Analyse von Jahresabschlüssen nach IAS und IFRS


Hausarbeit, 2013
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die internationale Rechnungslegung nach IFRS
2.1. Hintergründe und historische Entwicklung
2.2. Grundlagen internationaler Abschlüsse nach IFRS
2.3. Ziele und Inhalte der Jahresabschlussanalyse

3. IFRS – Nachfolgestandard (ED/2011/6)
3.1. Hintergrund und wesentliche Eckpunkte der Neuregelung
3.2. Konzepte der Regelungen nach IAS 11 bzw. IAS 18
3.3. Analyse und Vorteile des ED/2011/6

4. Fazit - Relevante Gesichtspunkte für den endgültigen Standard

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Indikatoren für einen Kontrollübergang zu einem bestimmten Zeitpunkt

Abbildung 2: Indikatoren für einen Kontrollübergang über einen bestimmten Zeitpunkt

Abbildung 3: Umsatzrealisierung in fünf Schritten

1. Einleitung

Die im Rahmen der Spezialisierung „International Management“ zu schreibende Hausarbeit befasst sich mit der Analyse von Jahresabschlüssen nach IAS/IFRS. Hierbei geht es um folgende Fragestellungen:

1. Beurteilen Sie den Entwurf für einen IFRS - Nachfolgestandards zur Umsatzrealisierung (ED/2011/6). Worin sehen Sie Vorteile zur gegenwärtig bestehenden Regelung des IAS 11 bzw. IAS 18?

2. Falls der Standard bis zum Abgabetermin nicht veröffentlicht wurde:

Welche Gesichtspunkte sollten Ihrer Meinung nach in den endgültigen Standard übernommen werden?

Die Rechnungslegung nach internationalen Standards gewinnt heutzutage eine immer größere Bedeutung im Zuge der Globalisierung der Wirtschaft und der Märkte.

Zu Beginn dieser Hausarbeit möchte ich zunächst einige grundlegende Informationen über die internationale Rechnungslegung nach IFRS (International Financial Reporting Standards) liefern, um ein besseres Verständnis über die Hintergründe und Ziele von Jahresabschlussanalysen zu geben. Im nächsten Schritt werde ich erläutern, welche Neuregelungen mit dem Entwurf für einen IFRS – Nachfolgestandard zur Umsatzrealisierung (ED/2011/6) zukünftig geplant sind und wie sich die bisherigen Regelungen nach IAS 11 bzw. IAS 18 (International Accounting Standard) gestalten.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Vorteile der Neuregelung zur gegenwärtigen Regelung des IAS 11 bzw. IAS 18 herauszuarbeiten. Hierzu werde ich beide Regelungen eingehend betrachten, mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede erarbeiten, um die Vorteile erkennbar darzustellen. Abschließend möchte ich verdeutlichen, welche Gesichtspunkte aus meiner Sicht relevant sind, um in den endgültigen Standard übernommen zu werden.

2. Die internationale Rechnungslegung nach IFRS

2.1. Hintergründe und historische Entwicklung

Als erstes deutsches Unternehmen ließ die Daimler-Benz AG ihre Aktien im Jahre 1993 an der New Yorker Börse handeln. Das bedeutete, dass die Daimler-Benz AG ihren Konzernjahresabschluss auch nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards aufstellen musste. Viele andere deutsche Unternehmen sahen sich in den Folgejahren auch ohne Börsennotierung gezwungen, den Konzernabschluss nach dem sogenannten Regelwerk der IAS (International Accounting Standards) bzw. IFRS (International Financial Reporting Standards) zu erstellen. Für diese Entwicklung kommen unterschiedliche Gründe in Betracht, wobei die Globalisierung der Wirtschaft den größten Entscheidungsfaktor darstellt. Eine weitere wichtige Rolle spielt die Forderung nach der Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse, um auf internationalen Kapitalmärkten mit anderen Unternehmen um Investoren konkurrieren zu können. Zudem sind als bedeutende Gründe Imagevorteile in der Öffentlichkeit, bessere Information der Eigenkapitalgeber aber auch die Möglichkeit der Annäherung oder Vereinheitlichung von internem und externem Rechnungswesen zu nennen.[1]

Der Ursprung der internationalen Rechnungslegung nach IFRS findet sich im Jahre 1973 wieder, als das International Accounting Standards Comittee (IASC) mit Sitz in London am 29. Juni von den Wirtschaftsprüferverbänden von Großbritannien, Australien, Deutschland, Frankreich, Japan, Kanada, Mexiko, Niederlande und den USA gegründet worden ist. Mit der Gründung des IASC erhofften sich die Wirtschaftsverbände, ihren Einfluss auf die Entwicklung der Rechnungslegung weltweit zu stärken.

Zudem verfolgten sie die Ziele, die Rechnungslegung international zu harmonisieren und entscheidungsrelevante Informationen für Investoren bereitzustellen. Die zu entwickelnden Standards (IAS) mussten zu einem hohen Grade mit den in den Ländern geltenden Rechnungslegungsstandards kompatibel sein, was durch die Integration von umfangreichen Ausweis-, Ansatz- und Bewertungswahlrechten erreicht wurde.

Mit steigender Bedeutung der IAS wurde das IASC ab dem Jahr 2000 strategisch neu ausgerichtet. Dies beinhaltete vorrangig die Umbenennung der Organisation sowie seiner Standards. Im Fokus stand nunmehr die Verstärkung der weltweiten Harmonisierung der IAS als die nationale Einflussnahme zur Durchsetzung der IAS. Mit Wirkung vom 01. April 2001 wurde das IASC in das International Accounting Standards Board (IASB) umbenannt und die neuen Standards als International Financial Reporting Standards (IFRS) bezeichnet.[2]

Ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass ein Konzernjahresabschluss auch nach US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften, dem US-GAAP, möglich ist.

2.2. Grundlagen internationaler Abschlüsse nach IFRS

Im vorherigen Kapitel ist bereits einiges über die Hintergründe der internationalen Rechnungslegung zu erfahren. Doch welche Unternehmen sind von der Erstellung eines internationalen Rechnungsabschlusses betroffen. Hierzu existiert eine EU-Verordnung Nr. 1606/2006 vom 10. Juli 2002 zur Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards, wonach alle kapitalmarktorientierten Unternehmen in der Europäischen Union verpflichtet sind, ihren Konzernabschluss für Wirtschaftsjahre, beginnend ab dem 01. Januar 2005, nach den IFRS aufzustellen. Unter dem Begriff kapitalmarktorientierte Unternehmen werden Unternehmen definiert, die Wertpapiere wie z.B. Aktien oder Anleihen emittieren, die an der Börse gehandelt werden oder die eine Zulassung zum Börsenhandel ihrer Wertpapiere beantragt haben. Aber auch Unternehmen, die an einer Börse gehandelte Anleihen ausgeben, sind zur Rechnungslegung nach IFRS verpflichtet.[3]

Die IAS bzw. IFRS sind eines von drei Bestandteilen des IASB Regelwerks:

1. Framework bzw. Rahmenkonzept
2. IAS bzw. IFRS
3. SIC- bzw. IFRIC Interpretationen

Da Gegenstand der Hausarbeit die Bewertung eines Entwurfs für einen IFRS-Nachfolgestandard ist, möchte ich auf die beiden anderen Teile des IASB Regelwerkes nicht weiter eingehen.

Die IAS bzw. IFRS Standards haben die Funktion, die Bilanzierung spezieller Sachverhalte zu regeln. Sie sind grundsätzlich folgendermaßen aufgebaut:

Zielsetzung

Anwendungsbereich

Definitionen

Anzuwendende Vorschriften und Erläuterungen

Erläuternde Angaben

Übergangsvorschriften

Zeitpunkt des Inkrafttretens

Weiterhin regeln die IAS bzw. IFRS Standards die Grundsätze für den Ansatz und die Bewertung der Jahresabschlusspositionen. Im Zuge dessen befassen sich die einzelnen Standards jeweils mit bestimmten Bereichen der Rechnungslegung und bauen nicht aufeinander auf.[4]

2.3. Ziele und Inhalte der Jahresabschlussanalyse

Der Jahresabschluss verfolgt das Ziel, „Informationen über die aktuelle Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Veränderungen in der Vermögens- und Finanzlage eines Unternehmens zu geben, die für einen weiten Adressatenkreis bei dessen wirtschaftlichen Entscheidungen nützlich sind“. Der Adressatenkreis wird von der IASB ausdrücklich als alle diejenigen definiert, die mit dem Unternehmen in Zusammenhang stehende wirtschaftliche Entscheidungen treffen müssen. Dazu gehören sowohl interne als auch externe Interessenten wie z.B. Beschäftigte, Lieferanten, Darlehensgeber und Eigentümer.

Der Jahresabschluss besteht gemäß IAS 1.10 aus folgenden Bestandteilen:[5]

Eine Bilanz

Eine Gesamtergebnisrechnung

Eine Eigenkapitalveränderungsrechnung

Eine Kapitalflussrechnung

Einen Anhang, der eine zusammenfassende Darstellung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden und sonstigen Erläuterungen enthält Eine Bilanz zu Beginn der frühesten Vergleichsperiode, wenn ein Unternehmen eine Rechnungslegungsmethode rückwirkend anwendet oder Posten im Abschluss rückwirkend anpasst oder umgliedert Nachdem ich in diesem Kapitel einen Einblick zum besseren Verständnis für die Rechnungslegung nach internationalen Standards gegeben habe, möchte ich im nächsten Abschnitt konkret auf einen Entwurf für einen IFRS-Nachfolgestandard zur Umsatzrealisierung (ED/2011/6) eingehen und eine nähere Beurteilung dessen abgeben.

3. IFRS – Nachfolgestandard (ED/2011/6)

Im November 2011 hat das IASB zusammen mit dem US-amerikanischen Financial Accounting Standards Board (FASB) einen geänderten Standardentwurf (Re-Exposure) zur geplanten Neuregelung der Umsatzrealisierung veröffentlicht, weil die bisherigen Vorschläge von der Öffentlichkeit stark kritisiert worden sind. Es handelt sich hier um den Exposure Draft ED/2011/6 „Revenue from Contracts with Customers“. Im Folgenden möchte ich auf die wesentlichen Inhalte des Entwurfs eingehen, als auch die bislang geltenden Regelungen beleuchten, um anschließend auf die Vorteile zu schließen.

3.1. Hintergrund und wesentliche Eckpunkte der Neuregelung

Zur Leistungsmessung und Bewertung eines Unternehmens stellen Umsatzerlöse eine der wichtigsten Kennzahlen dar. Allerdings existieren jedoch nur teilweise unzureichende Regelungen hinsichtlich der Umsatzrealisierung nach IFRS in Form von IAS 11 „Fertigungsaufträge“ und IAS 18 „Umsatzerlöse“. Aus diesem Grund soll der neue geplante Standard die bisherigen Regelungen nach IAS 11 bzw. IAS 18 ersetzen. Die Neuregelung wird eine unterschiedliche Auswirkung von Branche zu Branche haben. Einfache Verkaufstransaktionen werden nur geringfügigen Änderungen unterliegen. Bei umfangreicheren Transaktionen ist möglicherweise mit erheblichen Änderungen bezüglich des Zeitpunkts der Umsatzrealisierung zu rechnen. Anwendung soll der endgültige Standard auf alle Verträge finden, die ein Unternehmen mit seinen Kunden abschließt. Ausgeschlossen sind lediglich Leasing- und Versicherungsverträge sowie Finanzinstrumente.

Die Neuregelung[6] sagt aus, dass der Umsatz zukünftig sowohl für den Verkauf von Waren als auch für das Erbringen von Dienstleistungen dann realisiert werden soll, wenn auf den Kunden die Kontrolle an dem Gut oder der Dienstleistungen übergeht. Dabei werden zwei Ansätze verfolgt: Übergang der Kontrolle zu einem bestimmten Zeitpunkt („point in point time“) oder über einen bestimmten Zeitraum („over time“). Unter Kontrolle ist in diesem Zusammenhang die Möglichkeit seitens des Kunden zu verstehen, zum einen die Nutzung des Vermögenswertes zu bestimmen und zum anderen die wirtschaftlichen Vorteile aus dem Vermögenswert zu ziehen.

In der nachfolgenden Abbildung finden sich Indikatoren für einen Kontrollübergang zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Indikatoren dienen dabei lediglich als Hilfestellung zur Bestimmung des Kontrollübergangs, sodass bei dessen Beurteilung die relevanten Punkte des Einzelfalles berücksichtigt werden müssen.

[...]


[1] Vgl. Klein, A.: Internationale Rechnungslegung, 8. Auflage November 2011, S. 9-10.

[2] Vgl. Klein, A.: Internationale Rechnungslegung, 8. Auflage November 2011, S. 23 – 24.

[3] Vgl. IFRS (01.05.2013), http://www.ifrs-portal.com/Grundlagen/Was_sind_IFRS_IAS/Was_sind_IFRS_IAS_01.htm.

[4] Vgl. Klein, A.: Internationale Rechnungslegung, 8. Auflage November 2011, S. 27-29.

[5] Vgl. Dr. Marek, K.: Ausgewählte Aspekte der Jahresrechnungslegung nach IAS/IFRS, 5. Auflage November 2011, S. 17.

[6] Vgl. KPMG (01.05.2013), http://kpmg.de/docs/IFRS_Rev_Recogn.pdf.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Analyse von Jahresabschlüssen nach IAS und IFRS
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V283401
ISBN (eBook)
9783656832188
ISBN (Buch)
9783656829706
Dateigröße
1123 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betriebswirtschaft, BWL, International Management, Internationale Rechnungslegung, Jahresabschlüsse nach IAS/IFRS
Arbeit zitieren
Claudia Wohlatz (Autor), 2013, Analyse von Jahresabschlüssen nach IAS und IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283401

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