Wirtschaftskrisen sind ein unumgängliches Übel des Kapitalismus, egal ob die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929, die Asienkrise im Jahr 1997/1998 oder die jüngste Weltwirtschaftskrise aus dem Jahr 2008. Sie gab es bereits in der Vergangenheit und wird es auch in der Zukunft geben. Für private Anleger bergen sie ein großes Risiko. Im Falle einer falschen Geldanlage droht der Verlust des investierten Geldes. Die Auswahl des richtigen Investments ist von essentieller Bedeutung.
Ein privater Investor sucht nach einer Geldanlage, die möglichst sicher ist und auch noch während und vor allem nach einer Wirtschaftskrise denselben Wert hat. Der Finanzmarkt bietet dafür viele verschiedene Produkte. Von den leicht verständlichen Aktien oder Anleihen, hinzu komplizierten derivativen Instrumenten mit klangvollen Namen, wie Discountzertifikat. Jedoch lässt sich eine Abhängigkeit dieser Produkte von den wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht leugnen. So ist der DAX im Zuge der Wirtschaftskrise von ca. 8100 Punkten am 01.01.2008 auf ca. 3700 Punkte am 01.01.2009 gesunken. Gleichzeitig reduzierte sich die Anzahl deutscher Aktienbesitzer von 4,05 Millionen im Jahr 2007 auf 3,62 Millionen im Jahr 2009. Die Abnahme der Aktionäre und das dadurch frei gewordene Kapital suchten Zuflucht in einer vermeintlich sichereren Geldanlage, in Gold. Die Goldnachfrage stieg dementsprechend während der jüngsten Wirtschaftskrise von 3.106 Tonnen im Jahr 2007, auf 4.587 Tonnen im Jahr 2011.
In dieser Arbeit wird Gold als Anlagemöglichkeit in Augenschein genommen werden und die Möglichkeiten für private Anleger in Gold zu investieren erläutert. Anschließend folgt eine Chartanalyse des Goldpreises bis zum Jahr 2008 und ab dem Jahr 2008, um die Volatilität von Gold während einer Wirtschaftskrise zu analysieren. Mit Hilfe einer SWOT-Analyse werden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für einen privaten Investor herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Goldanlage
3. Chartanalyse
3.1 Chartanalyse von 2004 bis 2008
3.2 Chartanalyse von 2008 bis 2012
4. SWOT-Analyse
4.1 Stärken von Gold
4.2 Schwächen von Gold
4.3 Chancen aus Sicht des privaten Anlegers
4.4 Risiken aus Sicht des privaten Anlegers
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung von Gold als sichere Geldanlage für private Investoren während wirtschaftlicher Krisenzeiten, analysiert die historische Kursentwicklung mittels Charttechnik und bewertet das Anlageinstrument durch eine SWOT-Analyse.
- Methodische Untersuchung der Goldpreisentwicklung in Krisen- und Nicht-Krisenzeiten
- Kategorisierung von Gold-Anlageformen nach Risiko- und Ertragsaspekten
- Analyse der Stärken und Schwächen von Gold als Assetklasse
- Bewertung der Chancen und Risiken für private Anleger im aktuellen Marktumfeld
Auszug aus dem Buch
3.1 Chartanalyse von 2004 bis 2008
Der Chart beginnt Anfang des Jahres 2004 mit einem Goldpreis von 411 USD/Unze. Der Goldpreis steigt im Laufe der nächsten zwei Jahre geringfügig, aber konstant. Dies zeigt sich auch an der positiven Trendlinie (Punkt 1), die einen Aufwärtstrend symbolisiert, der durch einen weiter steigende Goldpreise bestätigt wird. Generell fällt die Steigung zwischen dem Jahr 2004 und dem Jahr 2006 jedoch gering aus. Das äußert sich darin, dass kein großer Wertzuwachs des Goldpreises vorliegt. Leichte Ausbrecher, wie im November 2004, wo der Goldpreis 454 USD/Unze lag, bleiben die Ausnahme. Das Handelsvolumen verhält sich ähnlich wie der Goldpreis. Es steigt konstant auf einem niedrigen Niveau. Es herrscht eine geringe Bewegung am Goldmarkt. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Anleger positiv gestimmt waren und ihr Geld in Aktien oder Anleihen investierten. Dennoch steigt sowohl der Goldkurs als auch das Handelsvolumen. Der Markt ist demnach bullish und es ist davon auszugehen, dass der Markt die steigenden Goldpreise annimmt und bereit für weitere Erhöhungen ist.
Der nächste Hochpunkt wurde Ende des Jahres 2005 erreicht, der Goldpreis lag bei 528 USD/Unze. Seit dem stieg der Goldpreis deutlich an, zu erkennen an dem stark steigenden, kurzfristigen Aufwärtstrend (erste gelbe Trendlinie). Simultan zu dem steigenden Goldpreis erhöhte sich auch das Handelsvolumen des Marktes. Der positive Trend setzte sich bis zum Mai 2006 fort. Dort erreicht der Goldpreis am 11. Mai die 720 USD/Unze Marke und lag damit bereits 75,18% über dem Wert aus dem Jahr 2004. Das Handelsvolumen schoss an diesem Tag ebenfalls in die Höhe und lag deutlich über den bisherigen Werten. Dieser starke Anstieg des Goldpreises nach einer langen Aufwärtstrendphase gepaart mit einem überdurchschnittlich hohem Handelsvolumen ist ein Signal für eine Ausverkauf an der Spitze und signalisiert normalerweise eine Trendwende des Marktes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Wirtschaftskrisen ein und stellt Gold als potenzielle Zuflucht für Anleger zur Diskussion.
2. Grundlagen der Goldanlage: Dieses Kapitel definiert Gold als Anlagegut und unterteilt die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten in die Kategorien risikoavers, risikobewusst und chancenorientiert.
3. Chartanalyse: Hier wird die historische Preisentwicklung von Gold in zwei Zeiträumen betrachtet, um Trends und Marktverhalten außerhalb und während der Wirtschaftskrise von 2008 zu identifizieren.
3.1 Chartanalyse von 2004 bis 2008: Das Kapitel dokumentiert den stetigen, moderaten Aufwärtstrend des Goldpreises und das niedrige Handelsvolumen vor der Finanzkrise.
3.2 Chartanalyse von 2008 bis 2012: Diese Analyse beleuchtet die massive Marktbewegung und Volatilität des Goldpreises während und nach der globalen Finanzkrise.
4. SWOT-Analyse: In diesem Teil werden die internen Stärken und Schwächen sowie die externen Chancen und Risiken für Privatanleger systematisch gegenübergestellt.
4.1 Stärken von Gold: Dieser Abschnitt betont die Wertbeständigkeit, begrenzte Verfügbarkeit und Steuerfreiheit bei physischem Gold als zentrale Vorteile.
4.2 Schwächen von Gold: Die fehlende Verzinsung und die laufenden Kosten für eine sichere Lagerung werden hier als Nachteile identifiziert.
4.3 Chancen aus Sicht des privaten Anlegers: Hier wird Gold als Absicherung gegen Inflation und als diversifizierendes Element im Portfolio bewertet.
4.4 Risiken aus Sicht des privaten Anlegers: Dieser Abschnitt thematisiert die Gefahren durch Spekulation, Volatilität und die mögliche Abhängigkeit von großen Hedgefonds.
5. Fazit: Das abschließende Fazit bewertet Gold als werthaltiges, aber spekulativ beeinflussbares Instrument und empfiehlt eine gezielte Beimischung im Portfolio.
Schlüsselwörter
Gold, Goldpreis, Wirtschaftskrise, Geldanlage, Chartanalyse, SWOT-Analyse, Volatilität, physisches Gold, Gold-ETF, Diversifikation, Inflationsschutz, Finanzmarkt, Spekulation, Anlagemöglichkeiten, Goldnachfrage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob und inwieweit Gold als sichere Geldanlage für private Investoren in Krisenzeiten wie der Finanzkrise ab 2008 fungieren kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit deckt die Grundlagen der Goldanlage, eine technische Chartanalyse zur Preisentwicklung und eine strategische SWOT-Analyse der Chancen und Risiken ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, ob Gold als Schutzinstrument gegen Wertverluste während Wirtschaftskrisen geeignet ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Chartanalyse zur historischen Kursbewertung sowie die SWOT-Analyse zur strukturierten Bewertung der Anlageform.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Anlageklassen (physisches Gold, ETFs, Zertifikate), die historische Chartauswertung und die SWOT-Betrachtung aus Anlegersicht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Goldpreis, Volatilität, Krisenschutz, Diversifikation und Spekulationsrisiken geprägt.
Warum wird Gold in der Arbeit als "spekulationsanfällig" eingestuft?
Die Arbeit weist darauf hin, dass große Hedgefonds den Goldpreis durch kurzfristige Nachfrage künstlich treiben können, was zu Volatilität zulasten des Privatanlegers führt.
Welche Empfehlung gibt der Autor für die Portfolio-Diversifikation?
Der Autor empfiehlt, nicht das gesamte Kapital in Gold zu investieren, sondern es als angemessenen Anteil zur Diversifikation zu nutzen, um Risiken zu streuen.
- Citation du texte
- Thorben Bockelmann (Auteur), 2014, Ist Gold eine sichere Geldanlage in Zeiten einer Wirtschaftskrise?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282285