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierung, Hausarbeit, Existenzgründung, Kredit, Bank, Geld, Investition, BWL, Tipps, Gründung, Arten, Unternehmen, Prozess, SWOT, Risiko, KFW
Arbeit zitieren
Stefan Kallert (Autor), 2014, Existenzgründung. Unterschiede, Voraussetzungen und Konzepte für die Finanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281303

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