Drei Abhandlungen zu historischen und aktuellen medienpolititsch relevanten Ereignissen und Entwicklungen. Betrachtet werden:
- Das FRAG-Urteil vor dem Hintergrund der Entwicklung des öffentlich- rechtlichen Rundfunks in der Bundesrepublik seit 1945: Rundfunksystem im Nachkriegsdeutschland. Bestrebungen zur Einführung des privaten Rundfunk seit 1945. Das FRAG-Urteil des Bundesverfassungsgerichts (1981). Folgen des Urteils.
- Konkurrenzsituationen zwischen Presse und öffentlich-rechtlichem Rundfunk: Situation in den 60er Jahren. Einsatz der Michel-Kommission. Situation in den 80er Jahren. Aktuelle Situation und Ausblick.
- Medienpolitische Herausforderungen zwischen 2002 und 2012 und kommunikationspolitische Standpunkte verschiedener Parteien: Das EU-rechtliche Beihilfeverfahren. Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunkfinanzierungsmodells. Medienpolitische Positionen verschiedener Parteien an zwei Beispielen (Urheberrecht im Internet, Rundfunkgebührenreform).
Inhaltsverzeichnis
1 Das FRAG-Urteil vor dem Hintergrund der Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Bundesrepublik seit 1945
1.1 Rundfunksystem im Nachkriegsdeutschland
1.2 Bestrebungen zur Einführung des privaten Rundfunk seit 1945
1.3 Das FRAG-Urteil des Bundesverfassungsgerichts (1981)
1.4 Folgen des Urteils
2 Konkurrenzsituationen zwischen Presse und öffentlich-rechtlichem Rundfunk
2.1 Situation in den 60er Jahren
2.2 Einsatz der Michel-Kommission
2.3 Situation in den 80er Jahren
2.4 Aktuelle Situation und Ausblick
3 Medienpolitische Herausforderungen zwischen 2002 und 2012 und kommunikationspolitische Standpunkte verschiedener Parteien
3.1 Das EU-rechtliche Beihilfeverfahren
3.2 Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunkfinanzierungsmodells
3.3 Medienpolitische Positionen verschiedener Parteien an zwei Beispielen
3.3.1 Urheberrecht im Internet
3.3.2 Rundfunkgebührenreform
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die medienpolitischen Herausforderungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen öffentlich-rechtlichen Anstalten und privaten Presseunternehmen sowie den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen liegt.
- Die historische Bedeutung des FRAG-Urteils für die Etablierung des dualen Rundfunksystems.
- Die Konkurrenzbeziehungen zwischen Presse und öffentlich-rechtlichem Rundfunk über verschiedene Jahrzehnte hinweg.
- Die medienpolitische Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation, insbesondere bei Online-Angeboten.
- Die Debatte um das europarechtliche Beihilfeverfahren und die Drei-Stufen-Tests für Telemedien.
- Die aktuellen Positionen politischer Parteien zu Urheberrechtsfragen und Rundfunkfinanzierungsmodellen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Rundfunksystem im Nachkriegsdeutschland
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übernahmen die Alliierten das Rundfunksystem in Deutschland.
In der Diskussion um ein geeignetes Modell für die Organisation des Rundfunks im Nachkriegsdeutschland sprachen sich die Besatzungsmächte zum einen aufgrund der politischen Risiken, zum anderen aufgrund der hohen Kosten und mangelnden Frequenzen gegen eine private Organisation des Rundfunks aus (Ronneberger 1986: 122; Fechner 2000: 180f.). Auch die Idee eines staatlich organisierten Rundfunks wurde verworfen, da man einen starken Einfluss des Staates auf den Rundfunk im Hinblick auf die Wirkung der Propaganda im NS-Regime um jeden Preis verhindern wollte.
Somit entschieden sich die alliierten Besatzungsmächte 1945, einen öffentlich-rechtlichen, nach dem Vorbild der britischen BBC organisierten, föderalen Rundfunk in Deutschland aufzubauen (Ronneberger 1986: 122f.). Dieser war bis zur Gründung der Bundesrepublik durch sechs Rundfunkanstalten vertreten: den Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) in der britischen Zone, den Bayerischen Rundfunk (BR), den Süddeutschen Rundfunk (SR) und den hessischen Rundfunk (HR) in der amerikanischen Zone, den Südwestfunk (SWF) in der französischen Zone und Radio Bremen. Seit 1950 sind die öffentlich-rechtlichen Anstalten in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammengeschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das FRAG-Urteil vor dem Hintergrund der Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Bundesrepublik seit 1945: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nach 1945 und analysiert das FRAG-Urteil von 1981 als entscheidenden Wendepunkt für die Zulassung von Privatfunk.
2 Konkurrenzsituationen zwischen Presse und öffentlich-rechtlichem Rundfunk: Hier wird der historische Wettbewerb zwischen Printmedien und Rundfunk betrachtet, von den Konflikten in den 60er Jahren bis hin zur aktuellen Debatte um Online-Angebote wie die tagesschau-App.
3 Medienpolitische Herausforderungen zwischen 2002 und 2012 und kommunikationspolitische Standpunkte verschiedener Parteien: Das Kapitel behandelt die medienpolitischen Herausforderungen der letzten Dekade, insbesondere das Beihilfeverfahren der EU, die Gebührenreform sowie die Positionierungen der Parteien zu Urheberrecht und Finanzierung.
Schlüsselwörter
öffentlich-rechtlicher Rundfunk, FRAG-Urteil, duales Rundfunksystem, Medienpolitik, Pressekonkurrenz, Beihilfeverfahren, Drei-Stufen-Test, Rundfunkgebührenreform, Urheberrecht, Internet, ARD, Digitalisierung, Rundfunkfreiheit, Medienabgabe, Meinungsvielfalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem rechtlichen Rahmen des deutschen Rundfunksystems sowie dessen medienpolitischen Konfliktfeldern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Presse, die Auswirkungen der Digitalisierung sowie medienpolitische Regulierungen.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklungslinien des Rundfunks, insbesondere unter Berücksichtigung von Wettbewerbs- und Finanzierungsfragen, fundiert darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Literatur, Urteile des Bundesverfassungsgerichts sowie medienpolitische Dokumente und Expertenberichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung seit 1945, die Analyse von Konkurrenzsituationen sowie die Behandlung aktueller Herausforderungen zwischen 2002 und 2012.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind das FRAG-Urteil, das duale Rundfunksystem, der öffentlich-rechtliche Programmauftrag und die medienpolitische Regulierung.
Welche Rolle spielte das Bundesverfassungsgericht für den Privatfunk?
Das Gericht legte mit dem FRAG-Urteil den rechtlichen Grundstein, indem es unter Wahrung der Meinungsvielfalt die Zulassung von Privatfunk unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichte.
Wie unterscheidet sich die Position der Piraten von der der klassischen Parteien?
Die Piraten fordern ein grundlegendes Umdenken beim Urheberrecht und bei der Finanzierung, während die etablierten Parteien eher an korrigierenden Anpassungen bestehender Systeme festhalten.
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- B. A. Helene Hofmann (Autor:in), 2012, Online-Journalismus in der öffentlich-rechtlichen Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281342