Von der Zeitung zum Internetportal

Verändert der Medienwandel unser Meinungsbild?


Facharbeit (Schule), 2014

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Medienwandel bei Nachrichtenangeboten
2.1. Veränderung seit Beginn der Online-Angebote
2.1.1. Anfang
2.1.2. Die Entwicklung: Ergänzung von Printmedien durch Onlineangebote
2.1.3. Sukzessive Ersetzung der gedruckten Medien
2.2. Aktuelle Entwicklung und Ausblick

3. Veränderung der Meinungsbildung
3.1. Möglichkeiten für Mediennutzer, sich eine Meinung zu bilden
3.2. Veränderung der relevanten Faktoren zur Meinungsbeeinflussung
3.3. Umgestaltung der Beeinflussung durch den Medienwandel
3.3.1. Veränderung in der Berichterstattung
3.3.2. Wandel bei der Bereitstellung und Nutzung von Angeboten
3.3.3. Auswirkungen auf die Möglichkeiten zur Meinungsbildung
3.3.4. Folgen für die Beeinflussung bei der Meinungsbildung
3.4. Verändert der Medienwandel das Meinungsbild?

4. Beurteilung

5. Bibliographie
5.1. Literatur
5.2. Internet

6. Anhang
6.1. Auszüge aus der Studie „Relevanz der Medien für die Meinungsbildung“

1. Einleitung

In dieser Facharbeit werde ich mich mit dem Medienwandel bei Nachrichtenangeboten beschäftigen. Insbesondere werde ich den Bezug zwischen diesem und dem Meinungsbild der Mediennutzer klären, indem ich zunächst im ersten Teil erläutere, wie der Medienwandel sich in den letzten Jahren vollzogen hat und an welcher Stelle er sich aktuell befindet. Auch seine Ausprägung und die Entwicklung sind hier von Bedeutung. Damit verbunden werde ich dann vor allem der Frage nachgehen, inwiefern durch den Wandel das Meinungsbild der Nutzer, die ehemals Zeitungen als Printmedien gelesen haben und nun dazu übergehen, die Online-Angebote zu nutzen, beeinflusst wird und ob sich die Möglichkeiten, um sich eine Meinung zu verschaffen, geändert haben.

Diese Fragestellung halte ich aktuell für sehr relevant. Es fällt immer mehr auf, dass viele Leser Nachrichten hauptsächlich im Internet lesen. Offensichtlich entstehen damit für herkömmliche Zeitungen einige Probleme. Anfang dieses Jahres habe ich beispielsweise miterlebt, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) die Produktion ihres Dorstener Lokalteils vollständig einstellte. Außerdem stelle ich fest, dass besonders meine Altersgruppe, wenn sie Nachrichten liest, diese größtenteils auf Smartphones oder anderen Geräten über das Internet erhält. Unweigerlich drängt sich daher genau diese Frage nach Auswirkungen für die Meinungsbildung auf – was verändert sich durch die neue Art der Informationsbeschaffung, und inwiefern wandelt sich mit dem Medienwandel auch die Entstehung eines Meinungsbildes?

Der Bereich des Wandels bei Nachrichtenmedien ist meiner Ansicht nach ein zentraler Aspekt des gesamten Medienwandels. Nachrichten und Informationen sind schließlich existenziell für eine demokratische Gesellschaft. Natürlich ist er dennoch nur ein Teil des Medienwandels, welcher sich durch die neuen (besonders technischen) Möglichkeiten durch sehr viele unterschiedliche Bereiche zieht und in seiner Gesamtheit ein äußerst komplexes Phänomen darstellt. Weil es jedoch den Rahmen dieser Facharbeit deutlich übersteigen würde, alle seine Aspekte zu beleuchten, habe ich mich als Thema für dieses wichtige Teilgebiet entschieden.

2. Der Medienwandel bei Nachrichtenangeboten

2.1. Veränderung seit Beginn der Online-Angebote

2.1.1. Anfang

Im Bereich der Zeitungen und Nachrichtenmagazine begann der Medienwandel etwa Mitte der 90er Jahre.[1] Um diese Zeit fingen die ersten Zeitungen damit an, ihre Printmedien um Online-Angebote zu ergänzen. Diese Ergänzung fand in den Anfängen als Service zusätzlich zu den bereits bestehenden Angeboten statt. Die erste deutsche Zeitung, die ein derartiges Angebote zur Verfügung stellte, war die „Schweriner Volkszeitung“, welche am 5. Mai 1995 ein Online-Portal eröffnete.[2] Auf diesem wurden zu Beginn ausschließlich Artikel veröffentlicht, die zuvor identisch in der gedruckten Ausgabe der Zeitung erschienen waren[3]. Hieran lässt sich erkennen, dass das Angebot im Internet vorerst offensichtlich eine eher untergeordnete Rolle spielte. Aus diesem Grund wurden die ersten Online-Portale auch „bestenfalls als kostengünstiger Zweitverwertungskanal für bestehende Inhalte“[4] von den Herausgebern genutzt. Als Konkurrenz zu den Printmedien waren die Angebote im Netz also noch keinesfalls gedacht, vielmehr sollten Sie als Zusatzangebote sowie als Werbung für die gedruckten Ausgaben[5] der Zeitungen dienen.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Online-Journalismus dann allerdings in schnellem Tempo weiter. Es entstanden immer mehr Internetangebote mit Nachrichten und Informationen. Darunter gab es ab der Zeit um die Jahrtausendwende auch solche, die nur im Internet verfügbar waren. Beispielsweise wurde im Herbst des Jahres 2000 nach einem norwegischen Vorbild die erste deutsche Tageszeitung gegründet, die ausschließlich online verfügbar war. Sie nannte sich „Netzeitung“.[6] Mit ihr wurde also erstmals das Printmedium vollständig ersetzt, womit die Artikel allein für die Leser im Netz geschrieben wurden.

2.1.2. Die Entwicklung: Ergänzung von Printmedien durch Onlineangebote

Zu Beginn dieses Jahrtausends nutzten die meisten Leser von Nachrichtenmedien noch die klassische gedruckte Zeitung. Das Internet spielte als Informationsmedium bisher keine besonders große Rolle – der drastische Bedeutungsanstieg sollte erst in den folgenden Jahren kommen[7]. Daher ist es nicht erstaunlich, dass sich die Herausgeber zu Beginn der neu aufkommenden Onlineportale noch stark zurückhielten, indem sie, wie bereits erwähnt, diese vor allem als Kanal für Zweitverwertungen von bereits erschienenen Artikeln nutzten.[8] Erst nach und nach fand dann eine wirkliche Ergänzung der herkömmlichen Angebote statt, bei der von den Vorteilen des neuen Mediums Gebrauch gemacht wurde. So begannen erste Zeitungen damit, die Möglichkeiten im Internet, die hauptsächlich darin bestanden, „schnell und einfach aktuelle Nachrichten zu verbreiten“ sowie diese „um Bilder und Videos zu ergänzen“[9], in ihr Angebot aufzunehmen. Zunehmend entwickelte sich von der anfangs einfachen, identischen Übertragung von Artikeln ins Internet eine neuartige Möglichkeit, medienübergreifende Angebote anbieten zu können, mit denen durch die Zusatzangebote der Onlineportale einige Zeitungen um die Vorteile des Netzes ergänzt werden konnten.

2.1.3. Sukzessive Ersetzung der gedruckten Medien

Mit dem Medienwandel ging natürlich nach einiger Zeit in immer größeren Schritten die Ersetzung der bisherigen Printmedien durch die neuen digitalen Angebote einher. Schon zu Zeiten des oben beschriebenen Anfangs wurden mit Sicherheit einige Leser von Zeitungen zu den Onlineportalen verlagert. Großflächig begann bei diesen der Austausch von Zeitungen durch Internet-angebote allerdings etwa ab dem Jahr 2004.[10] Von diesem Zeitpunkt an kann deutlich beobachtet wer-den, dass immer mehr Menschen Nachrichtenangebote im Internet konsumieren und sich dafür von der herkömmlichen Zeitung abwenden. Dieser Anstieg wird noch dazu stetig stärker, findet also gerade zu Beginn der flächenhaften Verlagerung in exponentieller Form statt.[11]

Abbildung 112: Bedeutung des Internets als Nachrichtenquelle

In Abbildung 1[12] lässt sich gut erkennen, wie massiv das Internet an Bedeutung als Nachrichtenmedium gewonnen hat. Dieser Anstieg im Vergleich zwischen 2004 und 2013 ist in der Altersgruppe der jungen Erwachsenen (20 bis 29 Jahre) mit 37,9 Prozentpunkten am stärksten, dicht gefolgt von den 14 bis 19 Jahre alten Jugendlichen. In beiden Gruppen liegt die Nutzung der Onlinemedien 2013 etwa 2,5-fach so hoch wie 2004. Der extreme Anstieg zieht sich auch durch alle anderen Altersgruppen, abgestuft nach den Altersklassen von jung nach alt wird er jedoch geringer. Selbst bei den 50- bis 64-jährigen liegt er nichtsdestotrotz noch bei 19,6 Prozentpunkten. Hier ist sogar der relative Anstieg bedingt durch die anfänglich deutlich niedrigere Onlinemediennutzung noch etwas höher und liegt 2013 etwa bei Faktor 3 im Vergleich zu 2004. Bei Betrachtung einer Statistik, die den gleichen Verhalt in Bezug auf Zeitungen untersucht (mit der Frage, für wen die Tageszeitung noch zu den wichtigsten Nachrichtenmedien gehört), zeigt sich ein genau umgekehrtes Bild[13]: In allen Altersgruppen nimmt der Gebrauch von Zeitungen als wichtigstes Nachrichtenmedium deutlich ab. Besonders bei den Jüngeren zwischen 20 und 39 Jahren sinkt die Nutzung von Zeitungen als Hauptquelle für Nachrichten seit 2004 rapide – von ehemals 47 Prozent auf nun nur noch 30,1 Prozent Anteil.

Aus diesen Untersuchungen lässt sich ohne Zweifel erkennen, dass die Zeitung als Printmedium zusehends an Bedeutung verliert. Stattdessen übernimmt das Internet durchgängig bei der gesamten Bevölkerung mit seinen Onlineportalen die Funktion als wichtigste Nachrichtenquelle. Am stärksten prägt sich dieser Wandel in der ohnehin für Neuerungen besonders offenen Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus. Hierdurch werden also mit den genannten Onlineportalen sowie inzwischen auch Apps für mobile Geräte die bisher gedruckten Medien ersetzt, was sich besonders erkennen lässt, wenn man im Vergleich zum Anstieg der Online-Mediennutzung eine Betrachtung der Auflage von gedruckten Zeitungen heranzieht (Abbildung 2).[14] Diese Auflagenzahlen „liegen […] auf einer Kurve, die sich langsam, aber immer stärker senkt“[15]. Lag die Auflage 2004 noch bei 22 Millionen, ist sie bis 2012 auf nur noch 18,8 Millionen gesunken, was einem Rückgang von fast 15% entspricht. Weitere acht Jahre später läge Sie in der Prognose für 2020 bei gerade einmal 15 Millionen, womit der Rückgang bis dahin höher als 20% wäre. Würde sich die Kurve, wie für die Prognose angenommen, weiter in gleichem Maße fortsetzen, gäbe es etwa 2034 keine Auflage der gedruckten Zeitung mehr. Tatsächlich allerdings ist sogar damit zu rechnen, dass der Rückgang „nicht verhältnismäßig gleichbleibend sinken“[16] wird, wie in der Statistik vorausgesetzt. Stattdessen dürfte die Ersetzung durch Online-Angebote noch deutlich schneller stattfinden. Der Grund dafür ist vor allem deren immer leichtere Zugänglichkeit, dadurch bedingt, dass heutzutage immer mehr Menschen über die notwendige technische Ausstattung verfügen, um jederzeit auf Online-Nachrichten-angebote zugreifen zu können. Noch dazu wird es auch durch die technische Entwicklung zunehmend leichter, sie nutzen zu können, einerseits dadurch, dass der Abruf der Seiten inzwischen ziemlich schnell funktioniert, andererseits aber

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 214: Rückgang der Printauflage von Tageszeitungen

auch aufgrund neuer Geräte, die eine äußerst praktische Nutzung des digitalen Zeitungsersatzes bieten können – allen voran die Tablet-PCs: Sie schaffen es, dass „der digitale Medienkonsum aus Konsumentensicht heute“[17] den Printmedien bereits deutlich überlegen sein kann.[18]

Zuletzt sollte bei dieser Überlegung berücksichtigt werden, dass „das letzte tagesaktuelle Zeitungsprodukt auf Papier nicht erst verschwinden wird, wenn der allerletzte Leser sich von dem Medium verabschiedet, sondern deutlich früher“[19], schließlich ist es ab einem gewissen Punkt des Absatzrückgangs für die Verlage nicht mehr wirtschaftlich, weiterhin ihre Zeitungen zu drucken. Sobald es sich nur noch lohnt, die Artikel online zu veröffentlichen, werden die Verlage ihre Angebote auch nur noch auf diese Weise bereitstellen, da sie als Wirtschaftsunternehmen vor allem gewinnorientiert handeln.[20]

Es kann also festgehalten werden, dass die Ersetzung von gedruckten Nachrichten-medien durch verschiedene Online-Angebote derzeit in schnellen Schritten stattfindet. Statistisch gesehen wäre diese um das Jahr 2034 abgeschlossen, tatsächlich könnte der größte Teil der herkömmlichen Medien aber schon deutlich eher durch digitale Alternativen ersetzt worden sein. Die bisherige Entwicklung weist hierbei deutlich auf diesen Übergang der Zeitungen von Printmedien zu Online-Angeboten hin.

[...]


[1] Vgl. http://meedia.de/2012/09/14/journalismus-mehr-zitate-weniger-fakten/

[2] Vgl. Riefler, K., Zeitung Online. Neue Wege zu Lesern und Anzeigenkunden, Bonn 19951

[3] Vgl. http://www.texten-fuers-web.de/essay-online-journalismus-jetzt-uberall/

[4] http://www.texten-fuers-web.de/essay-online-journalismus-jetzt-uberall/

[5] Vgl. http://www.wissen.de/medienwandel-zeitungen-sterben-medienkonzerne-verdienen

[6] Vgl. http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2007/05/07/a0176

[7] Vgl. https://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/files/2010/10/Acta_2D00_Informationsverhalten-4.JPG

[8] Vgl. http://www.texten-fuers-web.de/essay-online-journalismus-jetzt-uberall/

[9] http://www.deutsche-tageszeitungen.de/die-geschichte-des-journalismus/

[10] Vgl. http://netzoekonom.de/tag/medienwandel/

[11] Vgl. http://blogs.faz.net/netzwirtschaft-blog/2009/11/02/der-medienwandel-wird-immer-schneller-1307/

[12] Grafik aus http://netzoekonom.de/tag/medienwandel/

[13] Vgl. http://netzoekonom.de/tag/medienwandel/

[14] Grafik aus auf http://journalistiklehrbuch.files.wordpress.com/2012/03/trend-auflage-tageszeitung.jpg

[15] http://journalistiklehrbuch.wordpress.com/2012/03/06/statistisch-berechnet-im-jahr-2034-erscheint-die-letzte-gedruckte-tageszeitung/

[16] http://www.carta.info/41992/die-letzte-gedruckte-tageszeitung/

[17] http://netzwertig.com/2013/01/08/medienkonsum-im-wandel-das-beduerfnis-nach-der-gedruckten-zeitung-ist-nicht-angeboren/

[18] Vgl. zu diesem Absatz http://netzwertig.com/2013/01/08/medienkonsum-im-wandel-das-beduerfnis-nach-der-gedruckten-zeitung-ist-nicht-angeboren/

[19] http://netzwertig.com/2013/01/08/medienkonsum-im-wandel-das-beduerfnis-nach-der-gedruckten-zeitung-ist-nicht-angeboren/

[20] Vgl. http://www.carta.info/41992/die-letzte-gedruckte-tageszeitung/

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Von der Zeitung zum Internetportal
Untertitel
Verändert der Medienwandel unser Meinungsbild?
Veranstaltung
Sozialwissenschaften
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
24
Katalognummer
V282607
ISBN (eBook)
9783656825852
ISBN (Buch)
9783656825869
Dateigröße
1632 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Medienwandel, Zeitung, Internet, Meinung, Meinungsbildung, Beeinflussung
Arbeit zitieren
Sören Böckmann (Autor), 2014, Von der Zeitung zum Internetportal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282607

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