In Zeiten der Schnelllebigkeit, des permanenten Wettbewerbsdruckes, hoher Kundenanforderungen in Punkto geringe Kosten und gleichzeitig hoher Qualität, sowie insbesondere im Zusammenhang mit der unaufhaltsam voranschreitenden Globalisierung, ist es umso wichtiger sich an der richtigen Stelle im Markt zu positionieren.
Dies wird dadurch bestätigt, dass sich insbesondere im Bereich der Logistik in den letzten 10 Jahren immense Fortschritte und Innovationen auftaten (vgl. BVL Bundesvereinigung Logistik o.J.). So wurde die Logistik im Allgemeinen und das Lager im Besonderen von Unternehmen vor einiger Zeit als „letzte“ Quelle für Kosteneinsparmöglichkeiten entdeckt (vgl. Rudel; Geißen; Spee 2012, S.3).
Um hier nicht den Anschluss zu verlieren bzw. kein Fehlentscheidungen zu treffen, die bei diesen Größenordnungen fatale Folgen nach sich ziehen könnten, wird im Rahmen dieser Hausarbeit wissenschaftlich der optimale Standort für ein Distributionszentrum der Firma Cramer & Söhne ausfindig gemacht.
Nur unter Abwägung aller Vor – und Nachteile, sowie durch die Eruierungen der örtlichen Gegebenheiten, kann letztendlich der ideale Standort ermittelt werden.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, den optimalen Standort aus 3 möglichen Alternativen bestimmen zu können.
Im Anschluss an die Einleitung folgen in Kapitel 2 theoretische Erläuterungen zum Thema Standort, Distributionszentrum sowie den Gründen und der Struktur für ein Distributionszentrum.
Anschließend werden in Kapitel 3 die relevanten Standortfaktoren sowie die Besonderheiten der Zulieferung von Textilien aus Asien beschrieben, ehe dann in Kapitel 4 auf die Methoden zur Auswahl eines Standortes eingegangen wird. Insbesondere die Ziele einer Entscheidungsfindung sowie die Nutzwertanalyse rücken hier in den Fokus der Betrachtung.
Kapitel 5 konkretisiert die optionalen Standorte und liefert ein Ergebnis für den Bau des Distributionszentrums, auf Basis der 3 zur Verfügung stehenden Alternativen.
Ein Fazit, inkl. einer kritischen Würdigung der Entscheidung und dessen Weg, runden diese Arbeit letztendlich ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Erläuterungen
2.1. Standort
2.1.1. Standortplanung
2.1.2. Standortfaktoren
2.1.3. Phasen und Ziele der Standortwahl
2.1.3. Modelle der Standortwahl
2.2. Distributionszentrum
2.3. Gründe und Struktur für ein Distributionszentrum
3. Standortfaktoren
3.1. Die Zulieferung von Textilien aus Asien
3.2. Quantitative Standortfaktoren
3.2.1. Transportzeit und -kosten
3.2.2. Grundstück und Größe des Distributionszentrums
3.2.3. Förderprogramme und gesetzliche Auflagen
3.2.4. Personalkosten
3.3. Qualitative Standortfaktoren
3.3.1. Personal
3.3.2 Umfeld des jeweiligen Standortes
3.3.3. Infrastruktur
4. Methoden zur Auswahl eines Standortes
4.1. Ziele einer fundierten Entscheidungsfindung
4.2. Die Nutzwertanalyse
4.2.1. Der Ablauf der Nutzwertanalyse
5. Die Standortwahl
5.1. Boxberg Oberlausitz
5.2. Dortmund
5.3. Hamburg
5.4. Standortwahl für ein Distributionszentrum
5.5. Ergebnisse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Hausarbeit ist die wissenschaftliche Ermittlung des optimalen Standortes für ein neues Distributionszentrum der Firma Cramer & Söhne GmbH. Unter Berücksichtigung quantitativer und qualitativer Kriterien soll aus drei zur Verfügung stehenden Alternativen die wirtschaftlich sinnvollste Lösung identifiziert werden.
- Analyse relevanter Standortfaktoren unter besonderer Berücksichtigung globaler Lieferketten
- Vergleich quantitativer und qualitativer Entscheidungsmodelle in der Logistik
- Anwendung der Nutzwertanalyse zur strukturierten Entscheidungsfindung
- Detaillierte Standortbetrachtung von Boxberg Oberlausitz, Dortmund und Hamburg
- Bewertung der Standorte anhand gewichteter Kriterien wie Transportkosten, Infrastruktur und Personalsituation
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Zulieferung von Textilien aus Asien
Die Gründe für die Beschaffung der Textilien auf dem asiatischen Markt lassen sich vorranging auf die folgenden zwei zurückführen.
Zum einen bestehen im asiatischen Raum hervorragende Bedingungen zum Anbau von Baumwolle. So wurden im Jahre 2009 weltweit ca. 24 Millionen Tonnen Baumwolle produziert, davon in China 33 %, in Indien 22 % und in Pakistan 8 %. In Europa (Griechenland und Türkei) werden dagegen nur 1 bis 3 Prozent des gesamten Volumens produziert (vgl. URBANARA WARENKUNDE 2012).
Zum anderen wird für die Herstellung der Produkte in Asien nur ein Fünftel von dem bezahlt, was in Europa und insbesondere in Deutschland, für die Produktion der Textilien bezahlt würde (vgl. Berliner Morgenpost 2012). Zwar kommen auf die reinen Einkaufspreise noch die Kosten für unter anderem die Logistik hinzu, jedoch kann auch dies die Kaufentscheidung für den asiatischen Markt nicht grundlegend beeinflussen. So kostete 2010 noch ein Container aus Asien ca. 3.000 Euro, bei einer Beladung von z.B. bis zu 10.000 Hosen. Daraus resultiert ein Frachtpreis pro Hose von gerade einmal 30 Cent (vgl. WDR 2010). 2013 betrugen die Kosten sogar nur noch ca. 1.790 Euro pro Container (ausgehend von 2.352 USD, umgerechnet mit einem Wechselkurs von 0,761470 Euro pro 1 USD), woraus ein Preis pro Hose von nur noch 17,9 Cent resultiert (vgl. na presseportal 2013).
Generell werden 95 % Prozent des Güterkehrs zwischen Asien und Europa über den Seeweg abgewickelt (vgl. Lampe & Stölzle 2012, S. 32). Überwiegend erfolgt der Import über die klassischen Nordseehäfen und insbesondere über die drei größten wie Rotterdam, Antwerpen und Hamburg (vgl. Handelsblatt 2014). Bei der Standortwahl ist die Distanz von den Eingangshäfen zu den 3 möglichen Standorten für das Distributionszentrum ebenfalls von erheblicher Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Standortplanung für ein Logistikunternehmen ein und definiert das Ziel der Arbeit, den optimalen Standort aus drei Alternativen zu bestimmen.
2. Theoretische Erläuterungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Standort, Standortfaktoren und Distributionszentrum definiert sowie die Ziele der Standortwahl theoretisch hergeleitet.
3. Standortfaktoren: Hier werden die für die Branche relevanten quantitativen und qualitativen Faktoren detailliert beleuchtet, ergänzt durch die spezifischen Anforderungen der Textilbeschaffung aus Asien.
4. Methoden zur Auswahl eines Standortes: Dieses Kapitel begründet die Wahl der Nutzwertanalyse als präskriptive Methode zur Entscheidungsfindung und erläutert deren systematischen Ablauf.
5. Die Standortwahl: Der Hauptteil der Arbeit analysiert die drei konkreten Standortkandidaten, gewichtet die Kriterien und führt eine Nutzwertanalyse durch, um ein fundiertes Ergebnis zu erzielen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, würdigt kritisch das gewählte Verfahren der Nutzwertanalyse und gibt Handlungsempfehlungen für die Standortentscheidung.
Schlüsselwörter
Standortplanung, Logistik, Distributionszentrum, Nutzwertanalyse, Transportkosten, Standortfaktoren, Supply Chain, Textilindustrie, Beschaffungslogistik, Standortwahl, Dortmund, Infrastruktur, Wirtschaftlichkeit, Entscheidungsfindung, Globalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Standortsuche für ein neues Distributionszentrum eines Textilunternehmens.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Standortplanung, eine Analyse der Standortfaktoren sowie die Anwendung systematischer Bewertungsmethoden ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, unter Verwendung einer Nutzwertanalyse den optimalen Standort aus drei vorgegebenen Alternativen zu ermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Als primäre Methode zur Entscheidungsfindung wird die Nutzwertanalyse eingesetzt, um qualitative und quantitative Faktoren vergleichbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen vertieft, die Standortfaktoren definiert und die drei konkreten Standorte (Boxberg, Dortmund, Hamburg) anhand einer Zielertragsmatrix bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Standortplanung, Distributionszentrum, Nutzwertanalyse, Transportkosten und Logistik.
Warum schneidet der Standort Boxberg Oberlausitz in der Analyse am schlechtesten ab?
Boxberg wird aufgrund der infrastrukturellen Defizite, der weiten Distanz zu den Eingangshäfen und der negativen Auswirkung auf die Transportzeiten als unvorteilhaft bewertet.
Welcher Standort wird als Ergebnis der Analyse empfohlen?
Dortmund erzielt in der Nutzwertanalyse das beste Gesamtergebnis und wird daher als optimaler Standort für das Distributionszentrum empfohlen.
- Citation du texte
- Manuel Simm (Auteur), 2014, Standortplanung für das Logistik-Unternehmen Cramer & Söhne GmbH, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281786