Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Media Economics, Media Management

Aufgaben und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - Eine ökonomische Betrachtung

Title: Aufgaben und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - Eine ökonomische Betrachtung

Seminar Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Vera Rohloff (Author)

Communications - Media Economics, Media Management
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die aktuelle Ausgestaltung des Rundfunks in Deutschland basiert im Wesentlichen auf der Rundfunkrechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Die folgende Arbeit untersucht
dagegen den Rundfunkmarkt aus ökonomischer Sicht. Sie widmet sich insbesondere der Frage nach möglichen Marktversagensaspekten zur Legitimierung der Regulierung und damit zur Existenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sowie der daraus resultierenden
Gebührenfinanzierung. Zudem wird als Schlussfolgerung u.a. aus der Analyse von bestehenden Wettbewerbssituationen zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern die ökonomische Bewertung der Gebührenhöhe vorgenommen.
Aus diesen Überlegungen resultiert schließlich die Erkenntnis, dass dem privaten Rundfunk der Markt zu überlassen und der öffentlich-rechtliche Rundfunk als gesellschaftlich gewünschte Ergänzung zu deren Angebot zu sehen ist. Entsprechend hat eine Anpassung der
Programminhalte sowie des Umfangs der Gebührenfinanzierung zu erfolgen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Rundfunkrecht und der Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

3. Markt- und Wettbewerbsversagensaspekte auf dem Rundfunkmarkt ?

3.1 Das Rundfunkangebot

3.2 Das Nachfrageverhalten versus politischer Zielvorgaben

4. Die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und ihre Auswirkungen

4.1 Die Gebührenfestsetzung

4.2 Die ökonomische Bewertung der Rundfunkgebühr

4.3 Beeinflussung des Rundfunkwettbewerbes durch Privilegierung des öffentlich- rechtlichen Rundfunks

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland aus einer ökonomischen Perspektive zu analysieren, anstatt sich primär auf juristische Argumente zu stützen. Dabei wird untersucht, ob Marktversagensaspekte existieren, die eine staatliche Regulierung und die spezifische Gebührenfinanzierung rechtfertigen, oder ob diese Strukturen aus ökonomischer Sicht kritisch zu bewerten sind.

  • Markt- und Wettbewerbsversagensaspekte im Rundfunkmarkt
  • Legitimation und ökonomische Bewertung der Gebührenfinanzierung
  • Wettbewerbsverzerrungen zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern
  • Programmunfang und Effizienz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Rundfunkangebot

Ausgehend von der ursprünglich ausschließlichen Bereitstellung von Rundfunkprogrammen durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird das Gut Rundfunksendung vielfach als öffentliches Gut angesehen. Die Eigenschaften Nichtausschließbarkeit und Nichtrivalität im Konsum scheinen auf den ersten Blick vorzuliegen. Mit fortgeschrittener technischer Entwicklung ist ein Nutzungsausschluss allerdings grundsätzlich möglich, jedoch u.U. nicht erwünscht, um beispielsweise die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Programmangebotes aufrechtzuerhalten. Nichtrivalität im Konsum ist dagegen zweifelsohne gegeben. Das mit den Kosten K produzierte Rundfunkprogramm kann von mehreren Rezipienten gleichzeitig konsumiert werden, ohne das der Nutzen des Einzelnen eingeschränkt wird. Ebenso verursacht ein neu hinzukommender Konsument keine weiteren Produktionskosten. Die Grenzkosten sind Null. Entsprechend dem ökonomischen Effizienzprinzip werden Güter zu ihren Grenzkosten angeboten, d.h. der optimale Preis für den Rundfunkkonsum wäre Null. Zu diesem Preis würde jedoch kein privater Anbieter die Produktion überhaupt aufnehmen, da nicht einmal die entstehenden Fixkosten gedeckt wären (vgl. Never (1998), S. 8).

Für dieses Bereitstellungsproblem hat der private Rundfunk eine Lösung gefunden: die Werbefinanzierung. Am Verhältnis Rundfunkanbieter zu Konsument ändert sich zunächst nichts. Das ökonomische Effizienzkriterium Preis = Grenzkosten ist erfüllt. Durch die Bereitstellung von Werbezeiten, in denen Unternehmen ihre Produkte den Rezipienten des Rundfunkprogramms schmackhaft machen können, wird aus dem Gut Rundfunksendung, das keinen Erlös einbringt, das Gut Zuschaueraufmerksamkeit, das im Verhältnis Rundfunkanbieter und werbetreibende Wirtschaft ein marktfähiges Gut darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, hinterfragt dessen enorme Kostenstruktur und stellt die Forschungsfrage nach der ökonomischen Legitimation der Regulierung sowie der Gebührenfinanzierung.

2. Das Rundfunkrecht und der Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Stellung des Rundfunks, insbesondere die Rolle des Bundesverfassungsgerichts bei der Etablierung des Grundversorgungsauftrags und dem Schutz des öffentlich-rechtlichen Senders.

3. Markt- und Wettbewerbsversagensaspekte auf dem Rundfunkmarkt ?: Hier erfolgt eine ökonomische Prüfung, ob klassische Argumente für ein Marktversagen, wie öffentliche Güter oder asymmetrische Informationen, den starken regulativen Eingriff in den Rundfunkmarkt tatsächlich rechtfertigen.

4. Die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und ihre Auswirkungen: Das Kapitel analysiert das Verfahren der Gebührenfestsetzung und zeigt auf, wie die Finanzierung und die marktähnliche Ausrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu Wettbewerbsverzerrungen gegenüber privaten Anbietern führen.

5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass eine ökonomische Legitimation nur für spezifische nicht-marktfähige Inhalte besteht, empfiehlt eine deutliche Reduzierung des Umfangs sowie der Finanzierung und plädiert für eine Neuausrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Schlüsselwörter

öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Gebührenfinanzierung, Marktversagen, Rundfunkrecht, Wettbewerb, Programmauftrag, Grundversorgung, Werbefinanzierung, Ökonomische Betrachtung, Medienmarkt, Zuschauerpräferenzen, Subventionierung, Input-Märkte, Meinungsvielfalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland aus einer wirtschaftswissenschaftlichen Perspektive und hinterfragt dessen heutige Ausgestaltung, Kosten und Finanzierungsweise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Rundfunkrecht, die ökonomische Theorie zu Marktversagen, die Finanzierung durch Gebühren sowie der Wettbewerb zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Basis ökonomischer Analysen zu prüfen, ob die umfangreiche Regulierung und die Gebührenfinanzierung durch ein nachgewiesenes Marktversagen legitimiert sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ökonomische Betrachtungsweise gewählt, die Theorien zu Marktversagen und Wettbewerbsverzerrungen auf den Rundfunkmarkt anwendet und bestehende Regulierungsargumente kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Rundfunkangebot, das Nachfrageverhalten, die Mechanismen der Gebührenfestsetzung sowie die Auswirkungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf die Wettbewerbsposition privater Sender.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Rundfunkgebühr, Marktversagen, Programmauftrag, Wettbewerb, Subventionierung und ökonomische Effizienz.

Inwiefern beeinflusst das Gebührenprivileg den Wettbewerb auf Input-Märkten?

Die Autorin argumentiert, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch finanzielle Garantien und eine Budgetausweitung die Preise für positionale Inputs (z.B. Sportrechte) in die Höhe treibt, was private Wettbewerber benachteiligt.

Welche Alternative schlägt die Arbeit für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor?

Es wird eine Konzentration auf nicht-marktfähige Inhalte empfohlen, wobei der Rundfunk als meritorisches Gut fungieren sollte, ähnlich dem Beispiel der britischen BBC.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Aufgaben und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - Eine ökonomische Betrachtung
College
University of Hagen  (Wirtschaftswissenschaften)
Grade
2,3
Author
Vera Rohloff (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V28303
ISBN (eBook)
9783638301251
ISBN (Book)
9783640925537
Language
German
Tags
Aufgaben Finanzierung Rundfunks Eine Betrachtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vera Rohloff (Author), 2004, Aufgaben und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - Eine ökonomische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28303
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint