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Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. (Jugendlicher) Sprachgebrauch in Chats

Title: Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. (Jugendlicher) Sprachgebrauch in Chats

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marie-Christine Hensel (Author)

German Studies - Linguistics
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Seit Mitte der neunziger Jahre hat das Internet als Informations- und Kommunikationsmittel einen enormen Zuwachs erfahren. Heutzutage ist jedem Nutzer der elektronische Austausch von Informationen und Nachrichten möglich. Seit der Etablierung des Smartphones ist dieser Informations- und Nachrichtenaustausch nicht einmal mehr an den Computer gebunden. Das Smartphone wird immer mehr zu einer multifunktionalen Kommunikationszentrale, die es dem Verbraucher ermöglicht, unabhängig vom Ort jederzeit Daten zu erhalten. So lösen die angebotenen Internetdienste wie Chats, Diskussionsforen oder E-Mails klassische Mitteilungsträger wie den Brief nahezu gänzlich ab. Die Entstehung und Nutzung der, durch das Smartphone eröffneten, neuen Kommunikationsformen, führen zu einem neuen Forschungsfeld für die Sprachwissenschaft. Gerade der Chat stellt ein notwendiges Verständigungsmittel für den Mitteilungsaustausch dar. Als die Service-Leistungen der Smartphones, die heute zur Selbstverständlichkeit geworden sind, 2002 noch vage Visionen waren, prognostizierte Freyermuth, dass das Internet zu einem ‚Evernet‘ werden würde und die permanente Vernetzung und die ‚Immer-an-Kommunikation‘ zum Regelfall. Diese Prognose ist zur heutigen Realität geworden. Insbesondere für Jugendliche ist die Nutzung von Chats und Instant-Messengern nicht mehr wegzudenken. Eine besonders tragende Rolle spielt dabei die Applikation ‚WhatsApp‘ (Eine Form des Chats für Smartphones). Binnen vier Jahren hat WhatsApp rund 450 Millionen aktive Nutzer gewonnen, Tendenz stark steigend. Der WhatsApp Gründer Jan Koum berichtet davon, dass täglich fast eine Millionen Nutzer hinzukommen. Durch derartige Zahlen wird deutlich: Ein Großteil der Kommunikation findet heute über das Internet statt. Das Schreiben hat durch die Medien einen neuen Status bekommen. Dies hat, wie sich bereits vermuten lässt, auch Auswirkungen auf unseren Schreibstil. Es wurde bereits hinreichend festgestellt, dass sich in den computerbasierten Kommunikationsformen des Internets tatsächlich ein neuer Schreibstil etabliert hat, der viele Elemente beinhaltet, die als ‚konzeptionell Mündlich‘ einzuordnen wären.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mündlichkeit & Schriftlichkeit aus sprachtheoretischer Sicht

2.1 Konzeption & Medium – Mündlichkeits-/ Schriftlichkeitsmodell

2.2 Allgemeine Merkmale der gesprochenen Sprache

3. Charakteristische Merkmale Internetbasierter Kommunikation

3.1 Abgrenzung gegenüber Chats

3.2 Mediale und konzeptionelle Mündlichkeit und Schriftlichkeit bei WhatsApp

4. Auswirkungen von konzeptioneller Mündlichkeit und beschleunigter Textproduktion

4.1 Zum Korpus

4.2 Linguistische Besonderheiten handybasierter Kommunikation am Beispiel von WhatsApp

4.3 Variationen

4.3.1 Zeichensetzung

4.3.2 Groß- und Kleinschreibung

4.3.3 Umgang mit der Orthographie

4.3.4 Smileys & Emotikons als Imitation parasprachlicher Informationen

5. Fazit

6. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, inwiefern sich die Kommunikation über den Instant-Messenger WhatsApp als „geschriebene Mündlichkeit“ in das theoretische Modell von Koch/Oesterreicher einordnen lässt. Ziel ist es, anhand einer Korpusanalyse linguistischer Besonderheiten der handybasierten Kommunikation aufzuzeigen, wie Nutzer durch Anpassungen von Interpunktion, Orthographie und den Einsatz von Emotikons die Merkmale mündlicher Interaktion imitieren.

  • Analyse des Nähe-/Distanz-Kontinuums nach Koch/Oesterreicher im Kontext neuer Medien.
  • Untersuchung linguistischer Merkmale der Chat-Kommunikation wie Zeichensetzung und Groß-/Kleinschreibung.
  • Evaluation des Einflusses von Zeitdruck und technischer Beschleunigung auf den Schreibstil.
  • Funktionsanalyse von Smileys und Emotikons als Ersatz für parasprachliche Signale.

Auszug aus dem Buch

(1) Beispiel für den transparenter gemachten Schreibvorgang.

2. Ein beliebtes Phänomen der Mündlichkeit ist das Unterbrechen, „jmd. ins Wort fallen“. Dies ist bei einem geschriebenen Gespräch normalerweise nicht der Fall. Hierbei gilt das, was auch in herkömmlichen Chats gilt: „Überlappungen, wie sie im Alltagsgespräch für Übergangspunkte beim Sprecherwechsel typisch sind, können sich (...) nicht ergeben“ (Storrer 2001a, 453). Dementsprechend schreibt Storrer weiterhin, dass das schriftsprachliche Unterbrechen in den seltensten Fällen erfolgreich sei und dass ein weiterer wesentlicher Unterschied zu der mündlichen Unterbrechung darin besteht, dass dem mit der Textproduktion beschäftigten Unterbrochenen die Unterbrechung schlichtweg entgehen kann (vgl. ebd., 453).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der internetbasierten Kommunikation ein und verortet WhatsApp als prägende Form der modernen, computerbasierten Alltagskommunikation.

2. Mündlichkeit & Schriftlichkeit aus sprachtheoretischer Sicht: Dieses Kapitel erläutert das theoretische Modell der „Sprache der Nähe“ und „Sprache der Distanz“ von Koch/Oesterreicher sowie die Grundlagen der gesprochenen Sprache.

3. Charakteristische Merkmale Internetbasierter Kommunikation: Hier werden die spezifischen Bedingungen der Chat-Kommunikation sowie die Abgrenzung von WhatsApp zu klassischen E-Mail- oder Chat-Systemen diskutiert.

4. Auswirkungen von konzeptioneller Mündlichkeit und beschleunigter Textproduktion: Der Hauptteil analysiert auf Basis eines WhatsApp-Korpus konkrete sprachliche Phänomene wie Zeichensetzung, Orthographie und den Einsatz von Smileys.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass WhatsApp-Chats eine starke Annäherung an die konzeptionelle Mündlichkeit aufweisen und das Modell von Koch/Oesterreicher um neue grafische Ausdrucksmittel erweitert werden muss.

6. Literatur: Auflistung der im Text zitierten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

WhatsApp, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Koch/Oesterreicher, Chat-Kommunikation, Linguistik, Nähe-Distanz-Kontinuum, Smartphone, Orthographie, Emotikons, Smileys, Sprachwandel, internetbasierte Kommunikation, Textproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Einordnung der Chat-Applikation WhatsApp in das Mündlichkeits-/Schriftlichkeitsmodell von Koch/Oesterreicher.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Spannung zwischen medialer Schriftlichkeit und konzeptioneller Mündlichkeit sowie der Analyse handybasierter Kommunikationsformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll geklärt werden, ob sich WhatsApp-Gespräche als „geschriebene Mündlichkeit“ klassifizieren lassen und ob dafür eine Erweiterung des Modells von Koch/Oesterreicher notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin führt eine empirische Korpusanalyse durch, bei der reale WhatsApp-Gesprächsausschnitte linguistisch untersucht werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert linguistische Merkmale wie Zeichensetzung, Groß-/Kleinschreibung, orthographische Varianten und die Funktion von Smileys und Emotikons.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Chat-Kommunikation, Nähe-Distanz-Kontinuum und smartphonebasierte Kommunikation.

Wie wirkt sich das Tippen auf die Orthographie aus?

Aufgrund des hohen Zeitdrucks und der schnellen Textproduktion neigen Nutzer dazu, Rechtschreibregeln zu vereinfachen, zu vernachlässigen oder zu „phonetisierenden“ Schreibweisen zu tendieren.

Welche Funktion haben Emotikons in WhatsApp-Chats?

Emotikons fungieren als Interpretationshilfe für das Geschriebene und imitieren parasprachliche Informationen wie Mimik, Gestik und Prosodie, die im Face-to-Face-Gespräch vorhanden wären.

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Details

Title
Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. (Jugendlicher) Sprachgebrauch in Chats
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Deutsche Philologie)
Grade
1,0
Author
Marie-Christine Hensel (Author)
Publication Year
2013
Pages
22
Catalog Number
V281837
ISBN (eBook)
9783656758150
ISBN (Book)
9783656758174
Language
German
Tags
zwischen mündlichkeit schriftlichkeit jugendlicher sprachgebrauch chatsdocx
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marie-Christine Hensel (Author), 2013, Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. (Jugendlicher) Sprachgebrauch in Chats, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281837
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