Die Jugendberufshilfe muss sich dem Thema Arbeitsmarkt und Beruf in einer gesellschaftlichen Umbruchssituation stellen, in der Erwerbsarbeit zwar immer noch zentrales Medium der Sozialintegration ist und einen wesentlichen Bestandteil des Normalitätsmodells ausmacht, gleichzeitig aber die Modernisierung des Arbeitsmarktes zu einer Situation geführt hat, in der Erwerbsarbeit nicht mehr für alle vorhanden ist und absehbar nicht mehr für alle vorhanden sein dürfte. Es ist bereits deutlich geworden, dass die Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf von dieser Entwicklung außerordentlich schwer betroffen sind. Für sie stellt das System der Jugendberufshilfe häufig den letzten Hoffnungsträger – in Bezug auf ihre berufliche Integration – dar. Entsprechend hoch ist der Anspruch, der an die Jugendberufshilfe gestellt wird. Unter dem wachsenden Druck der Jugendarbeitslosigkeit haben sich die Maßnahmen der Jugendberufshilfe in der Vergangenheit immer weiter differenziert und zu einem unüberschaubaren Netzwerk von Angeboten entwickelt. Nicht zu Unrecht wird diese Förderlandschaft heute häufig als „Maßnahmendschungel“ bezeichnet, der wenig gezielte Förderung zulässt und Maßnahmenkarrieren, Wanderbewegungen und Mehrfachförderungen begünstigt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsbestimmung
- Der Benachteiligtenbegriff
- Der Begriff der Behinderung
- Benachteiligte Jugendliche oder Jugendliche mit besonderem Förderbedarf?
- Das System der Jugendberufshilfe
- Trägerstrukturen innerhalb der Jugendberufshilfe
- Jugendberufshilfe – Versuch einer Konkretisierung
- Förderstrukturen der Bundesagentur für Arbeit
- Orientierung: Berufsausbildungsvorbereitende Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit seit 1996
- Weiterentwicklung zum neuen Fachkonzept für berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit
- Berufsausbildungsvorbereitung in der Neuen Förderstruktur
- Wesentliche Änderungen im neuen Fachkonzept
- Konzept der Lebensweltorientierung innerhalb der Jugendberufshilfe
- Dimensionen von lebensweltorientierter Arbeit
- Handlungsmaximen eines lebensweltorientierten Konzepts in der Jugendberufshilfe
- Arbeitsorientierung versus Lebensweltorientierung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert das System der Jugendberufshilfe für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf, wobei der Fokus auf dem Übergang von der Schule in das Erwerbsleben liegt. Ziel ist es, die Herausforderungen und Chancen für diese Zielgruppe im Kontext des angespannten Ausbildungs- und Arbeitsmarktes zu beleuchten. Die Arbeit untersucht insbesondere, wie die Jugendberufshilfe Angebote schaffen kann, die Arbeitsmarktkapazitäten mit den Arbeitspotenzialen der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf zusammenführen.
- Begriffliche Klärung von Benachteiligung und Behinderung
- Analyse der Trägerstrukturen und Förderangebote der Jugendberufshilfe
- Bewertung der Weiterentwicklung des Fachkonzepts für berufsvorbereitende Maßnahmen
- Die Rolle der Lebensweltorientierung im Konzept der Jugendberufshilfe
- Die Bedeutung des Übergangs von der Schule in das Erwerbsleben für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Jugendberufshilfe für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf ein und stellt die Problematik des Übergangs von der Schule in das Erwerbsleben für diese Zielgruppe heraus.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der begrifflichen Klärung von Benachteiligung und Behinderung und erläutert die Bedeutung dieser Unterscheidung für die Definition der Zielgruppe der Jugendberufshilfe.
Kapitel drei analysiert das System der Jugendberufshilfe, beleuchtet die Trägerstrukturen und Förderangebote und geht auf die Weiterentwicklung des Fachkonzepts für berufsvorbereitende Maßnahmen ein.
Kapitel vier widmet sich dem Konzept der Lebensweltorientierung innerhalb der Jugendberufshilfe und diskutiert die Dimensionen und Handlungsmaximen eines lebensweltorientierten Ansatzes.
Schlüsselwörter
Jugendberufshilfe, Jugendliche mit besonderem Förderbedarf, Benachteiligung, Behinderung, Arbeitsmarkt, Ausbildung, Lebensweltorientierung, Übergang Schule-Beruf, Förderstrukturen, Trägerstrukturen, Fachkonzept.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Jugendberufshilfe?
Das Ziel der Jugendberufshilfe ist die berufliche und soziale Integration von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf, insbesondere beim schwierigen Übergang von der Schule in das Erwerbsleben.
Wer gehört zur Zielgruppe der Jugendberufshilfe?
Die Zielgruppe umfasst benachteiligte Jugendliche sowie Jugendliche mit Behinderungen, die aufgrund individueller oder sozialer Beeinträchtigungen besondere Unterstützung benötigen, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Was wird unter dem Begriff „Maßnahmendschungel“ verstanden?
Dieser Begriff kritisiert die unüberschaubare Vielzahl an verschiedenen Förderangeboten und Trägern, die oft zu Mehrfachförderungen oder unkoordinierten „Maßnahmenkarrieren“ führen, anstatt eine gezielte Integration zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die Bundesagentur für Arbeit?
Die Bundesagentur für Arbeit ist ein zentraler Akteur, der Förderstrukturen und Fachkonzepte für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen bereitstellt und finanziert, um die Ausbildungreife der Jugendlichen zu verbessern.
Was bedeutet Lebensweltorientierung in der Jugendberufshilfe?
Lebensweltorientierung bedeutet, dass die Maßnahmen nicht nur auf die Arbeitsmarktverwertung zielen, sondern die gesamte Lebenssituation, die sozialen Bezüge und die individuellen Potenziale der Jugendlichen berücksichtigen.
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- MA Kay Ullrich (Author), 2006, Das System der Jugendberufshilfe für förderungsbedürftige Jugendliche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283516