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Hybris- und Hochmutsphänomene der Älteren Tyrannis bei Herodot

Eine Analyse der Handlungen einzelner Tyrannen

Título: Hybris- und Hochmutsphänomene der Älteren Tyrannis bei Herodot

Trabajo de Seminario , 2010 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Markus Uehleke (Autor)

Historia universal - Antigüedad
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Der Begriff „Tyrann“ hat im Laufe der Jahrhunderte eine Wandlung auf mehreren Ebenen erfahren. Was eigentlich den Inhaber eines griechisch-antiken Ausnahmeamtes bezeichnete, ist heute zu einer Herabwürdigung des Charakters eines Menschen geworden. Dass der Tyrann der Antike dabei bereits in der zeitgenössischen Literatur neben seinem politischen Wirken vor allem aber persönlich beurteilt worden ist, kann kein Zufall sein, wenn man annimmt, dass es zur Errichtung einer Tyrannis eines ganz speziellen Charakters bedarf. Die vorliegende Arbeit hat es sich zum zwar nicht zum Ziel gemacht, eine solche Charakterologie zu entwerfen, stattdessen versucht sie aber, den Begriff der Tyrannis an seinen nähesten Quellen und ersten Bedeutungswandlungen zu untersuchen. Trotz der Anreicherung historischer Zeugnisse bleibt die Methode dieses Versuches weitestgehend phänomenologisch, d.h. es werden zunächst einige in Wesen, Bedeutung und Intention abgrenzende Begriffsbestimmungen vorangestellt, um deutlich zu machen, in welchen Zusammenhängen die geeigneten Charakterattribute zu verwenden seien. Daran schließt sich eine Aufteilung der untersuchten Begriffe in jene, die tatsächlich auf die antiken Tyrannen zutreffend sein mögen und in jene, die möglicherweise auf eine intentionalisierte und daher ahistorische Überlieferung zurückzuführen sein könnten. Dabei ist allein schon die Frage bemerkenswert, wieso es überhaupt zu einer fast durchweg negativ-anekdotenhaften Überlieferung gekommen war, wenn gleich nicht alle antiken Autoren ein negatives Gesamtbild der Tyrannen zeichnen, was natürlich im Hauptteil dieser Arbeit noch zu zeigen sein wird. Um die Aufteilung in ein historisch zutreffendes oder eventuell ahistorisches Begriffsverständnis vorzunehmen, wird es von zudem Interesse sein, einen Blick auf die damaligen ethischen Selbstanforderungen der Aristokratie zu werfen. So könnte diese Arbeit letztlich unter dem Forschungsaspekt stehen, zu zeigen, dass das Bild des Tyrannen nicht zufällig äußerst ambivalent überliefert worden ist, da wohl ebenso in der Antike bestimmte, im Hauptteil zu untersuchende Persönlichkeitsmerkmale, einem ethischen und gesellschaftlichen Urteil unterlegen haben müssen und es gerade diese Unentschiedenheit ist, inwiefern gewisse Charakterattribute als tugendhaft oder moralisch verwerflich anzusehen seien, die auch die ambivalente Überlieferung bedingen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A. Intention und Methodik

Hauptteil

B. Philosophischer Teil

I. Begriffsbestimmung des Hochmuts

I.1 Der Hochmut und seine Abgrenzungen

I.2 Mögliche Antonymbestimmung

I.3 Synonymbestimmung und mögliche Steigerung

II. Die aristotelische Ethik über die Hochgesinntheit

II.1 Warum der Hochmut erstrebenswert ist

II.2 Der Zusammenhang der aristotelischen Ethik und Staatstheorie

II.3 Konklusion und Rückbezug zur Forschungsfrage

C. Historischer Teil

III. Transfer des philosophischen Teils auf die Historien

III.1 Überleitung und Intention

III.2 Peisistratos

III.3 Aristagoras

III.4 Histiaios

III.5 Exkurs zu Herodots politischen Tendenzen

III.6 Kypselos

III.7 Periandros

Zusammenfassung/Schluss

D. Auswertung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ambivalente Bild antiker Tyrannen, indem sie den Begriff der "Tyrannis" an seinen Quellen – insbesondere bei Herodot – analysiert und diesen mit dem philosophischen Konzept des Hochmuts in der aristotelischen Ethik in Beziehung setzt.

  • Phänomenologische Bestimmung des Hochmuts als Charaktereigenschaft.
  • Die Konzeption der "Goldenen Mitte" und die aristotelische "Hochgesinntheit".
  • Historischer Transfer der philosophischen Begriffe auf Fallbeispiele wie Peisistratos, Aristagoras und Periandros.
  • Untersuchung der Differenzierung zwischen legitimem Hochmut und destruktiver Hybris.
  • Kritische Analyse von Herodots politischer Tendenz in der Darstellung der Tyrannen.

Auszug aus dem Buch

I.1 Der Hochmut und seine Abgrenzungen

Die deutsche Sprache weist im Gegensatz zum Lateinischen (superbia) oder etwa dem Englischen, wo es den Begriff „haughtiness“ zwar gibt, dem aber fast immer das gängigere Wort „pride“ vorgezogen wird, eine zunächst schlecht differenzierte Begriffsvielfalt betreffs des Hochmutes auf, weshalb es vonnöten sein wird, diesen für die spätere Arbeit zentralen Begriff klar abzugrenzen.

Vom bloßen Stolz unterscheidet sich der Hochmut sicher gänzlich qualitativ, ist also nicht bloß eine Verlängerung desselbigen, denn der Stolz erfordert stets ein Objekt auf das sich der dieser bezieht, während der Hochmut in seiner reinen Form einer objektlosen Grundhaltung des Geistes gleichkommt und einzig auf sich selbst oder den Selbstwert des Subjekts Bezug nimmt.

Ähnlich dazu grenzt sich der Übermut vom Hochmut ab, denn dieser erfordert ebenso eine Tätigkeit, bei welcher übermütig vorgegangen werden kann, während der Hochmut eine gewisse zeitliche Konsistenz voraussetzt und so quasi immerzu an dem Betroffenen haftet und damit auch tatsächlich eine Charaktereigenschaft ist. Der Stolz verhält sich also sozusagen als Akzidenz zu seiner Substanz, dem Hochmut.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Intention und Methodik: Der Autor erläutert den Bedeutungswandel des Tyrannenbegriffs und führt eine phänomenologische Methode ein, um antike Charaktere anhand ihrer Handlungen und der antiken Quellen kritisch zu bewerten.

B. Philosophischer Teil: Dieses Kapitel definiert Hochmut als eigenständige Charaktereigenschaft, grenzt ihn von Stolz und Eigendünkel ab und verortet ihn im Kontext der aristotelischen Ethik als erstrebenswerte Hochgesinntheit.

C. Historischer Teil: Die erarbeiteten philosophischen Konzepte werden auf historische Akteure wie Peisistratos, Aristagoras und Periandros angewendet, um ihr Handeln als entweder hochmütig oder hybrisch zu deuten.

D. Auswertung und Ausblick: Es wird resümiert, dass die Unterscheidung zwischen Hochmut und Hybris maßgeblich für das moralische Urteil über Tyrannen ist, wobei moderne diagnostische Ansätze als ergänzende, wenngleich wertfreie Perspektiven diskutiert werden.

Schlüsselwörter

Hochmut, Hybris, Aristoteles, Herodot, Tyrannis, Ethik, Charakterologie, Hochgesinntheit, Peisistratos, Periandros, griechische Antike, Philosophie, politische Theorie, Macht, Wertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Bild antiker Tyrannen durch eine interdisziplinäre Verbindung von Philosophie und Geschichtsschreibung, um zu klären, warum das Bild dieser Herrscher in der Antike so ambivalent überliefert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die philosophische Begriffsbestimmung von Hochmut, dessen Abgrenzung zur Hybris, die aristotelische Ethik sowie die historische Analyse von Tyrannen in den "Historien" des Herodot.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, eine methodische Trennung zwischen hochmütigem und hybrischem Verhalten bei antiken Tyrannen vorzunehmen, um deren Handlungen im Kontext zeitgenössischer ethischer Anforderungen zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen weitestgehend phänomenologischen Ansatz, der durch eine kritische Interpretation antiker Quellentexte sowie durch Rückgriffe auf die psychologische Begriffsbildung ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen philosophischen Teil, der die Begriffe Hochmut und Hochgesinntheit definiert, und einen historischen Teil, der diese Kategorien auf konkrete antike Tyrannen wie Peisistratos und Periandros anwendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Hochmut, Hybris, Aristoteles, Herodot und Tyrannis, da sie das theoretische Fundament und den historischen Untersuchungsgegenstand definieren.

Inwiefern unterscheidet sich der Hochmut bei Aristoteles von der negativen christlichen Sichtweise?

Aristoteles sieht den Hochmut als eine Form der "Hochgesinntheit" und damit als erstrebenswerte Tugend der Goldenen Mitte, während die christliche Tradition durch die Demutsforderung eine negative Konnotation etablierte.

Wie bewertet der Autor das Handeln des Periandros im Vergleich zu Kypselos?

Während die Herrschaft des Kypselos eher als hochmütig im Sinne einer Individuierung betrachtet wird, erfüllt Periandros durch seine bewusste Abkehr vom sozialen Normensystem und seine despotischen Akte die Kriterien der Hybris.

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Detalles

Título
Hybris- und Hochmutsphänomene der Älteren Tyrannis bei Herodot
Subtítulo
Eine Analyse der Handlungen einzelner Tyrannen
Universidad
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Alte Geschichte)
Curso
Die Ältere Tyrannis
Calificación
1,0
Autor
Markus Uehleke (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
18
No. de catálogo
V281992
ISBN (Ebook)
9783656759270
ISBN (Libro)
9783656759287
Idioma
Alemán
Etiqueta
Herodot Ältere Tyrannis Hybris Hochmut Phänomenologie Peisistratos Aristagoras Histiaios Kypselos Periandros
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Markus Uehleke (Autor), 2010, Hybris- und Hochmutsphänomene der Älteren Tyrannis bei Herodot, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281992
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