„Banken stehen in den Starlöchern für Coco-Emissionen“ berichtete die Börsen-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 12. März 2014. „Der Coco-Markt dürfte mehr Schwung bekommen“ prognostizierte die Frankfurter Allgemeine am 19. März 2014. „Deutsche Bank, NordLB und Aareal Bank bereiten spezielle Anleihen vor, mit denen Sie ihre Kapitalausstattung stärken wollen“ kündigte das Handelsblatt am 11. April 2014 an. Nachdem die Lloyds Banking Group und die Rabobank Group Ende des Jahres 2009 die ersten beiden Emissionen von Coco-Bonds durchgeführt haben, scheint sich Anfang des Jahres 2014 auch der deutsche Kapitalmarkt für Coco-Bonds langsam zu entwickeln und erste Emissionen in Vorbereitung zu sein.
Die nachfolgende Arbeit behandelt, mit dem Stand 9. Mai 2014, die generellen Aus-gestaltungsmöglichkeiten, die Bewertung sowie die Verwendung von Coco-Bonds bei der Finanzierung von Kreditinstituten. Dabei liegen die Schwerpunkte auf der deskriptiven Beschreibung dieser Finanzierungsart, den Bewertungsansätzen, der internationalen Verbreitung und einem Ausblick für den sich noch entwickelnden deutschen Kapitalmarkt für Coco-Bonds. Volkswirtschaftliche Aspekte, wie bspw. der Einfluss von Coco-Bonds auf die Finanzstabilität, werden nicht betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Gang der Arbeit
1.2 Begriffliche Abgrenzungen
2. Eigenschaften und Ausgestaltung von Coco-Bonds
2.1 Wandlungskriterien
2.1.1 Rechnungslegungsorientierte Kriterien
2.1.2 Marktbasierte Kriterien
2.1.3 Regulatorische Kriterien
2.1.4 Multivariate Kriterien
2.2 Festlegung des Umwandlungsanteils
2.3 Bestimmung des Wandlungspreises
2.4 Laufzeiten
2.5 Verzinsung (Rendite)
2.6 Abwandlungen von Coco-Bonds
2.6.1 CoCoCo-Bonds
2.6.2 Write Down/Up Bonds und Write Off Bonds
3. Bewertung und Behandlung von Coco-Bonds
3.1 Bilanzielle Bewertung
3.1.1 Bilanzierung nach IFRS
3.1.2 Bilanzierung nach HGB
3.2 Bankaufsichtsrechtliche Bewertung
3.3 Bewertung durch Ratingagenturen
3.4 Steuerliche Bewertung
3.5 Aktienrechtliche Behandlung in Deutschland
4. Internationale Coco-Bond-Emissionen
4.1 Entwicklung des Emissionsvolumens
4.2 Entwicklung der Emissionspreise und Renditen
4.3 Investorenstruktur in Coco-Bonds
4.4 Ausgewählte Beispiele für internationale Coco-Bond-Emissionen
5. Coco-Bond-Emissionen von deutschen Kreditinstituten
5.1 Deutsche Bank AG
5.2 Aareal Bank AG
5.3 NordLB
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ausgestaltung, die Bewertung und die Verwendung von Contingent Convertible Bonds (Coco-Bonds) als Finanzierungsinstrument für Kreditinstitute. Ziel ist es, die Funktionsweise dieser hybriden Kapitalinstrumente sowie deren regulatorische, bilanzielle und steuerliche Rahmenbedingungen – insbesondere mit Fokus auf den sich entwickelnden deutschen Markt – deskriptiv darzustellen.
- Grundlegende Eigenschaften und Wandlungsmechanismen von Coco-Bonds
- Methoden der Bewertung durch Ratingagenturen und nach Rechnungslegungsstandards
- Analyse der internationalen Entwicklung des Emissionsvolumens und der Investorenstruktur
- Status quo und Zukunftsaussichten für den deutschen Kapitalmarkt für Coco-Bonds
- Konkrete Emissionsbeispiele deutscher Kreditinstitute wie der Deutschen Bank AG und Aareal Bank AG
Auszug aus dem Buch
2.1 Wandlungskriterien
Charakteristisch für Coco-Bonds sind die zum Emissionszeitpunkt festgelegten Wandlungskriterien (sog. Trigger), welche das auslösende Ereignis (sog. Trigger Event) für die Wandlung von Fremd- in Eigenkapital bzw. die Herabschreibung definieren. Die Wandlungskriterien können unterschiedlich festgelegt werden, d.h. als rechnungslegungsorientierte, marktbasierte, regulatorische oder multivariate Trigger.
2.1.1 Rechnungslegungsorientierte Kriterien
Rechnungslegungsorientierte Kriterien basieren üblicherweise auf der vom Emittenten angewendeten Rechnungslegung in Verbindung mit bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften. Mögliche Bezugsgrößen sind hierbei z.B. das bankaufsichtsrechtliche Eigenkapital oder eine der verschiedenen Eigenkapitalquoten. Nachteile dieser Ausgestaltung sind vor allem die niedrige Aktualisierungsfrequenz der Bezugsgrößen (in der Rechnungslegung erfolgt die Abschlusserstellung üblicherweise nur jährlich, halb- oder vierteljährlich), die Möglichkeit der politischen Einflussnahme auf die geltenden Rechnungslegungsvorschriften durch nationale Regierungen, die opportunistische Ausnutzung von Wahlrechten durch den Rechnungslegenden sowie die grundsätzliche stark vergangenheitsbezogene Orientierung (Rechnungslegung beschreibt zurückliegende Zeiträume).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Coco-Bonds ein, erläutert den Gang der Arbeit und definiert grundlegende Begriffe wie Coco-Bonds, Finanzierung und Kreditinstitute.
2. Eigenschaften und Ausgestaltung von Coco-Bonds: Hier werden die verschiedenen Arten von Wandlungskriterien (Trigger), die Festlegung des Umwandlungsanteils sowie weitere Spezifikationen wie Laufzeit, Verzinsung und mögliche Abwandlungen der Bonds detailliert dargestellt.
3. Bewertung und Behandlung von Coco-Bonds: Dieses Kapitel analysiert die bilanzielle Behandlung nach IFRS und HGB, die regulatorische Einordnung unter Basel III sowie die Rolle von Ratingagenturen und steuerliche Aspekte.
4. Internationale Coco-Bond-Emissionen: Es wird ein Überblick über die weltweite Entwicklung des Emissionsvolumens, die Preisentwicklung, Renditen und die Investorenstruktur gegeben, ergänzt durch ausgewählte internationale Praxisbeispiele.
5. Coco-Bond-Emissionen von deutschen Kreditinstituten: Das Kapitel widmet sich dem deutschen Markt und konkret angekündigten Emissionen großer Institute wie der Deutschen Bank, der Aareal Bank und der NordLB.
6. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und eine Einschätzung zur künftigen Relevanz von Coco-Bonds als Finanzierungsinstrument in Deutschland gegeben.
Schlüsselwörter
Coco-Bonds, Contingent Convertible Bonds, Eigenkapital, Fremdkapital, Bankenregulierung, Basel III, Wandlungskriterien, Trigger, Bilanzierung, IFRS, Rating, Kapitalmarkt, Finanzierung, Emissionen, Kreditinstitute
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Ausgestaltung, Bewertung und Verwendung von Coco-Bonds (Contingent Convertible Bonds) als hybrides Finanzierungsinstrument für Kreditinstitute.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Wandlungsmechanismen (Trigger), die bilanzielle und regulatorische Bewertung nach Basel III sowie die Analyse internationaler Marktentwicklungen und deutscher Emissionspläne.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist eine deskriptive Darstellung der Funktionsweise und der Rahmenbedingungen von Coco-Bonds, um deren Eignung und Anwendung bei der Finanzierung von Kreditinstituten zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Marktdaten, Presseberichten und offiziellen Dokumenten der untersuchten Kreditinstitute.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technische Ausgestaltung, die verschiedenen Bewertungsansätze (bilanziell, regulatorisch, steuerlich) und eine Bestandsaufnahme der internationalen sowie deutschen Marktlage.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Coco-Bonds, Wandlungskriterien, Kapitalanforderungen (Basel III), Hybridkapital und Finanzstabilität.
Wie unterscheiden sich "Normale" Coco-Bonds von CoCoCo-Bonds?
CoCoCo-Bonds enthalten eine zusätzliche Option für eine freiwillige Wandlung in Aktien, während bei "normalen" Coco-Bonds die Wandlung rein triggerbasiert erfolgt.
Warum zögerten deutsche Institute bisher mit der Emission von Coco-Bonds?
Das Zögern war primär durch bis dato unklare Rahmenbedingungen in Bezug auf steuerliche Fragen und die bankaufsichtsrechtliche Behandlung begründet.
- Citation du texte
- Markus Mantel (Auteur), 2014, Gestaltung, Bewertung und Verwendung von Coco-Bonds bei der Finanzierung von Kreditinstituten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283152