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Der schottische Prozeß der Devolution im Wechselspiel nationalistischer Tendenzen und Strategien

Título: Der schottische Prozeß der Devolution im Wechselspiel nationalistischer Tendenzen und Strategien

Tesis de Maestría , 1999 , 123 Páginas

Autor:in: Tim Suckau (Autor)

Política - Región: Europa Occidental
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Schottlands Stellung im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland ist ein politisch virulentes Thema, welches sich in wellenförmiger Bewegungen auf der britischen Agenda etabliert hat. Im Zuge der aktuellen politischen Entwicklungen in Großbritannien verändert sich auch der Bezugsrahmen für die Landespolitik Schottlands. Die damit einhergehende nationalistische Mobilisierung übertrifft das bisher bekannte Ausmaß und wirft Fragen nach den Ursachen und Bedingungen für die positive Aufnahme der Bevölkerung von Forderungen nach Teilautonomie auf.
Angesichts der Konstituierung eines globalen Wirtschaftssystems sowie der Internationalisierung fast aller Politikbereiche und der Vielfalt kultureller Werte wirken Phänomene nationalistischer Forderungen auf den ersten Blick anachronistisch. Die auf territoriale und/oder politische Selbstbestimmung ausgerichteten Strömungen stehen in einem scheinbaren Kontrast zur Vernetzung der Staaten sowie der Verlagerung nationalstaatlicher Souveränität auf die supranationale Ebene. Jedoch traten vergleichbare Entwicklung in mehreren Industriesstaaten verstärkt auf, wobei unterschiedlich gelagerte Forderungen sowohl nach Partizipation als auch Separation gestellt wurden. Das Wiedererstarken eines regionalen oder ethnischen Nationalismus steht anscheinend nicht im Widerspruch zur zunehmenden Globalisierung, sondern stellt ein Element dieses Transformationsprozesses dar.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Nationalismus und Devolution – theoretische Auseinandersetzung

2.1 Der Nationenbegriff - der Versuch einer Nominaldefinition

2.2 Die nationale Identität - Identifikationsprozesse und Mythen

2.3. Nationalismus in der Moderne - Ansätze der „reaktiven Ethnizitätsthese“

2.4 Regionalismus in Europa und ‚Devolution‘

3 Landeskundliche Informationen

3.1 Geographie und Territorium

3.2 Land und Bevölkerung

3.3 Wirtschaft und Politik

3.4 Religion und Recht

3.5 Sprache und Kultur

4 Schlaglichter der schottischen Geschichte

4.1 Frühe Zeugnisse schottischer Eigenstaatlichkeit - die Declaration of Abroath von 1320

4.2 Gesellschaftspolitische Einflüsse der Reformation - die Union of the Crowns 1603

4.3 Sozioökonomische Determinanten eines Assimilierungsprozesses - der Act of Union of the Parliaments 1707

4.4 Konfrontation und Assimilation im 18. Jahrhundert - Entwicklung der 'managed autonomy'

4.5 Das British Empire - Chance, Integration und Forderung

4.6 Zwischenkriegszeit und wirtschaftliche Depression - Gründung der SNP, Zentralisierung und Referendum

4.7 Historischer Überblick von 1945 bis 1999 - Stagnation und Wiederbelebung des schottischen Nationalismus

5 Strategien der Devolution - Akteure und Aspekte

5.1 Strukturelle Unzufriedenheit als Grundlage und Potential für politische Mobilisierung

5.2 Nationale Identität der Schotten

5.3 Britisches Modernisierungsprogramm unter Tony Blair und Labour

5.4 Akteure der schottischen Devolution - Pole und Multiplikatoren

5.4.1 Die Scottish National Party als Vehikel nationalistischer Stimmungen

5.4.2 Die Rolle des Scottish Office nach Devolution

5.4.3 Agendasetting durch die schottische Medienlandschaft

6 Dynamik des Devolutionsprozesses - Konfliktbereiche und Vergleiche

6.1. Die West-Lothian-Frage (Repräsentation)

6.2 Die Barnett-Formel (Budgetierung)

6.3 Parallelen zu anderen Nationalismusbewegungen - Wales

7 Parlamentswahl 1999 - Anpassungsprozesse nach der Devolution

7.1 Wahlkampfstrategien der schottischen Parteien im Mai 1999

7.2 Wahlausgang in Verbindung mit der Wahlrechtsreform

7.3 Koalitionsverhandlungen als Novum - Entwicklungen und Taktiken

8 Schlußbetrachtung

9 Anhang

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das Wechselspiel zwischen nationalistischen Strömungen und der politischen Umsetzung von Devolution in Schottland. Dabei wird analysiert, wie nationale Identität als integrativer Faktor genutzt wird, um Forderungen nach Teilautonomie innerhalb des britischen Staatsgefüges zu artikulieren und durchzusetzen.

  • Theoretische Grundlagen von Nationalismus, Identität und Devolution.
  • Historische Entwicklung Schottlands im Kontext der Union mit England.
  • Die Rolle der Scottish National Party (SNP) und des Scottish Office bei der politischen Mobilisierung.
  • Konfliktbereiche und Herausforderungen der Devolution, wie die West-Lothian-Frage und die Barnett-Formel.
  • Anpassungsprozesse des politischen Systems im Zuge der Parlamentswahl 1999.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Nationenbegriff - der Versuch einer Nominaldefinition

Die Debatte innerhalb der Nationalismusforschung kreist primär um den historischen Zeitpunkt seiner gesellschaftlichen Vergegenständlichung sowie um die verschiedenen Definitionen des Begriffes ‚Nation‘. Im Rahmen der Fragestellung der Arbeit soll das, was in der Fachliteratur moderner Nationalismus genannt wird, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Dabei ist die Begrifflichkeit von Nation und Nationalismus schwer voneinander zu trennen, da die Transformation einer nationalen Identität in nationalistische Strömungen stark kontextabhängig ist.

Der moderne Nationalismus entwickelte sich nach den gesellschaftlichen Umbrüchen der Französischen Revolution in seiner dominierenden Ausprägung als souveräner Nationalstaat zu einer Art „Strukturprinzip Europas“, und wird mit dem sozioökonomischen Wandel infolge der Industrialisierung, der Verstädterung und der Vernetzung nationaler Ökonomien zueinander in Verbindung gesetzt. Durch die Entwicklung eines politisch zunehmend emanzipierten, ‚modernen‘ Bürgertums nahm er Züge einer sozialen Bewegung an, auch wenn er ursprünglich primär staatsrechtlich und geographisch verstanden wurde: „A nation may be said to consist of its territory, its people, its law“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die schottische Identität und die Fragestellung nach der Relevanz von Nationalismus im modernen Großbritannien.

2 Nationalismus und Devolution – theoretische Auseinandersetzung: Diskussion der theoretischen Konzepte von Nation, Nationalismus und sozialer bzw. systemischer Integration.

3 Landeskundliche Informationen: Darstellung der geographischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen Schottlands.

4 Schlaglichter der schottischen Geschichte: Historische Analyse der Beziehung zwischen Schottland und England sowie der Entstehung schottischer Autonomiebestrebungen.

5 Strategien der Devolution - Akteure und Aspekte: Analyse der politischen Akteure und deren Einfluss auf den Devolutionsprozess.

6 Dynamik des Devolutionsprozesses - Konfliktbereiche und Vergleiche: Untersuchung spezifischer Herausforderungen wie Repräsentation und Budgetierung im Verhältnis zu London.

7 Parlamentswahl 1999 - Anpassungsprozesse nach der Devolution: Analyse der Wahlkampfstrategien und der neuen politischen Dynamik nach der Parlamentseröffnung.

8 Schlußbetrachtung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Bedeutung ethnischer Identität für die politische Stabilität im modernen Schottland.

Schlüsselwörter

Schottland, Devolution, Nationalismus, nationale Identität, Scottish National Party, politische Mobilisierung, Großbritannien, Regionalismus, politische Kultur, Integration, Autonomie, historische Mythen, Identifikationsprozesse, Parlamentswahl, Staatsgefüge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Prozess der politischen Dezentralisierung (Devolution) in Schottland und untersucht, wie nationale Identität und nationalistische Bewegungen diesen Prozess beeinflusst haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt theoretische Nationalismustheorien, die schottische Geschichte, die Rolle von politischen Akteuren wie der SNP und dem Scottish Office sowie aktuelle Herausforderungen wie die West-Lothian-Frage.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Wechselwirkung zwischen dem ordnungspolitischen Devolutionkonzept und den Identitätsmustern innerhalb der schottischen Gesellschaft zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine narrativ-analytische Methode angewandt, um institutions- und ordnungspolitische Fragen in ihren historischen und sozioökonomischen Kontext zu stellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Ansätzen die Geschichte Schottlands, die Strategien der politischen Akteure sowie spezifische Konfliktbereiche wie die Finanzierung (Barnett-Formel) untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schottland, Devolution, Nationalismus, Identität, SNP, politische Mobilisierung, Regionalismus und politische Kultur.

Wie spielt die "Barnett-Formel" in den Devolutionsprozess hinein?

Die Formel dient als Verteilungsschlüssel für öffentliche Gelder und ist zentral für die Debatte um die wirtschaftliche Autonomie und die finanziellen Beziehungen zwischen Schottland und der Zentralregierung.

Warum wird die Rolle des Scottish Office als so wichtig angesehen?

Das Scottish Office fungierte als Regierungsinstrument zwischen London und schottischen Interessen; seine Rolle veränderte sich durch die Kompetenzübergabe an das neue schottische Parlament grundlegend.

Final del extracto de 123 páginas  - subir

Detalles

Título
Der schottische Prozeß der Devolution im Wechselspiel nationalistischer Tendenzen und Strategien
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaften)
Autor
Tim Suckau (Autor)
Año de publicación
1999
Páginas
123
No. de catálogo
V281512
ISBN (Ebook)
9783656754350
ISBN (Libro)
9783656754367
Idioma
Alemán
Etiqueta
Schottland Devolution SNP Nationalismus nationale Identität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tim Suckau (Autor), 1999, Der schottische Prozeß der Devolution im Wechselspiel nationalistischer Tendenzen und Strategien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281512
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