Das Geschichtsschulbuch ist nach wie vor das am häufigsten verwendete Lehr-und Lernmittel des Faches und bildet somit das Leitmedium des Geschichtsunterrichts. Durch diese Tatsache wird ihm auch oft der Ruf des „heimlichen Lehrplans“ nachgesagt. Wir möchten in unserer Arbeit zum einen den Aufbau und die Funktionen des heutigen Geschichtsbuches darstellen, um zusätzliche Eigenschaften aufzuzeigen, die es vom bloßen Lehrplan unterscheiden und zum anderen anhand von Beispielen auf das Arbeiten mit dem Schulbuch eingehen, um es auch als positiven Begleiter im Unterricht nutzen zu können. Besonders im jetzigen Zeitalter der fortgeschrittenen visuellen Medien ist es umso beachtlicher, dass das Schulbuch immer noch zum meist verwendeten Medium im Geschichtsunterricht gehört. Um die Vielfältigkeit des heutigen Schulgeschichtsbuches darzustellen, möchten wir uns im folgenden Kapitel zunächst mit dem Aufbau des Buches beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aufbau des Geschichtsschulbuches
2.1 Allgemeiner Aufbau
2.2 Das kombinierte Lehr- und Arbeitsbuch
3 Vor- und Nachteile
4 Grundtypen der Schulbucharbeit im Geschichtsunterricht
4.1 Untersuchen
4.2 Erarbeiten
4.3 Informieren
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Geschichtsschulbuches als Leitmedium im modernen Geschichtsunterricht. Ziel ist es, den Aufbau und die didaktischen Funktionen des Buches darzustellen, Vor- und Nachteile der Nutzung kritisch zu beleuchten sowie konkrete Grundtypen der Schulbucharbeit aufzuzeigen, um Lehrkräften Hilfestellungen für einen schülerorientierten Unterricht zu bieten.
- Aufbau und Struktur moderner Geschichtsschulbücher
- Didaktischer Mehrwert und kritische Reflexion des Schulbuchs
- Integration von Quellenauswertung und Darstellungstexten
- Methoden der Schulbucharbeit: Untersuchen, Erarbeiten und Informieren
- Kompetenzförderung durch eigenständige Erschließung historischer Texte
Auszug aus dem Buch
4.2 Erarbeiten
Bei der Erarbeitung eines historischen Themas ist die Verknüpfung von Quellenarbeit und Arbeit mit den Darstellungstexten typisch. In den meisten Schulbüchern findet man Fragen und Aufgaben zu Darstellungstexten seltener vor als zu Quellen und anderen Formaten, wie z. B. Karten oder Statistiken. Das hängt damit zusammen, dass die Funktion der Quellen und anderer Formate für den Darstellungstext und umgekehrt zu wenig bedacht wird.
Im folgenden Abschnitt werden wir versuchen, diese Zusammenhänge einmal genauer darzulegen und die Wichtigkeit der Relationen von Darstellungstext und Quellen im Geschichtsunterricht anhand von Beispielen zu verdeutlichen.
„Quellen ermöglichen eine Fragestellung für die Auswertung des Darstellungstextes.“ Anhand zweier beschreibender Stadtbilder Mitte des 19.- und Anfang des 20.Jahrhunderts in Deutschland kann man starke Veränderungen zwischen diesen festmachen. Hieraus lässt sich die Fragestellung, “Inwieweit hat die Industrialisierung das Stadtbild Anfang des 20. Jahrhunderts verändert?“ festmachen, die im nachfolgenden Darstellungstext dann untersucht werden kann. Dies dient der Unterrichtsfunktion der „Fragestellung“.
„Quellen fügen dem Darstellungstext neue Aspekte hinzu.“ Tagebücher oder Fotografien von Bergmannsfrauen Anfang des 20. Jahrhunderts beispielsweise, verleihen dem Darstellungstext zum Thema der Industrialisierung in Rheinland-Westfalen nicht nur mehr Tiefe und Verständnissicherheit, sondern fügen der Untersuchung auch den vorher nicht beleuchteten Genderaspekt an und erweitern gegeben falls den behandelnden Zeitraum. Diese Relation dient der Vertiefung sowie Auswertung des behandelnden Themas.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Geschichtsschulbuch als Leitmedium und stellt das Ziel der Arbeit vor, seinen Aufbau, seine Funktionen und die praktische Arbeit damit zu untersuchen.
2 Aufbau des Geschichtsschulbuches: Dieses Kapitel erläutert die moderne, mediale Zusammensetzung von Geschichtsbüchern und beschreibt das dreistufige Modell aus Einstieg, Erarbeitung und Zusammenfassung.
3 Vor- und Nachteile: Hier werden die Vorzüge der Strukturierung und Entlastung sowie die Gefahren eines zu stark lenkenden „Selbstlernbuchs“ kritisch gegeneinander abgewogen.
4 Grundtypen der Schulbucharbeit im Geschichtsunterricht: Das Kapitel stellt die drei methodischen Ansätze „Untersuchen“, „Erarbeiten“ und „Informieren“ vor, um Lehrkräften Werkzeuge für eine didaktisch sinnvolle Nutzung an die Hand zu geben.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Schulbuch ein hilfreicher, aber nicht ausschließlicher Begleiter für einen abwechslungsreichen Geschichtsunterricht bleiben sollte.
Schlüsselwörter
Geschichtsunterricht, Schulbuch, Leitmedium, Didaktik, Quellenarbeit, Darstellungstext, Methodenkompetenz, Historisches Lernen, Selbstlernbuch, Unterrichtsvorbereitung, Schülerorientierung, Geschichtsbewusstsein, Mediale Vielfalt, Quellenanalyse, Kompetenzförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und den Nutzen des Geschichtsschulbuches als wichtigstes Lehr- und Lernmedium im Geschichtsunterricht der Schule.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Es werden der Aufbau moderner Geschichtsbücher, die methodischen Vor- und Nachteile ihrer Nutzung sowie konkrete Arbeitsformen im Unterricht thematisiert.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Mehrwert des Geschichtsbuchs für den Unterricht aufzuzeigen und Strategien zu vermitteln, wie es trotz moderner Konkurrenzmedien didaktisch sinnvoll eingesetzt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?
Die Autoren nutzen eine fachdidaktische Literaturanalyse, um den Stand der Schulbuchforschung aufzubereiten und in Bezug auf unterrichtspraktische Anforderungen zu interpretieren.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Schulbuchaufbaus, eine Reflexion der Vor- und Nachteile sowie die detaillierte Vorstellung der drei Arbeitstypen: Untersuchen, Erarbeiten und Informieren.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Geschichtsdidaktik, Schulbucharbeit, Quelleninterpretation und methodische Vielfalt definieren.
Wie unterscheidet sich die Schulbucharbeit von der Arbeit mit Quellen?
Während sich das „Untersuchen“ als Typ der Schulbucharbeit auf Problemstellungen konzentriert, dient die Quellenarbeit vor allem der Vertiefung und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Darstellungstext.
Warum wird im Dokument vor einer zu starken Ausrichtung auf das Schulbuch gewarnt?
Eine zu starke Ausrichtung zum „Selbstlernbuch“ kann dazu führen, dass die aktive Rolle der Lehrkraft verloren geht und Schüler historische Deutungen unreflektiert übernehmen, statt „entdeckendes Lernen“ zu praktizieren.
- Citar trabajo
- Tom Nachtigall (Autor), Sebastian Neise (Autor), 2013, Schulbucharbeit im Geschichtsunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282574