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Publizistik in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus

Titel: Publizistik in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus

Hausarbeit , 2014 , 22 Seiten , Note: bestanden

Autor:in: Elena Both (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die gegenwärtige demokratische Staatsform besteht aus einem System der Gewaltenteilung und -Verschränkung zwischen Exekutive, Judikative und Legislative (vgl. Art. 20 GG). Die Medien werden informell als die „4. Gewalt“ verstanden, indem ihr eine Funktion als Kontrollorgan gegenüber dem Staat zugedacht wird. In dieser Rolle bewerten und kritisieren sie ihn in der Öffentlichkeit mittels der Ausübung ihrer technischen Arbeitsweisen, und tragen so zur demokratischen Meinungsbildung bei. Die Garantie dieses Guts ist im Grundgesetz gesetzlich festgeschrieben (vgl. Art. 5 GG) .
Das heutige Verhältnis der Medien zur Politik, welches sich durch seine Unabhängigkeit auszeichnet, ist eine bedeutende Errungenschaft in der Geschichte Deutschlands, deren besonderer Wert jedoch erst in Abgrenzung zur Zeit des Nationalsozialismus deutlich wird. Seit 1945 wurden aus dessen Lehren maßgebliche Konsequenzen für die Gestaltung Rahmenbedingungen der öffentlichen Meinung gezogen.
Die Nationalsozialisten erkannten in der Publizistik eine Möglichkeit zur Einwirkung auf die Öffentlichkeit und machten sich dem gewiss ihre Mittel zu Nutze für ihre eigenen politischen Absichten. Ihre zwölfjährige Herrschaft konnten sie in Folge dessen maßgeblich durch den intentionierten Einsatz und die Steuerung der Publizistik behaupten. Diese Instrumentalisierung von Medien unter den Nationalsozialisten in der Zeit von 1933 bis 1945 markierte einen unvergleichlichen Höhepunkt in der Geschichte. (vgl. Faulstich 2012:193)
Diese Hausarbeit soll im historischen Kontext der Zeit des Nationalsozialismus aufzeigen, auf welche Weise Publizistik als ein politisches Machtmittel missbraucht werden kann und welche Absichten hinter diesem Motiv stehen.
Zu diesem Zweck werden zunächst die systematischen politischen Rahmenbedingungen unter der NS-Herrschaft erläutert, um zu erklären, auf welcher Grundlage der Missbrauch stattfinden konnte. Daraufhin wird eine Analyse über die geistige Absicht hinter diesem wiedergegeben und schließlich soll die Nutzung verschiedener Medientypen kritisch im Einzelnen betrachtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beginn der politischen Einflussnahme auf Publizistik ab 1933

2.1 Prägende gesetzliche Maßnahmen

2.2 Erste aktive Maßnahmen

3. NS-Propaganda

3.1 Propagandistische Funktion von Publizistik

3.2 Der publizistische Lenkungsapparat unter Josef Goebbels

4. Nutzung verschiedener Medientypen

4.1 Presse

4.2 Hörfunk

4.3 Die Rede

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die Instrumentalisierung der Publizistik im Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Medien als politisches Machtinstrument missbraucht wurden, um die öffentliche Meinung zu steuern und die NS-Ideologie zu festigen, und welche Absichten diesem Missbrauch zugrunde lagen.

  • Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Abschaffung der Pressefreiheit.
  • Untersuchung der nationalsozialistischen Propaganda und ihrer strukturellen Organisation.
  • Kritische Betrachtung der Nutzung unterschiedlicher Medientypen (Presse, Hörfunk, Rede).
  • Einordnung der historischen Entwicklung als Mahnmal für die heutige Bedeutung der Medienfreiheit.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der publizistische Lenkungsapparat unter Josef Goebbels

Der Plan der Nationalsozialisten, die Publizistik zu instrumentalisieren, erforderte ein hohes Maß an Organisation. Es galt zu vermeiden, dass Regierungskritiker die Möglichkeit bekamen, öffentlich ihre Stimme zu erheben, um Zweifel an der NS-Ideologie zu äußern. Dazu musste das gesamte publizistische System mit seinem öffentlichen Einflussvermögen unter nationalsozialistischer Führung sein, was bereits durch das Gesetz (siehe Kapitel 2.1) formal bestimmt war. Dennoch galt es zunächst in der Realität, die „zahlreichen Bewegungen in ein einheitliches Stombett zu leiten“ (Hagemann 1948: 21). Auf diese Weise wollte das NS-Regime „das gesamte Volk auf allen Gebieten des Lebens total erfassen, um es zum widerstandslosen Werkzeug ihrer Pläne zu machen“ (ebd.: 22). Die gesamten Mittel der Publizistik mussten somit zum Träger der nationalsozialistischen Ideologie werden, sodass „keine lenkungsfreie Sphäre mehr“ übrig blieb (ebd.: 23).

An der Koordination dessen war vor allem Joseph Goebbels beteiligt. Er stellte diesen Zusammenhang oft wie ein „Orchester“ dar, „das mit verschiedenen Instrumenten die gleiche Melodie nach dem Taktstock eines Dirigenten zu spielen habe“ (ebd.: 151). Goebbels übernahm die Rolle des „Dirigenten“ mit besonders hoher Verantwortung, da er drei wichtige Ämter bekleidete, die ihm im Wesentlichen die Macht übertrugen, „die weltanschauliche Linie der Partei in die allgemeine Publizistik in Deutschland hineinzutragen“ (Abel 1968: 4). Goebbels fungierte zum einen als „Reichspropagandaleiter“ der Partei, zweitens als

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Rolle der Medien als „vierte Gewalt“ im demokratischen Rechtsstaat und setzt diese in Kontrast zur totalitären Instrumentalisierung während der NS-Zeit.

2. Beginn der politischen Einflussnahme auf Publizistik ab 1933: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen und aktiven Maßnahmen, wie das Ermächtigungsgesetz, durch welche die Nationalsozialisten die Meinungsfreiheit systematisch ausschalteten.

3. NS-Propaganda: Hier wird die konzeptionelle Rolle der Propaganda zur Lenkung der Massen analysiert und der zentrale Lenkungsapparat unter Joseph Goebbels dargestellt.

4. Nutzung verschiedener Medientypen: Dieses Kapitel untersucht detailliert die spezifische Instrumentalisierung von Presse, Rundfunk und der politischen Rede als Propagandamittel.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie der Missbrauch der Publizistik als Mittel der lückenlosen Beeinflussung diente und mahnt zur Bewahrung der Pressefreiheit in einer Demokratie.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Publizistik, Propaganda, Medienlenkung, Joseph Goebbels, Gleichschaltung, Pressefreiheit, Indoktrination, Massenbeeinflussung, Totalitarismus, Rundfunk, Rede, Instrumentalisierung, NS-Ideologie, Meinungsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das NS-Regime zwischen 1933 und 1945 Medien nutzte, um die Bevölkerung zu beeinflussen und die eigene Ideologie zu verbreiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die gesetzliche Gleichschaltung der Medien, die Rolle von Joseph Goebbels als Propagandaminister und die spezifische Wirkung von Presse, Rundfunk und Redekunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Publizistik als Machtinstrument missbraucht werden kann und welche Absichten das NS-Regime dabei verfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und Dokumenten zur Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Vereinnahmung der Medien, die theoretischen Grundlagen der NS-Propaganda sowie die praktische Anwendung durch verschiedene Medientypen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind NS-Propaganda, Medienlenkung, Gleichschaltung, Indoktrination, Pressefreiheit und totalitäre Staatsform.

Warum spielte das Radio für die Nationalsozialisten eine so zentrale Rolle?

Das Radio war ein Massenmedium mit einer gewaltigen Suggestivkraft, das es ermöglichte, politische Inhalte und Ideologien in den privaten Alltag der Bevölkerung zu tragen.

Was bedeutet die „Polykratie“ im Kontext der Pressesteuerung?

Der Begriff beschreibt die komplexe Verflechtung und Überschneidung verschiedener staatlicher und parteilicher Institutionen, die unter Goebbels zur zentralen Steuerung der Presse zusammenliefen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Publizistik in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus
Hochschule
Hochschule Osnabrück  (Management, Kultur und Technik)
Note
bestanden
Autor
Elena Both (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V282485
ISBN (eBook)
9783656768265
ISBN (Buch)
9783656768272
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunikation Medien Publizistik Nationalsozialismus Massenmedien Propaganda Presse Hörfunk politische Rede Medienmissbrauch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elena Both (Autor:in), 2014, Publizistik in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282485
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Leseprobe aus  22  Seiten
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