Der Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit


Forschungsarbeit, 2014

35 Seiten, Note: 1,6


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Lebenszufriedenheit
2.2 Einkommen und Wohlstand

3. Theoretischer Hintergrund, Forschungsstand, Fragestellungen und Hypothesen
3.1 Theoretischer Hintergrund
3.1.1 Easterlin Paradox
3.2 Forschungsstand
3.2.1 Einkommen und Lebenszufriedenheit
3.2.2 Alter
3.2.3 Geschlecht
3.3 Hypothesen

4. Methoden
4.1 Konstruktoperationalisierung
4.2 Verwendete statistische Verfahren
4.3 Stichprobengewinnung und Datenerhebung

5. Ergebnisse
5.1 Ergebnisse H1
5.2 Ergebnisse H2
5.3 Ergebnisse H3

6. Diskussion

7 Literaturverzeichnis

8. Anhang
8.1. Deutsche Version der Satisfaction with Life Scale
8.2. Anhang 2 – Fragebogen der Onlinebefragung
8.3. Anhang 3 – Daten der Befragung

Kurzfassung

In dieser Arbeit wird der Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit im Querschnitt untersucht. Mittels einer Onlinebefragung von Studierenden der Euro FH Hamburg wurden Daten zur Lebenszufriedenheit, Einkommen, Alter und Geschlecht erhoben.

Basierend auf den Erkenntnissen von Easterlin (1974) und dem daraus resultierenden „Easterlin – Paradox“ wurde die Frage nach dem Zusammenhang von absolutem Einkommen und Lebenszufriedenheit gestellt. Hier konnte ein signifikanter Zusammenhang beobachtet werden. Zusätzlich wurde das Alter bezüglich dieses Zusammenhanges betrachtet. Im Rahmen dieser Studie konnten hier jedoch keine Unterschiede ermittelt werden. Auch konnten keine geschlechterspezifischen Unterschiede beobachtet werden.

Abstract

In this study the relation between income and satisfaction with life is examined in cross section. By means of an online survey of students of the Euro FH Hamburg data to life satisfaction, income, age and gender was collected.

Based on the findings of Easterlin (1974) and the resulting "Easterlin - Paradox" the question about the connection of absolute income and life satisfaction was analysed. Here a significant correlation was observed. Additionally the age was considered with respect to this relationship. In this study no differences could be found. Also, no gender differences were observed.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 5.2: Einkommen und Lebenszufriedenheit bei Jüngeren und Älteren

Tabelle 5.3: Einkommen und Lebenszufriedenheit bei Männern und Frauen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 5.1: Einkommen und Lebenszufriedenheit20

1. Einleitung

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V. beleuchtet in dem Wochenbericht 47.2013 die Entwicklung der Lebenszufriedenheit in Deutschland. Erstaunlich dabei ist, dass von 1984 bis zum Jahr 2012 keine auffällige Steigerung im Niveau der Lebenszufriedenheit der deutschen Bevölkerung beobachtet werden konnte. Im Vergleich dazu ist jedoch das Einkommen[1] der Deutschen deutlich gestiegen.

Auch andere Indikatoren zur Messung des Wohlstandes in Deutschland wie Bruttoinlandsprodukt, Bruttonationaleinkommen und das Volkseinkommen sind in Deutschland seit 1950 kontinuierlich gestiegen (Statistisches Bundesamt, 2012, S. 2).

Diese dissonante Entwicklung von Einkommen und Lebenszufriedenheit ist bereits seit den 70iger Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen hier die Arbeiten von Richard A. Easterlin. Dieser konnte bereits 1974 feststellen, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt einen positiven Zusammenhang zwischen Einkommen und Zufriedenheit innerhalb von Ländern gibt. Über die Zeit gesehen, führt jedoch ein Zuwachs an Einkommen nicht zu einem Anstieg der durchschnittlichen Zufriedenheit (Easterlin, 1974). Dieses Phänomen wird auch als „Easterlin Paradox“ bezeichnet.

Daher stellt sich zunächst einmal die Frage, ob angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum und damit die Erhöhung des Lebensstandards des Einzelnen eines der wichtigsten politischen Ziele in unserer Gesellschaft sein sollte, wohlwissend, dass dies einen eher geringen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit des Individuums hat.

So wurde bereits 1979 im Bhutan das Konzept des Bruttonationalglücks als Leitlinie der Politik festgelegt, was eine nicht nur an wirtschaftlichen Zielen orientierte Entwicklungspolitik beinhaltet (Pfaff, 2011, S. 1).

Van Suntum (2010, S. 1) ist jedoch der Meinung, dass z.B. ein „Glücks-BIP“ lediglich als ergänzendes Maß zu verwenden sei und nicht als Substitut für das Bruttoinlandsprodukt.

Diese Betrachtungen zeigen, wie wichtig der Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit nicht nur für das einzelne Individuum ist, sondern welche Konsequenzen sich daraus für politische und gesellschaftliche Entscheidungen ergeben können.

Daher ist der Gegenstand der vorliegenden Arbeit der Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit. Motiviert durch die Erkenntnisse über die dissonante Entwicklung von Einkommen und Lebenszufriedenheit des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. und den Arbeiten von Easterlin (1974) stellt sich die Frage, wie genau der Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenszufrieden aussieht. Gibt es womöglich Unterschiede zwischen den Geschlechtern und spielt das Alter eine Rolle?

Der Forschungsbericht ist wie folgt aufgebaut. Zunächst werden in Kapitel 2 die Begriffe Lebenszufriedenheit, Einkommen und Wohlstand näher beleuchtet. Darauffolgend werden in Kapitel 3 das Easterlin-Paradox und mögliche Erklärungsansätze dafür erläutert. Anschließend wird der aktuelle Forschungsstand zum Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit erarbeitet. Darauf basierenden werden die Fragestellungen und Hypothesen für die vorliegende Arbeit abgeleitet.

Kapitel 4 befasst sich mit der Operationalisierung der Variablen, den verwendeten statistischen Verfahren und der Datenerhebung.

Anschließend werden in Kapitel 5 die Ergebnisse erläutert und in Kapitel 6 zur Diskussion gestellt.

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Lebenszufriedenheit

Eine genaue Definition und Einordnung des Begriffes Lebenszufriedenheit ist deshalb unumgänglich, da dieser Begriff in zurückliegenden Arbeiten oft nicht ausreichend abgegrenzt wird. So verwendet Ferrer-i-Carbonell (2005, S. 998) die Begriffe well-being, happiness, life satisfaction und quality of life synonym. Zusätzlich unterscheidet Easterlin (2001, S. 465) die Begriffe happiness, subjective well-being, satisfaction, utilty, well-being und welfare nicht.

Diener et al. (1999) hingegen verstehen das subjektive Wohlbefinden als übergeordneten Begriff, der die globale Lebenszufriedenheit, die Bereichszufriedenheiten und die Affekte (positiv oder negativ) umfasst.

In der vorliegenden Arbeit wird auf die globale Lebenszufriedenheit fokussiert, die wie folgt verstanden wird:

Lebenszufriedenheit ist die kognitive Bewertung des eigenen Lebens und damit die kognitive Komponente von positiven Zuständen. Sie bezieht sich auf alle Lebensbereiche, kann aber auch als Bereichszufriedenheit auf einzelne Lebensbereiche begrenzt werden. Die Lebenszufriedenheit bezieht sich auf einen längeren Zeitraum, d.h. sie kann zurückliegende Ereignisse und Erwartungen für die nahe Zukunft einbeziehen“ (Dette, 2005, S. 41).

2.2 Einkommen und Wohlstand

Einen ersten Hinweis, um sich dem Thema Wohlstand und Einkommen zu nähern, bietet der Duden Wirtschaft von A bis Z (2013). Demnach ist „ Wohlstand im ökonomischen Sinn der Grad der Versorgung von Personen, privaten Haushalten oder der gesamten Gesellschaft mit Gütern und Dienstleistungen. Dieser materielle Wohlstand oder Lebensstandard wird für eine Volkswirtschaft meist anhand einer Sozialproduktgröße (z.B. Bruttoinlandsprodukt oder Pro-Kopf-Einkommen) gemessen [...]“.

Demzufolge ist das Pro-Kopf-Einkommen als ein Indikator für Wohlstand anzusehen. Individuen mit hohem Pro-Kopf Einkommen haben daher mehr Möglichkeiten, Güter und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. In welchem Zusammenhang das Einkommen und die Lebenszufriedenheit stehen, wird in Kapitel 3 näher dargestellt.

3. Theoretischer Hintergrund, Forschungsstand, Fragestellungen und Hypothesen

3.1 Theoretischer Hintergrund

3.1.1 Easterlin Paradox

Die vorliegende Arbeit basiert auf den Erkenntnissen von Easterlin (1974, 1995, 2001) welche heutzutage in der gängigen wissenschaftlichen Forschung und Literatur als „Easterlin Paradox“ bezeichnet werden. Unter der Annahme, dass Easterlin (2001) keine Abgrenzung der Begriffe happiness, subjective well-being, etc. vornimmt (Siehe Kapitel 2.1), beinhaltet dieses Paradox folgende Erkenntnisse:

(1) Zu einem bestimmten Zeitpunkt ist die Zufriedenheit der Menschen in einem Land tendenziell höher, je mehr Einkommen sie erzielen.
(2) Die durchschnittliche Zufriedenheit der Menschen in einem Land nimmt jedoch nicht mit steigendem Pro-Kopf-Einkommen zu, wenn man dies über einen längeren Zeitraum betrachtet.
(3) Es gibt nur einen geringen Unterschied in der durchschnittlichen Zufriedenheit von Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, wie die Erkenntnisse von Easterlin (1974, 1995, 2001) zu erklären sind. Als eine Erklärung für das Easterlin Paradox wird der soziale Vergleich von Individuen aufgeführt. Layard (2005, S. 45) schreibt hierzu folgendes: „people are concerned about their relative income and not simply about its absolute level. They want to keep up with the Joneses or if possible to outdo them”. Layard (2003) ist weiterhin der Meinung, dass das absolute Einkommen für die Lebenszufriedenheit nur eine Bedeutung habe, wenn das Einkommen sehr gering sei. Ab einem Pro-Kopf-Einkommen von 15.000 $ sei die durchschnittliche Lebenszufriedenheit unabhängig vom Pro-Kopf-Einkommen. Demnach sei also ab einem Level von 15.000 $ nicht mehr das absolute Einkommen, sondern das relative Einkommen für den Einzelnen entscheidend. Das relative Einkommen bedeutet in diesem Zusammenhang das absolute Einkommen in Bezug zu einem Referenzeinkommen.

[...]


[1] Im DIW Wochenbericht 47.2013 wird unter Einkommen das „ Jahreseinkommen im Folgejahr erhoben inklusive des Mietwertes selbstgenutzten Wohneigentums, bedarfsgewichtet mit einer modifizierten OECD-Äquivalenzskala “ verstanden. Die Inflationsrate über den angegebenen Zeitraum findet keine Berücksichtigung.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Der Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,6
Autor
Jahr
2014
Seiten
35
Katalognummer
V281787
ISBN (eBook)
9783656765257
ISBN (Buch)
9783656765264
Dateigröße
772 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Forschungsprojekt im Rahmen des Studiums M.Sc. Wirtschaftspsychologie.
Schlagworte
Wirtschaftspsychologie, Einkommen, Lebenszufriedenheit, absolutes Einkommen, satisfaction with life, SWLS, Easterlin, Glück, Glücksforschung, happiness, Gehalt, Lohn, sozialer Vergleich, Anspruchsniveau, Gewöhnung
Arbeit zitieren
Georg Haß (Autor), 2014, Der Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281787

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