Zwischen Wissenschaftlichkeit und Betroffenheit. Untersuchung des "LTI" von Victor Klemperer


Hausarbeit, 2011
28 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erzieherischer Zweck des LTI

3. Wissenschaftlichkeit des LTI
3.1. Unwissenschaftlichkeit
3.2. Anlehnung an Wissenschaftlichkeit
3.2.1. Sprachanalyse mithilfe der Methodologie der „Diskurstheorie“
3.2.2. „Arbeit der ersten Stunde“

4. Systematik des LTI
4.1. Chronologische Anordnung des Materials
4.2. Anordnung nach linguistisch-analytischen Sachgruppen
4.2.1. Einleitung, Gliederung des LTI und Armutsthese
4.2.2. Einzelwörter
4.2.3. Grundstruktur der LTI-Kapitel
4.2.4. Armut der Sprache des Dritten Reiches
4.2.5. Inklusion und Exklusion
4.2.6. Katholizismus
4.2.7. Methodenwechsel
4.2.8. Judenspezifische Sprache
4.2.9. Verschleierung
4.2.10. Verstand und Gefühl
4.2.11. Probe aufs Exempel
4.3. Zusammenschau der Systematik des LTI

5. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Umfänglich kritisiert der ehemalige jüdische Professor der Romanistik Victor Klemperer in seinem bereits 1947 erschienenen und von Öffentlichkeit und Wissenschaft gleichermaßen rezipierten Werk LTI die nationalsozialistische Sprache. Seither sieht sich das Werk jedoch neben der breiten Anerkennung ebenso der fachwissenschaftlichen Kritik ausgeliefert.

Klemperer wird vorgeworfen, aufgrund seiner Betroffenheit durch den Terror des nationalsozialistischen Regimes bei seiner Kritik zu emotional vorzugehen. Oft wurde das LTI als Gesamtwerk in seiner Gattung und seinem Aufbau daher als zu unsystematisch und unwissenschaftlich bewertet. Zugleich wird der Autor auch dafür kritisiert, unsystematisch und unwissenschaftlich bei der Sammlung und Analyse des Wort- und Textmaterials gearbeitet zu haben. Sein idealistischer Sprachbegriff, sein zufälliges Sammeln des sprachlichen Materials und die Darstellung der Sprache des Dritten Reiches als Erlebnisbericht stehen dabei im Mittelpunkt der Auseinandersetzung.[1] Hauptaugenmerk der Kritik liegt auf der Tatsache, dass sich Klemperer bei der Analyse und Kritik der Sprache des Nationalsozialismus derselben Wörter und Stilistik bedient, die er selbst im Werk verurteilt.[2]

Unumstritten ist, dass das Werk eindeutig von Klemperers persönlicher Betroffenheit geprägt ist und daher sprachwissenschaftlichen Standards nicht genügen kann. Nach intensiver Beschäftigung mit Klemperers Biographie, seinen Tagebüchern, der LTI und einschlägiger Sekundärliteratur, kann ich mich jedoch der referierten Kritik nicht ausnahmslos anschließen. Ziel dieser Arbeit ist es daher, aufzuzeigen, dass Klemperers LTI nur auf den ersten Blick unsystematisch erscheint und sich nicht völlig jeglicher Wissenschaftlichkeit entzieht.

Wie beleuchtet werden soll, ist Klemperers LTI als Gesamtwerk systematisch aufgebaut und auch seine linguistische Analyse nicht völlig unmethodologisch. Hierzu war ein umfassend analytisches Quellenstudium des LTI, der Tagebücher und der Sekundärliteratur zum Thema notwendig.

2. Erzieherischer Zweck des LTI

Klemperer legt bereits im ersten Kapitel seines LTI[3] dar, dass es nicht seine Absicht sei, eine wissenschaftliche Arbeit im engeren Sinne zu schaffen, er aber mit dem Werk vor allem das Ziel verfolgt, erzieherisch zu wirken.

… heute weiß ich, dass ich nun doch nicht imstande sein werde, meine Beobachtungen, meine Reflexionen und Fragen zur Sprache des Dritten Reiches aus dem Zustand des Skizzenhaften in den eines geschlossenen wissenschaftlichen Werks hinüberzuführen. […] Aber ein erstes Herumtasten und Herumfragen an Dingen, die sich noch nicht fixieren lassen, weil sie noch im Fließen sind, die Arbeit der ersten Stunde, wie die Franzosen so etwas nennen, wird doch für die danach kommenden eigentlichen Forscher immer seinen Wert haben, und ich glaube, es wird ihnen auch von Wert sein, ihr Objekt […] halb als konkreten Erlebnisbericht und halb schon in der Begrifflichkeit der wissenschaftlichen Betrachtung eingegangen. […] Weil eine Tendenz im Spiel ist, weil ich mit dem wissenschaftlichen Zweck zugleich einen erzieherischen verfolge.[4]

Damit ist schon zu Beginn des Werks deutlich, dass es (konventionellen) wissenschaftlichen Standards nicht genügen kann, da wissenschaftliche Arbeiten sonst keine überzeugende Absicht verfolgen. Der zu betrachtende Gegenstand soll in wissenschaftlichen Betrachtungen lediglich so gut als möglich objektiv beschrieben und erklärt werden. Trotzdem ist es Klemperer hier jedoch wichtig zu betonen, dass sein LTI ungeachtet dessen gewissen wissenschaftlichen Ansprüchen entsprechen soll. Inwiefern dies gelungen ist, soll später genauer erörtert werden.

Fragen wir uns zunächst einmal, warum Klemperer als ehemaliger Professor der Romanistik in Dresden und damit als Wissenschaftler überhaupt dazu kommt, mit seiner Analyse der nationalsozialistischen Sprache erzieherisch wirken zu wollen. Wie Klemperer im LTI und auch in seinen Tagebüchern schreibt, ist er der Meinung, dass die Sprache des Dritten Reiches nach der Zerstörung des nationalsozialistischen Regimes 1945 immer noch benutzt wird. Klemperer erkennt sie in antifaschistischen politischen Kundgebungen, wenn beispielsweise vom „,kämpferischen’ Wesen der Demokratie“[5] gesprochen wird. Besonders in der sowjetischen Besatzungszone bemerkt Klemperer eindeutige Tendenzen einer Sprache des Vierten Reiches, die er dann auch als LQI bezeichnete. Klemperer denkt darüber vor allem von Juni bis Dezember 1945 in seinen Tagebüchern intensiv nach: „Sie [die Sprache des Vierten Reiches; L.F.] scheint mir manchmal weniger von der des Dritten unterschieden als etwa das Dresdener vom Leipziger.“[6] Auch sieht er „Analogien der nazistischen und bolschewistischen Sprache“.[7]

Dass die Sprache der Nationalsozialisten in Deutschland noch weiter verwendet wird, ist für Klemperer aufgrund seines vertretenen Sprachbegriffs[8] in Bezug auf das Überdauern der nationalsozialistischen Ideologie besonders problematisch. Klemperer nimmt an, dass Sprache und Denken untrennbar zusammen gehören, was ihn zu der Annahme führt, dass Sprache das Denken eines Menschen beeinflussen kann.[9] „Sprache, die für dich dichtet und denkt“[10] – so veranschaulicht Klemperer mit einem Schillerzitat seine Sprachauffassung im LTI.

In der Sprache des Dritten Reiches erkennt Klemperer darum eines der stärksten Propagandamittel für die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie.[11] Dabei meint Klemperer durchaus, dass sich der Nationalsozialismus keinesfalls allein durch Einzelreden, nur durch Plakate, Fahnen oder Flugblätter durchsetzen konnte. Gemeint sind alltägliche sprachliche Äußerungen und Handlungen, die ganz unbewusst, ohne tieferes rationales Nachvollziehen von der Bevölkerung aufgenommen wurden. Klemperer denkt an einzelne Worte, Redewendungen, Satzformen und Interpunktionen, die in ihrer millionenfachen Wiederholung die Menschen mit dem nationalsozialistischen Gedankengut infizierten.[12]

Die deutsche Bevölkerung steckte sich mittels Sprache genau wie bei einer Krankheit oder einem Gift mit dem Nationalsozialismus an. Die Menschen wurden mit bestimmten Worten konfrontiert, die sich einprägten, ohne dass der Einzelne etwas dagegen hätte tun können und mit den nationalsozialistisch geprägten Worten übernahmen die Menschen auch das nationalsozialistische Gedankengut.

Klemperer schreibt der NS-Sprache damit die Fähigkeit zu, die Menschen zu steuern und sie zu Anhängern der NS-Ideologie zu machen. Demnach sieht Klemperer vor allem in der Sprache die Ursache für die Ausbreitung und die Existenz des nationalsozialistischen Regimes. Wenn Sprache nach Klemperer das Denken beeinflusst, so kann auch von der Sprache eines Menschen auf seine Geisteshaltung geschlossen werden. Wenn die Sprache des Dritten Reiches nach 1945 immer noch präsent ist, dann bedeutet das für Klemperer, dass auch noch die NS-Ideologie in den Köpfen existiert. Die LTI wird von den Menschen in Klemperers Umfeld immer noch benutzt, damit gibt es für ihn auch immer noch Nationalsozialisten.

Klemperer sieht es daher als seine Aufgabe, die Menschen daran zu hindern oder sie davon abzubringen, nationalsozialistisch zu sprechen und somit auch die nationalsozialistische Ideologie zu vergessen. Dies kann nur umgesetzt werden, wenn Klemperer den Menschen verdeutlicht, welche Wirkung jene Sprache haben kann, wie sie Menschen zu Nationalsozialisten macht und für Ausgeschlossene schreckliche Folgen haben kann. Klemperer möchte, indem er seine Sprachkritik zusammen mit persönlichen Erlebnissen präsentiert, bei den Menschen auch Emotionen hervorrufen, um sie dazu zu bewegen, die nationalsozialistische Sprache nicht mehr zu gebrauchen. Indem er LTI bewusst nah an den Tagebuchaufzeichnungen und damit als Erlebnisbericht hält, kann er beim Leser Betroffenheit, emotionales Mitfühlen oder gar Empathie auslösen. Klemperer bringt daher im LTI seine eigenen biographischen Erlebnisse als diskriminierter Jude im nationalsozialistischen Deutschland zwischen 1933 und 1945 in Zusammenhang mit der Darstellung der Sprache der Nationalsozialisten. Zudem können die persönlichen Erlebnisse genutzt werden, um an ihnen zu zeigen welche schrecklichen Auswirkungen der Gebrauch der nationalsozialistischen Sprache für einen vom Regime Ausgeschlossenen haben kann.

In Vorausschau auf die folgenden Kapitel sei bemerkt, dass damit die Darstellung der Sprachkritik als Erlebnisbericht weniger bloß als Produkt der eigenen Betroffenheit Klemperers zu bewerten ist. Vielmehr kann die Verquickung linguistischer Betrachtungen mit persönlichen Erlebnissen auch als Mittel verstanden werden, um die Menschen emotional zu der Einsicht zu bringen, der NS-Sprache zu entsagen. Schon die Gattungswahl des LTI geschieht demnach reflektierter und überlegter als oft angenommen wird. Dies lässt ein systematisches Darstellen der Sprachkritik vermuten, welches eindeutig Merkmal wissenschaftlichen Arbeitens ist.

3. Wissenschaftlichkeit des LTI

Im Folgenden werde ich Klemperers LTI nach diesen Kriterien von Wissenschaftlichkeit untersuchen: Wissenschaftliches Arbeiten zeichnet sich dadurch aus, dass ein Gegenstand oder ein Vorgang systematisch nach objektiven Kriterien mithilfe von repräsentativen empiristischen Belegen möglichst genau beschrieben wird.

3.1. Unwissenschaftlichkeit

Zunächst einmal konstatiert Klemperer im oben zitierten Abschnitt, dass es ihm nicht gelungen sei, ein geschlossenes wissenschaftliches Werk zu verfassen. Betrachten wir das Gesamtwerk und Klemperers Vorgehen bei dessen Entstehung, kann dem nur zugestimmt werden. Aufgrund seiner Möglichkeiten als Verfolgter und seiner emotionalen Betroffenheit ist seine Arbeit nicht im strengen Maße wissenschaftlich durchgeführt und verfasst.

Zum einen geht Klemperer nicht objektiv genug vor, da er seinen Gegenstand zu emotional bewertet und er sich sprachlich nicht von dem beschriebenen Gegenstand distanziert. Er verwendet auch die Wörter, die er selbst als nazistisch kritisiert.[13] Im LTI und in seinen Tagebüchern reflektiert er dies jedoch ansatzweise und tadelt sich dafür selbst. Er entschuldigt sich dafür, indem er darauf verweist, dass die Sprache des Dritten Reiches solch starke Wirkung hat, dass sich keiner dieser entziehen kann. Hieran wird die Problematik Klemperers Sprachbegriffs deutlich, der nicht hinreichend reflektiert ist, um als wissenschaftlich zu gelten. Denn wenn er davon ausgeht, dass Sprache die Menschen in ihrem Denken beeinflusst, dann müssen folglich Bereiche des Denkens existieren, in denen die rationale Vernunft nicht dominieren und sich kein Mensch der NS-Ideologie völlig entziehen kann. Eine sprachliche Analyse unter der Voraussetzung, dass Sprache das Denken wesentlich beeinflusst, kann also nur bedingt als wissenschaftlich gelten. Zudem unterschlägt Klemperer, dass es auch noch andere Ursachen für das Entstehen und Ausbreiten des Nationalsozialismus gegeben hat.

Zum anderen sind nicht alle sprachlichen Merkmale, die Klemperer in der LTI ausmacht, belegt oder nur unzureichend nachgewiesen, was der Autor jedoch selbst anerkennt und auch darauf hinweist.[14] Klemperer kann die Charakteristika der Sprache des Dritten Reiches nicht hinlänglich empirisch belegen, denn dazu ist sein empirisches Material nicht repräsentativ genug. Er belegt Charakteristika der NS-Sprache oft nur mit einer Anekdote oder einigen persönlichen Erfahrungen mit dem jeweiligen sprachlichen Phänomen. Außerdem beobachtet er überwiegend nur den sprachlichen Gebrauch und Umgang von Menschen, mit denen er in Dresden in Kontakt kommt. Nur wenig Material sammelt er in anderen Teilen Deutschlands. Auch nach dem Untergang des Dritten Reiches unternimmt er keine zusätzlichen empirischen Untersuchungen wie Inhalts- und Gesprächsanalysen, um seine gefundenen Charakteristika der LTI zu validieren. Die empirischen Beobachtungen, die er während seines Alltags im nationalsozialistischen Dresden gemacht hat, sollen ihm als Belege für seine Beschreibung der Sprache des Dritten Reiches genügen.

Zudem sammelt Klemperer nationalsozialistische Wörter und Wendungen nicht explizit theoriegeleitet, sondern geht eher intuitiv vor.[15] Seine Sprachanalyse ist ihm vielmehr eine „Balancierstange“[16], die ihm hilft den Terror im NS-Regime zu überleben und an diesem nicht zu verzweifeln. Er sagt sogar selbst, dass er darum jedes Wort- und Textmaterial sammelt und aufschreibt, was ihm (zufällig) begegnet.[17] Damit ist sich Klemperer der unzureichenden Wissenschaftlichkeit des Werks durchaus bewusst.

3.2. Anlehnung an Wissenschaftlichkeit

Klemperer kann jedoch zu Gute gehalten werden, dass er ein Stück weit als wissenschaftlicher Empiriker, fast wie ein sprachwissenschaftlicher Ethnologe, vorgeht. Im Nachhinein lässt sich bemerken, dass sich Klemperers Vorgehen an wissenschaftliches Arbeiten anlehnt, was wahrscheinlich mit seiner jahrelangen Sozialisation als Universitätsprofessor zusammenhängt. Vielleicht konnte Klemperer daher auch nicht anders, als sich am wissenschaftlichen Vorgehen zu orientieren.

Ihm ist durchaus bewusst, soll ein Gegenstand wissenschaftlich beschrieben und untersucht werden, sind dafür umfassende repräsentative empirische Belege vonnöten, welche er jedoch aufgrund seiner eingeschränkten Situation und den Repressionen im nationalsozialistischen Regime nicht liefern kann.[18] Klemperer war es als Jude verboten Bibliotheken zu besuchen oder als Wissenschaftler Sprachstudien vorzunehmen, womit es ihm unmöglich gemacht wurde, wissenschaftlich zu arbeiten.[19] Zudem machte es ihm seine subjektive Befangenheit nahezu unmöglich neutral zu bleiben.

[...]


[1] Vgl. hierzu vor allem die Rezeptionsgeschichte des LTI bei Fischer-Hupe, Kristine (2001): Victor Klemperers „LTI. Notizbuch eines Philologen“. Ein Kommentar. Hildesheim [u.a.]: Georg Olms Verlag, S. 191-215. Während der langen Rezeption des LTI innerhalb der Sprachwissenschaft schwingen diese Kritikpunkte, wenn auch oft unausgesprochen, mit.

[2] Vgl. Landt, Sönke (2002): Faschismuskritik aus dem Geiste des Nationalsozialismus. Bremen: ASTA Universität Bremen, S. 7.

Der Kritikpunkt an Klemperers LTI soll in dieser Arbeit jedoch nicht eingehender betrachtet werden. Der stilistische Aspekt hat dabei weniger Relevanz, da nachgewiesen ist, dass der von Klemperer verwendete organisch-pathologische Stil nichts spezifisch Nationalsozialistisches ist. Jener Stil, der sich stark biologischer und pathologischer Metaphern bedient, war seit dem 19. Jahrhundert in politischer und wissenschaftlicher Sprache üblich, sodass Klemperer einfach den ihm geläufigen Stil verwendete. In der Forschung besteht jedoch Konsens darüber, dass Klemperer die Verwendung der von ihm selbst als nationalsozialistisch deklarierten Wörter nicht genügend reflektiert, worauf daher später noch näher eingegangen wird. Vgl. hierzu Fischer-Hupe 2001, S. 288.

[3] Im Folgenden wird diese Ausgabe des LTI verwendet: Victor Klemperer (1990): LTI. Notizbuch eines Philologen. 3. Auflage. Leipzig. Diese Ausgabe wird in den Fußnoten im Weiteren mit „LTI“ abgekürzt.

[4] LTI, S. 19-20 (Hervorhebungen von L.F.).

[5] Ebd., S. 20.

[6] Klemperer, Victor (1995): Und so ist alles schwankend. Tagebücher Juni bis Dezember 1945. Berlin: Aufbau-Verlag, 25.6.45, S. 31f.

[7] Ebd., 4.7.45, S. 47.

[8] Vgl. Fischer-Hupe 2001, S. 276. Klemperers Sprachauffassung knüpft an die seines akademischen Lehrers Karl Vossler an, der die idealistische Sprachauffassung, nach der Sprache Kulturträger einer Nation ist, um die Annahme erweitert, dass Sprache zugleich auch schöpferische Tätigkeit eines Individuums ist.

[9] Vgl. ebd., S. 277.

[10] Schiller zit. in: LTI, S. 21.

[11] Vgl. LTI, S. 20.

[12] Vgl. ebd., S. 21. „Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da. Wenn einer lange genug für heldisch und tugendhaft: fanatisch sagt, glaubt er schließlich wirklich, ein Fanatiker sei ein tugendhafter Held, und ohne Fanatismus könnt man kein Held sein.“

[13] Vgl. Fischer-Hupe 2001, S. 290. Beispielsweise verwendet er „ausrotten, echt, stolzer Glaube, Entartung, Volkskörper“.

[14] Vgl. LTI, S. 19.

[15] Vgl. Jäger, Siegfried (1998): Das ist wohl LTI – Die Sprachauffassung Victor Klemperers. In: Uske, Hans, Völlings, Hermann [u.a.] (Hrsg.): Soziologie als Krisenwissenschaft. Festschrift zum 65. Geburtstag von Dankwart Danckwerts (1998). Münster: LIT Verlag, S. 314.

[16] LTI, S. 17.

[17] Vgl. Stan Neumann (2003): Die Sprache lügt nicht (Originaltitel: La langue ne ment pas).

[18] LTI, S. 19. Dafür, dass sich Klemperer bewusst war, dass er ausreichend Belege für die Merkmale der NS-Sprache benötigte, spricht dieser Vermerk im LTI: „ So stehen denn in meinen Notizen und Exzerpten immer wieder Bemerkungen wie: Später feststellen! … Später ergänzen!“

[19] Ebd., S. 18. „Kaufen und Ausleihen jeder Art von Buch, Zeitschriften und Zeitungen war dem Sternträger verboten. Was man heimlich im Haus hatte, bedeutete Gefahr und wurde unter Schränken und Teppichen, auf Öfen […] aufbewahrt.“

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Zwischen Wissenschaftlichkeit und Betroffenheit. Untersuchung des "LTI" von Victor Klemperer
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
28
Katalognummer
V283120
ISBN (eBook)
9783656826903
ISBN (Buch)
9783656828747
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Viktor Klemperer, LTI, Nationalsozialismus
Arbeit zitieren
Louisa Frintert (Autor), 2011, Zwischen Wissenschaftlichkeit und Betroffenheit. Untersuchung des "LTI" von Victor Klemperer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283120

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