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Die Bedeutung des "Feindbilds Sowjetunion" für die Theorie des demokratischen Friedens

Title: Die Bedeutung des "Feindbilds Sowjetunion" für die Theorie des demokratischen Friedens

Seminar Paper , 2014 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kristof Benninger (Author)

Politics - Region: Russia
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Die Intention dieser Hausarbeit besteht darin, aus dem Verhalten der westlichen Demokratien gegenüber der Sowjetunion im Kalten Krieg Erklärungsansätze für das außenpolitisch konfliktträchtige Gebaren der Demokratien gegenüber autoritären Staaten zu finden.
In den weiteren Kapiteln wird das Selbstbild der westlichen Demokratien dargestellt (Kapitel 2), das „Feindbild Sowjetunion“ anhand von politischen Reden, Meinungen und Medienberichten erläutern (Kapitel 3), Erklärungsansätze für das konfliktträchtige Verhalten des Westens aufbereiten (Kapitel 4) und letztlich im Fazit (Kapitel 5) die Erkenntnisse dieser Arbeit zur Beantwortung der zentralen Fragestellung zusammentragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Selbstbild und Rollenverständnis westlicher Demokratien

3 Das Feindbild Sowjetunion

4 Erklärungsansätze für das Verhalten der westlichen Demokratien

4.1 Unterschiedliche Werte und Normen

4.2 Potentielle Bedrohung für die eigene Sicherheit

4.3 Konkurrent um Einflusssphären

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das außenpolitische Gebaren westlicher Demokratien gegenüber autoritären Regimen, speziell anhand des historischen Beispiels des „Feindbildes Sowjetunion“ während des Kalten Krieges, um die Frage zu beantworten, warum Demokratien in solchen Konstellationen teils aggressiv und gewaltbereit agieren.

  • Konstruktion und Funktion von Feindbildern in der internationalen Politik
  • Selbstbild der westlichen Demokratien und die "westliche Wertegemeinschaft"
  • Rolle von ideologischen Differenzen und Sicherheitsdilemmata
  • Bedeutung von Macht- und Einflusskonkurrenz
  • Analyse des Kalten Krieges als ideologischer Systemkonflikt

Auszug aus dem Buch

3 Das Feindbild Sowjetunion

Bevor ich das „Feindbild Sowjetunion“ rekonstruiere, gilt es erst mal zu klären, was ein Feindbild überhaupt ist. Feindbilder sind negative Vorurteile, die sich auf Gruppen, Völker, Ethnien, Staaten oder Ideologien beziehen und dabei oftmals mit Bedrohungsängsten und dem Wunsch nach Vernichtung des Feindes verbunden sind (Sommer 2004, S. 303). Feindbilder können wahrheitsgemäße Inhalte aufweisen, deren Bewertung jedoch extrem negativ dargestellt wird (Sommer 2004, S. 303). „Allein die Nennung des ‚Feind‘-Namens (z.B. Sowjetunion, Juden, Muslime) führt zu einem Bündel negativer Bewertungen und Gefühle“ (Sommer 2004, S. 304; Hervorhebung i.O.). Krell bezeichnet daher Feindbilder nicht unschlüssig als totalisierend (Krell 2009, S. 401). In ihrer Funktion dienen Feindbilder dem positiven Selbstbild der „Guten“ (Stärkung des Selbstwerts), der Rechtfertigung von Gewaltanwendung, der gezielten Meinungsmanipulation, der Stärkung der Rolle des Militärs als „Schutzherr“ vor einem externen Aggressor, der damit verbundenen Rechtfertigung von Rüstungsausgaben, der Einigung der Gesellschaft durch einen gemeinsamen Feind sowie der Simplifizierung internationaler Probleme (Sommer 2004, S. 310 ff.). Feindbildkonstruktionen bauen auf Identitätsbildungsprozessen auf (Schrader 2006, S. 251). Der basale Befund der Identitätsforschung lautet, dass Angehörige einer Gruppe dazu neigen, andere Gruppen, ob intendiert oder nicht, zu kategorisieren (Schrader 2006, S. 251). Dabei passiert die Ausprägung von Selbst- und Fremdbildern, von „uns“ und „denen“, gleichsam automatisch (Schrader 2006, S. 251).

Die Relevanz der Sowjetunion als repräsentatives Beispiel zur Ableitung von Erklärungsansätzen allgemeiner Natur für den zweiten Befund des „demokratischen Friedens“ ergibt sich aus dem „Charakter“ des Kalten Krieges. Die UdSSR kann für die Entwicklung von Erklärungsansätzen deshalb herangezogen werden, weil es sich bei dem damaligen Konflikt nicht primär um einen Konflikt über strittige Territorien gehandelt hat oder um einen Wettstreit über wirtschaftliche Ressourcen. All diese Punkte spielten nur eine untergeordnete Rolle. Es ging um unterschiedliche Weltbilder, Wertvorstellungen und Gesellschaftsordnungen, also um all das Jenseits materieller Güter, was Thomas Risse-Kappen als wichtig für das Verhalten eines demokratischen Staates gegenüber einem anderen Staat erachtet (siehe Kapitel 2, S. 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit und führt in die Thematik der Ambivalenz außenpolitischen Verhaltens demokratischer Staaten ein.

2 Selbstbild und Rollenverständnis westlicher Demokratien: Dieses Kapitel erläutert die konstituierenden Elemente westlicher Demokratien und zeigt auf, wie ein starkes Wir-Gefühl zur Abgrenzung gegenüber nicht-demokratischen Staaten beiträgt.

3 Das Feindbild Sowjetunion: Hier wird die Entstehung und Funktion des Feindbildes gegenüber der Sowjetunion analysiert, gestützt durch politische Rhetorik und Medienberichte des Kalten Krieges.

4 Erklärungsansätze für das Verhalten der westlichen Demokratien: Das Kapitel bietet eine systematische Analyse der Gründe für das aggressive Gebaren, unterteilt in normative Differenzen, Sicherheitsängste und Machtkonkurrenz.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass divergierende Werte und Bedrohungsängste maßgeblich zum Konfliktverhalten gegenüber autoritären Regimen beitragen.

Schlüsselwörter

Demokratischer Frieden, Feindbild, Sowjetunion, Kalter Krieg, Außenpolitik, liberale Demokratien, Identitätsforschung, Sicherheitsdilemma, Ideologie, Systemkonflikt, westliche Wertegemeinschaft, Machtpolitik, Bedrohungsangst, Außenpolitische Aggression, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die scheinbare Widersprüchlichkeit, dass Demokratien zwar friedlich miteinander umgehen, sich gegenüber nicht-demokratischen Staaten jedoch oft aggressiv verhalten, und nutzt dazu das historische Beispiel des Feindbildes Sowjetunion.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Theorie des demokratischen Friedens, die Konstruktion von Feindbildern, Identitätsbildungsprozesse in der Außenpolitik sowie die ideologische Systemkonkurrenz des Kalten Krieges.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Erklärungsansätze für das außenpolitisch konfliktträchtige Verhalten westlicher Demokratien gegenüber autoritären Regimen zu identifizieren, abgeleitet aus dem Verhalten gegenüber der ehemaligen Sowjetunion.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die Konzepte der Politikwissenschaft und Sozialpsychologie mit historischen Belegen (Reden, Medien, Dokumente) zum Ost-West-Konflikt verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des westlichen Selbstbildes, die Rekonstruktion des sowjetischen Feindbildes sowie eine detaillierte Aufarbeitung der Erklärungsansätze für das aggressive Vorgehen, wie normative Differenzen und geopolitische Machtinteressen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Demokratischer Frieden, Systemkonflikt, Feindbildkonstruktion, Ideologische Divergenz und Sicherheitsdilemma.

Welche Rolle spielt das "Wir-Gefühl" für das Verhalten der Demokratien?

Das Wir-Gefühl führt zur Konstitution einer "in-group" (westliche Wertegemeinschaft), was die scharfe Abgrenzung zu einer "out-group" (nicht-demokratische Staaten) und damit eine diskreditierende Haltung gegenüber diesen begünstigt.

Warum wird im Fazit ein Vergleich zum Iran gezogen?

Der Autor nutzt den Iran als Beispiel, um zu zeigen, dass die Mechanismen der Bedrohungskonstruktion und der Abwertung ideologischer Gegner, die im Kalten Krieg gegenüber der UdSSR wirkten, auch in der aktuellen Außenpolitik relevant bleiben.

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Details

Title
Die Bedeutung des "Feindbilds Sowjetunion" für die Theorie des demokratischen Friedens
College
University of Hagen  (Politikwissenschaft)
Grade
2,0
Author
Kristof Benninger (Author)
Publication Year
2014
Pages
30
Catalog Number
V282343
ISBN (eBook)
9783656820710
ISBN (Book)
9783656821083
Language
German
Tags
Sowjetunion Demokratischer Frieden Kalter Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristof Benninger (Author), 2014, Die Bedeutung des "Feindbilds Sowjetunion" für die Theorie des demokratischen Friedens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282343
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