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Veränderungen des Zeitbegriffs zwischen Mittelalter und Renaissance. „Die Besteigung des Mont Ventoux“ von Francesco Petrarca

Title: Veränderungen des Zeitbegriffs zwischen Mittelalter und Renaissance.  „Die Besteigung des Mont Ventoux“ von Francesco Petrarca

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 19 Pages , Grade: 3

Autor:in: Jan Taussig (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit wird versucht, sich der Zeitauffassung im Mittelalter im Gegensatz zur Renaissance zu nähern. Welchen Stellenwert hatte die Zeit in welcher Epoche, was waren die geschichtlichen Gründe hierfür und wie wurde das Thema künstlerisch verarbeitet? Dies sind die zentralen Fragen, denen nachgegangen werden soll. Francesco Petrarcas „Die Besteigung des Mont Ventoux“ gilt als epochenübergreifender Text. Ob er auch inhaltlich und / oder formal exemplarisch für den Bedeutungswandel und die Stellenwertverschiebung des Zeitbegriffes in der Übergangsszeit vom Mittelalter zur Renaissance gelten kann, wird zu erörtern sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung, Zielsetzung, Erläuterung des Aufbaus

2. Mittelalter

2.1 Historische Rahmenbedingungen für die Zeitwahrnehmung im Mittelalter

2. 2 Künstlerische Umsetzung

3. Renaissance

3.1 Historische Rahmenbedingungen für die Zeitwahrnehmung in der Renaissance

3. 2 Künstlerische Umsetzung

4. Anwendung auf „Die Besteigung des Mont Ventoux

5. Ergebnis

6. Literaturliste

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Bedeutungswandel des Zeitbegriffs im Übergang vom Mittelalter zur Renaissance. Anhand von historischen Rahmenbedingungen und literarischen Beispielen wird analysiert, inwieweit Francesco Petrarcas Werk „Die Besteigung des Mont Ventoux“ als exemplarisch für diesen epochenübergreifenden Transformationsprozess gelten kann.

  • Zeitwahrnehmung im mittelalterlichen Weltbild
  • Ökonomische und anthropozentrische Einflüsse der Renaissance
  • Vergleich der künstlerischen Umsetzung von Raum und Zeit
  • Analyse der Hybridhaftigkeit in Petrarcas Text
  • Die Entstehung des modernen Individualitätsbegriffs

Auszug aus dem Buch

2. 2 Künstlerische Umsetzung

Das oberste Ideal der mittelalterlichen Kunst kann definiert werden als die Verpflichtung zur Darstellung ewiger Wahrheiten und unvergänglicher Werte. Dieser Anspruch bedingt ein Dilemma, welchem sich jeder Kunstschaffende der Zeit ausgeliefert sah: Ewige Wahrheit, so die Lehre, ist nicht auf Erden sondern nur im Himmelreich vorhanden. Nicht die Welt des sinnlich Erfassbaren sondern „die Welt der göttlichen Wesen“ besaßen höchste Realität, die Schöpfung, die Natur, der Mensch galt als unvollkommen. Als Künstler hatte man nun aber nur ein Instrumentarium zur Verfügung, welches sich aus dem Fundus der erfahrbaren Welt bedienen musste, um verstehbar zu sein. Es galt also, das Vollkommene mit den Mitteln des Unvollkommenen darzustellen, sowohl in der Malerei als auch in der Literatur.

Die allgegenwärtige, für die Epoche des Mittelalters typische Ausrichtung auf das Seelenheil im Jenseits war im Übrigen nicht nur auf das Anfertigen von Kunstwerken beschränkt, sie war allumfassend und in allen Lebensbereichen bestimmend. Die Welt möglichst originalgetreu abzubilden, war also keineswegs oberstes Anliegen des mittelalterlichen Künstlers. Deutlich wird dies an der Zweidimensionalität in der Malerei: man kann davon ausgehen, dass auch die Künstler des Mittelalters in der Lage gewesen waren, die einfachsten Lebensbeobachtungen zu machen, räumlich zu denken und natürlich auch Techniken zur Verfügung gehabt hatten, das Beobachtete „abzumalen“ oder zu beschreiben. Aus der Tatsache, dass sie darauf verzichtet haben, lässt sich aber ablesen, dass sie andere Prioritäten setzten. Auch die Darstellung zeitlicher Dimensionen spielte eine untergeordnete Rolle. Zeitliche Abfolgen waren notwendig, um den Fortlauf von Handlungen – etwa im höfischen Roman – zu gewährleisten, darüber hinaus wurde ihnen aber keine eigene Bedeutung, oder gar ein ästhetischer Eigenwert zugewiesen, was auch am Fehlen von Portraitzeichnungen während der gesamten Epoche deutlich wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung, Zielsetzung, Erläuterung des Aufbaus: Diese Einleitung führt in die Problematik der Epochenabgrenzung ein und legt die Forschungsfrage zur Zeitauffassung bei Petrarca dar.

2. Mittelalter: Das Kapitel beleuchtet die zyklische Zeitwahrnehmung des mittelalterlichen Menschen, die eng an natürliche Rhythmen und ein theozentrisches Weltbild gebunden war.

2.1 Historische Rahmenbedingungen für die Zeitwahrnehmung im Mittelalter: Hier werden die Lebensumstände, wie die Naturalwirtschaft und die religiöse Orientierung, als konstituierende Faktoren für das Zeitverständnis analysiert.

2. 2 Künstlerische Umsetzung: Dieser Abschnitt zeigt auf, dass mittelalterliche Kunst nicht auf naturgetreue Abbildung zielte, sondern als Allegorie göttlicher Wahrheiten fungierte.

3. Renaissance: Dieses Kapitel beschreibt den Paradigmenwechsel hin zum Anthropozentrismus und die ökonomischen Umbrüche, die ein neues Zeitverständnis prägten.

3.1 Historische Rahmenbedingungen für die Zeitwahrnehmung in der Renaissance: Der Wechsel zur Geldwirtschaft und die zunehmende Bedeutung der Individualität werden als Treiber einer exakten Zeitbemessung diskutiert.

3. 2 Künstlerische Umsetzung: Hier wird die Aufwertung des Diesseitigen und der beobachtenden Weltwahrnehmung in der Kunst der Renaissance thematisiert.

4. Anwendung auf „Die Besteigung des Mont Ventoux: Der Autor untersucht, wie Petrarca in seinem Werk einerseits neue Strömungen andeutet, aber andererseits noch stark im mittelalterlichen Weltbild verhaftet bleibt.

5. Ergebnis: Das Fazit lehnt den Begriff der „Zäsur“ für Petrarcas Werk ab und betont stattdessen dessen literaturhistorischen Wert durch die Hybridhaftigkeit von alten und neuen Ausdrucksmitteln.

6. Literaturliste: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen zur Epochenanalyse.

Schlüsselwörter

Zeitbegriff, Mittelalter, Renaissance, Francesco Petrarca, Die Besteigung des Mont Ventoux, Zeitwahrnehmung, Epochenschwelle, Anthropozentrismus, Theozentrisches Weltbild, Individualität, Ästhetik, Literaturgeschichte, Raumdarstellung, Hybridhaftigkeit, Zeitmessung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Veränderung der Zeitwahrnehmung und des Zeitbegriffs während der Übergangszeit vom Mittelalter zur Renaissance.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind das mittelalterliche theozentrische Weltbild im Vergleich zum anthropozentrischen Denken der Renaissance sowie der Einfluss ökonomischer Veränderungen auf das Verständnis von Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob Francesco Petrarcas „Die Besteigung des Mont Ventoux“ inhaltlich und formal als exemplarisch für den Bedeutungswandel des Zeitbegriffs gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine komparative Analyse, bei der historische Rahmenbedingungen beider Epochen als „Schablonen“ erstellt werden, um das Werk Petrarcas daran zu messen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Mittelalter und die Renaissance jeweils in ihren historischen Bedingungen und ihrer künstlerischen Umsetzung betrachtet, bevor diese Erkenntnisse auf Petrarca angewendet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zeitbegriff, Renaissance, Mittelalter, Individualität, Anthropozentrismus, Raumdarstellung und die Analyse von Petrarcas „Die Besteigung des Mont Ventoux“.

Warum wird Petrarca als „Zeitbegriffsindikator“ bezeichnet?

Petrarcas Werk fällt genau in die Übergangszeit beider Epochen und eignet sich daher hervorragend, um die Verschiebung von mittelalterlichen zu modernen Sichtweisen zu untersuchen.

Warum lehnt der Autor den Begriff der „Zäsur“ für Petrarcas Werk ab?

Der Autor argumentiert, dass das Werk keine plötzliche Neuerung darstellt, sondern vielmehr durch eine „Hybridhaftigkeit“ geprägt ist, in der neue Ideen mit alten literarischen Mitteln dargestellt werden.

Welche Rolle spielen die literarischen Exkurse zu Wolfram von Eschenbach und Shakespeare?

Diese dienen als Kontrastpunkte, um die für das Mittelalter typische Raum-Zeit-Struktur und die spätere, subjektivere Wahrnehmung in der Renaissance zu veranschaulichen.

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Details

Title
Veränderungen des Zeitbegriffs zwischen Mittelalter und Renaissance. „Die Besteigung des Mont Ventoux“ von Francesco Petrarca
College
University of Frankfurt (Main)  (Germanistik)
Course
Zur Ästhetik des Augenblicks
Grade
3
Author
Jan Taussig (Author)
Publication Year
2001
Pages
19
Catalog Number
V282354
ISBN (eBook)
9783656768982
ISBN (Book)
9783656768999
Language
German
Tags
Renaissance Neuzeit Mittelalter Zeit Zeitbegriff Ästhetik Literaur Geschichte Epoche Petrarca Italien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Taussig (Author), 2001, Veränderungen des Zeitbegriffs zwischen Mittelalter und Renaissance. „Die Besteigung des Mont Ventoux“ von Francesco Petrarca, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282354
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