Das atopische Ekzem hat sich in letzter Zeit in den Industrienationen zu einer regelrechten Volkskrankheit entwickelt und ist in Deutschland mit 20% Prävalenz die häufigste chronische Hauterkrankung bei Kindern (Werfel 2009). Zwar beruht die Erkrankung hauptsächlich auf genetischer Prädisposition (Altmeyer 2006:243), doch auch das Aufwachsen in einer nahezu keimfreien Umgebung in den Industrienationen, in welcher das Immunsystem des Kindes nicht durch Bakterien und andere Mikroorganismen trainiert wird, scheint ein Grund für den weltweiten Anstieg der Prävalenz zu sein (Yazdanbaksh et al. 2002).
Der Einsatz von Probiotika zur Prävention, aber auch zur Therapie des AE wird unter Wissenschaftlern aktuell angeregt und kontrovers diskutiert. Den probiotischen Mikroorganismen werden vielfältige gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen, wenn sie in aktiver Form und ausreichender Menge in den Darm gelangen (Meier 2007). Besonders im Zuge einer Prävention der Entstehung eines AE bei Säuglingen sollen sie eine Schlüsselrolle einnehmen. Die positive Wirksamkeit ist wissenschaftlich allerdings noch nicht eindeutig belegt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Methoden
III. Theoretische Grundlagen
1. Grundlagen zum atopischen Ekzem
a) Definition und Krankheitsbild
b) Immundysregulation bei Atopie
c) Ursachen, Auslöser und Verstärker
d) Diagnosekriterien und -methoden
e) Prävalenz und weltweite Entwicklung
f) Fortschritte in der Erforschung des atopischen Ekzems
2. Grundlagen zu Probiotika, Präbiotika und Synbiotika
a) Definition
b) Das Ökosystem Darm und seine Entwicklung
c) Mögliche probiotische Wirkungsmechanismen
IV. Eignung von Probiotika während Schwangerschaft und Stillzeit zur Prävention des atopischen Ekzems
1. Analysekriterien für die ausgewählten Studien
a) Studie 1: „Probiotics in pregnant women to prevent allergic disease“ (Dotterud et al. 2010)
b) Studie 2: „Lactobacillus rhamnosus GG as treatment of atopic dermatitis in infancy“ (Grüber et al. 2007)
c) Studie 3: „The effects of selected probiotic strains on the development of eczema (the PandA study)“ (Niers et al. 2009)
d) Studie 4: „Effect of probiotic mix (Bifidobacterium bifidum, Bifidobacterium lactis, Lactobacillus acidophilus) in the primary prevention of eczema“ (Kim et al. 2010)
e) Studie 5: „Treatment and secondary prevention effects of the probiotics Lactobacillus paracasei or Bifidobacterium lactis on early infant eczema: randomized controlled trial with follow-up until age 3 years“ (Gore et al. 2011)
2. Zusammenfassende Diskussion
3. Persönliches Resümee und Ausblick
V. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob die Verabreichung von Probiotika während der Schwangerschaft und Stillzeit einen präventiven Effekt auf die Entwicklung des atopischen Ekzems bei Säuglingen hat. Basierend auf einer Literaturrecherche und der Analyse von fünf ausgewählten klinischen Studien wird der aktuelle wissenschaftliche Stand bewertet, um eine Tendenz hinsichtlich der Wirksamkeit dieser Intervention abzuleiten.
- Grundlagen des atopischen Ekzems und immunologische Zusammenhänge
- Wirkungsweise und Definition probiotischer Mikroorganismen
- Vergleichende Analyse randomisierter, placebokontrollierter klinischer Studien
- Rolle der perinatalen Supplementierung versus therapeutischer Gabe
- Diskussion des aktuellen Forschungsbedarfs und zukünftige Perspektiven
Auszug aus dem Buch
Mögliche probiotische Wirkungsmechanismen
Therapieregime mit Probiotika zielen darauf ab, die Mikroflora im Darm zu modulieren und so eine „allergie-protektive“ Th1- statt einer „allergie-permissiven“ Th2-Immunantwort zu stimulieren (Kopp 2012).
Probiotische Wirkungsmechanismen auf den menschlichen Organismus lassen sich generell in direkte und indirekte Mechanismen unterteilen (siehe dazu Tab. 8). Direkte Mechanismen basieren auf dem Wettbewerb zwischen probiotischen und pathogenen Mikroorganismen um bestimmte Nährstoffe oder Besiedelungsstellen, an denen ansonsten Pathogene siedeln würden. Zudem wird die Durchlässigkeit (Permeabilität) der Darmwand durch einen erhöhten Zusammenhalt der tight junctions (zwischen den Epithelzellen) verringert. Durch die Produktion bakteriostatischer organischer Säuren (bacteriocidins) und einen niedrigeren Gesamt-pH-Wert kommt es zu einer Veränderung in der Zusammensetzung des intestinalen Muzins (makromolekularer Glykoproteine), die sich zum Schutz vor chemischen, physikalischen oder mechanischen Reizen auf der Oberfläche der Schleimhaut befinden.
Es werden vermehrt IL-10 und TGF-ß produziert, wodurch weniger pro-inflammatorische Zytokine wie TNF-α, IL-1, IL-6, IL-8 und IL-12 ins Lumen abgegeben werden. Tatsächlich können einige Stämme der Laktobazillus so den Organismus so in eine anti-atopische Richtung lenken (Zuppa et al. 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einführung in das Krankheitsbild des atopischen Ekzems und die wissenschaftliche Fragestellung zur präventiven Rolle von Probiotika.
II. Methoden: Darstellung der systematischen Literaturrecherche und der Kriterien für die Auswahl der klinischen Studien.
III. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Krankheitsmerkmale des atopischen Ekzems sowie der immunologischen Wirkweise und Charakteristika von Probiotika.
IV. Eignung von Probiotika während Schwangerschaft und Stillzeit zur Prävention des atopischen Ekzems: Detaillierte Analyse und Diskussion von fünf klinischen Studien hinsichtlich ihrer Ergebnisse und methodischen Qualität.
V. Zusammenfassung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und abschließende Bewertung der präventiven Wirksamkeit von Probiotika.
Schlüsselwörter
Atopisches Ekzem, Neurodermitis, Probiotika, Prävention, Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglinge, Immunmodulation, Th1/Th2-Gleichgewicht, klinische Studien, intestinale Mikroflora, Allergieprävention, Bifidobakterien, Laktobazillen, atopische Dermatitis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Probiotika als präventive Maßnahme gegen die Entstehung von atopischem Ekzem bei Säuglingen, insbesondere durch eine Supplementierung während der Schwangerschaft und Stillzeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Pathophysiologie des atopischen Ekzems, die Bedeutung der Darmmikroflora für das kindliche Immunsystem und die Wirksamkeit spezifischer probiotischer Stämme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die perinatale und postnatale Verabreichung von Probiotika das Risiko für die Entwicklung eines atopischen Ekzems bei Kindern signifikant senken kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine deskriptive Analyse und ein Vergleich von fünf ausgewählten, randomisierten und doppelblinden klinischen Studien durchgeführt, um den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand zusammenzufassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Ekzemen und Probiotika sowie die detaillierte Vorstellung und kritische Diskussion der ausgewählten Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Atopisches Ekzem, Probiotika, Allergieprävention, Immunmodulation und perinatale Intervention.
Zeigen alle analysierten Studien eine positive Wirkung von Probiotika?
Nein, die Ergebnisse sind heterogen; während einige Studien eine signifikante Senkung der Inzidenz zeigen konnten, konnten andere keinen therapeutischen Vorteil gegenüber Placebo belegen.
Ist eine allgemeingültige Empfehlung zur Probiotika-Einnahme möglich?
Auf Basis der analysierten Daten ist derzeit keine allgemeingültige Empfehlung möglich, da die Wirkungen stamm- und populationsspezifisch variieren.
- Quote paper
- Olga Schäfer (Author), 2012, Eignung von Probiotika zur Prävention des Atopischen Ekzems bei Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283219