Ist Gold eine sichere Geldanlage in Zeiten einer Wirtschaftskrise?


Hausarbeit, 2014

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Goldanlage

3. Chartanalyse
3.1 Chartanalyse von 2004 bis 2008
3.2 Chartanalyse von 2008 bis 2012

4. SWOT-Analyse
4.1 Stärken von Gold
4.2 Schwächen von Gold
4.3 Chancen aus Sicht des privaten Anlegers
4.4 Risiken aus Sicht des privaten Anlegers

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wirtschaftskrisen sind ein unumgängliches Übel des Kapitalismus, egal ob die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929, die Asienkrise im Jahr 1997/1998 oder die jüngste Weltwirtschaftskrise aus dem Jahr 2008. Sie gab es bereits in der Vergangenheit und wird es auch in der Zukunft geben.1 Für private Anleger bergen sie ein großes Risiko. Im Falle einer falschen Geldanlage droht der Verlust des investierten Geldes. Die Auswahl des richtigen Investments ist von essentieller Bedeutung.

Ein privater Investor sucht nach einer Geldanlage, die möglichst sicher ist und auch noch während und vor allem nach einer Wirtschaftskrise denselben Wert hat. Der Finanzmarkt bietet dafür viele verschiedene Produkte. Von den leicht verständlichen Aktien oder Anleihen, hinzu komplizierten derivativen Instrumenten mit klangvollen Namen, wie Discountzertifikat. Jedoch lässt sich eine Abhängigkeit dieser Produkte von den wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht leugnen. So ist der DAX im Zuge der Wirtschaftskrise von ca. 8100 Punkten am 01.01.2008 auf ca. 3700 Punkte am 01.01.2009 gesunken.2 Gleichzeitig reduzierte sich die Anzahl deutscher Aktienbesitzer von 4,05 Millionen im Jahr 2007 auf 3,62 Millionen im Jahr 2009.3 Die Abnahme der Aktionäre und das dadurch frei gewordene Kapital suchten Zuflucht in einer vermeintlich sichereren Geldanlage, in Gold. Die Goldnachfrage stieg dementsprechend während der jüngsten Wirtschaftskrise von 3.106 Tonnen im Jahr 2007, auf 4.587 Tonnen im Jahr 2011.4

In dieser Arbeit wird Gold als Anlagemöglichkeit in Augenschein genommen werden und die Möglichkeiten für private Anleger in Gold zu investieren erläutert. Anschließend folgt eine Chartanalyse des Goldpreises bis zum Jahr 2008 und ab dem Jahr 2008, um die Volatilität von Gold während einer Wirtschaftskrise zu analysieren. Mit Hilfe einer SWOT-Analyse werden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für einen privaten Investor herausgearbeitet.

Abschließend erfolgt ein Fazit unter Berücksichtigung der Leitfrage, ob Gold eine sichere Geldanlage in Zeiten einer Wirtschaftskrise darstellt.

2. Grundlagen der Goldanlage

Bevor man sich mit den verschiedenen Anlagemöglichkeiten in Gold beschäftigt, ist es wichtig erst einmal etwas über das Edelmetall zu erfahren. Gold ist das schwerstlösliche Edelmetall und verfügt über eine Dichte von 19,3 Gramm pro Kubikzentimeter und eine Schmelzpunkt von 1337 Grad Celsius. Das Wort „Gold“ kommt aus dem Indogermanischen und bedeutet so viel wie glänzend, blank, schimmernd. Sein chemisches Zeichen ist „AU“.5 Die drei größten goldproduzierenden Länder sind China mit 370 Tonnen im Jahr 2012, Australien mit 250 Tonnen und Amerika mit 230 Tonnen jeweils im Jahr 2012.6 Insgesamt wurden in diesem Jahr 2.848 Tonnen Gold gefördert7, dies entspricht 1,64% der insgesamt geförderten Menge von 174.100 Tonnen.8 Gold wird generell in Dollar gehandelt, so dass für ausländische Investoren mit einer anderen Währung als den Dollar noch ein Währungsrisiko besteht. Wie viel Euro beispielsweise ein deutscher Anleger beim Verkauf seines Goldes erhält, hängt nicht nur vom Goldpreis ab, sondern auch von dem Wechselkurs zwischen dem Dollar und dem Euro.9 Je nach Anlageart stehen dem Investor verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um das Währungsrisiko auszugleichen.

Dem privaten Anleger bieten sich verschiedene Möglichkeiten das Gold als Geldanlage zu nutzen. Bei jeder dieser Anlagearten partizipiert der Investor an der Entwicklung des Goldpreises. Der Unterschied besteht darin, in weit der Anleger das Gold tatsächlich, also physisch erhält. Durch die unterschiedliche Unterlegung mit physischem Gold entsteht auch eine differenzierte Risikogewichtung der Anlagearten. Diese lassen sich in drei Klassen unterteilen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Eigene Darstellung.

Die erste Klasse mit dem Titel „Risikoaversion“ beinhaltet, dass der Investor direkt physisches Gold für sein Geld erhält.

Die erste Option ist der klassische Kauf von Goldbarren mit einem Gewicht von 1 Gramm bis 1 Kilogramm. Gold in Barrenform wird häufig auch Bullion, kleine Barren Ingot und der klassische Londoner Goldbarren Bar genannt. Die Barren können entweder bei Banken oder Goldhändlern erworben werden. Der Preis des Barren partizipiert hierbei 1:1 mit dem Goldpreis. Der Käufer muss dafür einen Aufschlag für die Lieferung und die Herstellung des Barren bezahlen. Je kleiner der Barren, umso größer der Aufschlag im Verhältnis zum Wert des Barren. Zudem können dem Anleger eventuell noch Kosten für die Lagerung des Barren entstehen.10

Die zweite Möglichkeit besteht durch den Ankauf von Goldmünzen. Dem Anleger stehen viele verschiedene Goldmünzen zur Verfügung, wie zum Beispiel der Südafrikanische Krügerrand und der Amerikanische DoubleEagle, welche zu den Bekanntesten Goldmünzen zählen. Der Wert einer Goldmünze setzt sich sowohl aus dem Materialwert wie auch aus dem Sammlerwert zusammen. Der Sammlerwert ist für den Laien nur schwer bezifferbar und eine Risikoquelle. Daher sollte auf die Anlage in alte, eher unbekannte Goldmünzen verzichtet werden. Die bekannten Goldmünzen bieten eine flexible Handhabung. Die Lagerung ist weniger aufwendig als die der Barren und sie können jederzeit ohne Abschlag verkauft werden. Ihr Wert entwickelt sich exakt wie der Goldwert. Zur eigenen Sicherheit und vor Schutz gegen Betrüger, sollte der Anleger die Goldmünzen bei einer Bank seines Vertrauens kaufen.11

Die dritte Anlagemöglichkeit in der Klasse der Risikoaversion ist die Anlage in Goldschmuck. Dies ist wohl die schönste Möglichkeit sein Geld anzulegen, doch sie ist nur auf den ersten Blick lohnenswert. Der Preis von Goldschmuck setzt sich aus dem Wert des Materials, also des Goldpreises, und der investierten handwerklichen Arbeit zusammen. Der Anleger kauft Goldschmuck demnach mit einem erheblichen Aufschlag zum aktuellen Goldpreis. Die Wertentwicklung hängt nach dem Kauf nicht nur vom Goldpreis ab, sondern nicht unerheblichen von der aktuellen Mode. So ist die Gefahr, dass ein aus der Mode gekommenes Schmuckstück nur mit hohen Abschlägen verkauft werden kann.12

Die zweite Klasse birgt schon ein höheres Risiko. Der Anleger erhält nicht direkt physisches Gold und geht ein höheres Risiko ein.

Gold Exchange-Traded-Funds (kurz Gold ETF’s) sind eine beliebte Möglichkeit ohne viel Kapitaleinsatz an der Wertentwicklung von Gold zu profitieren. Der Emittent eines Gold ETF’s erwirbt physisches Gold in Höhe des festgesetzten Emissionsvolumens. Der Anleger hat nun die Möglichkeit einen Anteil an dem physischen Gold zu kaufen, in dem er einen ETF des Emittenten kauft. Die Höhe des Anteils an dem physischen Gold entspricht dem prozentualen Anteil der investierten Summe zum Fondvolumen. Der Anleger erwirbt also kein physisches Gold, sondern nur Anteile an einem Goldfonds. Das physische Gold des Fonds zählt zum Sondervermögen des Emittenten und ist somit von der Insolvenzmasse ausgeschlossen, es besteht kein Emittentenrisiko für den Anleger.13

Eine Alternative zu den ETF’s stellen die Aktien großer Goldproduzenten dar, so genannte Blue Chip Aktien. Der Vorteil ist, dass der Handel mit Aktien leichter und schneller abzuwickeln ist. Zudem erwartet den Investor eine größere Gewinnspanne, da er nicht nur an dem Kursgewinn der Aktie, sondern auch an etwaigen Dividendenzahlungen partizipiert. Gleichzeitig kann ein Anleger bereits mit geringerem Kapital einsteigen. Der Anleger investiert nicht mehr in das physische Gold, sondern in die Goldbranche. Das entspricht jedoch nicht mehr dem Zweck der Kapitalsicherung während einer Wirtschaftskrise, da Aktienkurse von externen Faktoren beeinflusst werden können.14

Die letzte Klasse ist rein spekulativ ausgerichtet. Das Ziel der Investoren in dieser Klasse ist es nicht, sein Kapital vor Wirtschaftskrisen zu schützen, sondern kurzfristig Gewinne mit dem Edelmetall Gold zu erzielen.

Die bekannteste Möglichkeit auf den Goldpreis zu spekulieren, sind die so genannten Zertifikate. Der Anleger kauft kein physisches Gold oder den Anspruch auf Gold, sondern ein Indexzertifikat auf den Goldpreis. Das Zertifikat bildet den Goldpreis dann 1:1 nach, so dass der Investor zu 100 Prozent an der Wertentwicklung des Goldpreises partizipiert. Der Anleger trägt in dem Fall das Emittentenrisiko, denn im Fall einer Insolvenz des Emittenten, ist das investierte Geld weg. Jedoch bieten spezielle Quanto-Zertifikate dem Anleger die Möglichkeit das oben genannte Währungsrisiko auszuschließen. Zum Zeitpunkt der Emission wird ein Wechselkurs zwischen beispielsweise Euro und Dollar festgelegt, dieser gilt dann für die komplette Laufzeit des Zertifikates. Diese Absicherung muss der Anleger durch einen höheren Spread, der Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis, bezahlen. Die meisten gehandelten Zertifikate bilden nicht nur den Goldpreis wieder, sondern haben zum Beispiel durch einen Capp begrenzte Gewinnmöglichkeiten. Überschreitet der Goldpreis diesen Capp, partizipiert er nicht mehr an dem über dem Capp liegendem Betrag, so genannte Discount- oder Capped-Bonus-Zertifikate.15

3. Chartanalyse

Die Idee der Chartanalyse ist es, aus der historischen Chartentwicklung die Entwicklung für die Zukunft abzuleiten. Die Generierung von Handelssignalen erfolgt dabei immer unter der Berücksichtigung, dass die Chartanalyse eine Prognose für die Zukunft, jedoch keine Diagnose abgibt. Es wird angenommen, dass der Chart bereits alle relevanten Informationen enthält. Wirtschaftliche Informationen und beispielsweise Unternehmenskennzahlen spielen keine Rolle. Es wird zuerst der Chart vom Jahr 2004 bis 2008 untersucht werden, um den bisherigen Verlauf des Goldpreises außerhalb einer Wirtschaftskrise zu analysieren. Anschließend wird der Goldpreis ab der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 untersucht werden.

3.1 Chartanalyse von 2004 bis 2008

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Eigene Darstellung mit Daten von www.finanzen.net

Der Chart beginnt Anfang des Jahres 2004 mit einem Goldpreis von 411 USD/Unze. Der Goldpreis steigt im Laufe der nächsten zwei Jahre geringfügig, aber konstant. Dies zeigt sich auch an der positiven Trendlinie (Punkt 1), die einen Aufwärtstrend symbolisiert, der durch einen weiter steigende Goldpreise bestätigt wird. Generell fällt die Steigung zwischen dem Jahr 2004 und dem Jahr 2006 jedoch gering aus. Das äußert sich darin, dass kein großer Wertzuwachs des Goldpreises vorliegt. Leichte Ausbrecher, wie im November 2004, wo der Goldpreis 454 USD/Unze lag, bleiben die Ausnahme. Das Handelsvolumen verhält sich ähnlich wie der Goldpreis. Es steigt konstant auf einem niedrigen Niveau. Es herrscht eine geringe Bewegung am Goldmarkt. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Anleger positiv gestimmt waren und ihr Geld in Aktien oder Anleihen investierten. Dennoch steigt sowohl der Goldkurs als auch das Handelsvolumen. Der Markt ist demnach bullish und es ist davon auszugehen, dass der Markt die steigenden Goldpreise annimmt und bereit für weitere Erhöhungen ist.16

Der nächste Hochpunkt wurde Ende des Jahres 2005 erreicht, der Goldpreis lag bei 528 USD/Unze. Seit dem stieg der Goldpreis deutlich an, zu erkennen an dem stark steigenden, kurzfristigen Aufwärtstrend (erste gelbe Trendlinie). Simultan zu dem steigenden Goldpreis erhöhte sich auch das Handelsvolumen des Marktes. Der positive Trend setzte sich bis zum Mai 2006 fort. Dort erreicht der Goldpreis am 11. Mai die 720 USD/Unze Marke und lag damit bereits 75,18% über dem Wert aus dem Jahr 2004. Das Handelsvolumen schoss an diesem Tag ebenfalls in die Höhe und lag deutlich über den bisherigen Werten. Dieser starke Anstieg des Goldpreises nach einer langen Aufwärtstrendphase gepaart mit einem überdurchschnittlich hohem Handelsvolumen ist ein Signal für eine Ausverkauf an der Spitze und signalisiert normalerweise eine Trendwende des Marktes. Der Goldpreis fiel im Zuge dessen deutlich unter die 600 USD/Unze Grenze. Er erholte sich aber schnell wieder und setzte seinen Aufwärtstrend fort, jedoch ohne den Gap vom 11. Mai 2006 (Punkt 3) zu durchbrechen (Punkt 2). Das Handelsvolumen erhöhte sich nach einer kurzen Tiefphase wieder und stieg simultan zu dem Goldpreis. Anfang September 2007 zog der Goldpreis stark an und steuerte auf die 720 USD/Unze Gap-Marke zu (zweite Gelbe Trendlinie). Zusammen mit einem steigendem Handelsvolumen durchbrach der Goldpreis im Oktober 2007 erstmals die 800 USD/Unze grenze und ließ den alten Gap hinter sich.

Der Chart vom Jahr 2004 bis zum Jahr 2008 zeigt einen insgesamt exponentiellen Verlauf. Kleinere Ausschläge sind zu vernachlässigen und haben keine Auswirkungen auf den eindeutigen Aufwärtstrend des Goldpreises. Das insgesamt zunehmende Handelsvolumen zeigt deutlich, dass sich die Anleger für Gold interessieren. Dies könnte im Zusammenhang mit der bevorstehenden Wirtschaftskrise und der allmählichen Unsicherheit an den Finanzmärkten liegen. Es entsteht eine erhöhte Nachfrage nach Gold, wodurch der steigende Goldpreis zu erklären ist.

[...]

1 Vgl. Plumpe, Werner (2010), S.13 ff.

2 Vgl. o.V. (2014), www.finanzen.net (Siehe Internetverzeichnis)

3 Vgl. o.V. (2014), www,statista.com (Siehe Internetverzeichnis)

4 Vgl. o.V. (2014), www.statista.com (Siehe Internetverzeichnis)

5 Vgl. Eibl, Christoph (2005), S. 25

6 Vgl. o.V. (2014), www.statista.com (Siehe Internetverzeichnis)

7 Vgl. Groß, Oliver (2013), www.rohstoffenews.de (Siehe Internetverzeichnis)

8 Vgl. o.V. (2014), www.gold.org (Siehe Internetverzeichnis)

9 Vgl. o.V. (2014), www.edelmetalle.eu (Siehe Internetverzeichnis)

10 Vgl. Siebers, Alfred (1989), 54 ff.

11 Vgl. Siebers, Alfred (1989), 55 f.

12 Ebenda

13 Vgl. Adajania, Kayezad; Kumar, Rajesh (2008), S. 50

14 Vgl. Schwarze, Norman (2009), S. 95

15 Vgl. Merten, Hans-Lothar (2009), S. 72

16 Vgl. Person, John L. (2007)

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Ist Gold eine sichere Geldanlage in Zeiten einer Wirtschaftskrise?
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V282285
ISBN (eBook)
9783656770060
ISBN (Buch)
9783656838715
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gold, geldanlage, zeiten, wirtschaftskrise
Arbeit zitieren
Thorben Bockelmann (Autor), 2014, Ist Gold eine sichere Geldanlage in Zeiten einer Wirtschaftskrise?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282285

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