Medienkompetenz in sozial- und bildungsbenachteiligten Milieus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung & zentrale Fragestellung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriff „Medienkompetenz“
2.2 Sozial & Bildungsbenachteiligte Milieus

3 Problemstellung & Lösungsansätze
3.1 Bildungsbenachteiligung & Medienkompetenz
3.2 Förderung der Medienkompetenz

4 Fazit

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung & zentrale Fragestellung

Medien scheinen heute ein Teil des alltäglichen Lebens zu sein. Einigen nutzen sie, um sozial Interagieren zu können oder aber zur Entspannung. Weiterhin unterstützen Medien informelle Lernprozesse. Unterschiede in der Nutzung und vor allem im Umgang lassen sich bei näherer Betrachtung feststellen. Die Medienkompetenz wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Einer dieser Einflussfaktoren ist das soziale Milieu. Es lässt sich feststellen, dass eine Mediatisierung des Alltags statt gefunden hat. Aufgrund dessen wird der Umgang mit den Medien, also die Medienkompetenz in der heutigen Gesellschaft immer mehr zu einer wichtigen Ressource und zu einer Schlüsselkompetenz in der Allgemeinbildung. Medienkompetenz stellt heut die Voraussetzung und das Ziel aller Bildung dar (vgl. Kutscher/ et al 2009, S.11).

In der folgenden Arbeit soll es um die Frage gehen, in wie weit die Medienkompetenz in sozial benachteiligten Milieus gefördert werden kann. Anfangs soll geklärt werden, was der Begriff „Medienkompetenz“ meint und welche Merkmale die sozial und bildungsbenachteiligte Zielgruppe trägt. Anschließend wird das Problem dieser Gruppe und die aktuelle Lage analysiert, um daraufhin Lösungsansätze bzw. Förderungsmöglichkeiten definieren zu können. Abschließend erfolgt die Reflektion der zusammengetragenen Informationen im Fazit.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Begriff „Medienkompetenz“

„Neben Lesen, Schreiben und Rechnen wird inzwischen auch die Medienkompetenz als eine zentrale Kulturtechnik in der Wissensgesellschaft angesehen.“ (Croll/ Brüggemann 2007, S.13)

Verschiedene Wissenschaftler haben seit 1990 den Begriff geprägt und zur Klärung beigetragen. Ob Aufenanger, Baacke oder Spanhel, es zeigt sich, dass der Begriff ausdifferenziert betrachtet werden muss und seit Jahren gewisser Kritik unterliegt (vgl. Bounin o.J.).

Der Begriff Medienkompetenz allgemein zunächst beschreibt zum einen die Fähigkeit mit den Medien umzugehen, im Sinne der Bedienbarkeit. Zum anderen wird die Kompetenz auch als Teil kommunikativer Kompetenz beschrieben, die den Erwerb kognitiver Strukturen und bestimmter Fertigkeiten meint.

Also bezeichnet der Begriff die aktive Aneignung von Fähigkeiten für das Kommunikations- und Handlungsrepertoire, mit besonderem Augenmerk im Bereich Medien. Das Ziel sowie die Voraussetzung bilden hierbei Bildung (vgl. Kutscher/ et al 2009, S.12).

„Das Lernen, der Erwerb von Wissen und der Zugang zur Information ist in unserer Gesellschaft ohne die kompetente Nutzung aller Medien, insbesondere von Online-Medien, heute kaum mehr vorstellbar […].“(Kutscher/ et al 2009, S.11).

Das Resultat kompetenter Mediennutzung, also die Erfüllung bestimmter Bedürfnisse und Unterstützung von Lernprozessen, ist abhängig von der Verarbeitung des genutzten Medienangebots, sowie der Qualität dieses Angebots. Selektion geht dem Begriff voraus und hängt wiederum von verschiedenen Erwartungshaltungen ab. Zudem besteht ein Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Medienselektion. Ein entweder informations- oder unterhaltungsorientiertes Nutzerverhalten lässt sich feststellen (vgl. Pietrass/ Ulrich 2009, S.1ff).

Mittels des Nutzerverhaltens können Rückschlüsse auf das soziale Umfeld getroffen werden. Im folgenden Kapitel soll es im Speziellen um die Betrachtung und den Begriff des bildungsbenachteiligten Sozialmilieus gehen, um daraufhin Rückschlüssen auf die zuvor beschriebene Medienkompetenz erzielen zu können.

2.2 Sozial & Bildungsbenachteiligte Milieus

Handelt es sich um Milieus, so meint dies eine gesellschaftliche Differenzierung durch unterschiedliche Werte und Lebensstile. Soziale Milieus beschreiben „[…] Gruppen Gleichgesinnter, die jeweils ähnliche Werthaltungen, Prinzipien der Lebensgestaltung, Beziehungen zu Mitmenschen und Mentalitäten aufweisen […].“ (Pietrass/ Ulrich 2009, S.2).

Soziale Ungleichheit meint in diesem Zusammenhang unterschiedliche Teilhabemöglichkeiten von Personen. Diese Teilhabe bezieht sich wiederum auf materielle oder immaterielle Ressourcen, wie z.B. Bildung. Lebensbedingungen, die eher nachteilhaft sind führen somit automatisch zu einer sozialen Benachteiligung und hierbei lässt sich zugleich eine Benachteiligung im Bereich der Mediennutzung beobachten (vgl. Niesyto o.J., S.2).

Ob in den Möglichkeiten bezüglich des Zugangs zu digitalen Medien, aber vor allem in den Nutzungsgewohnheiten lassen sich Unterschiede erkennen, welche im späteren Verlauf näher beleuchtet werden.

Mit dem Begriff soziale Benachteiligung werden verschiedene Aspekte beschrieben und Ursachen betrachtet. Als einen der wichtigsten Hintergründe der Benachteiligung ist das Wort Armut, welches gleichzeitig den Mangel an Medienzugängen beschreibt. Andere Ursachen, wie Herkunft und Schichtzugehörigkeit bestimmen auch meist die Mediennutzung. Migrationshintergründe und damit die fehlende Sprachkompetenz oder auch Arbeitslosigkeit sind oftmals Gründe mangelnder Medienkompetenz. Einfache Medienzugänge sowie deren Inhalte werden gewählt und lassen die Unterschiede zwischen den Schichten enorm wachsen (vgl. Hoffmann 2006, S.15).

Diese unterschiedlichen sozialen Lebenslagen führen zu unterschiedlichen Bildungs- und Entwicklungschancen und wirken sich automatisch auf die Fähigkeit der Medienkompetenz aus. In wiefern sich die Mediennutzung und auch Kompetenz in den letzten Jahren entwickelt haben wird im folgenden Kapitel erläutert.

3 Problemstellung & Lösungsansätze

3.1 Bildungsbenachteiligung & Medienkompetenz

Unterschiedliche Studien und Analysen zur Bildungsbenachteiligung wurden in den letzten Jahren erstellt. Bei der Betrachtung des Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung fallen verschiedene Zusammenhänge auf und verdeutlichen das Problem der Bildungsbenachteiligung und der Klassengesellschaft. Zum einen lässt sich bei der beruflichen Ausbildung erkennen, dass diese erst im Alter von 35 Jahren abgeschlossen ist und somit 15 Prozent weiterhin ohne abgeschlossene Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt Integrationsproblemen entgegenstehen. Ein weiterer Zusammenhang ist erkennbar zwischen dem Bildungserfolg der Eltern und ihrer Kinder. Eine unterschiedliche Bildungsbeteiligung zeigt sich bei Kindern, deren Eltern einen Hochschulabschluss besitzen. 83 Prozent der Kinder von Akademikern studieren ebenfalls, wobei der Rest meist ohne Hochschulabschluss bleibt. Wiederum hier zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang bei Menschen mit Migrationshintergrund (vgl. Niesyto o.J., S.2).

„Keine Bildung ohne Medien!“ (Keine Bildung ohne Medien 2011, www.keine-bildung-ohne-medien.de)

Die Digitalisierung erzielte eine rasante Entwicklung der Medien, wobei eine Verschmelzung der alten und neuen Medien stattgefunden hat. Diese Entwicklungen brachten unmittelbare Folgen für den Einzelnen aber auch für die Gesellschaft mit sich. Medien sind nun zeit- und vor allem ortsunabhängig und eröffnen neue Wege der Information und Kommunikation. Mit dem Wandel der Medien hat sich auch die Bildungslandschaft verändert (vgl. Keine Bildung ohne Medien 2011, www.keine-bildung-ohne-medien.de).

Mit dem Hintergrund der Bildungsbenachteiligung stellt sich die Frage nach dem Zugang zu digitalen Medien, wenn dem Motto stattgegeben werden soll, dass keine Bildung ohne Medien funktionieren kann. Es lässt sich zunächst ein gravierender Unterschied zwischen den Ländern und dem Zugang zu digitalen Informationstechnologien erkennen. So verfügen nur knapp ein Prozent der in Afrika lebenden Menschen über einen Breitband Internetanschluss. Hier lassen sich schon erste gravierende Möglichkeiten des Zugangs zu Informationen im Zusammenhang mit Armut erkennen. Weiterhin besteht eine große Kluft innerhalb der verschiedenen Länder und zwischen den verschiedenen Gruppen von Menschen, wie beispielsweise Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung. Diese besitzen hauptsächlich aufgrund der finanziellen Situation einen deutlich schlechteren Zugang zu digitalen Medien. Als Konsequenz hier lässt sich jedoch schon deutlich erkennen, dass insbesondere an Schulen die Computerausstattung nun sozial und bildungsmäßig benachteiligten Kindern die Partizipation and digitalen Technologien versucht zu ermöglichen. (vgl. Niesyto 2009, S.6ff.).

Zum einen wird versucht die Partizipation an digitalen Medien der in sozial und bildungsschwachen Milieus lebenden Jugendlichen zu verbessern jedoch zeichnet sich eine auf der anderen Seite eine Veralltäglichung bei der Nutzung dar. Es zeigt sich bereits im Jahr 2008 eine Angleichung beim Gerätebesitz bei Jugendlichen mit formal unterschiedlicher Ausbildung (siehe Abb.1). Das Handy scheint hier bei allen Bildungsgruppen das stärkste Medium zu sein. Beim Medium Computer/ Laptop zeigen sich erste gravierende Unterschiede zwischen Hauptschule und Gymnasium.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gerätebesitz Jugendlicher 2008

Quelle: JIM Studie (2008): Jugend, Information, (Multi-) Media. Badenwürttemberg. S.11.

Mittels der folgenden beiden Abbildungen der JIM Studie jeweils von 2008 und 2012 wird deutlich, dass nicht digitale Medien bei allen Bildungsgruppen, wie Bücher stark in den Hintergrund getreten ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Buchlesen zum Zeitpunkt der Befragung 2008 – 2006

Quelle: JIM Studie (2008): Jugend, Information, (Multi-) Media. Badenwürttemberg. S.25.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Bücher lesen 2012

Quelle: JIM Studie (2012): Jugend, Information, (Multi-) Media. Badenwürttemberg. S.19.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Medienkompetenz in sozial- und bildungsbenachteiligten Milieus
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V283035
ISBN (eBook)
9783656831785
ISBN (Buch)
9783656829768
Dateigröße
753 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medienkompetenz, milieus
Arbeit zitieren
Katja Nothnagel (Autor:in), 2013, Medienkompetenz in sozial- und bildungsbenachteiligten Milieus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283035

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