Mit der Entwicklung des Internets in den letzten 15 Jahren sind auch die Online-Buchungen von Urlaubsreisen und Unterkünften rasant gestiegen. Hotelanbieter haben erkannt, dass das Internet einen zusätzlichen Vertriebskanal und dank der hohen Reichweite Zugang zu vielen potentiellen Buchern bietet. Aufgrund der wachsenden Bedeutung des Internets, wird für Hoteliers auch die Frage nach geeigneten Vertriebspartnern immer wichtiger. Insbesondere Hotelportale haben sich unter den Online-Buchungssystemen in letzter Zeit stark etabliert und den Hoteliers einige Vorteile gebracht, die jedoch auch mit vielen Geschäftsbedingungen verknüpft sind.
Umso wichtiger ist es, vertragliche Vereinbarungen festzulegen, die im Idealfall einer win-win-Situation beider Parteien entsprechen.
Daher befasst sich die vorliegende Arbeit mit den verschiedenen Möglichkeiten der Vertragsgestaltung, die sich einem Hotelier gegenüber einem Hotelportal ergeben. Das Ziel der Arbeit soll sein, einen Einblick in die Geschäftsbeziehung beider Parteien zu geben und anhand ausgewählter Beispiele einen Ansatz für die praktische Umsetzung der Vertragsgestaltung zu bieten, so dass ein Beitrag zum Erkenntnisfortschritt geleistet werden kann.
Zunächst wird das Untersuchungsobjekt „Hotelportal“ näher gekennzeichnet und dessen Funktionsweise als Distributionskanal erklärt. Anschließend wird die aktuelle Situation des Internetvertriebs betrachtet, um daraus resultierende Beeinträchtigungen der Vertragsgestaltung aufzeigen zu können.
Bevor auf das Forschungsproblem eingegangen wird, werden allgemeine Vertrags-grundlagen erläutert und die Geschäftsmodelle der Hotelportale in Bezug auf rechtliche Rahmenbedingungen dargestellt. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen soll schließlich eine Auswahl möglicher Vertragsbedingungen dargelegt werden, indem als relevant angesehene vertragliche Vereinbarungen hervorgehoben werden.
Im Schlussteil der vorliegenden Arbeit werden die wesentlichen Erkenntnisse kurz zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen geboten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Zielsetzung
- Vorgehensweise
- Hotelportale als Distributionskanal
- Begriff und Funktion
- Elektronischer Buchungsvorgang
- Abgrenzung
- Status Quo der Internetdistribution
- Vertragliche Grundlagen
- Vertragsinhalt
- Rechtliche Rahmenbedingungen
- Geschäftsmodelle
- Mögliche Vertragsbedingungen
- Provisionszahlungen
- Raten- und Verfügbarkeitsparität
- Rechtswahl
- Haftung und Datenschutz
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit der Vertragsgestaltung zwischen Hoteliers und Hotelportalen, die als Distributionskanal für Hotels dienen. Das Ziel ist es, die Funktionsweise von Hotelportalen zu analysieren und die Möglichkeiten der Vertragsgestaltung aufzuzeigen.
- Analyse des Hotelportals als Distributionskanal
- Elektronischer Buchungsvorgang und Vergleich zum stationären Reisbürovertrieb
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Geschäftsmodelle von Hotelportalen
- Mögliche Vertragsbedingungen, wie Provisionszahlungen, Raten- und Verfügbarkeitsparität, Rechtswahl, Haftung und Datenschutz
- Bewertung der Gestaltungsmöglichkeiten von Hoteliers im Kontext der Marktmacht von Hotelportalen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Problemstellung und definiert die Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit. Kapitel 2 stellt den Begriff und die Funktion von Hotelportalen vor, erläutert den elektronischen Buchungsvorgang und grenzt ihn vom stationären Reisbürovertrieb ab. Außerdem wird der aktuelle Stand der Internetdistribution betrachtet. In Kapitel 3 werden die vertraglichen Grundlagen, inklusive Vertragsinhalt, rechtliche Rahmenbedingungen und gängige Geschäftsmodelle, beleuchtet. Kapitel 4 beschäftigt sich mit möglichen Vertragsbedingungen wie Provisionszahlungen, Raten- und Verfügbarkeitsparität, Rechtswahl, Haftung und Datenschutz. Abschließend wird im fünften Kapitel ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben.
Schlüsselwörter
Hotelportale, Distributionskanal, Internetdistribution, Vertragsgestaltung, Provisionszahlungen, Raten- und Verfügbarkeitsparität, Rechtliche Rahmenbedingungen, Geschäftsmodelle, Agency-Modell, Merchant-Modell, Haftung, Datenschutz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Hotelportal als Distributionskanal?
Es ist eine Online-Plattform (z.B. Booking.com), die Hotelzimmer vermittelt und dem Hotelier Zugang zu einer globalen Reichweite verschafft.
Was bedeutet Ratenparität?
Ratenparität ist eine vertragliche Verpflichtung des Hotels, auf dem Portal keinen höheren Preis zu verlangen als auf der eigenen Website oder anderen Kanälen.
Was unterscheidet das Agency-Modell vom Merchant-Modell?
Beim Agency-Modell zahlt der Gast im Hotel und das Hotel führt eine Provision ab. Beim Merchant-Modell kassiert das Portal direkt und leitet den Restbetrag an das Hotel weiter.
Warum ist Datenschutz in Verträgen mit Hotelportalen wichtig?
Da sensible Kundendaten ausgetauscht werden, müssen klare Regelungen zur Haftung und zur Einhaltung der DSGVO in den Verträgen verankert sein.
Welche Nachteile haben Hoteliers durch große Portale?
Hohe Provisionszahlungen, Abhängigkeit von der Marktmacht der Portale und eingeschränkte Freiheit bei der eigenen Preisgestaltung.
- Quote paper
- Sonja Siebold (Author), 2013, Vertragsgestaltung mit Hotelportalen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283299