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Die Entstehung der Zeitung in der Frühen Neuzeit

Título: Die Entstehung der Zeitung in der Frühen Neuzeit

Trabajo de Seminario , 2013 , 34 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Dr.med.univ. Christian Lechner (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Die Zeitung gehört für uns heute zu jenen zahlreichen alltäglichen Dingen, denen wir über ihren eigentlichen Nutzen hinaus kaum einen Gedanken widmen. Vom Langzeitabonnenten, für den das Zeitunglesen gemeinsam mit dem Frühstück zum Start in den Tag gehört, hin zum sporadischen Konsumenten von Presseerzeugnissen in der Freizeit oder am Wochenende, ein Großteil unserer Gesellschaft gibt sich zumindest ab und an dem vergnüglich-interessanten bis lehrreich-informativen Vergnügen des Studierens von Zeitungen und verwandten Mediengattungen hin. Ähnlich wie beim Radio oder Fernseher, stellen wir uns aber auch beim Medium Zeitung nicht die Frage nach ihrem Ursprung oder ihren Entstehungsbedingungen. Wir nehmen dieses nützliche Informationsmittel allzu selbstverständlich und die Vorstellung, nicht permanent über alles Mögliche informiert zu sein, scheint unserer modernen und überall mit Internet ausgestatteten Gesellschaft schon fast absurd.
Doch seit wann besteht für eine breite Masse nun wirklich die Möglichkeit sich mit Hilfe von diversen Medien auf dem Laufenden zu halten? Und in welchem historischen Kontext bzw. nach welchen erfolgten Vorentwicklungen entstand die uns heute so vertraute Zeitung? In welcher äußeren und inneren Form präsentierte sich dieses Informationsmittel den Zeitgenossen?
Aus diesen wenigen Fragen wird sogleich ersichtlich, wie viele Unbekannte dieses uns scheinbar so sehr geläufige Printmedium aufwirft. Trotz der Alltäglichkeit, oder vielleicht gerade deswegen, ist das allgemeine Wissen darüber selbst in den direkt betroffenen Berufsgruppen gering. Johannes Weber brachte es provokant auf den Punkt, als er von der Unkenntnis der Journalisten über ihren eigenen Ursprung schrieb. Fairerweise gestand er dabei allerdings aber auch einen Nachholbedarf unter den Historikern ein. In einem Beitrag über die Geschichte der Zeitung darf nämlich ihre eigene problematische Forschungsgeschichte nicht unerwähnt bleiben. Während sich in anderen geisteswissenschaftlichen bzw. historischen Disziplinen das Wissen und die Literatur in einer Geschwindigkeit vervielfältigen, die kaum einen Überblick, geschweige denn eine genaue Rezeption der neuen Erkenntnisse zulässt, will Martin Welke in der Presseforschung momentan eine andere Tendenz erkennen: Die Zwischenkriegszeit konnte wesentlich mehr Veröffentlichungen zur sich damals ausbildenden Zeitungswissenschaft vorweisen, als in den letzten Jahrzehnten verzeichnet wurden. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte und Voraussetzungen

2.1. Öffentlichkeit

2.2. Technische Voraussetzungen

2.3. Das Nachrichtenwesen

2.4. Die Korrespondenten

2.5. Das Mediensystem

3. Die Ursprünge der Zeitung

3.1. Orale Medien

3.2. Brief und geschriebene Zeitungen

3.3. Neue Zeitungen

3.4. Flugblatt und Flugschrift

3.5. Meßrelationen

3.6. Monatsschriften

4. Die Zeitung

4.1. Merkmale

4.2. Der Begriff „Zeitung“

4.3. Die Straßburger Relation: Aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien

4.4. Der Wolfenbütteler Aviso Relation oder Zeitung

4.5. Der Forschungsstreit

4.6. Die Zeitung im 17. Jahrhundert

4.7. Die Rezeption der Zeitgenossen

5. Zusammenfassung und Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Voraussetzungen und die Entwicklung der ersten modernen Zeitungen im Alten Reich während der Frühen Neuzeit, um aufzuzeigen, wie aus einem komplexen Mediensystem der Übergang vom handgeschriebenen Nachrichtenwesen zum gedruckten Periodikum gelang.

  • Historische Rahmenbedingungen für die Entstehung von Medien
  • Die Evolution von Vorläufermedien wie Flugblättern und Messrelationen
  • Definition und Identifikation der ersten modernen Zeitungen
  • Analyse der Rolle von Korrespondenten und der Post im Nachrichtenfluss
  • Soziale Auswirkungen und Rezeption der frühen Presse bei den Zeitgenossen

Auszug aus dem Buch

3.1. Orale Medien

Bevor überhaupt Geschriebenes und Gedrucktes als Informationsmittel dienten, bedurfte es, Faulstich folgend, der „Menschmedien Sänger und Prediger“. Ausgehend von den antiken Vorbildern des Aoiden und des Rhapsoden und des zum ritterlichen Ideal gehörenden, mittelalterlichen Minnesängers, verbreiteten ab der Frühneuzeit greifbare, sogenannte Zeitungssänger überregional Neuigkeiten von allgemeinem Interesse. In bekannten Melodien sangen bzw. erzählten diese ebenso von politischen Veränderungen, religiösen Angelegenheiten und militärischen Aktionen, wie auch über sensationelle, übertriebene bis erfundene Ereignisse und Wunder. Da diese Zeitungssänger umherzogen und wohl in jedem Ort Neues erfuhren, dürften die Lieder immer wieder aktualisiert worden sein, altes, vielfach Gehörtes verschwand aus den Zeilen, neue Begebenheiten kamen hinzu. Aufkommende Schreibmedien wie das Flugblatt drängten den fahrenden Sänger aus seiner traditionellen Rolle. Das Zeitungslied trat als primäres Informationsmittel in den Hintergrund, stattdessen wurden singend die neuen Medien beworben und verkauft. Noch im 19. Jahrhundert existierten Zeitungssänger und wirkten durch künstlerische Aufbereitung von bereits bekannten Nachrichten als Unterhaltungsmedium.

Noch weitgehend unerforscht, trug auch der mittelalterliche Wanderprediger zur Verbreitung von Nachrichten bei. Während im Frühmittelalter wohl ausschließlich biblische Erzählungen Inhalt der Predigten darstellten, nahmen die Mönche ab dem Hochmittelalter zunehmend aktuelles Geschehen in ihre Ansprachen auf. Damit übten sie einen großen Einfluss auf die ethischen Werte und kulturellen Vorstellungen der Zuhörer, enthielt die Predigt doch mancherorts die einzigen, regelmäßig erhaltenen Nachrichten. Diese Wirkung nützten manche Landesherren sogar durch Vorgabe bestimmter Themen in den Predigten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Entstehungsgeschichte der Zeitung und weist auf das bisher oft unterschätzte Wissen über die Ursprünge dieses alltäglichen Mediums hin.

2. Vorgeschichte und Voraussetzungen: Hier werden die gesellschaftlichen, technischen und kommunikativen Grundlagen analysiert, die für die Entstehung des Zeitungswesens notwendig waren.

3. Die Ursprünge der Zeitung: Dieses Kapitel beschreibt die verschiedenen oralen und schriftlichen Vorläufermedien, aus denen sich die moderne Zeitung entwickelte.

4. Die Zeitung: Im Zentrum steht die Entstehung der ersten gedruckten Zeitungen (Straßburger Relation und Wolfenbütteler Aviso), deren Merkmale sowie der wissenschaftliche Forschungsstreit dazu.

5. Zusammenfassung und Schluss: Es erfolgt eine Synthese der Erkenntnisse, die die Zeitung als logische Konsequenz der frühneuzeitlichen Kommunikationsentwicklung und als soziales Erfolgsprodukt charakterisiert.

Schlüsselwörter

Frühe Neuzeit, Zeitungswesen, Straßburger Relation, Wolfenbütteler Aviso, Nachrichtenwesen, Pressegeschichte, Medienrevolution, Johann Carolus, Periodizität, Öffentlichkeit, Kommunikationsgeschichte, Drucktechnik, Korrespondenten, Messrelationen, Wissensvermittlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen Bedingungen und die Entwicklung, die zur Entstehung der ersten modernen Zeitungen im Alten Reich zu Beginn des 17. Jahrhunderts führten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Nachrichtentechnik, das Mediensystem der Frühen Neuzeit, der Übergang vom Schreiben zum Drucken und die soziale Bedeutung der entstehenden Presse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Entstehung der Zeitung kein historischer Zufall war, sondern die logische Folge eines sich professionalisierenden Informations- und Kommunikationsnetzwerkes.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur, Archivfunden (wie der Bittschrift von Johann Carolus) und systemtheoretischen Überlegungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Vorläufermedien (wie orale Medien, Briefe, Flugblätter, Messrelationen) sowie eine detaillierte Betrachtung der ersten gedruckten Zeitungen und deren Merkmale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Frühneuzeit, Zeitungswesen, Kommunikation, Pressegeschichte, Medienrevolution und Öffentlichkeit.

Warum spielt der „Forschungsstreit“ um den Aviso eine wichtige Rolle?

Der Streit verdeutlicht, wie politische Einflüsse, insbesondere in der Zwischenkriegszeit, die wissenschaftliche Objektivität in der Presseforschung beeinträchtigen und zu Fehlinterpretationen über die älteste Zeitung führen konnten.

Welche Bedeutung kommt der „Straßburger Relation“ zu?

Sie gilt als die weltweit erste gedruckte Wochenzeitung und markiert den Beginn der kommerziellen, periodischen Nachrichtenpresse durch den Übergang von handgeschriebenen Briefen zum gedruckten Format.

Final del extracto de 34 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Entstehung der Zeitung in der Frühen Neuzeit
Universidad
University of Innsbruck  (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie)
Curso
Politische Kultur und Medien im Reich des 17. und 18. Jahrhunderts
Calificación
2,0
Autor
Dr.med.univ. Christian Lechner (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
34
No. de catálogo
V282414
ISBN (Ebook)
9783656778271
ISBN (Libro)
9783656806394
Idioma
Alemán
Etiqueta
Zeitung Altes Reich Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation Heiliges Römisches Reich HRR HRRDN Drucker Presse Zeitungswesen Schreiben Lesen Frühneuzeit Neuzeit Zeitungsbrief Flugblatt Flugschrift Meßrelationen Monatsschriften Straßburger Relation Wolfenbütteler Aviso Relation oder Zeitung Aviso Relation Zeitungssänger Neue Zeitung
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GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dr.med.univ. Christian Lechner (Autor), 2013, Die Entstehung der Zeitung in der Frühen Neuzeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282414
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