Wie nicht nur in den Medien oft festzustellen ist, ist Soziale Arbeit heutzutage ein sehr gefragtes und wichtiges Berufsfeld. Immer mehr Menschen benötigen Hilfe und Unterstützung in ihrer Lebensführung und Lebenslaufbewältigung. Vor allem Kinder und Jugendliche haben es sehr schwer, sich in der heutigen Leistungsgesellschaft dem Druck zu stellen, immer mehr Leistung erbringen zu müssen um den gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Normen gerecht zu werden. Viele können oder möchten diesem Druck aus z.B. familiären, schulischen Gründen etc. nicht standhalten, entziehen sich ihm und landen oft auf der Straße. Hilfe oder soziale Anlaufstellen meiden sie. Hier setzt das Arbeitsfeld „Streetwork“ (übersetzt Straßensozialarbeit) an.
Im Folgenden soll diese Methode der sozialen Arbeit beschrieben und diskutiert werden. Dazu wird im ersten Kapitel der Begriff „Streetwork“ definiert. Im zweiten Teil wird auf die historische Entwicklung des Arbeitsfeldes in den USA und in Deutschland eingegangen. Darüber hinaus erklärt der dritte Teil die theoretischen Aspekte, die Methoden und Ziele von Streetwork und verdeutlicht sie anhand von zwei Beispielen.
Da ein großer Teil von Streetwork in der Jugendarbeit eine wichtige Rolle spielt, wird der Fokus meist auf die Arbeit mit Jugendlichen bezogen, um das Thema zu verdeutlichen.
Wie in jedem Arbeitsfeld der sozialen Arbeit ist auch die Ressourcenorientierung in der Arbeit mit Menschen sehr wichtig, insbesondere bei Jugendlichen, die oft keine Perspektive für sich selbst sehen. Somit wird im vierten Kapitel ebenfalls auf den Aspekt der Ressourcenorientierung eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Definition Streetwork
2. Historische Entwicklung Streetwork
2.1 USA
2.2 Deutschland
3. Theoretische Aspekte und Beispiele von Streetwork
3.1 Allgemeine theoretische Aspekte von Streetwork
3.2 Methoden von Streetwork
3.3 Ziele von Streetwork
3.4 Beispiele von Streetwork
4. Ressourcenorientierung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht das Arbeitsfeld Streetwork (Straßensozialarbeit) in seinem historischen und theoretischen Kontext. Das Ziel ist es, die Entwicklung der Methode von den Anfängen in den USA bis zur Etablierung in Deutschland aufzuzeigen, die zentralen theoretischen Ansätze zu erläutern und die Bedeutung der Ressourcenorientierung in der Arbeit mit marginalisierten Zielgruppen darzulegen.
- Historische Entstehung von Streetwork in den USA und Deutschland
- Theoretische Grundlagen und Methoden der aufsuchenden Sozialarbeit
- Ziele und Zielgruppen von Streetwork-Angeboten
- Praxisbeispiele für niederschwellige Unterstützung
- Ressourcenorientierung als Strategie der Beratung
Auszug aus dem Buch
3.2 Methoden von Streetwork
Die eigentliche Bedeutung von Streetwork ist die Methode des Aufsuchens der Zielgruppen und des Kontaktaufbaus auf den Straßen. Sie ist nur die Grundvoraussetzung, um mit ihnen methodisch arbeiten zu können.
Das Arbeiten auf der Straße ist nie einfach, da nie Gewissheit herrscht, wie eine adressierte Person reagiert. Meist ist ein spezieller Blick für die Klientel, die angesprochen werden soll, wichtig, der entwickelt werden muss. Dies verdeutlicht ein Ausschnitt des Erfahrungsberichtes von Gotthard Schmidt: „Erkennt man das an den knallengen Jeans, an den Stiefelchen, am Gang, an der Haltung oder am Make-up? Machen sie uns jetzt aggressiv an oder rennen sie weg oder wie reagieren sie?“ (Schmidt 1982: 9).
Nachdem dieser Blick geschärft wurde, beginnen die Streetworker damit, sich in die verschiedenen Lebensfelder der jeweiligen Zielgruppen zu bewegen und diese anzusprechen. Dabei stoßen sie teilweise auch auf Ablehnung der angesprochenen Zielgruppen (ebd.). Der Aufbau und die Entwicklung von vertrauensvollen Beziehungen ist Grundvoraussetzung dafür, dass ein Streetworker überhaupt etwas in der Szene bewirken kann. „Nur wenn sie sich in der Szene verankern und Beziehungen zu den Szeneangehörigen aufbauen können, besteht die Chance, außerhalb etablierter Institutionen Hilfsangebote an die Adressaten zu vermitteln“ (Steffan 1988: 50). Meist wird bei einem sog. „Kontaktgang“ (Schmidt 1982: 9) mit den Betroffenen geredet, sie werden informiert und beraten (ebd. 10). Während der Sozialarbeit kann ein lockeres und unverbindliches Gespräch entstehen, was zunächst für die Kontaktaufnahme reicht. Danach können Visitenkarten ausgehändigt werden (Tossmann, Jonas, Tensil 2008: 84). Nach dem Kennenlernen haben die Betroffenen so auch selbst die Möglichkeit, auf den jeweiligen Streetworker zuzugehen und ihn anzusprechen (Schmidt 1982: 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition Streetwork: Das Kapitel definiert Streetwork als aufsuchende Sozialarbeit, die als Brücke zwischen Zielgruppen und gesellschaftlichen Institutionen fungiert.
2. Historische Entwicklung Streetwork: Es wird der Ursprung von Streetwork in den USA der 1920er Jahre bis hin zur Etablierung des Konzepts in Deutschland ab 1967 beschrieben.
3. Theoretische Aspekte und Beispiele von Streetwork: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Rahmenbedingungen, spezifische Methoden wie Einzelfall- und Gruppenarbeit sowie praktische Umsetzungsbeispiele.
4. Ressourcenorientierung: Hier wird die Bedeutung der Ressourcenaktivierung als systemischer Ansatz in der Beratung von Klienten erläutert.
5. Fazit: Das Kapitel schließt mit einer persönlichen Einschätzung über die wachsende Relevanz und Zukunft von Streetwork in einer leistungsorientierten Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Streetwork, Straßensozialarbeit, Mobile Jugendarbeit, aufsuchende Sozialarbeit, Ressourcenorientierung, Jugendkriminalität, Niederschwelligkeit, Sozialpädagogik, Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit, Resozialisierung, Empowerment, Zielgruppen, Soziale Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Berufsfeld Streetwork, seiner historischen Entwicklung, theoretischen Basis sowie den angewandten Methoden in der sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die aufsuchende Arbeit auf der Straße, der Aufbau von Vertrauen zu stigmatisierten Zielgruppen und die Förderung der Selbsthilfepotenziale der Klienten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, ein tiefgreifendes Verständnis für die Arbeitsweise von Streetworkern zu vermitteln und aufzuzeigen, wie diese Fachkräfte Menschen in schwierigen Lebenslagen erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte der Sozialarbeit mit historischen Entwicklungsverläufen und empirischen Erkenntnissen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Streetwork-Konzepts in den USA und Deutschland, beschreibt die methodische Vorgehensweise sowie die Bedeutung der Ressourcenorientierung für den Erfolg der Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Streetwork, aufsuchende Sozialarbeit, Ressourcenorientierung, mobile Jugendarbeit und Niederschwelligkeit.
Was unterscheidet Streetwork von klassischen beratenden Einrichtungen?
Im Gegensatz zu stationären Einrichtungen findet Streetwork im direkten Lebensumfeld der Klienten statt und erfordert eine akzeptierende Grundhaltung, um Vertrauen bei Menschen aufzubauen, die Hilfe sonst meiden würden.
Warum ist die Ressourcenorientierung für Streetworker so zentral?
Sie ermöglicht es, nicht nur die Probleme zu fokussieren, sondern bei den Klienten vorhandene Kompetenzen und Fähigkeiten zu aktivieren, um eigenständige Lösungen für ihre Lebenssituation zu entwickeln.
- Citation du texte
- Sarah Proske (Auteur), 2012, Das Arbeitsfeld Streetwork im historischen und theoretischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282453