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Amerikanisierung der westdeutschen Jugendkultur in den 1950er Jahren

Sind alle Jugendlichen in dieser Zeit gleichermaßen beeinflusst worden?

Title: Amerikanisierung der westdeutschen Jugendkultur in den 1950er Jahren

Term Paper , 2014 , 23 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Philipp-Alexander Eilhard (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Mit der Aufteilung Deutschlands durch die Alliierten nach Beendigung der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges, nahm der Einfluss der Siegermächte in den jeweils besetzten Gebieten deutlich zu.
Die Vereinigten Staaten von Amerika waren für den westdeutschen Bereich nicht nur eine reine Besatzungsmacht, vielmehr galten die stationierten Truppen als wichtige Impulsgeber für eine durch Krieg, Hunger, Angst und Diktatur gezeichnete deutsche Bevölkerung. Die Menschen waren auf der Suche nach einer neuen Identität und folglich wurden demokratische Gesellschaften zum Vorbild der Bevölkerung der noch jungen Bundesrepublik auserwählt.
Die amerikanischen Truppen in den besetzten westdeutschen Gebieten lebten der ansässigen Bevölkerung stets ihren „American Way of Life“ vor, doch nicht nur ihre materielle Präsenz, sondern auch deren „Wohlgenährtheit“, ihre technisch überlegene Ausrüstung, die mitgeführten Nahrungsmittel sowie die stets souveräne Lässigkeit, um nur ein paar Beispiele zu nennen, waren es, die die deutsche Bevölkerung, insbesondere Kinder und Jugendliche, an den Besatzungstruppen faszinierten.
Durch die amerikanische Präsenz und die gewollte gesellschaftliche „Umerziehung“ wurde die Alltagswelt der Bevölkerung in den 1950er-Jahren durch zahlreiche Importe von US-Populärkultur und -Produkten regelrecht überflutet, wodurch die Vereinigten Staaten von Amerika in relativ kurzer Zeit zu einer Leitfigur für die westdeutschen Bürger und speziell für die Kinder und Jugendlichen aufstieg.

Viele Familien wurden durch den Krieg getrennt: Frauen verloren ihre Ernährer, Kinder wuchsen ohne ihre Väter auf, da diese entweder im Krieg gefallen waren oder als vermisst galten und nicht mehr zurückkehrten. Diese Kinder waren nicht nur auf der Suche nach neuen Vorbildern, sondern vielmehr nach ihrer eigenen Identität.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION „AMERIKANISIERUNG“ IN ABGRENZUNG ZUR „WESTERNISIERUNG“

2.1 „Amerikanisierung“

2.2 „Westernisierung“

3. DIE GESAMTGESELLSCHAFT WESTDEUTSCHLANDS IN DEN 1950ER-JAHREN

4. ÜBERBLICK ÜBER DIE JUGEND- UND SUBKULTUR DER 1950ER-JAHRE

5. BESCHREIBUNG DER SUBKULTUREN DER HALBSTARKEN & "EXIS"

5.1 Die Halbstarken

5.2 Die Exis(-tentiellen)/Existentialisten

6. VERGLEICHENDE ANALYSE DER BEIDEN SUBKULTUREN

6.1 Halbstarkenbewegung

6.2 Die "Exis[tentiellen]"

6.3 Vergleich der Merkmale beider Strömungen

7. EXKURS "MÄDCHEN & JUNGE FRAUEN"

8. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des US-amerikanischen "American Way of Life" auf die westdeutsche Jugendkultur in den 1950er-Jahren. Dabei geht sie der zentralen Forschungsfrage nach, ob die gesamte Generation der damaligen Jugendlichen gleichermaßen von diesem Prozess der Amerikanisierung erfasst und beeinflusst wurde oder ob sich unterschiedliche Rezeptionsweisen in den verschiedenen Jugendgruppen zeigten.

  • Unterscheidung der Begriffe Amerikanisierung und Westernisierung
  • Analyse der soziokulturellen Rahmenbedingungen des Wirtschaftswunders
  • Gegenüberstellung der Subkulturen "Halbstarke" und "Existentiellen"
  • Untersuchung des US-Einflusses auf Konsum, Musik und Lebensstil
  • Betrachtung geschlechtsspezifischer Differenzen in der Jugendkultur

Auszug aus dem Buch

6.1 Halbstarkenbewegung

Ein erster Indikator für den Grad einer potenziellen Amerikanisierung „von unten“ (Anm. d. Verf.: "der Unterschicht") findet man in dem äußeren Erscheinungsbild der Jugendlichen der Halbstarkenbewegung: In den 1950er-Jahren wurde die Jeans in der Jugendszene populär, die sich neben den Petticoats, Lederjacken und Stiefeln als ein wesentliches Erkennungszeichen der Szene etablierte. Dieser Kleidungsstil orientierte sich häufig an berühmten amerikanischen Schauspielern wie z. B. James Dean in dem Film „…denn sie wissen nicht, was sie tun“ (1955) oder auch an Marlon Brando in „Der Wilde“ (1953), die als Inbegriff der amerikanischen Freiheitsbewegung der Zeit galten und somit zu Idolen der deutschen Jugend wurden.

Die Optik der Halbstarken komplettierte ein weiteres, wichtiges Erkennungszeichen: die "Elvis-Tolle" (u. a. Krüger, 1986), die mit viel Pomade frisiert wurde. Diese Frisur war charakteristisch für den "King of Rock 'n' Roll": Elvis Presley. Doch nicht nur Elvis Presley galt als ein Idol der Jugendlichen in dem Genre der Musik, auch Bill Haley, Chuck Berry oder auch Little Richard waren bei den Jugendlichen beliebt.

Die 1950er-Jahre waren in Westdeutschland nicht nur durch das Wirtschaftswunder geprägt, sondern auch durch Jugendausschreitungen in praktisch allen Großstädten der Republik. Insbesondere ereigneten sich die Vorfälle vor allem auf öffentlichen Straßen, Kinos und Rock 'n' Roll-Konzerten (vgl. Ohder, o. J.). Hierbei trafen sich die Halbstarken nach Feierabend zumeist auf der Straße, da öffentliche Freizeiteinrichtungen in den 1950er-Jahren so gut wie nicht vorhanden waren (von Wensierski, 1985; entn. Krüger, 1985). Man unterhielt sich, hörte Rock 'n' Roll, ging ins Kino oder fuhr mit Mopeds oder Motorrädern durch die Stadt. Die Delikte waren hauptsächlich Ruhestörung, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Beleidigung und Übertretungen der Straßenverkehrsordnung. Die Antriebe für diese Art der Aggression waren Machtwillen, Tätigkeits-, Erlebnis- und Geltungsbedürfnis (vgl. Kaiser, 1959).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die historische Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg und Formulierung der Fragestellung zur Amerikanisierung der westdeutschen Jugend.

2. DEFINITION „AMERIKANISIERUNG“ IN ABGRENZUNG ZUR „WESTERNISIERUNG“: Theoretische Abgrenzung der beiden Begriffe, um den spezifischen Einfluss von US-amerikanischen Produkten und Lebensweisen von allgemeinen westlichen Prozessen zu unterscheiden.

3. DIE GESAMTGESELLSCHAFT WESTDEUTSCHLANDS IN DEN 1950ER-JAHREN: Untersuchung der sozioökonomischen Rahmenbedingungen und der Rolle amerikanischer Hilfsprogramme sowie kultureller Medien als Impulsgeber.

4. ÜBERBLICK ÜBER DIE JUGEND- UND SUBKULTUR DER 1950ER-JAHRE: Definition des Jugendbegriffs und Erläuterung der Entstehung von Subkulturen als Reaktion auf gesellschaftliche Defizite.

5. BESCHREIBUNG DER SUBKULTUREN DER HALBSTARKEN & "EXIS": Detaillierte Vorstellung der beiden kontrastierenden Jugendbewegungen hinsichtlich ihrer Entstehung und ihres sozialen Charakters.

6. VERGLEICHENDE ANALYSE DER BEIDEN SUBKULTUREN: Analyse und Vergleich von Merkmalen wie Kleidung, Musikgeschmack und Verhaltensweisen in Bezug auf den Grad der Amerikanisierung.

7. EXKURS "MÄDCHEN & JUNGE FRAUEN": Analyse der spezifischen Rolle weiblicher Jugendlicher und der geschlechtergetrennten Ausprägung von Amerikanisierungsprozessen.

8. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Beantwortung der Kernfrage und Identifikation weiterer Forschungsbedarfe bezüglich regionaler Unterschiede.

Schlüsselwörter

Amerikanisierung, Westernisierung, 1950er-Jahre, Jugendkultur, Halbstarke, Exis, Existentialismus, Wirtschaftswunder, Rock 'n' Roll, Jazz, US-Populärkultur, Jugendprotest, Konsumgesellschaft, American Way of Life, Generationenkonflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss des US-amerikanischen "American Way of Life" auf die westdeutsche Jugend in der Nachkriegszeit der 1950er-Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen der Besatzungsmacht auf die Alltagskultur, die Entstehung der Subkulturen der "Halbstarken" und der "Existentiellen" sowie die Bedeutung von Konsum und populärer Musik.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die gesamte westdeutsche Jugend dieser Zeit gleichermaßen vom US-amerikanischen Einfluss geprägt wurde oder ob es signifikante Unterschiede in der Verarbeitung dieser Einflüsse gab.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse zweier spezifischer Jugend-Subkulturen anhand von Literatur und zeitgenössischen Quellen durchgeführt, um Merkmale der Amerikanisierung zu identifizieren.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Wirtschaftswunders und eine detaillierte Gegenüberstellung der Halbstarken und Existentiellen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Amerikanisierung, Halbstarke, Exis, Rock 'n' Roll, Jazz, Wirtschaftswunder und Konsumgesellschaft.

Wie unterscheiden sich die Halbstarken von den Existentiellen in ihrem Erscheinungsbild?

Während die Halbstarken durch Lederjacken, Jeans, Elvis-Tollen und ein eher aggressiv-rebellisches Auftreten geprägt waren, traten die Existentiellen intellektuell auf, bevorzugten schwarze Kleidung, Rollkragenpullover und Stoppelhaarschnitte.

Welche Rolle spielte die Musik bei der Amerikanisierung der Jugend?

Musik fungierte als zentrales Identifikationsmerkmal: Rock 'n' Roll wurde zum Ausdrucksmittel der rebellischen Halbstarken, während Jazz für die Existentiellen als Symbol einer intellektuellen und weltoffenen Lebensweise diente.

Inwieweit waren Mädchen und junge Frauen von der Amerikanisierung betroffen?

Die Studie zeigt, dass der Einfluss auch bei weiblichen Jugendlichen stattfand, sich jedoch oft in privaten oder passiven Formen äußerte, da Mädchen in den männlich dominierten Cliquen der Zeit meist eine untergeordnete Rolle spielten.

Zu welchem Fazit kommt der Autor bezüglich der Forschungsfrage?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass zwar alle Jugendlichen unter amerikanischem Einfluss standen, eine pauschale Übertragung von Verhaltensweisen auf die gesamte Jugend jedoch wissenschaftlich nicht haltbar ist und weitere Differenzierungen erfordert.

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Details

Title
Amerikanisierung der westdeutschen Jugendkultur in den 1950er Jahren
Subtitle
Sind alle Jugendlichen in dieser Zeit gleichermaßen beeinflusst worden?
College
University of Hagen  (Kulturwissenschaften)
Course
Modul G6
Grade
2,7
Author
Philipp-Alexander Eilhard (Author)
Publication Year
2014
Pages
23
Catalog Number
V283576
ISBN (eBook)
9783656832850
ISBN (Book)
9783656829607
Language
German
Tags
Jugendkultur Subkultur Deutschland 1950er-Jahre Halbstarke Existentielle Abgrenzung Amerikanismus Amerikanisierung Sartre Bewegung Westernisierung Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp-Alexander Eilhard (Author), 2014, Amerikanisierung der westdeutschen Jugendkultur in den 1950er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283576
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