Die Steuerharmonisierung bezeichnet das Vorhaben, unterschiedliche Steuergestaltungssysteme, steuerliche Regelungen, Bemessungsgrundlagen und Steuersätze zwischen Staaten anzugleichen. Damit wird bezweckt, dass einerseits Steuerwettbewerb vermieden wird und Wettbewerbsverzerrungen abgebaut werden. Andererseits soll der Handel auf dem Binnenmarkt verbessert und das ökonomische Potential voll aus-geschöpft werden.
Die Steuerharmonisierung kann dabei unterschiedlich realisiert werden. Die Spannweite reicht von der Einführung einer gemeinschaftlichen Steuer, von der Harmonisierung der zwischenstaatlichen Besteuerungsverfahren bis hin zur Angleichung der nationalen Steuerarten und Steuersätze.
Insbesondere die EU verfolgt das Ziel der Steuerharmonisierung. Mit der Vollendung des europäischen Binnenmarkts und der Wirtschafts- und Währungsunion wächst die Notwendigkeit der Steuerharmonisierung weiter. Insoweit besteht also Harmonisierungsbedarf.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundlagen
1.1 Erläuterung des Begriffs „Steuerharmonisierung“
1.2 Die primären Ziele der EU
1.3 Das Primär- und Sekundärrecht der EU
1.4 Das Verhältnis des EU-Rechts zur nationalen Gesetzgebungskompetenz
2 Steuerliche Zielsetzung der EU in Bezug auf die Steuerharmonisierung
2.1 Harmonisierung bei den indirekten Steuern
2.1.1 Rechtsgrundlagen
2.1.2 Aktueller Stand der Steuerharmonisierungen
2.1.2.1 Umsatzsteuer
2.1.2.2 Verbrauchsteuern
2.2 Harmonisierung bei den direkten Steuern
3 Schlussbetrachtung
3.1 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die steuerliche Zielsetzung der Europäischen Union im Kontext der Steuerharmonisierung. Dabei wird analysiert, inwieweit die EU steuerliche Regelungen angleicht, um den europäischen Binnenmarkt zu vollenden, Wettbewerbsverzerrungen zu minimieren und das ökonomische Potenzial der Gemeinschaft zu optimieren.
- Grundlagen und Definition der Steuerharmonisierung in der EU
- Differenzierung zwischen Primär- und Sekundärrecht der EU
- Harmonisierungsfortschritte bei indirekten Steuern wie Umsatzsteuer und Verbrauchsteuern
- Herausforderungen und aktueller Stand bei der Harmonisierung direkter Steuern
- Rolle des Europäischen Gerichtshofs und aktuelle steuerpolitische Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
1.1 Erläuterung des Begriffs „Steuerharmonisierung“
Die Steuerharmonisierung bezeichnet das Vorhaben, unterschiedliche Steuergestaltungssysteme, steuerliche Regelungen, Bemessungsgrundlagen und Steuersätze zwischen Staaten anzugleichen. Damit wird bezweckt, dass einerseits Steuerwettbewerb vermieden wird und Wettbewerbsverzerrungen abgebaut werden. Andererseits soll der Handel auf dem Binnenmarkt verbessert und das ökonomische Potential voll ausgeschöpft werden.
Die Steuerharmonisierung kann dabei unterschiedlich realisiert werden. Die Spannweite reicht von der Einführung einer gemeinschaftlichen Steuer, von der Harmonisierung der zwischenstaatlichen Besteuerungsverfahren bis hin zur Angleichung der nationalen Steuerarten und Steuersätze.
Insbesondere die EU verfolgt das Ziel der Steuerharmonisierung. Mit der Vollendung des europäischen Binnenmarkts und der Wirtschafts- und Währungsunion wächst die Notwendigkeit der Steuerharmonisierung weiter. Insoweit besteht also Harmonisierungsbedarf.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Steuerharmonisierung, erläutert die Ziele der EU sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Primär- und Sekundärrecht.
2 Steuerliche Zielsetzung der EU in Bezug auf die Steuerharmonisierung: Hier wird der Status quo der Harmonisierung bei indirekten Steuern (Umsatzsteuer, Verbrauchsteuern) sowie die schwierige Umsetzung bei direkten Steuern detailliert beleuchtet.
3 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die bisherigen Harmonisierungserfolge zusammen und verdeutlicht, dass besonders bei direkten Steuern weiterhin ein erheblicher Handlungsbedarf besteht.
Schlüsselwörter
Steuerharmonisierung, Europäische Union, Binnenmarkt, Umsatzsteuer, Verbrauchsteuern, direkte Steuern, indirekte Steuern, Wettbewerbsverzerrung, Primärrecht, Sekundärrecht, Europäischer Gerichtshof, Steuerwettbewerb, EU-Richtlinien, Besteuerung, Steuerrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den steuerlichen Zielsetzungen der EU und untersucht, wie und in welchem Umfang eine Harmonisierung der Steuersysteme zwischen den Mitgliedstaaten vorangetrieben wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Abgrenzung und Harmonisierung von indirekten Steuern sowie die komplexen Herausforderungen bei der Harmonisierung direkter Unternehmens- und Einkommenssteuern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die EU durch Steuerharmonisierung den Binnenmarkt stärkt und welche Rolle rechtliche Vorgaben dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche und wirtschaftliche Analyse basierend auf Literatur, EU-Rechtstexten, Richtlinien und der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Im Hauptteil wird der Ist-Zustand der Harmonisierung bei indirekten und direkten Steuern analysiert, ergänzt durch die rechtlichen Grundlagen und aktuelle Entwicklungen bis 2014.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Steuerharmonisierung, EU-Binnenmarkt, indirekte/direkte Steuern, Steuerwettbewerb und Primärrecht.
Warum ist die Harmonisierung bei direkten Steuern schwieriger als bei indirekten?
Da es an einer expliziten Harmonisierungskompetenz der EU für direkte Steuern mangelt und die Mitgliedstaaten ihre Souveränität bei der nationalen Steuergestaltung stärker wahren wollen.
Welchen Einfluss hat das Einstimmigkeitserfordernis auf die Steuerharmonisierung?
Es fungiert als Hindernis, da jeder Mitgliedstaat ein Vetorecht besitzt, wodurch ein Konsens bei sensiblen Steuerfragen oft nur auf einem "kleinsten gemeinsamen Nenner" möglich ist.
Welche Bedeutung kommt dem Europäischen Gerichtshof zu?
Der EuGH spielt eine zentrale Rolle, indem er durch seine Rechtsprechung sicherstellt, dass nationale Steuervorschriften mit den europäischen Grundfreiheiten vereinbar sind.
- Arbeit zitieren
- Christoph Werner (Autor:in), 2014, Steuerliche Zielsetzung der EU in Bezug auf die Steuerharmonisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281338