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Die christliche Vorstellung von den Sarazenen in den fränkischen Reichsannalen und den Annalen von St. Bertin

Die "Annales regni Francorum" und die "Annales Bertiniani" im Vergleich

Title: Die christliche Vorstellung von den Sarazenen in den fränkischen Reichsannalen und den Annalen von St. Bertin

Term Paper , 2012 , 11 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Jan Vahlenkamp (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Immer wieder scheinen sich "Westliche" und "Islamische" Welt einander divergent gegenüber zu stehen. Diese Konfrontation ist nicht neu. Als "Sarazenen" wurden Araber im christlichen Europa des Mittelalters bezeichnet. Mal galten sie als Plünderer und Piraten, gar als "Feinde Christi", dann aber waren sie auch Handelspartner und Allierte in kriegerischen Auseinandersetzungen. Das Verhältnis zwischen Orient und Okzident war im frühen Mittelalter durchaus ambivalent.

In dieser Hausarbeit werden die Annales regni Francorum, als fränkische Reichsannalen des 8. und 9. Jahrhunderts, und die Annales Bertiniani, als Fortsetzung der karolingischen Reichsannalen für das Westfränkische Reich, verglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext

3. Quelleninterpretation

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wahrnehmung von Sarazenen im frühmittelalterlichen Frankenreich, indem sie die Darstellungen in den "Annales regni Francorum" sowie den "Annales Bertiniani" vergleicht und in den zeitgenössischen historischen Kontext einbettet.

  • Historische Rahmenbedingungen des Fränkischen Reiches und des Kalifats
  • Etymologische und historische Herkunft der Bezeichnung "Sarazenen"
  • Analyse der sarazenischen Präsenz in den Reichsannalen und Annales Bertiniani
  • Pragmatische Beziehungen zwischen karolingischen Herrschern und islamischen Akteuren
  • Die Rolle der Historiographie bei der Konstruktion von Fremdbildern

Auszug aus dem Buch

Quelleninterpretation

Die Reichsannalen, zu Latein Annales regni Francorum, stellen eine schriftliche Auflistung von Ereignissen im Fränkischen Reich des 8. und 9. Jahrhunderts dar. Sie umfassen darin einen Tatenbericht Karls des Großen. Die Reichsannalen umfassen die Zeit vom Tode Karl Martells (741) bis 829. Bei der Entstehungsgeschichte liegt einiges im Dunklen. Die Annalen liegen nur in ihrer spätesten Form vor, so dass nicht eindeutig klar ist, inwiefern sie von anderen bekannten oder verlorenen Werken abhängen. Die älteste Handschrift der Reichsannalen stammt vermutlich aus dem Kloster Lorsch, weswegen sie anfänglich die „Lorscher Annalen“ (Annales Laurissenses maiores) genannt wurden. Seit aber Leopold Ranke 1854 die Auffassung begründen konnte, dass es sich bei den Annalen um ein Stück offizielle Geschichtsschreibung handelt, hat sich der Name „Annales regni Francorum“ (fränkische Reichsannalen) etabliert.

Die Reichsannalen schildern, dass auf dem Reichstag zu Paderborn 777 eine Delegation von Sarazenen eintraf. Ihr Ziel war es, Karl um Hilfe gegen Abd al-Rahman zu bitten.

Etiam ad eundem placitum venerunt Sarraceni de partibus Hispaniae, hi sunt Ibn al Arabi et filius Deiuzefi, qui et latine Ioseph nominatur, similiter et generius (Reichsannalen 777).

Dass Karl auf diesen Wunsch einging, scheint verwunderlich. Immerhin haben sein Vater und Großvater die Araber bekämpft. In den Reichsannalen wird beschrieben, dass Karl 778 auf den Wunsch der Sarazenen einen Feldzug nach Spanien antrat, um dort Städte zu erobern und so sein Herrschaftsgebiet zu erweitern: „Spem capiendarum quarundam in Hispaniae civitatum“ (ebd. 778). Laut der Reichsannalen ist er hierzu jedoch von der Delegation der Muslime erst überredet worden. Die Delegierten versprachen hierbei, Karl spanische Städte zu übergeben, die von ihnen beherrscht wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas im Kontext von Kulturkonflikten und führt in die historische Begriffsgeschichte der "Sarazenen" ein.

2. Historischer Kontext: Dieses Kapitel skizziert den Aufstieg der Karolinger, die diplomatischen Kontakte zwischen Karl dem Großen und Harun al-Rashid sowie die politischen Spannungen im mittelalterlichen Europa.

3. Quelleninterpretation: Hier werden die Annales regni Francorum und die Annales Bertiniani hinsichtlich ihrer Darstellung von Sarazenen als Akteure zwischen Bündnispartnern und Räubern analysiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sarazenen vorrangig als Fremde wahrgenommen wurden, mit denen je nach Bedarf pragmatische diplomatische oder feindselige Beziehungen gepflegt wurden.

Schlüsselwörter

Karolinger, Sarazenen, Annales regni Francorum, Annales Bertiniani, Frühmittelalter, Karl der Große, Islam, Fremdbild, Historiographie, Diplomatie, Handelsbeziehungen, Spanienfeldzug, Mittelalter, Religion, Kulturbegegnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht das Bild, das sich die Franken im frühen Mittelalter von den Sarazenen machten, basierend auf den offiziellen Geschichtsschreibungen der Epoche.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die diplomatischen Beziehungen zwischen dem fränkischen Kaiserhof und dem Kalifat sowie die Darstellung von Sarazenen als Akteure in militärischen und politischen Konflikten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Wahrnehmung von Sarazenen im Mittelalter weitaus vielschichtiger war als ein einfacher religiöser Kampf zwischen "Gut und Böse".

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Interpretation historischer Annalen unter Einbeziehung des zeitgenössischen historischen Kontextes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Karolingerzeit und eine detaillierte Auswertung der Annalen-Texte hinsichtlich der Interaktion mit Sarazenen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Vorstellungsgeschichte", "karolingische Annalistik", "pragmatische Diplomatie" und "Fremdheitskonstruktion" charakterisieren.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis zwischen Franken und Sarazenen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es sich um ein pragmatisches Verhältnis handelte, das von Momenten der Kooperation und Diplomatie sowie Phasen gewaltsamer Übergriffe geprägt war.

Warum spielt die Religion in den untersuchten Quellen kaum eine Rolle?

Die mittelalterlichen Chronisten waren primär an der militärischen Bedrohung oder den politischen Vorteilen interessiert; eine theologische Auseinandersetzung mit dem Islam fand in den Quellen kaum statt.

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Details

Title
Die christliche Vorstellung von den Sarazenen in den fränkischen Reichsannalen und den Annalen von St. Bertin
Subtitle
Die "Annales regni Francorum" und die "Annales Bertiniani" im Vergleich
College
University of Hamburg
Grade
2,7
Author
Jan Vahlenkamp (Author)
Publication Year
2012
Pages
11
Catalog Number
V281922
ISBN (eBook)
9783656768654
ISBN (Book)
9783656854821
Language
German
Tags
vorstellung sarazenen reichsannalen annalen bertin annales francorum bertiniani vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Vahlenkamp (Author), 2012, Die christliche Vorstellung von den Sarazenen in den fränkischen Reichsannalen und den Annalen von St. Bertin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281922
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