Förderung der medienpädagogischen Kompetenz von Lehramtsstudierenden


Hausarbeit, 2013

22 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Forschungsfrage und ihre Relevanz

3 Wissensgesellschaft und ihre Anforderungen
3.1 Wissensgesellschaft
3.2 Anforderungen an die Schule und das Lehrpersonal

4 Theoretische Grundlagen
4.1 Medienpädagogik und Medienbildung
4.2 Medienkompetenzmodell nach Tulodziecki
4.3 Medienpädagogische Kompetenz von Lehrpersonal

5. Medienpädagogische Kompetenz im Lehramtsstudium
5.1 Förderung medienpädagogischer Kompetenz nach Tulodziecki
5.2 Anforderungen an eine Förderung
5.3 Aktuelle Situation an Hochschulen

6 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wissen ist Macht. Diese Aussage erscheint bei der Betrachtung des technologi- schen Fortschritts, der Zunahme von elektronisch abrufbarem Wissen und der neuen Informations - und Kommunikationstechnologien recht treffend. Diese gesellschaftlichen Entwicklungen werden unteranderem unter dem Begriff der Wissensgesellschaft abgehandelt. Oft wird von Medienkompetenz als unver- zichtbare Schlüsselqualifikation in der Wissensgesellschaft gesprochen, die in Bezug auf gesellschaftliche Handlungsfähigkeit abverlangt wird, weil ohne sie eine Partizipation an der Gesellschaft scheinbar nicht mehr möglich ist. Wenn von Wissenserwerb gesprochen wird, dann steht fast automatisch die Schule im Fokus. Damit hat das Thema der Medienbildung längst gesellschaftliche Bedeu- tung erlangt. Schülerinnen und Schüler sollen in der Schule auf die Anforderun- gen der Wissensgesellschaft vorbereitet werden. Die ersten Bildungspolitischen Empfehlungen hat zum Beispiel die Kultusministerkonferenz bereits 1995 her- ausgegeben und fordert 2012 eine grundlegende, umfassende und systemati- sche Medienbildung im Rahmen der schulischen Bildung (KMK, 2012). Insge- samt stellt sich die Frage, ob die Schule und das Bildungssystem die zukünftige Aufgabe erfolgreich bewältigen können, oder eine Neuorientierung erforderlich sein wird. Denn zunehmend wird die neue Bildungssituation deutlich, die verän- derte Lern - und Lehrprozesse hervorbringt und ohne kompetente Lehrerinnen und Lehrern nicht bewältigt werden kann.

Welche Herausforderungen an die Lehrerausbildung in der Wissensgesellschaft damit entstehen und wie ihnen an Hochschulen und Universitäten begegnet wer- den kann, soll in der vorliegenden Arbeit daher geklärt werden. Dazu wird zuerst die Forschungsfrage sowie ihre Relevanz näher betrachtet. Anschließend wird die Wissensgesellschaft mit ihren Anforderungen an Schule und Lehrkräfte beleuchtet. Im theoretischen Teil werden Grundlagen der Medien- pädagogik und Medienbildung sowie das Medienkompetenzmodell nach Tulodziecki (1997) vorgestellt. Diese Überlegungen münden in der Darstellung der medienpädagogische Kompetenz von Lehrpersonal. Anschließend wird ge- zeigt, wie mit Hilfe des Medienkompetenzmodells nach Tulodziecki (1997) den Auswirkungen einer Wissensgesellschaft in der Lehrerausbildung begegnet wer- den kann. Bevor das Fazit und der Ausblick auf künftige Entwicklungen formuliert werden, werden Anforderungen an die Förderung von medienpädagogischer Kompetenz in der Lehrerausbildung skizziert, unter der Berücksichtigung der aktuellen Situation in den Hochschulen und Universitäten.

2 Die Forschungsfrage und ihre Relevanz

Wie genau wirkt sich die gesellschaftliche Entwicklung zu einer Wissensgesellschaft auf den Bereich der Bildung aus und warum sollte diese Entwicklung in Zusammenhang mit Bildung Beachtung finden?

Ausgehend von der Annahme, dass Informations - und Kommunikationstechnologien weiter an Bedeutung zunehmen werden und enormen Einfluss auf die Gesellschaft, ihre Individuen und alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens haben werden, wird Medienbildung unverzichtbar (MSWWF, 2000, S. 9). Kinder und Jugendliche sollen Medienkompetenz erwerben um den Anforderungen der Wissensgesellschaft gewachsen zu sein. Dazu benötigen sie medienkompetente Lehrerinnen und Lehrer (Herzig, 2007). Ihnen die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen zu vermitteln, muss daher das Ziel der Lehrerausbildung sein (Tulodziecki, Herzig & Grafe, 2010).

Im Positionspapier der Länderkonferenz Medienbildung (LKM) wird bereits 2008 die Notwendigkeit der Vermittlung von grundlegender Medienkompetenz an Schulen hauptsächlich in zwei Punkten hervorgehoben. Medienkompetenz muss demnach als Komponente der Grundbildung der Schülerinnen und Schüler an- gesehen werden, da sie dazu befähigt sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Laut LKM (2008) trägt Medienkompetenz zum anderen auch zu der persönlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler bei und ist damit unverzichtbar (LKM, 2008, S. 1f.). An dieser Stelle wird die Relevanz nicht nur für die Individuen, son- dern für die gesamte Gesellschaft deutlich, wenn wir davon ausgehen, dass eine Gesellschaft auf kompetente Mitglieder angewiesen ist. Ähnliche Forderungen sind dann aber auch an die Lehrerausbildung zu stellen.

In dieser Arbeit sollen die Herausforderungen der Wissensgesellschaft an die Lehrerausbildung genau beleuchtet werden. Daher soll die folgende Frage lei- tend sein: Welche Herausforderung entsteht durch die Ausprägungen der Wis- sensgesellschaft an die Lehrerausbildung? Aus der Betrachtung der Wissensge- sellschaft können sich dann gegebenenfalls Ziele einer entsprechenden Lehrer- ausbildung ableiten lassen, auf deren Basis medienpädagogische Konzepte zur Förderung medienpädagogischer Kompetenz von Lehramtsstudierenden erarbei- tet werden können.

3 Wissensgesellschaft und ihre Anforderungen

Angesichts der Forschungsfrage soll in diesem Kapitel zuerst die Wissensgesell- schaft allgemein mit ihren Ausprägungen und in Abgrenzung zur Informationsge- sellschaft beschreiben werden. In dem Zusammenhang findet auch der Begriff der Wissens - und Informationsgesellschaft Beachtung. Anschließend soll der Fokus auf ihre Anforderungen an die Schule und das Lehrpersonal gerichtet sein.

3.1 Die Wissensgesellschaft

Was ist eigentlich eine Wissensgesellschaft? Mit der Aussage, Wissen ist Macht, ist eine der zentralen Thesen angesprochen. Peter F. Drucker (1969) ist der Auf- fassung, dass Wissen als Grundlage von Wirtschaft und der heutigen Gesell- schaft verstanden werden muss und das grundlegende Prinzip von gesellschaftli- cher Partizipation ist (Drucker, 1969). Drucker (1996) führte den Begriff der Wis- sensgesellschaft ein und sagt, dass Gesellschaft durch eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung gekennzeichnet sei, in der Wissen und nicht Arbeit oder Rohstoffe oder Kapital zur zentralen Quelle von Produktivität, Wachstum und sozialen Ungleichheiten werden (Drucker, 1969). Im Mittelpunkt des Konzep- tes der Wissensgesellschaft nach Drucker (1969) steht das Wissen als wichtigste Ressource in Wirtschaft und Gesellschaft. Wird heute von einer Wissensgesell- schaft gesprochen, fällt auch oft der Begriff der Informationsgesellschaft. Doch wie stehen diese Begriffe zueinander? Zeitlich wird der Beginn der Informations- gesellschaft heute oft in den 70er Jahren verortet, also mit Beginn der Revolution der Informations - und Kommunikationstechnologien (Steinbicker, 2001). Nach Steinbicker (2001) sind diese Technologien jedoch älter, wie zum Beispiel der Computer aus dem Jahr 1833 (Steinbicker, 2001, S. 13ff.). Doch sind es nicht solche Technologien, mit denen das Informations - und Kommunikationszeitalter begann, die gemeint sind, wenn von der Informationsgesellschaft gesprochen wird. Vielmehr ist damit das Internet, E - Mail, Handy oder das Notebook ge- meint, als kleine, sich schnell verändernde Informations - und Kommunikations- technologien mit enormen Speicherkapazitäten. Laut Steinbicker (2001) ist der Begriff der Informationsgesellschaft nicht nur eng an die Informations - und Kommunikationstechnologien, sondern besonders mit deren Verbreitungs - und Dichtegrad zusammenhängend (Steinbicker 2001, S. 14). Wird heute von einer Informationsgesellschaft gesprochen, sind damit in der Regel die gesellschafts- prägenden und - verändernden Folgen der neuen Informations - und Kommuni- kationstechniken, die als die Infrastruktur eines neuen Zeitalters bezeichnet wer- den, gemeint (Teusch, 1993, S. 18). Diese Auffassung, ist nach Stehr (1994) aber zu kurz gegriffen, da der Begriff der Informationsgesellschaft damit nur technologiefokussiert ist und eine Erweiterung um die Handlungsaspekte erfor- dert (Stehr, 1994, S. 38). Im Gegensatz zu einer durch Informationen bestimmten Informationsgesellschaft, basiert der Fokus der Wissensgesellschaft auf Wissen und berücksichtigt soziale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte, die durch Entwicklungen in der Informations - und Kommunikationstechnologie be- einflusst sind (Kaase, 1999, S. 537). Der Soziologe Daniel Bell (1973) hat den Begriff der Wissensgesellschaft in seinem Buch „The Coming of Post - Industrial Society“ aufgegriffen und fokussiert die Zukunft der modernen Gesellschaft als den zentralen Gedanken (Steinbicker, 2001, S. 49). Mit seiner These über die post - industrielle Gesellschaft weist Bell auf einen tiefgreifenden Strukturwandel der Industriegesellschaft hin (Steinbicker, 2001, S. 49). Demnach wird sich ein solcher Wandel in fast allen wichtigen Sektoren vollzeihen. Im wirtschaftlichen Sektor, in der Beschäftigungs - und Berufsstruktur oder auch in der Technologie, in der Maschinentechnologien durch intellektuelle Technologien abgelöst werden. Zudem erfordert der Wandel eine bewusste Zukunftsorientierung zum Beispiel auf dem Gebiet der Planung von technologischen Entwicklungen. Der Wandel wird sich nach Bell auch in der Kodifizierung theoretischen Wissens zeigen, was kennzeichnend für die post - industrielle Gesellschaft und Grundlage technischer Entwicklung, wirtschaftlichen Wachstums und der Politikberatung ist. Bell be- zeichnet Wissen als axiales Prinzip der postindustriellen Gesellschaft (Steinbicker, 2001, S. 53 f.). Damit wird deutlich, dass der Begriff der Wissensge- sellschaft mehr als nur den Fortschritt im Bereich der Informations - und Kom- munikationstechniken meint, sondern auch die damit einhergehenden Auswir- kungen. Wird also das eher handlungsorientierte Konzept der Wissensgesell- schaft zusammen mit dem technikfokussierten Konzept der Informationsgesell- schaft verbunden, können zwei Aspekte der Gesellschaftsentwicklung betrachtet werden, also die Zunahme von Wissen und Information. Die Verbindung beider Ansätze ergibt das Konzept der Informations - und Wissensgesellschaft (Zillien, 2006, S. 11). Im den weiteren Ausführungen soll hier aber der Begriff der Wis- sensgesellschaft verwendet werden, da er, wie von anderen Autoren auch, als eine sinnvolle und treffende Erweiterung der Informationsgesellschaft angesehen wird.

3.1 Anforderung an die Schule und das Lehrpersonal

Welche Anforderungen ergeben sich aus der Entwicklung von einer Industriege- sellschaft zu einer Wissensgesellschaft an die Schule und damit auch an das Lehrpersonal?

Die Forderungen nach Medienkompetenz als unverzichtbare Schlüsselqualifikati- on in der Wissensgesellschaft, halten im Bereich der Bildung weiter an. Das er- scheint logisch, wenn davon ausgegangen wird, dass die Anforderungen der heutigen Gesellschaft nur noch mit den neuen Informations - und Kommunikati- onstechnologien zu bewältigen sind (Aufenanger, 2001). Medienkompetenz scheint in der Wissensgesellschaft unentbehrlich geworden zu sein.

Betrachten wir die Ausprägungen der Wissensgesellschaft im Bezug auf die Schule und ihre Lehrerinnen und Lehrer, wird schnell deutlich, dass sie medien- kompetent sein müssen, um ihren Bildungsauftrag erfüllen zu können. Seit Jah- ren wird bereits gefordert, Schüler zum lebenslangen Lernen zu befähigen. Im Hinblick auf die Wissensgesellschaft und den schnellen Wandel der Informations

- und Kommunikationstechniken erhält diese Forderung höchste Bedeutung, insbesondere für Lehrerinnen und Lehrer. Die andauernden Veränderungen ver- langen einen ständigen Anpassungsprozess auch auf Seiten der Lehrkräfte und der Schule. Auch die Wissensvermittlung durch mediale Kommunikation ist ein Zeichen der Wissensgesellschaft und stellt eine neue Anforderung an die Schule dar (Aufenanger, 2001, S. 256 ff.). Ein weiterer Aspekt laut Aufenanger (2001) ist der der Globalisierung des Wissens. Demnach werden zum Beispiel Eltern oder auch Lehrer als Wissensvermittler durch das gesamte, in der Welt zur Verfügung stehende Wissen, abgelöst und erhalten eine neue Rolle (Aufenanger, 2001, S. 258). Die Schule muss sich mit neuen Lern - und Lehrformen sowie Erziehungs

- und Bildungsaufgaben im Hinblick auf Medien befassen. Das Potenzial digitaler Medien muss in der Schule für Lehr - und Lernprozesse genutzt werden, da die Lernleistungen dadurch gefördert werden können.

Eine Informations - und Wissensgesellschaft erfordert Medienkompetenz um Wissen zu beschaffen, Informationen zu erhalten und neue Informations - und Kommunikationstechnologien zu beherrschen (Tulodziecki, 1997). Tulodziecki (2001) nennt zwei Bezugspunkte, die aus seiner Sicht beachtet wer- den müssen, wenn von Anforderungen der Wissensgesellschaft in Bezug auf Schule und Lehrkräfte gesprochen wird. Demnach ergeben sich drei bedeutende Aufgaben an die Schule, die aus der Entwicklung im Bereich der Medien resultie- ren.

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Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Förderung der medienpädagogischen Kompetenz von Lehramtsstudierenden
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2.0
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V282944
ISBN (eBook)
9783656824602
ISBN (Buch)
9783656824596
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienpädagogik, Lehramtstudenten
Arbeit zitieren
Eva Wawiorko (Autor), 2013, Förderung der medienpädagogischen Kompetenz von Lehramtsstudierenden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282944

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