Einleitung
Die folgende Arbeit hat das Ziel, die Kindheitsbilder der Romantik anhand des Textes „Das fremde Kind“ von E.T.A. Hoffmann darzustellen, so wie den Text in Bezug auf diese Thematik zu durchleuchten.
Dazu werde ich zunächst einen kurzen Überblick über die literarische Epoche der Romantik und ihre Besonderheiten geben. Danach gehe ich speziell auf die Bedeutung der Kindheit in dieser Zeit ein, um die Darstellungen der Kindheitsbilder in Hoffmanns Text in den Gesamtkontext einordnen zu können.
Bevor ich konkret auf die Kindheitsbilder im Text eingehe, werde ich zuerst den Autor sowie den Text in den wesentlichen Zügen vorstellen. Ich werde mich hierbei und im folgenden so weit wie möglich auf die für das Thema relevanten Punkte beschränken.
Im weiteren Verlauf der Arbeit werden dann die unterschiedlichen Kindheitsbilder aus dem Text heraus gearbeitet. Ich beziehe mich hierbei auf die Ausführungen Dieter Richters aus seinem Buch „Das fremde Kind. Zur Entstehung der Kindheitsbilder im bürgerlichen Zeitalter“.
In Punkt 3.4 werde ich dann auf den eigentlichen hintergründigen Inhalt des Hoffmann`schen Textes zu sprechen kommen, den Verlust der Kindheit, der hier an Hand der Kinder aufgezeigt wird und auch in der Abfolge der Kindheitsbilder deutlich wird.
Der Text gibt sicher noch viele Anhaltspunkte, z. B. auf bestimmte stilistische Mittel, oder andere Details einzugehen, was hier jedoch vernachlässigt werden soll.
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Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE ROMANTIK
2.1 Ein Einblick
2.2 Kindheit in der Romantik
3 DAS FREMDE KIND – E.T.A. HOFFMANN
3.1 Der Autor
3.2 Der Text
3.2.1 Inhalt
3.2.2 Personen
3.2.2.1 Die Eltern
3.2.2.2 Die Kinder
3.2.2.3 Der Meister
3.2.2.4 Das fremde Kind
3.3 Die Kindheitsbilder – Dieter Richter
3.3.1 Naturkindheit versus Kunstkindheit
3.3.2 Kinderkulturkindheit
3.3.3 Schulkindheit (Pädagogische Kindheit)
3.3.4 Wunderkindheit
3.4 Verlust der Kindheit
4 SCHLUSSWORT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kindheitsbilder in der Epoche der Romantik anhand von E.T.A. Hoffmanns Werk „Das fremde Kind“. Das primäre Ziel besteht darin, den im Text dargestellten Verlust der Kindheit aufzuzeigen und die verschiedenen, durch Hoffmann entworfenen Kindheitskonzepte vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Erziehungsideale des bürgerlichen Zeitalters zu analysieren.
- Die literarische Epoche der Romantik und ihre Bedeutung für das Kindheitsbild.
- Die inhaltliche Analyse von E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen „Das fremde Kind“.
- Die Gegenüberstellung von Naturkindheit und künstlicher Standeskindheit.
- Die Auseinandersetzung mit pädagogischen Einflüssen und dem Verlust der Unschuld.
Auszug aus dem Buch
Naturkindheit versus Kunstkindheit
Die Unterschiede zwischen der Naturkindheit und der Kunstkindheit manifestiert Hoffmann anhand der Geschwisterpaare. Während Felix und Christlieb für die Naturkindheit stehen, werden Herrmann und Adelgunde zum Symbol für eine gekünstelte Standeskindheit.
Felix und Christlieb wachsen wohl behütet in ihrer engumgrenzten Umgebung auf. Sie haben einen direkten Bezug zur Natur, in die ihre Kindheit eingebunden ist. Soziale Differenzen sind ihnen fremd, alle Kinder scheinen gleich zu sein. Der Begriff der Kindheit ist hier ein weit gefaßter. Er umfaßt alle Kinder, ganz gleich welcher Schicht sie zugehören, und „trifft sich hier mit dem der ‚Menschheit‘.“ (Richter, 1987, S. 268)
In Kontrast hierzu tritt nun der Begriff der Kunstkindheit oder auch Standeskindheit. Hier steht der Stand der Kinder im Vordergrund. Um dieses Kindheitsbild zu verdeutlichen, macht sich Hoffmann Herrmann und Adelgunde zu Nutze. Beide werden als „Angehörige der feudalen Welt karikiert“ (Richter, 1987, S. 269) und durch ihre Beschreibung als kränklich und schüchtern bewußt in Gegensatz zu den gesunden und munteren ‚Naturkindern‘ gestellt (vgl.Thalmann, 1961, S.88). Zwar glänzen sie im Bereich der Wissenschaften, doch haben sie zum Beispiel Angst vor dem Hund und dürfen keinen Kuchen essen, da sie diesen nicht vertragen.
Wichtig ist an dieser Stelle, daß Hoffmann dieser Standeskindheit, an der er offensichtlich Kritik übt, nicht eine „bäuerliche oder bürgerliche Kindheit“ (Richter, 1987, S. 269) gegenüberstellt, sondern das „Ideal einer natürlichen Allgemeinkindheit“ (Richter, 1987, 269), die keine Klassendifferenzen kennt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Autorin legt die Zielsetzung dar, Kindheitsbilder in Hoffmanns Werk zu untersuchen und in den romantischen Gesamtkontext einzuordnen.
2 DIE ROMANTIK: Es erfolgt eine zeitliche Einordnung der Spätromantik sowie eine Darstellung des romantischen Grundkonflikts zwischen Ideal und Wirklichkeit.
3 DAS FREMDE KIND – E.T.A. HOFFMANN: Dieses Kapitel stellt Autor und Werk vor, analysiert die Akteure und diskutiert die unterschiedlichen Kindheitsbilder sowie den zentralen Prozess der Entfremdung.
4 SCHLUSSWORT: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Reflexion der Autorin über die literarische Genialität Hoffmanns und die gewonnenen Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Romantik, E.T.A. Hoffmann, Das fremde Kind, Kindheit, Naturkindheit, Kunstkindheit, Verlust der Kindheit, Erziehungskritik, Literaturanalyse, Pädagogik, Magister Tinte, Phantasie, Wirklichkeit, Fiktion, Kindheitsbilder.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert E.T.A. Hoffmanns Märchen „Das fremde Kind“ unter dem Aspekt der verschiedenen Kindheitsbilder, die während der literarischen Epoche der Romantik thematisiert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Kontraste zwischen natürlicher Kindheit und künstlicher Erziehung, der Einfluss von Wissenschaft und Standesdenken sowie der Verlust der kindlichen Phantasiewelt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch die Analyse der Kindheitsbilder in Hoffmanns Text aufzuzeigen, wie die „Zerstörung ursprünglichen Heils“ durch gesellschaftliche Zwänge dargestellt wird.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, ergänzt durch die Sekundärliteratur von Dieter Richter, um die Darstellungen in den historischen Kontext zu setzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der romantischen Epoche, die Analyse der Charaktere und Kindheitsmodelle im Text sowie eine tiefgehende Untersuchung des Verlusts der Kindheit durch den Einfluss von Magister Tinte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Romantik, Kindheitsbilder, Naturkindheit, Kunstkindheit, Entfremdung und Hoffmannsche Erziehungskritik.
Wer repräsentiert in der Erzählung den negativen Gegenpart zur kindlichen Natur?
Magister Tinte, der zugleich der Gnomenkönig Pepser ist, repräsentiert die negative pädagogische Instanz, welche die lebendige Phantasie der Kinder durch starres Wissen und Zucht unterdrücken will.
Welche Bedeutung kommt dem „fremden Kind“ als Figur zu?
Das fremde Kind fungiert als Symbol für die ungespaltene Einheit der Kindheit, das die Protagonisten an ihre ursprüngliche Naturverbundenheit erinnert, bevor sie sich durch die Konfrontation mit der „Erwachsenenwelt“ entfremden.
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- Catrin Schmitz (Author), 1999, Märchen der neuen Kindheit: E.T.A. Hoffmann "Das fremde Kind", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2820