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Übersetzung als Problem der Komplexität im Rahmen der Theorien von Talcott Parsons

Übersetzungskonflikte am Beispiel der Beschneidungsdebatte

Titel: Übersetzung als Problem der Komplexität im Rahmen der Theorien von Talcott Parsons

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Judith Kronschnabl (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Anhand der Differenzierungs- und Medientheorie des Soziologen und Systemtheoretikers Talcott Parsons herauszustellen, wie Übersetzungsprobleme in unserem Gesellschaft sozusagen systemimmanent sind und diese daraus entstehenden Komplikationen am Beispiel der unlängst geführten Beschneidungsdebatte aufzuzeigen, ist Ziel dieser Hausarbeit. Dazu soll mit einer knappen Einführung in die Differenzierungs- und Medientheorie und, damit einhergehend, der Klärung einiger zentraler Begriffe, sowie dem durch Parsons eingeführten AGIL-Schema begonnen werden. Nach der Darlegung des Gesellschaftsbegriffs und dem der gesellschaftlichen Gemeinschaft, soll im zweiten Teil der Hausarbeit das dargestellte Theoriegerüst in Bezug auf die Übersetzungskonflikte innerhalb der Beschneidungsdebatte praktische Anwendung finden. Dabei liegt der Fokus nicht auf den inhaltlichen Elementen des Zirkumzisions-Diskurses. Es soll vielmehr versucht werden, die systemtheoretischen Aspekte und der damit verbundenen Übersetzungsvorgänge in den Blick zu nehmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. TALCOTT PARSONS: DIFFERENZIERUNGS- UND MEDIENTHEORIE

2.1. AGIL-SCHEMA UND SOZIALE SYSTEME BEI PARSONS

2.2. GESELLSCHAFT UND GESELLSCHAFTLICHE GEMEINSCHAFT

3. ÜBERSETZUNGSKONFLIKTE AM BEISPIEL DER BESCHNEIDUNGSDEBATTE

4. SCHLUSSBEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Übersetzungskonflikte in modernen, funktional differenzierten Gesellschaften. Ziel ist es, unter Anwendung der Differenzierungs- und Medientheorie von Talcott Parsons aufzuzeigen, warum die öffentliche Debatte um die Beschneidung von Jungen aufgrund systemimmanenter Hindernisse zu keiner inhaltlichen Einigung zwischen den beteiligten Experten führen konnte.

  • Systemtheoretische Grundlagen nach Talcott Parsons
  • Funktionsweise des AGIL-Schemas und soziale Systeme
  • Die gesellschaftliche Gemeinschaft und ihre Integrationsfunktion
  • Ursachen und Mechanismen von Übersetzungskonflikten in pluralen Gesellschaften
  • Die Rolle des Rechts als allgemeiner normativer Code

Auszug aus dem Buch

3. Übersetzungskonflikte am Beispiel der Beschneidungsdebatte

Nachdem ein Richter des Kölner Landgerichts am 07. Mai 2012 die rituelle Beschneidung eines minderjährigen Jungen als Straftat, genauer: Körperverletzung, bewertete, brach daraufhin eine bundesweite Debatte aus. Diese gelangte bis in die Ethikkommission und schließlich zum Gesetzgeber. Mit großer Mehrheit hat der Bundestag das Gesetz zur rituellen Beschneidung von Jungen jüdischen und muslimischen Glaubens beschlossen. Dieses Gesetz sichert Eltern die Freiheit, ihre Söhne schon kurz nach der Geburt unter Einhaltung bestimmter Standards beschneiden zu lassen.

Diese Debatte gilt als exemplarisch für Probleme, die in modernen, funktional differenzierten Gesellschaften immer wieder auftreten und zeitweise für große Unsicherheit sorgen, sodass sich der Gesetzgeber in der Pflicht sieht, möglichst schnell für Rechtssicherheit zu sorgen um das Fortbestehen einer reibungslosen, normative Ordnung sicherzustellen.

Die Beschneidungsdebatte ist dabei nur ein Beispiel der „Folgeprobleme religiöser Pluralisierung“ (Fateh-Moghadam 2010, S.116). Ähnlich wie beim Thema der religiös motivierten Verschleierung von Frauen treffen auch hier unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Unterschiedliche Werte mit jeweils unterschiedlichen Motivationen wollen durchgesetzt werden und sollen am Ende rechtlich gegeneinander aufgewogen werden. Wieso es hier innerhalb eines Diskurses zwischen verschiedenen Experten nicht zur Einigung kommen wird und auch gar nicht kommen kann, ist mit systemtheoretisch mit dem Problem der Übersetzungskonflikte zu erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Vorstellung der Beschneidungsdebatte als Ausgangspunkt und Formulierung des Ziels, diese mittels der Theorie von Talcott Parsons als Problem systemimmanenter Übersetzungskonflikte zu analysieren.

2. TALCOTT PARSONS: DIFFERENZIERUNGS- UND MEDIENTHEORIE: Theoretische Herleitung der Systemtheorie, insbesondere des AGIL-Schemas sowie der Definition von Gesellschaft und gesellschaftlicher Gemeinschaft.

3. ÜBERSETZUNGSKONFLIKTE AM BEISPIEL DER BESCHNEIDUNGSDEBATTE: Anwendung des theoretischen Rahmens auf das empirische Beispiel der Beschneidungsdebatte, um die Unvereinbarkeit unterschiedlicher Sinnhorizonte darzulegen.

4. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Resümee, dass Übersetzungskonflikte in modernen Gesellschaften systemimmanent sind und Einigungen über den Diskurs nicht erreichbar, sondern nur durch rechtliche Normsetzung realisierbar sind.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Talcott Parsons, AGIL-Schema, Gesellschaftliche Gemeinschaft, Übersetzungskonflikte, Beschneidungsdebatte, Funktionale Differenzierung, Soziale Systeme, Sinnhorizonte, Normerhaltung, Rechtssicherheit, Integration, Pluralisierung, Wertverpflichtung, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Übersetzungskonflikte in modernen, funktional differenzierten Gesellschaften anhand einer systemtheoretischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierungs- und Medientheorie nach Talcott Parsons sowie deren Anwendung auf die öffentliche Debatte um die rituellen Beschneidungen von Jungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erklären, warum in komplexen Gesellschaften zwischen verschiedenen Experten-Systemen bei kontroversen Themen keine inhaltliche Einigung erzielt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die das AGIL-Schema und systemtheoretische Konzepte von Talcott Parsons als Analyseraster nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Systemtheorie von Parsons und die anschließende Übertragung dieser Erkenntnisse auf die Beschneidungsdebatte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Systemtheorie, AGIL-Schema, Übersetzungskonflikte, gesellschaftliche Gemeinschaft und funktionale Differenzierung.

Warum konnte in der Beschneidungsdebatte kein Konsens gefunden werden?

Da verschiedene gesellschaftliche Systeme wie Medizin, Recht und Religion ihre jeweils eigenen Codes und Sinnhorizonte nutzen, können sie die Perspektiven der anderen Systeme nicht in ihre eigene Logik übersetzen.

Welche Rolle spielt das Recht bei der Lösung solcher Konflikte?

Das Recht fungiert als allgemeiner normativer Code, der durch eine gesetzliche Regelung Handlungssicherheit schafft, wenn eine diskursive Einigung nicht möglich ist.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Übersetzung als Problem der Komplexität im Rahmen der Theorien von Talcott Parsons
Untertitel
Übersetzungskonflikte am Beispiel der Beschneidungsdebatte
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Übersetzungskonflikte
Note
1,0
Autor
Judith Kronschnabl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V282229
ISBN (eBook)
9783656770503
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Talcott Parsons Übersetzung Linguistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Judith Kronschnabl (Autor:in), 2014, Übersetzung als Problem der Komplexität im Rahmen der Theorien von Talcott Parsons, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282229
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Leseprobe aus  16  Seiten
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