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Ansatz zur Verknüpfung von Ethnologie und Informatik

Title: Ansatz zur Verknüpfung von Ethnologie und Informatik

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Verena Knerich (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Interdisziplinarität scheint sich zu der Zauberformel schlechthin entwickelt zu haben. Was jedoch verbirgt sich hinter diesem Begriff, der in so vielen Bereichen pauschal Verwendung zu finden scheint? Einfach gesagt ist darunter ein Vorgehen zu verstehen, welches Methoden unterschiedlicher Fachrichtungen zur Lösung eines Problems nutzt und dabei die Vorteile verschiedener Ansätze gewinnbringend einsetzt.
In der Realität wird diese viel geforderte Verknüpfung bisher nur in manchen Bereichen umgesetzt und gerade die unorthodoxe Kombination von Natur- und Geisteswissenschaften zögerlich akzeptiert.
In der vorliegenden Arbeit soll jedoch ein eben solcher Ansatz gewählt und eine unmöglich scheinende Verknüpfung aus zwei solchen Fächern angestrebt werden: nämlich der Ethnologie und der Informatik.
Verwendung finden dabei vergleichbare Ansätze innerhalb der Ethnologie wie EPOR, SCOT und die Social Construction of Facts and Artefacts, die sich der Relativierung von Technologie und Naturwissenschaften durch eine sozialkonstruktivistische Perspektive verschrieben haben. Durch die Darstellung der relativ neuen Disziplin des Ethnocomputing soll ein erster Ansatz präsentiert werden, wie die Informatik durch die Anwendung innerhalb der Ethnologie entstandener Thesen profitieren kann und umgekehrt.

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Inhaltsverzeichnis

1 Interdisziplinarität – ein pauschales Schlagwort und/oder ein vielversprechender Ansatz?

2 Fachgeschichte: Vergleichbare Herangehensweisen innerhalb der Ethnologie

2.1 EPOR und die Relativierung der Naturwissenschaften

2.2 SCOT und die Ausweitung der sozialkonstruktivistischen Perspektive auf Technik

2.3 Social Construction of Facts and Artefacts als Zusammenführung dieser Theorien

3 Ethnocomputing: Ein erstes Erschließen der Informatik als neues Themenfeld

3.1 Entstehung und theoretischer Rahmen

3.2 Zielsetzung und Anwendungsmöglichkeiten

4 Zusammenfassung und weiterführende Überlegungen zu dem Nutzen der Informatik für die Ethnologie

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial einer interdisziplinären Verknüpfung von Ethnologie und Informatik durch den Einsatz sozialkonstruktivistischer Theorien. Das primäre Ziel ist es, den Vorwurf der Absurdität einer solchen Kombination zu entkräften und aufzuzeigen, wie kulturwissenschaftliche Perspektiven die Informatik bereichern können, insbesondere im Hinblick auf Softwareentwicklung und Wissensvermittlung.

  • Sozialkonstruktivistische Ansätze in der Wissenschaftsgeschichte (EPOR, SCOT)
  • Grundlagen und theoretische Einbettung des Ethnocomputing
  • Überwindung der Trennung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften
  • Multikulturelles Lernen und Praxisanwendung in der Informatik
  • Kritik am Eurozentrismus innerhalb technischer Denkschemata

Auszug aus dem Buch

Social Construction of Facts and Artefacts als Zusammenführung dieser Theorien

Wie in den letzten beiden Abschnitten gezeigt wurde, können selbst so unkompatibel anmutende Bereiche wie Technologie und Naturwissenschaften mit Geisteswissenschaften verknüpft werden, indem man die soziale Komponente innerhalb der ersteren beiden anerkennt und gebührend aus sozialkonstruktivistischer Sicht untersucht.

Anhand des ähnlichen Aufbaus und gar der ähnlichen Begrifflichkeiten von EPOR und SCOT kann bereits erahnt werden, dass auch diese beiden Fachbereiche erneut einer Fusion unterzogen werden konnten, indem man sich die jeweiligen Unterschiede und Gemeinsamkeiten erneut vor Augen führt. Ein vergleichbarer Versuch wurde von Pinch, Trever und Bijker mit ihrer Einführung der “Social Construction of Facts and Artefacts” unternommen, welche hier kurz vorgestellt werden soll (für eine ausführlichere Darstellung siehe “The social construction of facts and artefacts: Or how the sociology of science and the sociology of technology might benefit each other”,1984).

Als erste dieser Gemeinsamkeiten kann man die Interpretative Flexibilität auffassen, welche in beiden Ansätzen von Bedeutung ist. Bei EPOR bezieht sich dieser Deutungsspielraum auf die unterschiedlichen Schlüsse, welche aus ein und denselben Daten gezogen werden können. Dem entgegengesetzt spielt bei SCOT die Anerkennung von unterschiedlichen Interpretationen zu einem technologischen Artefakt eine besondere Rolle, da sich aus der Kombination von Veränderungs- und Aneignungsprozessen der als endgültige Zustand eines Artefakts erreicht wird (Pinch, Trever und Bijker 1984: 421 f). Obwohl diese Ansätze natürlich jeweils auf Naturwissenschaften wahlweise Technologie angepasst werden, so kann man doch die allgemeine Gleichheit des zugrunde liegenden Konzeptes erahnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Interdisziplinarität – ein pauschales Schlagwort und/oder ein vielversprechender Ansatz?: Dieses Kapitel hinterfragt den inflationären Gebrauch des Begriffs Interdisziplinarität und führt in die Absicht ein, eine Brücke zwischen Ethnologie und Informatik zu schlagen.

2 Fachgeschichte: Vergleichbare Herangehensweisen innerhalb der Ethnologie: Hier werden zentrale sozialkonstruktivistische Theorien wie EPOR und SCOT vorgestellt, um zu verdeutlichen, wie Naturwissenschaft und Technik soziologisch betrachtet werden können.

2.1 EPOR und die Relativierung der Naturwissenschaften: Dieser Abschnitt erläutert das "Empirical Programme of Relativism" als Methode, um die Objektivität naturwissenschaftlicher Erkenntnisse durch den Fokus auf soziale Aushandlungsprozesse zu relativieren.

2.2 SCOT und die Ausweitung der sozialkonstruktivistischen Perspektive auf Technik: Es wird die "Social Construction of Technology" thematisiert, welche den Fokus auf die soziale Konstruktion technischer Artefakte und die Rolle relevanter sozialer Gruppen legt.

2.3 Social Construction of Facts and Artefacts als Zusammenführung dieser Theorien: Dieses Kapitel vergleicht EPOR und SCOT und zeigt durch deren Gemeinsamkeiten auf, dass eine fusionierte Perspektive auf Fakten und Artefakte möglich und sinnvoll ist.

3 Ethnocomputing: Ein erstes Erschließen der Informatik als neues Themenfeld: Das Kapitel führt in das Forschungsfeld Ethnocomputing ein, welches Informatikphänomene systematisch aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive beleuchtet.

3.1 Entstehung und theoretischer Rahmen: Hier wird der Ursprung des Ethnocomputing durch Matti Terdre und dessen Einbettung in den Konstruktivismus und die Ethnosciences beschrieben.

3.2 Zielsetzung und Anwendungsmöglichkeiten: Dieser Abschnitt diskutiert, wie Ethnocomputing durch die Berücksichtigung kultureller Kontexte Innovationen fördert und die Vermittlung von Informatik verbessern kann.

4 Zusammenfassung und weiterführende Überlegungen zu dem Nutzen der Informatik für die Ethnologie: Das Schlusskapitel resümiert die theoretischen Ansätze und bestärkt die Bedeutung eines flexiblen Umgangs zwischen den Disziplinen.

Schlüsselwörter

Ethnologie, Informatik, Ethnocomputing, Sozialkonstruktivismus, EPOR, SCOT, Interdisziplinarität, Wissenschaftsgeschichte, Soziologie des Wissens, Artefakte, Interpretative Flexibilität, Kulturelle Kontexte, Softwareentwicklung, Technologie, Matti Terdre

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Möglichkeiten, die Informatik mithilfe sozialwissenschaftlicher und ethnologischer Konzepte neu zu betrachten, um eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zu etablieren.

Welche wissenschaftlichen Theorien bilden das Fundament?

Das Fundament bilden das "Empirical Programme of Relativism" (EPOR) und die "Social Construction of Technology" (SCOT), die beide die soziale Konstruiertheit von Wissen und Technik betonen.

Was ist das zentrale Forschungsziel?

Das Ziel ist es, den Eindruck zu entkräften, eine Verbindung von Geistes- und Naturwissenschaften sei absurd, und stattdessen den Nutzen dieser Synergie für beide Bereiche aufzuzeigen.

Was versteht man unter Ethnocomputing?

Ethnocomputing ist ein Forschungsfeld, das Informatikphänomene unter Berücksichtigung ihrer sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Hintergründe untersucht.

Welche Rolle spielt die "Interpretative Flexibilität"?

Sie beschreibt den Deutungsspielraum bei wissenschaftlichen Ergebnissen oder technologischen Artefakten, der erst durch soziale Aushandlungsprozesse innerhalb einer "Scientific Community" oder Nutzergruppe begrenzt wird.

Warum wird die Informatik als Eurozentristisch kritisiert?

Weil bei der Gestaltung technischer Systeme oft eine rein westliche Logik vorausgesetzt wird, die andere kulturelle Perspektiven ausblendet und so Innovationen sowie das Verständnis für Nutzer anderer Herkunft einschränken kann.

Was bedeutet "Closure" im Kontext der EPOR?

Closure bezeichnet den Zustand, in dem eine wissenschaftliche Debatte endet, weil sich eine bestimmte Interpretation durchgesetzt hat und als allgemeingültiges Paradigma akzeptiert wird.

Wie kann Ethnocomputing konkret in der Softwareentwicklung helfen?

Es hilft Entwicklern, kulturelle Barrieren zu erkennen (z.B. bei der Symbolik oder Logik) und so Software zu erstellen, die für global diverse Nutzergruppen besser zugänglich und verständlich ist.

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Details

Title
Ansatz zur Verknüpfung von Ethnologie und Informatik
College
LMU Munich  (Institut für Ethnologie)
Course
Science and Technology Studies
Grade
1,0
Author
Verena Knerich (Author)
Publication Year
2014
Pages
19
Catalog Number
V281946
ISBN (eBook)
9783656787389
ISBN (Book)
9783656856498
Language
German
Tags
ansatz verknüpfung ethnologie informatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Knerich (Author), 2014, Ansatz zur Verknüpfung von Ethnologie und Informatik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281946
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