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Hat das Stil? Eine textstilistische Untersuchung der Berichterstattung zum Rücktritt Christian Wulffs in der BILD und der FAZ

Title: Hat das Stil? Eine textstilistische Untersuchung der Berichterstattung zum Rücktritt Christian Wulffs in der BILD und der FAZ

Bachelor Thesis , 2014 , 56 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Franziska Schmidt (Author)

German Studies - Linguistics
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„Texte sind Mittel sprachlichen Handelns […]. Da es in einer Gemeinschaft […] die verschiedensten Arten von Handlungsbedarf gibt, sind Texte außerordentlich vielfältig […]. Es gibt die verschiedenartigsten Textfunktionen und infolgedessen auch –Formen.“
Weitreichende Textformen prägen seit Jahrhunderten die Gesellschaft.
Liebesbriefe, Gedichte, Minnesang, die ersten Flugblätter und Zeitungen, Romane, amtliche Schreiben, Zeugnisse oder Gutachten sind Teil unseres Alltags. Sie unterhalten, berühren, informieren, geben Auskunft, identifizieren, stiften Unruhe, decken auf. Jede Textart ist dabei durch bestimmte Merkmale gekennzeichnet. Doch nicht jeder Text ist von jedem abgrenzbar. Es können unscharfe Ränder vorhanden sein, Merkmale können sich überlappen oder gar nicht vorhanden sein.
Eine schon vielfach auf ihre Merkmale untersuchte Form fällt in den Bereich der journalistischen Texte. Nach der Erfindung des Buchdrucks von Johannes Gutenberg wurden um 1480 die ersten Flugblätter und Vorläufer der heutigen Zeitungen gedruckt. Schon zu dieser Zeit wurden erste journalistische Formen entscheidend geprägt und es entstanden Merkmale, die bis heute auffallend für bestimmte Textsorten sind.
Journalistische Texte eignen sich für stilistische Vergleiche insofern sehr gut, dass es grundlegende Merkmale gibt, die die Textsorten voneinander abgrenzen lassen.
Die zunehmende Mediatisierung und die damit verbundene Entwicklung des Online-Journalismus, aber auch die sogenannte „Schreibe“ des jeweiligen Redakteurs ergeben die oben erwähnten unscharfen Ränder, sodass Textsorten, die auf den ersten Blick einheitlich scheinen, dennoch unterschiedliche Stilmerkmale aufweisen.
Barbara Sandig benannte bereits 1986 relevante Stilmerkmale von Texten in ihrem Werk Textstilistik des Deutschen. In der aktualisierten Auflage von 2006 wurden einige Inhalte weiter definiert. Für die in dieser Arbeit verfasste Analyse werden acht, von Barbara Sandig definierte, Merkmale von Textsorten anhand von journalistischen Texten, speziell jeweils ein Bericht und ein Kommentar aus der BILD-Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung untersucht. Dabei werden die Unikalität und Textfunktion, das Thema, die Kohäsion und Kohärenz, die Situationalität, Materialität und Kulturalität/Historizität der einzelnen Texte beleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Einleitung

2.1 Einführung in die Thematik

2.2 Textmerkmale nach Barbara Sandig

2.3 BILD und Frankfurter Allgemeine Zeitung

3 Textstilistische Untersuchung der Beiträge der BILD

3.1 Kommentar

3.2 Bericht

4 Textstilistische Untersuchung der Beiträge der FAZ

4.1 Kommentar

4.2 Bericht

5 Zusammenfassung

6 Fazit und Ausblick

7 Quellenverzeichnis

7.1 Primärquellen

7.2 Sekundärquellen

7.3 Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht textstilistische Merkmale der Berichterstattung über den Rücktritt von Christian Wulff in den Medien BILD und FAZ, um den Einfluss von Medium und Textsorte auf die sprachliche Gestaltung sowie die journalistische Meinungsbildung zu analysieren.

  • Textstilistische Analyse von Zeitungsbeiträgen anhand der Merkmale nach Barbara Sandig
  • Vergleich journalistischer Textsorten (Kommentar vs. Bericht) in Boulevard- und Qualitätsmedien
  • Einfluss der Berichterstattung auf politische Prozesse (Wulff-Affäre)
  • Rolle von Materialität, Kohäsion und Kohärenz in der journalistischen Online-Berichterstattung
  • Untersuchung sprachlicher Strategien zur (indirekten) Wertung in scheinbar neutralen Texten

Auszug aus dem Buch

3.1 Kommentar

Der von BILD-Chefredakteur Kai Diekmann verfasste Kommentar mit dem Titel: „Vor dem Gesetz sind alle gleich“ wurde am 18.02.2012 – ein Tag nach dem Rücktritt von Christian Wulff − auf www.bild.de veröffentlicht.

Der Kommentar steht als urteilender Artikel der reinen Nachricht oder dem Bericht als faktenindizierende Textsorte gegenüber.

„Gemäß den Forderungen der Alliierten in der frühen Nachkriegszeit galt es, die Meinung klar von den Fakten, also den Berichten, Nachrichten etc. zu trennen. Meinung und Urteil wurden also ausgegliedert. Aufmacherberichten auf der Seite Eins der Zeitung wurde der Leitartikel gegenübergestellt. […] Schreiben durfte den Leitartikel entweder der Chefredakteur oder ein herausragendes Mitglied der Redaktion. Es handelte sich also um ein Privileg, einordnen und urteilen zu dürfen.“ (Straßner 2000: 71).

Heute findet diese Trennung nicht mehr allzu strikt statt und auch Redakteuren ist das Schreiben von Kommentaren oder ähnlichem möglich. In diesem Beispiel allerdings ging das Privileg des Kommentarschreibens, wie häufig bei der BILD, an den Chefredakteur.

Nach der von Barbara Sandig erstellten Unikalitätsskala lässt sich der Kommentar am ehesten als mustervariierender Text einordnen. Es gibt einige allgemeine Merkmale wie der Stil eines Kommentars sein sollte. Dazu zählt in erster Linie die Meinungsbildung. Der Kommentar soll „den aktuellen Standpunkt zu einem gemeldeten Ereignis bzw. zu einer Ereignisgruppe […] erörtern. Er soll gegenwärtige Zusammenhänge sichtbar machen oder andeuten und Auswirkungen auf die Zukunft erwägen, auch den Zusammenhang mit vergangenen Entwicklungen herstellen.“ (Kurz et al. 2010: 241).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort: Die Autorin erläutert ihre Motivation zur Verknüpfung der Studienfächer Germanistik und Politikwissenschaft durch die Analyse journalistischer Texte zum Rücktritt Wulffs.

2 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die textstilistische Thematik ein, stellt die Merkmale nach Barbara Sandig vor und charakterisiert die Medien BILD und FAZ.

3 Textstilistische Untersuchung der Beiträge der BILD: Es erfolgt eine Analyse von Kommentar und Bericht der BILD-Zeitung hinsichtlich ihrer stilistischen Muster und Textmerkmale.

4 Textstilistische Untersuchung der Beiträge der FAZ: Hier werden ein Kommentar und ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung methodisch untersucht und mit den Ergebnissen der BILD-Analyse verknüpft.

5 Zusammenfassung: Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Analyse der vier Texte werden gegenübergestellt, wobei Gemeinsamkeiten und medien-spezifische Unterschiede herausgearbeitet werden.

6 Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Bedeutung journalistischer Stilmittel für die politische Berichterstattung und reflektiert die Rolle der Medien als Meinungsmacher.

7 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär-, Sekundär- und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Textstilistik, Christian Wulff, BILD, FAZ, Journalismus, Kommentar, Bericht, Barbara Sandig, Medienmacht, Politische Kommunikation, Textanalyse, Unikalität, Berichterstattung, Wulff-Affäre, Textfunktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den sprachlichen Stil und die Textmerkmale journalistischer Beiträge über den Rücktritt von Christian Wulff, um die Berichterstattung in BILD und FAZ zu vergleichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die textstilistischen Merkmale nach Barbara Sandig (wie Unikalität, Textfunktion, Kohäsion, Kohärenz) sowie die unterschiedliche mediale Inszenierung eines politischen Rücktritts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, stilistische Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Medien aufzuzeigen und zu ermitteln, ob der gewählte journalistische Stil die öffentliche Meinungsbildung beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine textlinguistische Analyse auf Basis der von Barbara Sandig definierten Textmerkmale, ergänzt durch die Einbeziehung medienkritischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Untersuchungsabschnitte: Die Analyse von je einem Kommentar und einem Bericht der BILD sowie analog dazu von der FAZ.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Begriffe sind Textstilistik, journalistische Textsorten (Kommentar, Bericht), Mediensprache, Wulff-Affäre, Unikalität und Textfunktion.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung der BILD von der FAZ im Kontext der Wulff-Affäre?

Während die BILD stärker auf emotionalisierende Sprache, negative Wortwahl und Zitate zur meinungsbildenden "Kampagne" setzt, weist die FAZ eine eher konservative, intellektuelle Sprache mit komplexeren Satzstrukturen auf.

Welche Rolle spielt die "Unikalitätsskala" nach Sandig in dieser Arbeit?

Sie dient als theoretisches Instrument, um die untersuchten journalistischen Beiträge in verschiedene Textsorten-Kategorien (z.B. mustervariierend oder musterbefolgend) einzuordnen.

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Details

Title
Hat das Stil? Eine textstilistische Untersuchung der Berichterstattung zum Rücktritt Christian Wulffs in der BILD und der FAZ
College
Martin Luther University
Grade
3,0
Author
Franziska Schmidt (Author)
Publication Year
2014
Pages
56
Catalog Number
V282987
ISBN (eBook)
9783656825289
ISBN (Book)
9783656825371
Language
German
Tags
Wulff Bild FAZ Journalismus Berichterstattung Schreibstil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Schmidt (Author), 2014, Hat das Stil? Eine textstilistische Untersuchung der Berichterstattung zum Rücktritt Christian Wulffs in der BILD und der FAZ, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282987
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