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Das Seeräuber-Kommando des Pompeius und seine Rückwirkung auf die Verfassung der Römischen Republik

Title: Das Seeräuber-Kommando des Pompeius und seine Rückwirkung auf die Verfassung der Römischen Republik

Essay , 2009 , 9 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Robert Jonas (Author)

World History - Antiquity
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Der Feldherr Pompeius wird in den antiken Quellen häufig als ehrgeizig beschrieben, aber auch als jemand, der nicht immer offen aussprach, was er dachte. Dieser Ehrgeiz und sein strategisches Talent hatten ihm bereits außerordentliche imperia, Befehlsgewalten über ein Heer, zwei Triumphe und das höchste Staatsamt des Konsuls beschert, obwohl er weder das der Verfassung nach notwendige Alter erreicht noch den cursus honorum, die Abfolge der politischen Ämter in einer politischen Laufbahn, vorschriftsgemäß eingehalten hatte. Als ihm dann im Jahre 67 das imperium gegen die Seeräuber im Mittelmeer übertragen wurde, zierte er sich scheinheilig vor der Übernahme. Für ihn war das Kommando gewiss eine weitere Genugtuung. Für die Römische Republik aber und ihre seit Jahrhunderten gewachsene und von Sulla kürzlich reformierte Verfassung stellte dieses Kommando eine harte Belastungsprobe, wenn nicht sogar eine Gefahr dar. Ziel dieses Aufsatzes ist es, den Charakter dieser politischen Maßnahme und seiner Rückwirkung auf die res publica zu bewerten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zustandekommen und Inhalt des Seeräuberkommandos

3. Charakterisierung des Seeräuber-Kommandos und Bewertung seiner Rückwirkungen auf die res publica

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das im Jahr 67 v. Chr. etablierte außerordentliche militärische Kommando des Pompeius zur Bekämpfung der Piraterie im Mittelmeerraum. Das primäre Ziel ist es, den Charakter dieser Machtbefugnisse zu beleuchten und kritisch zu bewerten, inwiefern diese Maßnahme als ein wesentlicher Indikator für die Erosion der republikanischen Verfassungsordnung und als Vorbote des späteren Prinzipats zu verstehen ist.

  • Historischer Kontext der Piraterie als Gefahr für Rom
  • Struktur und Kompetenzen des Seeräuber-Kommandos nach der Lex Gabinia
  • Politischer Widerstand und interne Konflikte im Senat
  • Verfassungsrechtliche Einordnung und Folgen für die römische Republik

Auszug aus dem Buch

Charakterisierung des Seeräuber-Kommandos und Bewertung seiner Rückwirkungen auf die res publica

Der römische Politiker Hortensius kommentierte den Gesetzesantrag für das Seeräuber-Kommando mit den Worten: „Si uni omnia tribuenda sint, dignissimum esse Pompeium, sed ad unum tamen omnia deferri non oportere“. Die Bedenken des Hortensius waren nicht unbegründet. Denn es gab kaum ein Gebiet römischer Herrschaft, das von Pompeius´ Kommando nicht betroffen war. Es musste sich die Befürchtung aufdrängen, dass der oberste Befehlshaber über die Truppen mittels der Macht, die ihm das Gesetz einräumte, die Möglichkeit sah, die Herrschaft über das gesamte Römische Reich zu erlangen. Bloß das Vertrauen in Pompeius´ Vernunft konnte den Senat beruhigen. Von diesem Standpunkt aus gesehen barg das imperium, das Pompeius übertragen wurde, gewiss eine große Gefahr für die Republik in sich.

Es bündelte eine so große Macht in den Händen eines einzelnen, dass sich unweigerlich der Vergleich mit einer Königsherrschaft oder gar einer Diktatur – diesmal aber nicht beschränkt auf sechs Monate, sondern über einen Zeitraum von drei Jahren hin – aufdrängen musste. Andererseits, und das musste auch Hortensius respektive der Senat eingestehen, war den Piraten mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr beizukommen – ein besonderes imperium war nötig geworden. Plutarch drückt das Besondere an diesem imperium aus, indem er schreibt, dass Pompeius auf legalem Wege „fast die ganze Macht und Gewalt, welche sich Sulla durch Waffengewalt und durch Unterdrückung der Stadt angeeignet hatte.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Person des Pompeius ein und stellt die Fragestellung zur Bedeutung seines Seeräuber-Kommandos für die Verfassung der Römischen Republik auf.

2. Zustandekommen und Inhalt des Seeräuberkommandos: Das Kapitel erläutert die akute Bedrohung durch die Piraterie, die politischen Hintergründe der Lex Gabinia sowie die außergewöhnlichen militärischen Vollmachten, die Pompeius übertragen wurden.

3. Charakterisierung des Seeräuber-Kommandos und Bewertung seiner Rückwirkungen auf die res publica: Der Autor bewertet die Machtkonzentration des Kommandos und ordnet diese als verfassungsgeschichtlichen Indikator für den Untergang der Republik und den Übergang zum Prinzipat ein.

Schlüsselwörter

Pompeius Magnus, Seeräuber-Kommando, Lex Gabinia, Römische Republik, Piraterie, imperium, Verfassungskrise, Senat, Antike, Machtkonzentration, politische Laufbahn, res publica, Militärbefehl, Prinzipat, Augustus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Seeräuber-Kommando des Pompeius aus dem Jahr 67 v. Chr. und dessen Auswirkungen auf das politische System und die verfassungsrechtliche Ordnung der ausgehenden Römischen Republik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Bedrohung Roms durch die antike Piraterie, die politischen Abstimmungsprozesse innerhalb des Senats und des Volkes sowie die historische Einordnung der Machtbefugnisse des Pompeius.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist die Bewertung, ob das Seeräuber-Kommando als gefährlicher Wendepunkt für die republikanische Verfassung fungierte und den Weg zu späteren autokratischen Herrschaftsformen ebnete.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse antiker Quellen (u.a. Plutarch, Cassius Dio, Cicero) und wertet diese im Kontext der modernen geschichtswissenschaftlichen Forschung aus.

Was wird im inhaltlichen Hauptteil diskutiert?

Der Hauptteil befasst sich mit der Genese des Kommandos, den detaillierten militärischen Vollmachten des Pompeius, dem Widerstand der Nobilität sowie der kritischen Reflexion über die Machtstellung eines Einzelnen gegenüber dem Senat.

Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Seeräuber-Kommando, Lex Gabinia, Pompeius, imperium und römische Verfassungsgeschichte charakterisieren.

Warum stellte die Ernennung des Pompeius eine solche Herausforderung für den Senat dar?

Die Machtfülle war außergewöhnlich und erinnerte an die Diktatur Sullas; viele Senatoren fürchteten, dass ein einzelner Befehlshaber seine militärische Macht nutzen könnte, um die Kontrolle über das gesamte Reich zu übernehmen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Pompeius bei der Piratenbekämpfung?

Der Autor stellt fest, dass Pompeius militärisch zwar erfolgreich war, die Piraten aber nicht vollständig vernichtete, sondern sie teilweise als klientelorientierte politische Ressource für spätere Konflikte behandelte.

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Details

Title
Das Seeräuber-Kommando des Pompeius und seine Rückwirkung auf die Verfassung der Römischen Republik
College
University of Frankfurt (Main)  (Historisches Institut, Abteilung Alte Geschichte)
Course
Pompeius Magnus - Held in Rom, Tod am Nil
Grade
1,3
Author
Robert Jonas (Author)
Publication Year
2009
Pages
9
Catalog Number
V281777
ISBN (eBook)
9783656763031
ISBN (Book)
9783656763048
Language
German
Tags
Pompeius Pompeius Magnus Rom Römisches Reich Altertum Antike Piraten Seeräuber Res publica Römische Republik imperium Piraterie Mittelmeer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Jonas (Author), 2009, Das Seeräuber-Kommando des Pompeius und seine Rückwirkung auf die Verfassung der Römischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281777
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