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Der Rentierstaat Iran. Die Schwächen eines „starken“ Staates am Beispiel der Iranischen Revolution 1979

Title: Der Rentierstaat Iran. Die Schwächen eines „starken“  Staates am Beispiel der Iranischen Revolution 1979

Term Paper , 2013 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ann-Britt Ohlsen (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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8. September 1978 in Teheran. Auf dem Jaleh-Platz sind mehrere Tausend Demonstranten aufgelaufen, denen wiederrum Hunderte Streitkräfte der Iranischen Regierung gegenüberstehen. Schnell beginnt die Situation zu eskalieren. Mit bis zu 15.000 angegebenen Toten soll dieser Tag als Höhepunkt einer Revolution in die Geschichte eingehen, die noch Monate zuvor niemand hatte kommen sehen. Nur etwa 100 Tage sollte es letztendlich dauern, bis aus den anfänglich kleineren Protestbewegungen ein Sturz des monarchischen Regimes folgte und das Staatsoberhaupt, Mohammad Reza Pahlavi, nach 37 Jahren Amtszeit zur Flucht gezwungen wurde.
Selbst Experten und Wissenschaftler gerieten in Erklärungsnot, als deutlich wurde, dass der, nach den Kriterien Krasners, als „stark“ geltende Iranische Staat, sich nicht mehr zu wehren vermochte. Auch in der Debatte um das Rentierstaatskonzept herrschte Uneinigkeit, wurden doch die Entwicklungen im Iran als Widerspruch zu den Thesen der Rentierstaatstheorie gesehen, welche davon ausgeht, die Regierung in einem solchen Staat habe mittels Depolitisierung und Repression volle Kontrolle über die Gesellschaft.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rentierstaat

2.1. Begriffsdefinition

2.2. Die verschiedenen Arten von Renten

2.3. Das Verhältnis von Staat und Gesellschaft im Rentierstaat

3. Der „starke Staat“ nach Stephen Krasner

3.1. Begriffsdefinition

3.2. Die Stärken und Schwächen Arabischer Rentierstaaten

4. Rentierstaat Iran

4.1. Die politische Entwicklung des Iran von der Pahlavi-Dynastie zur Islamischen Republik

4.2. Einfluss rentierstaatlicher Strukturen auf die Entwicklung des Iran

5. Der Weg zur Iranischen Revolution 1979

5.1. Konflikte zwischen Staat und Gesellschaft zu Zeiten des Pahlavi-Regimes

5.2. Schwächung des Iranischen Staates aufgrund rentierstaatlicher Strukturen

5.3. Bazar-Ulama-Allianz

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern rentierstaatliche Strukturen in einem „starken Staat“ (nach der Definition von Stephen Krasner) zu einer inneren Schwächung beitragen können, die als Erklärungsfaktor für die Iranische Revolution von 1979 dient. Dabei wird analysiert, wie die Unabhängigkeit des Staates von gesellschaftlichen Steuerzahlungen und die resultierende politische Isolation die Stabilität des Pahlavi-Regimes untergruben.

  • Grundlagen der Rentierstaatstheorie und des Konzepts des „starken Staates“.
  • Analyse der rentierstaatlichen Strukturen im Iran unter der Pahlavi-Dynastie.
  • Untersuchung der Entfremdung zwischen Staat und Gesellschaft durch Depolitisierung.
  • Die Rolle der Bazar-Ulama-Allianz als treibende Kraft der Revolution.
  • Überprüfung des Paradoxons zwischen staatlicher Stärke und systemischer Krisenanfälligkeit.

Auszug aus dem Buch

5.2. Schwächung des Iranischen Staates aufgrund rentierstaatlicher Strukturen

Während der Missmut gegenüber der Regierung innerhalb der Gesellschaft schon lange vor eintreten der Revolutionsbewegung immer stärker spürbar wurde und sich schließlich zu Massenprotesten entwickelte, stand der Staatsapparat, auf Renteneintreibung und -verteilung konzentriert, dem isoliert gegenüber. Seine einzige Antwort blieb der Versuch, mit Hilfe seines mächtigen Repressionsapparates, die Proteste mit Gewalt zu beenden, was ihm zunächst auch gelang, mit einem traurigen Höhepunkt am 8. September 1978, der durch die tausenden Todesopfer als „schwarzer Freitag“ bekannt wurde.

Im Verborgenen aber bildeten sich innerhalb der Gesellschaft neue Bündnisse staatsfeindlicher Gruppen, die im Kampf gegen das Regime zusammenarbeiteten. Die Regierung auf der anderen Seite hatte, aufgrund der Depolitisierung der Gesellschaft, selbst letztlich nicht mehr genügend Verbündete, die beim Aufkeimen der Revolution Widerstand hätten leisten können. So wurde dem Rentierstaat Iran seine eigene Strategie der Depolitisierung am Ende selbst zum Verhängnis.

Ein weiterer Faktor, der den Staatsapparat durch seine rentierstaatlichen Strukturen von Seiten der Bevölkerung leicht angreifbar werden ließ, war die Abhängigkeit von den Einnahmen aus der Ölgewinnung. Durch eine Streikbewegung in diesem Sektor, gelang es den Revolutionären schnell, dem Regime seine ökonomische Basis zu entziehen und es damit in seiner Handlungsfähigkeit zu schwächen.

Während das Pahlavi-Regime sehr darauf bedacht war, durch Repression und Depolitisierung, die Organisation und Macht gesellschaftlicher Gruppen unter Kontrolle zu halten, versäumte es gleichzeitig, in Bezug auf sein eigenes System, starke organisatorische Strukturen aufzubauen, die es ihm ermöglicht hätten, auf die aufkeimende Revolutionsbewegung angemessen zu reagieren, was auch die Rasanz erklärt, mit der die Regierung schließlich von ihrem Thron enthoben wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Zäsur der Iranischen Revolution 1979 ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der paradoxen Schwächung eines vermeintlich „starken“ Rentierstaates.

2. Rentierstaat: Dieses Kapitel definiert den Rentierstaat als System, das sich primär aus externen Renten finanziert, und erläutert die daraus resultierende politische Unabhängigkeit und Depolitisierung der Gesellschaft.

3. Der „starke Staat“ nach Stephen Krasner: Hier wird der Begriff des „starken Staates“ als Maß für die Autonomie eines Staates gegenüber seiner Gesellschaft eingeführt und auf das Umfeld der Rentierstaaten angewendet.

4. Rentierstaat Iran: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Iran unter der Pahlavi-Dynastie und analysiert den spezifischen Einfluss der Ölrenten auf die wirtschaftliche und politische Struktur des Landes.

5. Der Weg zur Iranischen Revolution 1979: Dieser Hauptteil untersucht die Konfliktlinien zwischen Staat und Gesellschaft sowie die Rolle der Bazar-Ulama-Allianz als zentraler Akteur beim Sturz des Regimes.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die rentierstaatlichen Strukturen zwar kurzfristig zur Machtfestigung beitrugen, langfristig jedoch durch die soziale Isolation des Staates dessen Kollaps begünstigten.

Schlüsselwörter

Rentierstaat, Iranische Revolution 1979, Pahlavi-Dynastie, Starker Staat, Stephen Krasner, Ölrenten, Depolitisierung, Bazar-Ulama-Allianz, politische Legitimation, Rent-seeking, Repressionsapparat, Autonomie, soziale Transformation, Islamische Republik, Nahostpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Ursachen der Iranischen Revolution 1979 unter Anwendung der Rentierstaatstheorie und des Konzepts des „starken Staates“ nach Stephen Krasner.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Abhängigkeit von Rohstoffrenten, das Verhältnis zwischen Staat und Gesellschaft sowie die sozio-politischen Faktoren, die zur Erosion der Pahlavi-Herrschaft führten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, inwiefern rentierstaatliche Strukturen in einem „starken Staat“ zur Schwächung desselben beitragen und somit die plötzliche Revolutionsbewegung im Iran erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze zur Rentierstaatlichkeit mit einer historischen Fallstudie des Irans kombiniert.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse rentierstaatlicher Strukturen im Iran, die Konfliktlinien zwischen dem Pahlavi-Regime und gesellschaftlichen Gruppen sowie das Bündnis zwischen Bazar-Händlern und Klerus.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Rentierstaat, Depolitisierung, politische Autonomie, Islamische Revolution und die Bazar-Ulama-Allianz.

Warum wurde das Pahlavi-Regime trotz seiner Stärke gestürzt?

Die Arbeit argumentiert, dass die rentierstaatliche Struktur zwar eine kurzfristige Autonomie ermöglichte, den Staat jedoch von der Gesellschaft isolierte und ihm bei wegfallender wirtschaftlicher Performance die nötige Legitimationsbasis entzog.

Welche Rolle spielte die Bazar-Ulama-Allianz?

Diese Allianz war entscheidend, da sie über ein breites, staatlich nicht kontrollierbares Netzwerk verfügte und durch ihre finanzielle und moralische Macht zum wichtigsten innenpolitischen Gegenspieler des Schahs wurde.

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Details

Title
Der Rentierstaat Iran. Die Schwächen eines „starken“ Staates am Beispiel der Iranischen Revolution 1979
College
Free University of Berlin  (Otto Suhr Institut)
Grade
1,3
Author
Ann-Britt Ohlsen (Author)
Publication Year
2013
Pages
19
Catalog Number
V282091
ISBN (eBook)
9783656769385
ISBN (Book)
9783656769378
Language
German
Tags
Iran Rentierstaat Starker staat revolution islamische revolution iranische revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Britt Ohlsen (Author), 2013, Der Rentierstaat Iran. Die Schwächen eines „starken“ Staates am Beispiel der Iranischen Revolution 1979, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282091
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