Im Folgenden möchte ich mich gerne an eine kritische inhaltliche Textanalyse des Textes „'Informants' who come 'home'“ von Sarah Pink heranwagen. Sarah Pink studierte Sozialanthropologie in Kent und Visuelle Anthropology in Manchester, England . Sie ist Professorin für Sozialwissenschaften an der Loughborough Universität in Leicestershire, UK sowie externe Lektorin an der Fachuniversität Berlin für Medienanthropologie.
In ihrem Text „'Informants' who come 'home'“ beschreibt sie ihre Gedanken und Erkenntnisse aus ihrer Feldforschung über spanische MigrantInnen in England.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse
3. Resümee
4. Bibliographie
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Seminararbeit ist die Durchführung einer kritischen inhaltlichen Textanalyse des Werkes „`Informants´ who come `home´“ von Sarah Pink. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei primär auf die Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft von Pinks Metatheorie, insbesondere im Hinblick auf die Rolle neuer Medien als Instrumente in der modernen ethnographischen Feldforschung.
- Methodische Reflexion der teilnehmenden Beobachtung von zuhause aus
- Integration digitaler Kommunikationstechnologien in den ethnographischen Prozess
- Dekonstruktion von persönlichen und professionellen Grenzen im Feld
- Rolle des „Selbst“ und der individuellen Erfahrung in der ethnographischen Forschung
- Kritische Auseinandersetzung mit der Positionierung der Ethnographie in Zeiten der Globalisierung
Auszug aus dem Buch
2. Analyse
In Pink´s Metatheorie geht es darum, alteingesessene Forschungsmethoden in der Anthropologie zu überdenken (vgl. Pink 2000:116) in Hinsicht darauf, dass Kommunikation über neue Medien, sei es über Telefon, Recherchen im Internet, über Emailkontakte o.ä., nicht mehr getrennt von der Methode der teilnehmenden Beobachtung vor Ort gedachten werden kann. So schreibt sie: „(..) anthropological fieldwork, social life, friendship and electronic communications are neither incompatible nor necessarily separate spheres of life.“ (Pink 2000:115) Sie begründet diese Theorie folgendermaßen: Das „online-gehen“ gehört zum alltäglichen Tagesablauf vieler Menschen. Dabei wird oft eine Art Ritual durchgeführt, wie neue Emails checken, abonnierte Newsfeeds lesen, in sozialen Netzwerken nach Neuigkeiten Ausschau halten usw. (vgl. Pink 2000:112) Dies ist aber keine Tätigkeit, die unbemerkt alleine zuhause durchgeführt wird sondern, im Fall z.B. vom Beantworten der Emails oder ähnliches, findet Kommunikation statt, somit geteilte, soziale Realität (vgl. Pink: 2000:105). In Bezug auf ihre Feldforschung von zu Hause aus meint sie:
„My use of new communications technologies in the research was a form of `participant observation´ with middle-class professional `migrants´. Some informats agreed that these forms of communications will become increasingly important in the future (for research as well as domestic and `work´connections).“ (Pink 2000:108)
Als Kritikpunkt ihrer Metatheorie gibt sie z.B. mögliche Argumente nach Hastrup and Hervik an, nämlich dass ein Telefongespräch kein Ersatz für Feldforschung vor Ort sein kann, mit der Begründung, dass die meisten relevanten Informationen auf nonverbaler Ebene transportiert werden und dieser Vorgang nicht per Anruf passieren kann sondern nur erfahren werden kann. (vgl. Hanstrup/Hervik 1994:3) Pink entgegnet in dieser Argumentation allerdings mit „technology is part of the performance of everyday life, integral to social relationships and identities, and part of the research context; part of my `field´, and increasingly part of more distant fields.“ (Pink 2000: 108).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Autorin Sarah Pink vor, definiert ihr Verständnis von Ethnographie als einen Prozess individueller Wahrnehmung und führt in die Thematik der Feldforschung „at home“ sowie die Rolle des Selbst in der Forschung ein.
2. Analyse: Hier wird Pinks Metatheorie zur Integration digitaler Medien in die teilnehmende Beobachtung untersucht, kritischen Einwänden gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer methodischen Glaubwürdigkeit bewertet.
3. Resümee: Das Kapitel reflektiert die Anwendbarkeit der vorgestellten Methode und kommt zu dem Schluss, dass neue Medien in einer globalisierten Welt für das Verständnis von Kommunikationsräumen in der Ethnographie unerlässlich sind.
4. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Fachliteratur auf, die der kritischen Analyse zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Ethnographie, Sarah Pink, Feldforschung, Teilnehmende Beobachtung, Digitale Medien, Identität, Kommunikation, Sozialanthropologie, Migrationsforschung, Reflexivität, Forschungsmethodik, Qualitative Forschung, Internet, Globalisierung, Selbst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine kritische inhaltliche Analyse des Textes „`Informants´ who come `home´“ von Sarah Pink, in dem die Autorin neue Ansätze für die ethnographische Feldforschung diskutiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Integration digitaler Technologien in die Feldforschung, der Rolle des Forschers als „Selbst“ und der Neudefinition von „Zuhause“ in einem migratorischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Seminararbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie glaubwürdig und überzeugend Sarah Pink die Integration neuer Medien als vollwertige Instrumente der teilnehmenden Beobachtung in ihrer Theorie darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Verfasserin der Arbeit?
Die Verfasserin nutzt die Methode der kritischen Textanalyse, wobei sie Pinks Argumentationen durch den Vergleich mit anderen theoretischen Positionen und durch die Einbeziehung eigener Reflexionen hinterfragt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 2) steht Pinks Metatheorie im Fokus: Es wird analysiert, wie Kommunikation über elektronische Medien als Teil der sozialen Realität verstanden werden kann und welche Kritikpunkte – etwa im Hinblick auf nonverbale Kommunikation – dagegen angeführt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem Ethnographie, Feldforschung, teilnehmende Beobachtung, digitale Kommunikation und die Rolle des Selbst im Forschungsprozess.
Wie versteht Sarah Pink den Begriff „at home“ im Kontext ihrer Forschung?
Pink verwendet den Begriff zweideutig: Einerseits bezieht er sich auf die räumliche Durchführung der Forschung im Heimatland England, andererseits auf das Forschen vom eigenen Zuhause aus unter Nutzung digitaler Medien.
Warum ist laut der Autorin ein Ignorieren digitaler Kommunikationsräume problematisch?
Die Autorin argumentiert, dass ein Ausschluss dieser Räume den „Puls der Zeit“ verfehlen würde und in einer durch Globalisierung und Migration geprägten Welt zu einer erheblichen Verfälschung der Forschungsergebnisse führen könnte.
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- Brigitte Winklbauer (Author), 2012, "'Informants' who come 'home'" von Sahra Pink, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281518