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Gewalt und Gewaltmonopol. Der Gewaltbegriff Hannah Arendts und der Staat

Titel: Gewalt und Gewaltmonopol. Der Gewaltbegriff Hannah Arendts und der Staat

Hausarbeit , 2014 , 31 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marian Blok (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Gewaltmonopol des Staates ist eine grundlegende gesellschaftliche Rechtsnorm. Schon Max Weber definiert den Staat über das Monopol auf Gewaltanwendung in einem Gebiet. Er sagt auch, dass Staaten sich auf Gewalt gründen, ihrer bedürfen und dass eine Monopolisierung dieser Gewalt für den Staat notwendig ist. Die Politische Theoretikerin Hannah Arendt hat ein anderes Verständnis von Gewalt. Der Staat gründet sich vielmehr auf Macht, Gewalt bewertet sie meist negativ. Wie also wirkt sich Arendts Gewaltbegriff auf das Verständnis von einem staatlichen Gewaltmonopol aus? In dieser Arbeit soll die Frage beantwortet werden, ob ein staatliches Gewaltmonopol legitim und gerechtfertigt ist, wenn man Arendts Gewaltbegriff zugrunde legt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Einführung

2. Macht und Gewalt – Gegensätze

2.1. Die Vita Activa

2.2. Macht und Gewalt bei Hannah Arendt

2.3. Andere Definitionen von Macht und Gewalt

3. Das Gewaltmonopol des Staates

3.1. Politische und rechtliche Grundlagen

3.2. Notwehr und Widerstandsrecht

3.3. Gewaltmonopol und Demokratie

4. Legitimität des Gewaltmonopols

4.1. Der Gewaltbegriff und das Gewaltmonopol

4.2. Kritik am Gewaltmonopol

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit eines staatlichen Gewaltmonopols mit der politischen Theorie von Hannah Arendt. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob ein staatliches Gewaltmonopol unter Berücksichtigung von Arendts strikter Trennung von Macht und Gewalt als legitim oder gerechtfertigt angesehen werden kann.

  • Handlungstheoretische Fundierung von Arendts Macht- und Gewaltbegriff
  • Analyse der Begriffe "Machtpotential" und "Gewaltmittel"
  • Juristische und politische Herleitung des Gewaltmonopols des Staates
  • Konfliktlinien zwischen staatlichem Gewaltverbot und demokratischen Grundsätzen
  • Kritische Bewertung staatlicher Gewaltanwendung anhand konkreter Beispiele

Auszug aus dem Buch

Macht und Gewalt bei Hannah Arendt

Ausgehend von Arendts Vorstellungen vom Menschen als arbeitendem Tier, herstellendem Menschen und vor allem handelndem Menschen soll nun Arendts Definition von Macht und Gewalt aufgezeigt werden. Interessant ist hierbei die strikte Trennung der beiden Begriffe, was Arendts Definitionen von vorherigen unterscheidet. Ausgehend vom tätigen Leben und Arendts Vorstellung vom Menschen als handelndem Wesen sind Macht und Gewalt eben nicht sich überschneidende Quasi-Synonyme sondern zwei distinktive Begriffe die eine unterschiedliche Bedeutung haben. Die Definition stützt sich hierbei auf Vita Activa und vor allem Arendts explizit zum Thema geschriebenem Werk, Macht und Gewalt, das 1970 erstmals veröffentlicht wurde und als Reaktion auf die Studentenunruhen von 1968 und den Vietnamkrieg gilt. Hannah Arendt selbst erwähnt das Begriffspaar in Vita Activa und definiert es grundlegend, genauer definiert wird Macht und Gewalt aber in ihrer gleichnamigen Schrift, in der darüber hinaus auch die Begriffe von Kraft, Autorität und Stärke definiert und voneinander abgegrenzt werden, da Arendt sie in der Fachsprache als unzureichend voneinander differenziert befand.

Zunächst soll nun der Begriff der Macht eingeführt werden, von dem der Begriff der Gewalt im zweiten Teil dieses Kapitels differenziert werden soll. Wenn durch das Handeln von Menschen der öffentliche Raum entsteht, so entsteht auch Macht durch Handeln und im öffentlichen Raum. Über Macht verfüge deshalb niemals eine Einzelperson und auch eine Person die „die Macht hat“ ist nur ein Ausführender oder Sprecher einer größeren Gruppe, von der diese Macht ausgeht und auf die sie sich beruft. Macht ist demnach ein sozialer Begriff und ist mit der Versammlung von Menschen verbunden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Einführung: Hinführung zum Thema durch die Gegenüberstellung von Webers staatlichem Gewaltmonopol und Arendts handlungstheoretischem Ansatz sowie Formulierung der Forschungsfrage.

2. Macht und Gewalt – Gegensätze: Detaillierte Analyse der Begriffe basierend auf der Vita Activa, wobei Macht als kollektives, zweckfreies Handeln und Gewalt als antisoziales, zweckgebundenes Mittel definiert wird.

3. Das Gewaltmonopol des Staates: Untersuchung der rechtlichen Grundlagen des Gewaltmonopols inklusive der Ausnahmen durch Notwehr und Widerstandsrecht sowie dessen Bedeutung in Demokratien.

4. Legitimität des Gewaltmonopols: Zusammenführung von Arendts Theorie und staatlicher Praxis zur Prüfung der Legitimität, inklusive einer kritischen Fallanalyse irrationaler Polizeigewalt.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, die trotz der theoretischen Illegitimität von Gewalt ein beibehaltenes, aber sensibel zu hinterfragendes staatliches Gewaltmonopol empfiehlt.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Gewaltmonopol, Macht, Gewalt, Vita Activa, Handeln, Staat, Legitimität, Rechtsnorm, Notwehr, Widerstandsrecht, Politische Theorie, Demokratie, Gewaltmittel, Öffentlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das staatliche Gewaltmonopol aus der Perspektive der politischen Denkerin Hannah Arendt und prüft, ob dieses mit ihrem spezifischen Verständnis von Macht und Gewalt vereinbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die handlungstheoretischen Grundlagen Arendts (Arbeiten, Herstellen, Handeln), der juristische Aufbau des staatlichen Gewaltmonopols und die Frage nach dessen moralischer Rechtfertigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu beantworten, ob ein staatliches Gewaltmonopol als legitim angesehen werden kann, wenn man Arendts strikte Trennung von Macht und Gewalt als Maßstab anlegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Arbeit, die auf der Analyse zentraler Schriften von Hannah Arendt (insbesondere "Vita Activa" und "Macht und Gewalt") sowie auf der Auswertung juristischer und politikphilosophischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil definiert die Begriffe Macht und Gewalt bei Arendt, leitet die rechtlichen Grundlagen des Staates her und konfrontiert diese Theorie mit der Praxis, beispielsweise durch die Analyse von Sitzblockaden oder Polizeigewalt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Gewaltmonopol, Macht, Gewalt, Handeln, Legitimität, Arendt, Staat und Widerstandsrecht.

Wie unterscheidet sich Arendts Machtbegriff von dem Max Webers?

Während Weber Macht als die Chance definiert, den eigenen Willen gegen Widerstand durchzusetzen (individuell/asymmetrisch), versteht Arendt Macht als kollektives Phänomen, das durch menschliches Handeln im öffentlichen Raum entsteht.

Warum ist das staatliche Gewaltmonopol nach Arendt problematisch?

Arendt sieht Gewalt als stummes, zweckgebundenes Mittel, das dem öffentlichen Handeln entgegensteht. Da ein universelles Gewaltmonopol dauerhaft Gewalt ermöglicht, kollidiert es mit ihrer Auffassung, nach der Gewalt nur in Ausnahmefällen rational gerechtfertigt sein kann.

Welche Rolle spielen "Sitzblockaden" in der Argumentation?

Sie dienen als Fallbeispiel, um den Konflikt zwischen dem staatlichen Gewaltverbot und dem demokratischen Recht auf freie Meinungsäußerung zu verdeutlichen.

Was schlägt der Autor als Lösung für die Zukunft vor?

Der Autor empfiehlt eine stärkere demokratische Einbindung der Bürger, eine strengere Überwachung der Exekutive und eine flexible Handhabung des Gewaltmonopols durch den Staat, um Tyrannis zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gewalt und Gewaltmonopol. Der Gewaltbegriff Hannah Arendts und der Staat
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Das politische Denken Hannah Arendts
Note
1,3
Autor
Marian Blok (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
31
Katalognummer
V282565
ISBN (eBook)
9783656819622
ISBN (Buch)
9783656819646
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hannah Arendt Staat Macht Gewalt Gewaltmonopol Arendt Hannah Polizei Max Weber Macht und Gewalt Vita Activa
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marian Blok (Autor:in), 2014, Gewalt und Gewaltmonopol. Der Gewaltbegriff Hannah Arendts und der Staat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282565
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  31  Seiten
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