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Geeignete Wohnformen bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung.

Geschichte und Überblick

Title: Geeignete Wohnformen bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung.

Academic Paper , 2005 , 38 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Friederike Jung (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Diese Arbeit beginnt mit der Definition des Wortes »Wohnen«. Nachfolgend wird die psychologische Bedeutsamkeit des Wohnens erläutert. Aspekte der Wohnqualität verdeutlichen dann den Zusammenhang von Wohnqualität und Lebensqualität.

In Abgrenzung zum Wohnen im Allgemeinen wird das Wohnen speziell in Verbindung mit geistiger Behinderung aufgezeigt. Ein historischer Abriss über die Unterbringung und das Wohnen von Menschen mit geistiger Behinderung seit der Neuzeit leitet von der Zeit der Anstaltsgründungen bis zu gegenwärtigen Wohnformen für Menschen mit geistiger Behinderung über. Diese werden in ihrer Konzeption und Finanzierung näher betrachtet. Ferner wird ein Überblick darüber gegeben, wie sich die Menschen mit geistiger Behinderung prozentual auf die unterschiedlichen Wohnformen verteilen.

Ein Rückblick in die Geschichte der Umsetzung verschiedener Denkmodelle über geistige Behinderung ab 1933 schließt sich im folgenden Kapitel an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Wohnen

2.1. Definition

2.2. Die psychologische Bedeutsamkeit des Wohnens

2.3. Lebensqualität durch Wohnqualität

2.3.1. Gestaltung des Wohnraums

2.3.2. Wohnzufriedenheit

2.3.3. Ortsidentität - Heimat

2.4. Wohnen und geistige Behinderung

2.5. Historie der Unterbringung und des Wohnens von Menschen mit geistiger Behinderung in der Neuzeit

2.5.1. Von der Zeit der Anstaltsgründungen im 19. Jahrhundert bis 1945

2.5.2. Wohnformen nach 1945

2.6. Gegenwärtige Wohnformen für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung

2.6.1. Geschlossene Wohnformen

2.6.2. Offene Wohnformen

2.6.3. Situation, Zahlen und Verteilung

2.7. Zusammenfassung

3. Geschichte der Umsetzung verschiedener Denkmodelle über geistige Behinderung

3.1. Ideologie der Nationalsozialisten: 1933 - 1945

3.2. Nachkriegszeit bis 1960er Jahre: Leitidee der Verwahrung

3.3. 1960er bis Mitte 1990er Jahre: Leitidee der Förderung und beginnender Normalisierung

3.4. Anfang 1990er Jahre: Leitidee der Selbstbestimmung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle Situation von Wohnformen für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung, wobei sie den Wandel der gesellschaftlichen Leitbilder von der reinen Verwahrung hin zur Förderung und Selbstbestimmung analysiert und Möglichkeiten für eine menschenwürdige Lebensgestaltung aufzeigt.

  • Psychologische und soziale Bedeutung des Wohnens für Menschen mit geistiger Behinderung
  • Historischer Abriss der Unterbringungspraxis von der Anstaltsgründung bis zur Gegenwart
  • Differenzierung und Charakterisierung aktueller geschlossener und offener Wohnformen
  • Analyse der pädagogischen Leitbilder (Verwahrung, Förderung, Normalisierung/Selbstbestimmung)
  • Finanzierungsstrukturen stationärer und ambulanter Wohnangebote

Auszug aus dem Buch

2.5.1. Von der Zeit der Anstaltsgründungen im 19. Jahrhundert bis 1945

Bis zum Beginn der Anstaltsgründungen im 19. Jh. waren die damaligen sogenannten »Schwachsinnigen«, die nicht in ihren Familien verblieben, in Klöstern, Armenhäusern, Hospitälern, Irrenanstalten, Zucht- oder Tollhäusern untergebracht, zusammen mit Armen, Kranken und Kriminellen. Von »wohnen« kann in diesem Zusammenhang nicht die Rede sein, da die Zustände menschenunwürdig waren. Man kann also eher von Aufbewahrungsanstalten sprechen.29 Die Unterbringung erfolgte nicht aus pädagogischem oder medizinischem Interesse. Die Menschen sollten lediglich abgeschirmt werden, um der Öffentlichkeit ihren Anblick zu ersparen.30

Durch das Gedankengut der Aufklärung konnten Aberglaube und Vorstellungen von solchen Menschen als »Teufelswerk« allmählich abgelöst werden. Das durch sie sich allgemein verbreitende Interesse an der Wissenschaft schloß auch die Erforschung der »Geistesschwäche« ein.31 Erstmalig dachte man über Möglichkeiten der Bildung und Erziehung der Betroffenen nach. Das sich durchsetzende kausale Denken begünstigte eine systematische Entfaltung dieser Bestrebungen. 32

Die Errichtung der ersten Einrichtungen im 19. Jh., meist auf private Initiative, erfolgte aus unterschiedlichen Beweggründen, nämlich medizinischen, pädagogisch-sozialen und insbesondere religiös-karitativen. Die Gründer dieser ersten Anstalten waren reformerisch denkende Ärzte, Pädagogen und Theologen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Wohnens von Menschen mit geistiger Behinderung, Zielsetzung und methodischer Aufbau der Arbeit.

2. Das Wohnen: Erläuterung der psychologischen und sozialen Bedeutung des Wohnens als Grundbedürfnis und Darstellung der historischen sowie gegenwärtigen Wohnformen für Menschen mit geistiger Behinderung.

3. Geschichte der Umsetzung verschiedener Denkmodelle über geistige Behinderung: Historischer Rückblick auf die pädagogischen Paradigmen von der Zeit des Nationalsozialismus bis zur Ära der Selbstbestimmung.

4. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse über die notwendige Weiterentwicklung von Wohnangeboten und die Bedeutung der Selbstbestimmung.

Schlüsselwörter

Wohnen, geistige Behinderung, Wohnqualität, Lebensqualität, Anstalt, Deinstitutionalisierung, Enthospitalisierung, Normalisierung, Selbstbestimmung, Empowerment, Behindertenhilfe, stationäre Wohnformen, ambulantes Wohnen, Pädagogik, Verwahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Wohnsituation von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung, beleuchtet deren historische Entwicklung und diskutiert die verschiedenen Wohnmodelle unter Aspekten der Lebensqualität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentral sind die psychologische Bedeutung des Wohnens, die historische Entwicklung von der Anstaltsunterbringung bis zu modernen Wohnformen sowie die Analyse pädagogischer Leitbilder wie Verwahrung, Förderung und Selbstbestimmung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen Überblick über geeignete Wohnformen zu geben und aufzuzeigen, wie durch eine Ausdifferenzierung des Wohnangebots eine stärkere gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung der Betroffenen erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und einen historischen Abriss, der verschiedene pädagogische Paradigmen in Deutschland gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Wohnbegriff, einen historischen Abriss der Unterbringung, eine detaillierte Differenzierung heutiger Wohnformen sowie eine Analyse der zugrunde liegenden gesellschaftlichen Denkmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Wohnen, geistige Behinderung, Deinstitutionalisierung, Normalisierung, Selbstbestimmung und Empowerment.

Warum wird die Rolle der Psychiatrie in der Geschichte so stark kritisiert?

Die Kritik bezieht sich auf die lange andauernde Praxis der "Verwahrung" und "Fehlplazierung" von Menschen mit geistiger Behinderung in psychiatrischen Einrichtungen, die nicht pädagogischen, sondern pflegerischen und ausgrenzenden Zielen folgte.

Was bedeutet das "Normalisierungsprinzip" im Kontext der Arbeit?

Das Normalisierungsprinzip ist das Paradigma, das den Menschen mit Behinderung vom "Defizitwesen" zum "Dialogpartner" macht und fordert, dass Lebensbedingungen für behinderte Menschen so normal wie möglich gestaltet werden.

Wie unterscheiden sich "offene" und "geschlossene" Wohnformen?

Geschlossene Wohnformen zeichnen sich meist durch eine Zentralisierung, ein überregionales Einzugsgebiet und eine geringe Anbindung an die Gemeinde aus, während offene Wohnformen auf soziale Öffnung, Gemeindenahe und Selbstständigkeit ausgerichtet sind.

Welche Rolle spielt die Finanzierung für das Wohnangebot?

Die Finanzierung ist ein entscheidender Faktor, da sie oft zwischen stationärer Eingliederungshilfe und ambulanten Leistungen unterscheidet und durch die Abhängigkeit von Kostenzusagen sozialhilfeträgerseitig teilweise zu Unsicherheiten für Träger moderner, gemeindenaher Wohnkonzepte führt.

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Details

Title
Geeignete Wohnformen bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung.
Subtitle
Geschichte und Überblick
College
Justus-Liebig-University Giessen
Grade
1,4
Author
Friederike Jung (Author)
Publication Year
2005
Pages
38
Catalog Number
V283400
ISBN (eBook)
9783656826590
ISBN (Book)
9783656906995
Language
German
Tags
Wohnen geistige Behinderung Anstalt Klinik Wohnformen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friederike Jung (Author), 2005, Geeignete Wohnformen bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283400
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