Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Comparative Literature

Nonsense-Elemente im Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“

Title: Nonsense-Elemente im Film  „Die fabelhafte Welt der Amelie“

Term Paper , 2007 , 12 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stefanie Hepp (Author)

German Studies - Comparative Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Grotesk, absurd, komisch, verspielt oder eigenartig. Das sind ein paar Adjektive, die man in Bezug auf diesen Film gebrauchen kann und ebenso im Zusammenhang mit der Nonsens-Literatur kennt. Nicht nur weil die Darstellung einer traumhaften Welt an Alice´s Adventures in Wonderland von Lewis Carroll erinnert, denkt man an die Nonsensgattung. Zwar will man den Film dem ersten Eindruck nach vom Nonsens ausschließen, da er im Gegensatz zu den meisten Nonsenswerken eindeutig eine Moral vertritt und der Reaktion oft eine Kausalität zugrunde liegt. Trotzdem sollte man die Zugehörigkeit zum Nonsensgenre nach Peter Köhler nicht ausschließen, denn „schon auf den anderen Nonsensklassiker Lewis Carroll trifft (…) das Merkmal völliger Tendenzlosigkeit nicht zu. Offensichtlich bedienen sich die Macher des Films einiger Mittel des Nonsens. Ziel dieser Arbeit ist es, die charakteristischen Elemente herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Inhaltszusammenfassung

3 Definition der Nonsensgattung

4 Nonsenselemente im Film Die fabelhafte Welt der Amélie

4.1 Analyse nach Köhlers Kriterien

4.1.1 Wirklichkeit, Denken und Sprache im Nonsens

4.1.2 Nonsens und Komik

4.2 Analyse nach Tigges’ Kriterien

4.2.1 Willkür

4.2.2 Spielcharakter

4.2.3 Übergenauigkeit

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit der Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ Merkmale der literarischen Nonsensgattung aufweist, indem zentrale theoretische Kriterien von Peter Köhler und Wim Tigges auf das Werk angewandt werden.

  • Definition und theoretische Einordnung der Nonsensgattung
  • Analyse von Nonsens-Merkmalen wie Willkür, Spielcharakter und Übergenauigkeit
  • Untersuchung der Beziehung zwischen Realität und fiktiver Welt im Film
  • Vergleich von Komik und Nonsens-Elementen
  • Bewertung der inhaltlichen Sinnhaftigkeit gegenüber nonsens-typischer Tendenzlosigkeit

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Willkür

Die Verfahrensweise der Willkür stellt in diesem Film ein beliebtes Mittel dar. Es weckt beim Zuschauer und -hörer Erstaunen, wenn willkürlich Dinge geschehen, die völlig unerwartet oder zusammenhangslos sind und von Zufall zeugen. So wie der absurde Tod von Amélies Mutter, die beim Verlassen der Kirche von einer Selbstmörderin, die sich vom Dach stürzt, erschlagen wird.

Aber am offensichtlichsten wirkt sich das Willkürelement zu Beginn des Films aus, wenn eine Reihe von Aufzählungen spezieller Vorlieben und Abneigungen der Figuren erfolgt. Anstatt verstärkt auf die Eigenschaften der Figuren einzugehen, um sie vorzustellen, werden „Ticks“ der einzelnen aufgeführt, die teilweise auf keinen Charakterzug hinweisen und dem Zuschauer nichts Bedeutendes mitteilen. So erfährt man beispielsweise als eine der ersten Informationen über Amélies Vater, dass er es nicht mag, wenn seine Badehose am Körper klebt, und dass er es genießt, die Tapete von den Wänden abzuziehen. Es finden anfänglich noch weitere Erzählvorgänge statt, die übergenaue, zusammenhangslose und nichtig erscheinende Details beinhalten. Man stellt sich die Frage, warum das alles vom auktorialen Erzähler berichtet wird, da es eigentlich keine Rolle spielt, ob die Mutter Amélies verschrumpelte Hände nach dem Baden nicht leiden kann.

Man fragt sich außerdem, warum er gerade diese Bevorzugungen oder Abneigungen erzählt und nicht prägnante Eigenschaften. Aber genau diese Fragen zeichnen die Willküreigenschaft aus. Man könnte allesamt nämlich durch zahlreiche andere beliebte und unbeliebte Umstände oder Gegenstände, die uns im Alltag begegnen, ersetzen und sie würden die Geschichte nicht verändern beziehungsweise nicht mehr dazu beitragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Film vor und erläutert das Ziel der Arbeit, charakteristische Nonsenselemente in dem Werk anhand definierter Kriterien zu identifizieren.

2 Inhaltszusammenfassung: Dieses Kapitel gibt einen Abriss der Filmhandlung, von Amélies isolierter Kindheit bis hin zu ihrer Entwicklung als junge Frau, die anderen Menschen anonym hilft.

3 Definition der Nonsensgattung: Es werden grundlegende Definitionen der Nonsensgattung nach Peter Köhler und Wim Tigges eingeführt, die als Basis für die weitere Analyse dienen.

4 Nonsenselemente im Film Die fabelhafte Welt der Amélie: Der Hauptteil untersucht den Film systematisch auf Nonsenseigenschaften, unterteilt in die theoretischen Ansätze von Köhler und Tigges.

4.1 Analyse nach Köhlers Kriterien: Hierbei werden insbesondere die textinterne Wirklichkeit, das Denken der Figuren sowie das Verhältnis von Nonsens und Komik analysiert.

4.1.1 Wirklichkeit, Denken und Sprache im Nonsens: Das Unterkapitel widmet sich der Verfremdung der Realität im Film und der willkürlichen Verknüpfung von Gegenständen und Gedanken.

4.1.2 Nonsens und Komik: Fokus liegt hier auf der komischen Wirkung durch Regelbrüche und das Zusammentreffen unterschiedlicher Ebenen im Dialog.

4.2 Analyse nach Tigges’ Kriterien: Die Analyse konzentriert sich auf spezifische Verfahrensweisen wie Willkür, Spielcharakter und Übergenauigkeit.

4.2.1 Willkür: Es wird dargelegt, wie willkürliche Details und unerwartete Ereignisse zur Charakterisierung der Filmwelt beitragen.

4.2.2 Spielcharakter: Dieses Kapitel beleuchtet den spielerischen Umgang des Films mit erzählerischen Konventionen und Rätselstrukturen.

4.2.3 Übergenauigkeit: Hier wird der hohe Detailreichtum des Films als Mittel zur Nonsens-Inszenierung hervorgehoben.

5 Schluss: Das Fazit stellt fest, dass der Film zwar Nonsenselemente enthält, jedoch aufgrund seiner dominanten inhaltlichen Moral nicht als reines Nonsenswerk einzuordnen ist.

Schlüsselwörter

Nonsens, Jean-Pierre Jeunet, Die fabelhafte Welt der Amélie, Peter Köhler, Wim Tigges, Wirklichkeit, Komik, Willkür, Übergenauigkeit, Spielcharakter, Literaturanalyse, Filmanalyse, Erzählstruktur, Tendenzlosigkeit, Filmtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den französischen Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ daraufhin, ob er Merkmale der literarischen Gattung des Nonsens aufweist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die theoretische Definition von Nonsens, die Analyse filmischer Verfahrensweisen und der Vergleich mit klassischen Nonsens-Kriterien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die spezifischen Nonsenselemente im Film herauszuarbeiten und zu prüfen, ob die Einordnung in das Nonsens-Genre gerechtfertigt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftlichen Kriterien von Peter Köhler und Wim Tigges, um diese auf die filmische Erzählweise und Struktur des Films anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse nach Köhlers Kriterien (Wirklichkeit, Komik) und Tigges' Kategorien (Willkür, Spielcharakter, Übergenauigkeit).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Nonsens, Amélie, Filmanalyse, Köhler, Tigges, Willkür, Übergenauigkeit und Spielcharakter.

Warum wird der Film trotz vorhandener Nonsens-Elemente nicht als reiner Nonsens eingestuft?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die dominante Moral und die inhaltliche Sinnhaftigkeit des Films im Gegensatz zur notwendigen Tendenzlosigkeit eines klassischen Nonsenswerkes stehen.

Welche Rolle spielt die „Übergenauigkeit“ in der Argumentation?

Die Übergenauigkeit dient als Beleg dafür, wie der Film durch den Fokus auf irrelevante, aber exakt beschriebene Details (z.B. der tanzende Schatten oder der Gartenzwerg) eine eigene, nonsens-ähnliche Logik erzeugt.

Wie trägt der „Spielcharakter“ zur Struktur der Handlung bei?

Der spielerische Charakter zeigt sich durch das bewusste Brechen von Normen der erzählerischen Einleitung und durch die Rätsel-ähnlichen Aufgaben, die Amélie ihrem Umfeld stellt.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Nonsense-Elemente im Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“
College
LMU Munich
Course
Seminar Nonsense-Literatur
Grade
2
Author
Stefanie Hepp (Author)
Publication Year
2007
Pages
12
Catalog Number
V283387
ISBN (eBook)
9783656832157
ISBN (Book)
9783656829652
Language
German
Tags
Komparatistik Sekundärliteratur Nonsensliteratur Hausarbeit Seminararbeit Germanistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Hepp (Author), 2007, Nonsense-Elemente im Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283387
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint