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Wie und warum haben sich Aufgabenspektrum und Verhältnis von Hausvater und Hausmutter im Verlauf des 18. Jh. verändert?

Title: Wie und warum haben sich Aufgabenspektrum und Verhältnis von Hausvater und Hausmutter im Verlauf des 18. Jh. verändert?

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kathleen Steller (Author)

History of Germany - Modern History
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„Wer hätte es vor fünfzig Jahren glauben sollen, daß auch der Naturforscher von Profession sich darauf legen, und bis zum Wetteifer darauf sinnen würde, die Natur- und Wirthschaftsstunde so zu verschwistern, daß die erste der anderen die Hand bieten, und zum Wegweise dienen sollte, die Erzeugnisse der Natur mit immer mehrerer Sicherheit und Leichtigkeit zu gewinnen und zu veredeln, hierdurch aber Nationalwohlstand so wohl zu erhalten, als immer steigender zu machen?.“
Dieses Zitat kann stellvertretend für die Volksaufklärung stehen. Es handelte sich um eine Zeit der Veränderungen und Umbrüche, jedoch nicht in Form von Revolutionen. Die Volksaufklärung fand in jedem einzelnen Beteiligten statt. Sie hatte einen emanzipativen Charakter und entwickelte sich aus einer Selbstinitiative. Ein entscheidender Entwicklungsschritt in die Richtung einer aufgeklärten und selbst denkenden Gesellschaft erfolgt um die 70er Jahre des 18. Jahrhunderts.In den Jahrzehnten zuvor hatten sich ausschließlich Gelehrte um die Ökonomik und die Anwendbarkeit der Naturwissenschaften auf die Landwirtschaft bemüht. Doch dann erfolgte ein Umschwung mit dem Einsehen, dass das allgemeine Volk ebenso bildungsfähig ist und der Erkenntnis, dass in jungen Jahren investierte Erziehungsarbeit im Erwachsenenalter weniger Überzeugungsarbeit und weniger Aberglaube erfordert. Die Volksaufklärung meint nicht nur ein Aufklären im Sinne der Kenntniserweiterung, sondern eine grundlegende Mentalitätsveränderung. Es findet eine „Abkehr von der ungeprüften Übernahme von Tradiertem“ und einer Abkehr vom Aberglauben statt. Ebenso rückt der bisher ignorierte Bauernstand in den Mittelpunkt der Aufklärung. So erklärt sich auch die allgemeine Bezeichnung Volksaufklärung. Ein Teilbereich der Volksaufklärung stellt das Hauswirtschaften und die damit im Zusammenhang stehende, sich ausbreitende Literatur dar. Zu Beginn der volksaufklärerischen Schriften galten vor allem Adlige, Gutsbesitzer und Großbauern als Adressaten der immer zahlreicheren und umfangreicheren Werke. Entsprechend ihrer Aufgabe, erhielten sie später die Bezeichnung Hausväterliteratur.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Hausväterliteratur und ihre Einordnung in den geschichtlichen Kontext

3. Das Werk des Franz Philipp Pfalzgraf bei Rhein bzw. Francisci Philippi Florinus

3.1 Die Autoren

3.2 Das Aufgabenspektrum von Hausvater und Hausmutter und ihre Beziehungen innerhalb der Hausgemeinschaft

4. Die Werke Christian Friedrich Germershausens

4.1 Der Autor

4.2 Das Aufgabenspektrum der „Hausmutter in allen ihren Geschäften“ und des „Hausvater in systematischer Ordnung“

4.3 Die Beziehungen innerhalb der Hausgemeinschaft

5. Gegenüberstellung der Ergebnisse und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie und warum sich das Aufgabenspektrum sowie das Verhältnis von Hausvater und Hausmutter im Verlauf des 18. Jahrhunderts innerhalb der sogenannten Hausväterliteratur gewandelt haben.

  • Evolution der Hausväterliteratur von der frühen Aufklärung bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.
  • Analyse der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung zwischen Hausvater und Hausmutter.
  • Vergleich der Werke von Florinus und Germershausen hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Zielsetzung.
  • Die pädagogische und religiöse Bedeutung der Hausgemeinschaft in der Aufklärungsepoche.
  • Wandel von der hierarchischen Herrschaftsstruktur hin zu Ansätzen einer praktischen Kollegialität.

Auszug aus dem Buch

Die Hausväterliteratur und ihre Einordnung in den geschichtlichen Kontext

Die Hausväterliteratur stellte eine besondere Textgattung dar, welche ausschließlich im deutschen Sprachraum während der Zeit der (Volks-)Aufklärung vertreten war. Die Ursprünge der Hausväterliteratur begründeten sich auf der griechischen Ökonomie und der römischen Agrarlehre. Die unter dieser Rubrik verfassten und veröffentlichten Werke stellten eine Art Ratgeberliteratur für das alltägliche und praktische Leben dar. In ihnen fanden sich zahlreiche Anweisungen zu Haustugenden, religiösen Aufgaben des Hausvaters, häuslichen Sozialbeziehungen, sozialen Aufgaben von Hausvater und Hausmutter, hauswirtschaftlichen, landwirtschaftlichen und gewerblichen Techniken, juristischen Kenntnissen und Kenntnissen für die Gründung eines Haushaltes. Die Hausherrschaft erfreute sich eines so großen Interesses, da sie im Kleinen stellvertretend für sämtliche andere Herrschaftsverhältnisse in Staat und Gesellschaft stand.

Die Hausväterliteratur verstand sich damit als Wegweiser für die umfänglichen Aufgaben innerhalb des ,ganzen Hauses‘ und hatten einen Handbuchcharakter. Die Literaturgattung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie sich durch ihren Detailreichtum an Laien und durch ihren Umfang an erfahrene Leser richtet. Das Ziel dieser Werke war die Festigung christlicher Normenvorstellungen und die ideologische Formierung und Festigung des Familienbandes. Vor allem die anfänglich verfassten Werke trugen diese Merkmale. In späteren Büchern der Hausväterliteratur, wie bei Germershausen oder Becher, treten christlich-religiöse Werte etwas in den Hintergrund und dem praktisch nützlichen Aspekt wird mehr Beachtung geschenkt. So werden die Formulierungen sachlicher und auf das Wesentliche beschränkt, aber auch alltagsnahe Beispiele herangezogen. Der moralische und sittliche Appell bleibt allerdings weitestgehend erhalten. Ebenso wie die Inhalte, veränderte sich auch der Personenkreis, an welchen die Ratgeber adressiert wurden. Zu Beginn galten Adlige, Beamte, Gutsherren und Gutsbesitzer zum bevorzugten Leserkreis, spätere Werke richten sich auch an die ungelehrte Landbevölkerung und Bauern. Verfasser oder Mitverfasser der Hausväterliteratur sind häufig Angehörige der Kirche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zeit der Volksaufklärung ein und erläutert die Bedeutung der Hausväterliteratur als Ratgeber für den christlichen Hausstand.

2. Die Hausväterliteratur und ihre Einordnung in den geschichtlichen Kontext: Dieses Kapitel definiert die Gattung der Hausväterliteratur als Spiegelbild frühneuzeitlicher Herrschaftsverhältnisse und ihre Entwicklung von der religiösen Belehrung hin zu praktischer ökonomischer Unterweisung.

3. Das Werk des Franz Philipp Pfalzgraf bei Rhein bzw. Francisci Philippi Florinus: Hier werden die Autorenschaft und die inhaltliche Struktur von Florinus’ Werk analysiert, wobei der Fokus auf dem religiös geprägten Rollenverständnis von Hausvater und Hausmutter liegt.

4. Die Werke Christian Friedrich Germershausens: Die Analyse der Schriften von Germershausen zeigt den Wandel hin zu einem systematischeren Ansatz und einer liberaleren Sichtweise auf die Kooperation innerhalb der Hausgemeinschaft.

5. Gegenüberstellung der Ergebnisse und Fazit: Das letzte Kapitel fasst die Wandlungsprozesse zusammen und stellt fest, dass sich das Idealbild der Hauseltern im Laufe des 18. Jahrhunderts in Richtung einer kollegialen Zusammenarbeit verschob.

Schlüsselwörter

Volksaufklärung, Hausväterliteratur, Hausvater, Hausmutter, Hausgemeinschaft, 18. Jahrhundert, Ökonomik, Agrarlehre, Christian Friedrich Germershausen, Francisci Philippi Florinus, Rollenverteilung, Landwirtschaft, Hauswirtschaft, Gesellschaftswandel, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel des Aufgabenspektrums sowie der Rollenbeziehung zwischen Hausvater und Hausmutter im 18. Jahrhundert innerhalb der sogenannten Hausväterliteratur.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Hausherrschaft, die praktische Haushaltsführung, religiöse und moralische Pflichten sowie der Übergang von patriarchalen Strukturen zu einer kollegialeren Zusammenarbeit der Geschlechter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie sich die Darstellung der Rollen von Eheleuten in den ökonomischen Ratgebern der Zeit im Kontext der Volksaufklärung inhaltlich verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine exemplarische Analyse ausgewählter Standardwerke der Hausväterliteratur (Florinus, Germershausen, Becher) vorgenommen, um die zeitliche Entwicklung und ideologische Ausrichtung dieser Texte herauszuarbeiten.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Autoren, die detaillierte Untersuchung ihrer Werke hinsichtlich der Aufgabenverteilung und eine vergleichende Analyse der Beziehungen zwischen Hausvater und Hausmutter.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Volksaufklärung, Hausväterliteratur, häusliche Wirtschaftsführung und sozio-kultureller Wandel im 18. Jahrhundert charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Auffassung der Hausmutter bei Florinus von der bei Germershausen?

Während Florinus die Hausmutter vorwiegend in einer untertänigen, gehorsamen Rolle unter dem Regiment des Hausvaters sieht, erkennt Germershausen Ansätze einer partnerschaftlichen bzw. kollegialen Zusammenarbeit an.

Welche Rolle spielt die Religion in diesen Schriften?

Die Religion bildet das fundamentale Rückgrat der frühen Hausväterliteratur; der Hausvater wird oft als "kleiner Gott" oder Oberhaupt gesehen, das für das Seelenheil der Untergebenen verantwortlich ist, was jedoch bei späteren Autoren wie Germershausen hinter praktische Aspekte zurücktritt.

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Details

Title
Wie und warum haben sich Aufgabenspektrum und Verhältnis von Hausvater und Hausmutter im Verlauf des 18. Jh. verändert?
College
University of Hamburg  (Geschichte)
Course
Hauptseminar Neue Geschichte: Volksaufklärung – eine bürgerliche Reformbewegung im 18. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Kathleen Steller (Author)
Publication Year
2012
Pages
20
Catalog Number
V282768
ISBN (eBook)
9783656818175
ISBN (Book)
9783656818168
Language
German
Tags
aufgabenspektrum verhältnis hausvater hausmutter verlauf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathleen Steller (Author), 2012, Wie und warum haben sich Aufgabenspektrum und Verhältnis von Hausvater und Hausmutter im Verlauf des 18. Jh. verändert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282768
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