Nicht erst seit der Fusion von Allianz und Dresdner Bank hat das immer engere Zusammenrücken von Bank- und Versicherungsprodukten wieder an Bedeutung gewonnen1. Vielmehr ist diese Idee des Zusammenschlusses, die allgemein auch als Allfinanz, Bankassurance, Financial-Services oder ganz einfach auch als Finanzdienstleistung aus einer Hand bezeichnet wird 2, auf den immer zunehmenderen Konkurrenzdruck, immer stärker sinkende Margen und besonders die Reform der staatlichen Altervorsorge zurückzuführen 3. Aber vor allem hat sich der Kunde von heute verändert. Seine Bedürfnisse sind sehr viel komplexer geworden als sie es noch in den 80er Jahren waren. Er ist informierter und sensibler gegenüber Preis-/Leistungsverhältnissen und stellt höhere Ansprüche an die Kompetenz des Beraters. Außerdem ist er wesentlich eher bereit den Finanzdienstleister zu wechseln4 ! Somit ist Allfinanz nicht als Ursache der veränderten Kundenbedürfnisse und der Bedingungen am Markt zu verstehen, sondern vielmehr als Reaktion darauf. 5 Mit dieser Arbeit soll das Ziel verfolgt werden, die Möglichkeiten, die ein Finanzdienstleister innerhalb eines Allfinanzkonzeptes hat, herauszuarbeiten, aber auch die damit verbundenen Grenzen zu erörtern. Das folgende Kapitel erläutert zunächst den Begriff Allfinanz, bevor im nächsten Kapitel aufgezeigt werden soll, wer Allfinanz am Markt anbietet. Danach werden die verschiedenen Möglichkeiten und Grenzen der Allfinanzstrategien aufgezeigt. Im fünften und letzten Kapitel wird die Arbeit kurz zusammengefasst und ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was bedeutet Allfinanz? - Begriffsdefiniton
3. Wer bietet Allfinanz an?
3.1 Non-Banks
3.2 Near-Banks
4. Strategische Vor- und Nachteile der Allfinanz
4.1 Vorteile von Allfinanzstrategien
4.2 Nachteile von Allfinanzstrategien
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen von Allfinanzstrategien im Finanzdienstleistungssektor. Das Hauptziel besteht darin, die strategischen Potenziale für Finanzdienstleister zu beleuchten und gleichzeitig die Herausforderungen sowie Risiken zu erörtern, die mit der Zusammenführung von Bank- und Versicherungsprodukten verbunden sind.
- Grundlagen und Begriffsdefinition von Allfinanz
- Marktakteure und Wettbewerbssituation (Non-Banks und Near-Banks)
- Strategische Chancen durch Produktbündelung und Kundenbindung
- Herausforderungen bei Qualifikation, Risikomanagement und Unternehmenskultur
Auszug aus dem Buch
4.1.Vorteile von Allfinanzstrategien
In der Allfinanzstrategie liegt die große Chance der Finanzdienstleistungsunter-nehmen die geänderten Kundenbedürfnisse zu befriedigen und dabei gleich-zeitig auch seine eigenen geschäftspolitischen Ziele zu verfolgen. Während auf der einen Seite der Kunde nicht nur viel informierter ist, sondern auch sein Rendite und Qualitätsbewusstsein gestiegen ist, wächst auf der anderen Seite das Angebot an Finanzdienstleistungen am Markt enorm. Die Banken und Versicherungen mussten erkennen, dass heute in der Qualität der Beratung und in dem persönlichen Kontakt zum Kunden die Chance liegt, sich von den Mitbewerbern zu unterscheiden.
Wird der Kunde über sein gesamtes Leben hinweg (siehe Lebensphasenkonzept Abb 2) allumfassend aus einem vielfältigem Produktangebot betreut, ergeben sich je nach aktueller Lebenssituation immer wieder konkrete Ansprache-möglichkeiten für den Berater, was die Kundenbeziehung intensiviert und festigt. Diese Lebensphasenbetrachtung stellt ein beliebtes Steuerungs-instrument dar, wenn es darum geht, Beratungs und Verkaufsanlässe zu ermitteln. Man kümmert sich bei dieser ganzheitlichen Betrachtung wesentlich intensiver um den Kunden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische und ökonomische Notwendigkeit der Allfinanz ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Chancen und Grenzen dieses Konzepts kritisch zu untersuchen.
2. Was bedeutet Allfinanz? - Begriffsdefiniton: Das Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Begriffs Allfinanz und zeigt die unterschiedlichen organisatorischen Umsetzungsformen wie Kooperationen oder Unternehmensfusionen auf.
3. Wer bietet Allfinanz an?: Es werden die verschiedenen Marktakteure identifiziert, wobei explizit zwischen klassischen Finanzintermediären, Non-Banks und Near-Banks unterschieden wird.
3.1 Non-Banks: Dieser Abschnitt thematisiert branchenfremde Unternehmen, die eigene Finanzdienstleistungssparten zur Absatzfinanzierung gründen.
3.2 Near-Banks: Hier wird der Wettbewerb zwischen Kreditinstituten und Versicherungsgesellschaften analysiert, die durch ihre Produkte bankähnliche Funktionen übernehmen.
4. Strategische Vor- und Nachteile der Allfinanz: Das Kapitel analysiert die strategischen Implikationen des Konzepts für die Markteffizienz und die Wettbewerbsfähigkeit der Akteure.
4.1 Vorteile von Allfinanzstrategien: Es werden Aspekte wie Kundenbindung, Cross-Selling-Potenziale und die Neukundengewinnung durch Produktbündel hervorgehoben.
4.2 Nachteile von Allfinanzstrategien: Dieser Teil behandelt die Herausforderungen wie kulturelle Differenzen zwischen Bank- und Versicherungspersonal, Qualifizierungsbedarf, steigende Personalkosten und operationelle Risiken.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsperspektiven der Allfinanzstrategie im Hinblick auf den Bedarf an privater Altersvorsorge.
Schlüsselwörter
Allfinanz, Bankassurance, Finanzdienstleistungen, Kundenbindung, Cross-Selling, Lebensphasenkonzept, Strategie, Finanzintermediäre, Wettbewerb, Altersvorsorge, Personalqualifikation, Risikomanagement, Non-Banks, Near-Banks, Produktbündelung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Wesentlichen?
Die Arbeit behandelt die strategische Bedeutung und die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten sowie die Grenzen von Allfinanzmodellen im modernen Finanzsektor.
Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Allfinanz, der Identifizierung der Marktteilnehmer, den strategischen Vorteilen für Unternehmen sowie den daraus resultierenden Herausforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Möglichkeiten für Finanzdienstleister, die ein Allfinanzkonzept verfolgen, systematisch herauszuarbeiten und die damit verbundenen Risiken und Grenzen kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Wirtschafts- und Fachzeitschriften basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Begriffen und Marktteilnehmern insbesondere die Chancen durch Kundenbindung und Cross-Selling sowie die Hürden bei der Unternehmenskultur und Personalqualifikation detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis der Arbeit entscheidend?
Begriffe wie Allfinanz, Lebensphasenkonzept, Cross-Selling, Non-Banks und Near-Banks bilden das fachliche Gerüst der Argumentation.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Non-Banks und Near-Banks?
Non-Banks sind branchenfremde Unternehmen (z.B. Automobilhersteller), während Near-Banks Versicherungsgesellschaften sind, die mit bankähnlichen Produkten direkt in Konkurrenz zum traditionellen Bankgeschäft treten.
Warum ist das Thema Allfinanz trotz der aufgezeigten Risiken weiterhin hochaktuell?
Insbesondere aufgrund des wachsenden Bedarfs an privater Altersvorsorge bietet das Allfinanzkonzept weiterhin ein signifikantes Potenzial für Problemlösungen aus einer Hand.
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- Tanja Kisters (Author), 2005, Möglichkeiten und Grenzen der Allfinanzstrategie von Finanzdienstleistern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28324